AHA und Initiative „Pro Baum“ halten naturnahere Entwicklung der Dölauer Heide für absolut dringend geboten

Bekanntlich ist das 740 große Landschaftsschutzgebiet „Dölauer Heide“ eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in der näheren Umgebung der Stadt Halle (Saale). Zusammen mit der Saaleaue stellt die Dölauer Heide ein wichtiges Vernetzungswerk für die Entwicklung von Biotop-Verbundsystemen dar. Sie erfüllt vielfältige ökologische Funktionen, zum Beispiel die Lufthygiene, und schafft günstige Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Dies drückt sich u.a. auch in dem 62 ha großen Naturschutzgebiet Bischofswiese und an die Dölauer Heide angrenzende 16 ha große Naturschutzgebiet Lintbusch aus. Ferner ist die Dölauer Heide ein sehr bedeutsames Naherholungsgebiet für die Menschen der Region.

Vor dem menschlichen Eingriff hatte die Heide einen winterlindenreichen Traubeneichen-Hainbuchenwald Bestand, welcher typisch ist für einen Standort auf wasserdurchlässigem Lockergestein mit vereinzelten tonigen, wasserundurchlässigen Schichten (z.B. Herthateich und Rehteich) im Regenschatten des Harzes. Davon sind jedoch nur noch Restbestände erhalten. Heute überwiegen zu 60 Prozent Kiefern und Eichen (28 Prozent). Auf Buche, Birke, Linde, Ahorn und Esche verteilt sich der Rest. Zwei Drittel des Baumbestands sind älter als 80 Jahre. Diese Entwicklung war einer jahrzehntelangen intensiven, schnellen und umfassenden Holzgewinnung seit etwa 1850 geschuldet. Dieser Prozess scheint erneut Oberhand zu gewinnen.

Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und der Initiative „Pro Baum“ sollte die Vegetation der Dölauer Heide eine naturnahere Entwicklung in Richtung eines standorttypischen winterlindenreichen Traubeneichen-Hainbuchenwaldes erfahren. Dies ist möglich, wenn die Dölauer Heide immer mehr einer sukzessiven Entwicklung überlassen wird und Bewirtschaftungsmaßnahmen sich immer mehr auf die Freihaltung von Wegen und Plätzen sowie der damit verbundenen Gefahrenabwehr beschränken.

Der AHA und die Initiative „Pro Baum“ halten daher weiterhin die fortgesetzten und massiven flächendeckenden und punktuell größeren Abholzungen in der Dölauer Heide für vollkommen ungeeignet, um eine Umwandlung des Waldes herbeizuführen. Gerade unter dem Dach größerer lichter Gehölze, wie der Waldkiefer, ist oft eine Junggehölzentwicklung sehr gut möglich. Insbesondere Stiel- und Traubeneichen mögen im Jungstadium einen derartigen halbschattigen Zustand.

Daher sollte nach Meinung des AHA und der Initiative „Pro Baum“ der wirtschaftliche Nutzen der Dölauer Heide sich weg von einer intensiver betriebenen Waldwirtschaft mit Beteiligung an Holzauktionen, hin zu einem sach- und fachkundigen, umwelt- und naturverträglichen sanften Tourismus entwickeln. Daher hat der AHA der Stadt Halle (Saale) umfassende Vorschläge für eine Neustrukturierung des 1932 entstandenen Naturlehrpfades vorgelegt und zudem angeregt ein neues Wegekonzept zu entwickeln. Der AHA und die Initiative „Pro Baum“ fordern, endlich gemeinsam mit der Bevölkerung der Stadt Halle (Saale) sowie der angrenzenden Saalekreisgemeinde Salzatal und ihren Vereinen, Verbänden und Initiativen die Basis für eine Entwicklung eines naturnaheren, arten- und strukturreichen Wald mit einem natur- und umweltschonenden Tourismus zu schaffen. Dazu gehört zuerst der sofortige und unverzügliche Stopp aller Abholzungen sowie die Erstellung einer aktuellen, fachlichwissenschaftlichen und zusammenfassenden Schutz- und Entwicklungskonzeption für die Dölauer Heide. Dem dient nunmehr die gemeinsam von AHA und Initiative „Pro Baum“ gestartete Unterschriftenkampagne. Diese Unterschriftenkampagne soll den Forderungen Nachdruck verleihen.

Um sich selbst umfassend in den Schutz und die Entwicklung der Dölauer Heide einbringen zu können, hat der AHA eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe Dölauer Heide/Lintbusch gebildet. Wer Interesse hat in dieser ehrenamtlichen Arbeitsgruppe mitzuwirken, benutzt bitte das Kontaktformular, zu finden unter Kontakt.

Ihr könnt euch auch mit einer Unterschrift beteiligen. Hier die Unterschriftenliste. Bitte legt die Unterschriftenlisten überall aus, wo es möglich ist und viele Leute kommen. Leitet sie bitte an Verwandte, Freunde und Bekannte weiter.


Protest des AHA und der Initiative “Pro Baum” gegen den weiteren Kahlschlag in der Otto- Stomps- Straße

Mit Unverständnis und Entsetzen reagieren der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale)e. V. (AHA) sowie die Initiative “Pro Baum” auf den – von einem Tag auf den anderen angekündigten- weiteren Kahlschlag: die Massenabholzung schöner, alter Bäume und damit die gnadenlose Liquidierung einer herrlichen, über 100 Jahre alten, Lindenallee in der Otto-Stomps-Straße. Die unsachgemäße, von den Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) nicht kontrollierte, Arbeit einer Baufirma nahmen genannte Verantwortliche zum offensichtlich willkommenen Anlass, im November mit dem Kahlschlag zu beginnen, um damit absolute Baufreiheit für eine überdimensionierte Verkehrsