Für AHA hält nachhaltigen Schutz der Auen an Parthe und Weißer Elster/Luppe/Nahle für dringend geboten

Bekanntlich gehört die insgesamt ca. 48 km lange Parthe zu den wichtigsten Nebengewässern der Weißen Elster und bedeutsamsten Fließgewässern in Leipzig und Umland.

In der Stadt Taucha fällt im Park in der Partheaue mit eingebetteten Schöppenteichen und Parthe auf, dass neben dem erfreulichen reichlich vorhandenen Gehölzbestand jedoch flächendeckender, ständig gemähter Rasen das Bild prägen. Nach Auffassung des AHA gilt es eine wissenschaftlich fundierte Konzeption zu entwickeln, welche eine Umwandlung in Wiesenflächen zum Ziel hat. Dazu könnte eine Parzellierung dienen, welche die Flächen nach unregelmäßigen Mahden aufteilt. So könnte beispielsweise eine Fläche einmal und eine andere Fläche zweimal im Jahr eine Mahd erfahren. Das Ziel muss es sein, dass sich eine arten- und strukturreiche Wiese entsteht, welche u.a. mit zahlreichen blühenden Pflanzen bewachsen ist und somit zahlreichen Insekten als Nahrung dient. Darüber hinaus ist das als Beitrag zur Umweltbildung zu sehen, da Beobachtungen und Kartierungen von verschiedenen Tier- und Pflanzenarten möglich sind. Abgesehen davon, dass sich der stadtgestalterische Wert des Parks erhöht. Der AHA hält beispielsweise eine Einbindung der Schulen Tauchas in der Konzepterstellung und –umsetzung für sehr sinnvoll und daher dringend geboten.

Große Teile des Fließgewässers sind naturnaher bzw. naturnah oder bergen das Entwicklungspotenzial dahingehend in sich. Jedoch sind die umfassenden Begradigungsmaßnahmen genauso deutlich zu erkennen, wie die Vielzahl noch immer vorhandenen Versiegelungen im Sohl- und Uferbereich in den Städten Taucha und Leipzig. Eng damit verbunden ist die Notwendigkeit der Erweiterung der Retentionsflächen, um besser und umfassender Hochwasser aufnehmen zu können. Zum Beispiel die Hochwassermarke vom 06.06.2013 an der Brücke über die Parthe bei Seegeritz sollte die diesbezüglichen Notwendigkeiten verdeutlichen.

Mit Sorge nimmt der AHA die verstärkte forstwirtschaftliche Nutzung des Weinbergholzes zwischen Tauchas Stadtteilen Graßdorf und Seegeritz auf. Das Gehölz mit seinem hohen Arten- und Strukturreichtum an Fauna und Flora mit seinen Hang- und Auenwaldstrukturen stellt einen sehr wichtigen Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzen dar und bildet einen sehr wichtigen Bestandteil eines Biotop- und Grünverbundes u.a. entlang der Parthe, seines Nebengewässers Lösegraben sowie bis hin zum Staditzteich, Staditzgraben und dem dortigen Gehölzgebiet.

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AHA hält Schutz, Erhalt und nachhaltige Entwicklung des Landschafts- und Naturraumes zwischen Halle und Leipzig für dringend geboten

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hält einen umfassenden Schutz und Erhalt sowie eine nachhaltige Entwicklung des Landschafts- und Naturraumes zwischen den Städten Halle (Saale) und Leipzig für dringend geboten. Aus dem Grund führte der AHA eine ca. sechsstündige Fahrradexkursion in die Auenlandschaften zwischen Halle (Saale) und Leipzig durch. Die Fahrradexkursion nahm dabei folgende Route:

Entlang des Diemitzer Grabens, der Reide, zum Überlauf des Hufeisensees in die Reide, in den Park von Dieskau, durch die Saale-Elster-Luppe-Aue und entlang des Wallendorfer und des Raßnitzer Sees im Landkreis Saalekreis, durch die Luppeaue bei Schkeuditz, durch die Elster-Luppe-Nahle-Aue in der Stadt Leipzig sowie zum Mündungsbereich der Parthe in die Weiße Elster

Im Bereich des Diemitzer Grabens, wo die erste Station der Fahrradexkursion begann vermittelte der AHA seine Auffassung zur angedachten Erweiterung der Osttangente von der Delitzscher Straße über Reideburger Straße, Reideburger Landstraße, Hobergerweg, Berliner Straße bis zur Berliner Chaussee – B 100. Im Falle eines Baus der Osttangente ist von einer weiteren Versiegelung weiterer, bisher offener Ackerflächen, die Zerschneidung des potentiellen Entwicklungsraumes im Bereich des Diemitzer Grabens sowie späteren Mehrbelastung des Raumes mit Lärm, Abgasen und Feinstaub. Das führt zur weiteren Verschlechterung der Umwelt, Natur und Landschaft sowie zur starken Beeinträchtigung der Lebensqualität der hier lebenden Menschen. Das diese Osttangente nicht zur Entlastung der halleschen Innenstadt beitragen soll, entgegen der immer gebetsmühlenartig verkündeten Rechtfertigungsversuche für diese zusätzliche Verkehrstrasse, zeugen u.a. die nicht vorliegenden Konzepte für Verkehrseinschränkungen und die geforderte Beibehaltung der Vierspurigkeit der Merseburger Straße. Die Fällungen von Pappeln entlang der Reideburger Straße zeugen davon, dass man sich über die vielfältigen Bedenken hinwegsetzen möchte. Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) betonte in dem Zusammenhang erneut die Notwendigkeit einer naturnaheren Entwicklung in Halles Osten.

Dazu zählen als räumliche Schwerpunkte die Reide und der Hufeisensee, aber auch u.a. die Nebengewässer Kabelske und Diemitzer Graben. Im Rahmen einer naturnaheren Entwicklung gilt es erst einmal alle Abwassereinleitungen in die Fließgewässer zu beenden, beidseitig der Uferkanten einen Gewässerschonstreifen von 10 m einzuhalten, landwirtschaftliche Nutzungen zu extensivieren sowie weitere Bebauungen nicht zuzulassen. Neben ihrer standörtlichen Bedeutung gilt es die Fließgewässer als Biotop- und Grünverbundzonen anzusehen und dabei auch u.a. in der Stadt Halle (Saale) das flächenhafte Naturdenkmal Resttümpel Kanena, die Geschützten Landschaftsbestandteile Gehölz bei Büschdorf und Park Sagisdorf sowie im Landkreis Saalekreis den Dieskauer Park einzubeziehen.

06 Büschdorf - Das Teilnehmerfeld
06 Büschdorf – Das Teilnehmerfeld

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Der Mündungsbereich der Weißen Elster und Pfingstanger bedürfen besonderen Schutz

Während ihres 245,4 km langen Verlaufs durchquert die Weiße Elster ab der Quelle im tschechischen As bis zur Mündung in die Saale in Halle (Saale), mit Tschechien und Deutschland zwei Staaten und in Deutschland mit den Freistaaten Thüringen und Sachsen sowie dem Bundesland Sachsen-Anhalt drei deutsche Bundesländer. Auf ihrem Weg durchquert sie arten- und strukturreiche Landschaften bzw. hat sie selbst geschaffen und geprägt. Jedoch ist ihr Verlauf streckenweise von Siedlungs-, Verkehrs- und Bergbau geprägt, was zu Begradigungen, Einschränkungen und Zerstörungen von Auenlandschaften sowie Überbauungen geführt hat.

Diese Widersprüche erfordern nunmehr jedoch eine nachhaltig, ökologisch geprägte Herangehensweise an Schutz, Erhalt, Entwicklung und Nutzung. Von daher begrüßt der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) als sehr wichtigen Schritt die flächenmäßig unterschiedlich großen Ausweisungen und Unterschutzstellungen als Schutzgebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH), als Europäisches Vogelschutzgebiet sowie Landschafts- und Naturschutzgebiete. Das Potenzial der Weißen Elster als Biotop- und Grünverbundraum, ist nach Auffassung des AHA, jedoch bei weitem noch nicht voll und ganz ausgeprägt. Sei es der Umgang mit den Alttagebauen, den Auenlandschaften, der Nutzung für die Land- und Forstwirtschaft sowie dem Tourismus oder die Bebauung mit Siedlungs-. Gewerbe- und Verkehrsbauten.

59a-Halle Blick Aus Richtung Röpziger Brücke Saaleabwärts Nach Nordwesten
Halle Blick Aus Richtung Röpziger Brücke Saaleabwärts Nach Nordwesten

Gerade in den letzten Monaten berichteten Medien allermöglichen politischen Richtungen zwischen links und konservativ mehr oder minder euphorisch über die am 09.12.2015 eröffnete 123 km lange und 2,8 Millionen Euro teure ICE-Neubaustrecke Erfurt-Leipzig/Halle. Ein breites Bündnis aus Umweltverbänden und –vereinen, Bürgerinitiativen, Flächeneigentümern, Landwirten und Kirchengemeinden brachten seit Beginn der offiziellen Planungen im Jahr 1992 ihre massiven Bedenken bezüglich des Schutzes und Erhaltes u.a. des Thüringer Waldes, Unstrut-Trias-Landes sowie der Saale-Elster-Luppe-Aue hin. Im letzteren Gebiet betraf bzw. betrifft es ein europäisches Vogelschutzgebiet sowie die darin enthaltenen Naturschutzgebiete Burgholz und Kollenbeyer Holz. Alternativvorschläge, wie Aus- und Umbau der vorhandenen Bahnstrecken zur Nutzung für Neigezugtechnik, blieben vollkommen unberücksichtigt.

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Für AHA hält nachhaltigen Schutz der Auen an Parthe und Weißer Elster/Luppe/Nahle für dringend geboten

Bekanntlich gehört die insgesamt ca. 48 km lange Parthe zu den wichtigsten Nebengewässern der Weißen Elster und bedeutsamsten Fließgewässern in Leipzig und Umland. Große Teile des Fließgewässers sind naturnaher bzw. naturnah oder bergen das Entwicklungspotenzial dahingehend in sich. Jedoch sind die umfassenden Begradigungsmaßnahmen genauso deutlich zu erkennen, wie die Vielzahl noch immer vorhandenen Versiegelungen im Sohl- und Uferbereich in den Städten Taucha und Leipzig. Eng damit verbunden ist die Notwendigkeit der Erweiterung der Retentionsflächen, um besser und umfassender Hochwasser aufnehmen zu können. Zum Beispiel die Hochwassermarke vom 06.06.2013 an der Brücke über die Parthe bei Seegeritz sollte die diesbezüglichen Notwendigkeiten verdeutlichen. Im Abschnitt zwischen Seegeritz und Plaußig weist der Verlauf der Parthe und ihre umfassendes naturnahes Entwicklungspotential auf, welche als beispielhaft anzusehen ist und daher eines besonderen Schutzes bedarf. Dazu sind jedoch eine Beibehaltung sowie eine Ausweitung extensiver landwirtschaftlicher Nutzungsformen dringend geboten. Darüber hinaus ist die Beseitigung der Verrohrung des Hasengrabens im Mündungsbereich in die Parthe erforderlich. Stattdessen könnte eine kleine, stabile Brücke eine Querung des Parthenebengewässers ermöglichen.

In Anknüpfung an die erfolgreiche Renaturierung des Rüdgengrabens in Plaußig durch den Zweckverband in den Jahren 1992/1993, erscheint es sinnvoll in räumlicher Anknüpfung, Möglichkeiten zur Unterstützung der Mäandrierung mit Störhölzern und –steinen zu prüfen. Damit besteht die Möglichkeit die Struktur des Rüdgengrabens weiter zu verbessern und somit auch die Artenvielfalt zu erhöhen.
Im Bereich der Parthebrücke Plaußig-Grundstraße ist die Erweiterung der Barrierefreiheit voll und ganz zu begrüßen. Nunmehr gilt es die letzten Betonreste ebenfalls aus der Uferzone zu entfernen. Ferner erscheint es empfehlenswert, umgestürzte Bäume vor Ort zu belassen, wenn von ihnen keine unmittelbare Gefahr für Menschen ausgeht. Diese tragen zur Verbesserung der Arten- und Strukturvielfalt der Parthe und der angrenzenden Aue bei.

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AHA und Initiative „Pro Baum“ hält Durchgrünung des halleschen Stadtteiles Silberhöhe für dringend geboten

Bereits der am 16.01.1983 gegründete Arbeitskreis Umweltschutz Halle (AKUS) in der Gesellschaft für Natur und Umwelt (GNU) im Kulturbund der DDR (KB) befasste sich ab dem Jahre 1984 intensiv mit der Durchgrünung der halleschen Neubaugebiete Silberhöhe und Heide-Nord. Damit verknüpft entwickelten die AKUS-Mitglieder zudem Gedanken zum Erhalt sowie zur Schaffung und Entwicklung von Grünachsen durch das Stadtgebiet von Halle (Saale) sowie in Anknüpfung an die Stadt Halle-Neustadt und dem Saalkreis. Als wichtige Ausgangspunkte schlugen die ehrenamtlichen Umwelt- und Naturschützer die Fluss- und Auenlandschaften von Saale und Weißer Elster und die Dölauer Heide vor. Eine kurzfristige Einbeziehung der Reideaue und des Hufeisensees war Bestandteil der Überlegungen.
Der aus dem AKUS hervorgegangene und am 23.02.1991 gegründete Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) griff dieses Thema erneut und verstärkt auf.

Zu Beginn des Jahres 1999 hatten der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und SchülerInnen der Erich-Kästner-Sekundarschule vereinbart gemeinsam an der Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität im halleschen Stadtteil Silberhöhe zu arbeiten. Ausgangspunkt bildete dabei ein Brief der SchülerInnen vom 11.09.1998 an die Mitteldeutsche Zeitung (MZ), welchen diese in einer Mitteilung vom 08.10.1998 veröffentlichte. Um sich entsprechend zu organisieren hatten sich ca. 30 SchülerInnen der Erich-Kästner-Sekundarschule zur „Projektgruppe 7. WK“ zusammengeschlossen. Diese Projektgruppe gliederte sich in mehrere Themengruppen, wozu bereits eine ca. 10 Personen starke Ökogruppe gehört.
Leider zerfiel die „Projektgruppe 7. WK“ schrittweise, was vielfältige Ursachen hatte, wozu anstehende auswärtige Berufsausbildungen ebenso zählten, wie mangelnde Resonanz seitens der politisch Verantwortlichen in der Stadt Halle (Saale).
Zwischenzeitlich durchgeführte Begrünungen in der Silberhöhe sehen der AHA und die Initiative „Pro Baum“ als sehr wichtigen Schritt in die richtige Richtung an, welche jedoch zahlreicher fachlich fundierter Ideen, Vorschläge und Schritte bedarf. Die jüngsten Überlegungen des Netzwerkes „Forum Silberhöhe“ erfordern jedoch einer umfassenden Erörterung.

In Anknüpfung an die AKUS-Überlegungen aus dem Jahre 1984, halten es der AHA und die Initiative „Pro Baum“ für sehr wichtig, bestehende Bestandteile von Umwelt, Natur und Landschaft zu schützen und vor Eingriffen zu bewahren sowie weitere Erweiterungsräume großflächig zu suchen und zu finden. Aus dieser Sicht betrachtet, sehen daher AHA und die Initiative „Pro Baum“ nicht den Sinn einen Bootsanleger mit Strand und Wiese am Mündungsbereich der Weißen Elster in die Saale zu errichten. Dieser Teil der Fluss- und Auenlandschaft von Saale und Weißer Elster gehören zu den bedeutsamsten Lebens- und Rückzugsgebieten von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten sowie mit zu den wichtigsten Entwicklungs- und Hochwassereinzugsgebieten in dem Raum zwischen Leipzig, Schkeuditz, Schkopau und Halle (Saale).

Alles diese Tatsachen haben dazu geführt, dass hier das ca. 381 ha große Naturschutzgebiet „Abtei und Saaleaue bei Planena“ angrenzt, welches nach Osten streckenweise nahtlos in das ca. 915 ha große Naturschutzgebiet ”Saale-Elster-Aue bei Halle“ übergeht. Diese beiden Naturschutzgebiete, welche zudem u.a. den Schutz nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie genießen, bedürfen auch am Rand eines besonderen Schutzes.

Nach Auffassung von AHA und Initiative „Pro Baum“ reichen die gegenwärtigen Aufenthaltsbereiche in dem Gebiet aus, welche aber leider immer wieder mit Vermüllung und Vandalismus konfrontiert sind. Ferner halten es beide Organisationen für ratsam, die bestehenden Aussichtsplattformen mit sehr robusten Fernrohren und Karten auszustatten, um noch mehr auf diese angrenzenden Schutzgebiete hinweisen zu können. Ebenso sind beide Organisationen im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Möglichkeiten bereit, in Form von Exkursionen und Begehungen der interessierten Bevölkerung diese Schutzgebiete nahezubringen.

In dem Zusammenhang rufen AHA und Initiative „Pro Baum“ Interessenten auf im Rahmen einer ehrenamtlichen Arbeitsgruppe an einer weiteren ökologischen Profilierung der Entwicklung der halleschen Silberhöhe mitzuwirken.
Wer Interesse hat, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Fotos Andreas Liste


AHA setzt sich für Schutz, Erhalt und Entwicklung der Fluss- und Auenlandschaften in Leipzig ein

Die 245,4 km lange Weiße Elster, welche im tschechischen Teil des Erzgebirges in As entspringt, dann das Vogtland, Ostthüringen zwischen Greiz und Gera, die Leipziger Tieflandbucht zwischen Zeitz und Leipzig, auf einer Länge von 23 km die Stadt Leipzig durchfließt sowie westlich von Schkeuditz wieder Sachsen-Anhalt erreicht und letztendlich bei Halle-Beesen in die Saale mündet, bildet trotz bergbaulicher Eingriffe ein sehr vielfältiges, bedeutsames und schützenswertes Fluss- und Auensystem. Zu den bedeutsamsten Nebengewässern mit ihren mehr oder minder großen ausgeprägten Auenlandschaften gehören:

  • Die einst 115 km lange und durch Bergbaumaßnahmen zwischen Regis-Breitingen und Markkleeberg erfolgten Begradigungsmaßnahmen um ca. 25 km auf ca. 90 km verkürzte Pleiße mit ihrem Einzugsgebiet von 1.473,6 km²
  • Die insgesamt ca. 48 km lange Parthe – wovon 12,6 km im Leipziger Stadtgebiet verlaufen-, mit einem Einzugsgebiet im Umfang von 366 km², welche im Glastener Forst zwischen Colditz und Bad Lausick entspringt.
3a-Rosental Blick Zur Parthe Flussaufwärts In Richtung Südosten Von Brücke An Primavesistraße & Turmgutstraße  (1)
3a-Rosental Blick Zur Parthe Flussaufwärts In Richtung Südosten Von Brücke An Primavesistraße & Turmgutstraße (1)

Die vielfältigen Auenwälder, Auenwiesen und Feuchtgebiete, welche diese Gewässersysteme prägen, haben daher einen sehr vielfältigen Schutzstatus. Sie dienen als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie stressgeplagten Menschen zur Erholung und Entspannung.

4a-Rosental Blick Zur Parthe Flussabwärtss In Richtung Nordwesten Von Brücke An Primavesistraße & Turmgutstraße  (2)
4a-Rosental Blick Zur Parthe Flussabwärtss In Richtung Nordwesten Von Brücke An Primavesistraße & Turmgutstraße (2)

Zu dem umfassenden und vielfältigen Fließgewässersystem der Stadt Leipzig gehören laut Übersicht Fließgewässer II. Ordnung, mit Stand 03.02.2015 weitere 114 Fließgewässer mit einer Gesamtlänge von 184.560 m dazu. Der Übersicht ist ferner zu entnehmen, dass von den ebengenannten 184.560 m, 20.490 m verrohrt und 164.070 m offen abfließen. Somit entspricht der verrohrte Anteil dieser Fließgewässer einen Umfang von 11,1 % und der im offenen Abfluss verlaufende Anteil einen Umfang von 88,9 %.

Diese Zahlen verdeutlichen nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) einen noch umfassenden Handlungsbedarf, welcher insbesondere in der Prüfung der Aufhebung der Verrohrungen sowie im naturnaheren Verlauf der Fließgewässer artikuliert.

Beispielsweise weist die insgesamt 5.920 m lange Nördliche Rietzschke einen verrohrten Anteil im Umfang von 2.090 m Länge = 35,3 % und einen offenen Abfluss in einer Länge von 3.830 m = 64,7 % aus. Entstanden aus den zwei Quellbächen, den aus Seehausen kommenden Seehausener Mühlgraben sowie den aus Lindenthal stammenden Lindenthaler Wasser durchfließt die Nördliche Rietzschke ein nach ihr benanntes 118 ha großes Landschaftsschutzgebiet.

8a-Teich Im Arthur-Bretschneider-Park Blick Von Norden Nach Süden  (1)
8a-Teich Im Arthur-Bretschneider-Park Blick Von Norden Nach Süden (1)

Besonders wichtige Biotope bilden dabei die Räume zwischen dem Wiederitzscher Eisenbahnviadukt bis zum Klinikum St. Georg, welches seit dem Jahr 1991 den Status „Geschützes Biotop“ nach dem Bundesnaturschutzgebiet besitzt, sowie den zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Rietzschke-Aue angelegten Eutritzscher Arthur-Bretschneider-Park. Hier im Bereich der Gottschallstraße verschwindet die Nördliche Rietzschke in der Kanalisation. Einst floss bis etwa 1885 der Bach von hier aus noch als ein offen fließendes Fließgewässer bis zu der dort einst im Bereich etwa entlang der Kanalstraße und der heutigen Prellerstraße fließenden Pleiße. Bis in die Zeit um das Jahr 1000 floss die Nördliche Rietzschke weiter bis zu ihrer Mündung in die Weiße Elster in dem Bett was heute die Parthe nutzt.

9a-Nördliche Rietzschke Bachabwärts Im Bereich Arthur-Bretschneider-Park Höhe Ecke Geibelstraße & Gottschallstraße Blick Nach Süden  (2)
9a-Nördliche Rietzschke Bachabwärts Im Bereich Arthur-Bretschneider-Park Höhe Ecke Geibelstraße & Gottschallstraße Blick Nach Süden (2)

Etwa um dem Jahr 1200 herum erfolgte von der Parthe im Bereich des heutigen Zoos bis zur Rietzschke in Gohlis -heute etwa Prellerstraße- die Anlage des Gohliser Mühlgrabens, um die dortige Mühle mit ausreichend Wasser zu versorgen. Die Wassermenge der Rietzschke reichte dafür nicht aus. Seit dieser Zeit erhielt der Mühlgraben in den meisten Karten die Bezeichnung Pleiße, da sein Wasser vorrangig aus dem Pleißemühlengraben stammte. Somit mündete die Nördliche Rietzschke seitdem bis zu ihrer Einbindung in die Kanalisation in den als Pleiße bezeichneten Gohliser Mühlgraben.

10a-Nördliche Rietzschke Bachaufwärts Im Bereich Arthur-Bretschneider-Park Höhe Ecke Geibelstraße & Gottschallstraße Blick Nach Norden  (2)
10a-Nördliche Rietzschke Bachaufwärts Im Bereich Arthur-Bretschneider-Park Höhe Ecke Geibelstraße & Gottschallstraße Blick Nach Norden (2)

Der AHA hält es nunmehr für notwendig und sinnvoll für alle 114 Fließgewässer II. Ordnung im Stadtgebiet von Leipzig Schutz- und Entwicklungskonzeptionen zu entwickeln bzw. ggf. den aktuellen fachlichen und rechtlichen Erkenntnissen und Bedingungen anzupassen. Für die Nördliche Rietzschke kann das u.a. bedeuten die bestehende Auenlandschaften über das bestehende Landschaftsschutzgebiet zu vernetzten und ernsthaft zu prüfen, inwieweit eine Aufhebung der 2.090 m langen Verrohrung möglich ist.

10a-Nördliche Rietzschke Bach Im Bereich Arthur-Bretschneider-Park Höhe Ecke Geibelstraße & Gottschallstraße Blick Nach Süden  (1)
10a-Nördliche Rietzschke Bach Im Bereich Arthur-Bretschneider-Park Höhe Ecke Geibelstraße & Gottschallstraße Blick Nach Süden (1)

Somit kann die insgesamt 5.920 m lange Nördliche Rietzschke die Achse eines längeren und größeren Biotop- und Grünverbundsystemes bis zur Parthe darstellen. Der gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) setzt sich bekanntlich sehr intensiv für den Schutz, Erhalt und naturnahe Entwicklung der Weißen Elster, ihrer Fluss- und Auenlandschaften, ihrer Nebengewässer sowie angrenzender Natur- und Kulturlandschaften ein. Dies geschieht in Form von Stellungnahmen, Vorschlägen, Exkursionen sowie Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit.

Nunmehr möchte der AHA ehrenamtliche Interessenten, unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung und Beruf- gewinnen, welche sich im Rahmen seiner ehrenamtlichen Regionalgruppe Leipzig und Umland auch für den Schutz, die Entwicklung und Betreuung der obengenannten 114 Fließgewässer II. Ordnung im Stadtgebiet von Leipzig einsetzen möchten. Dabei soll u.a. der Schutz und die Entwicklung der insgesamt 5.920 m langen Nördlichen Rietzschke einen sehr wichtigen Schwerpunkt bilden. Wer Interesse hat, wende sich bitte an folgende Kontaktmöglichkeiten:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Leipzig und Umland
Otto-Adam-Straße 14
04157 Leipzig
E-Mail: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Fotos Andreas Liste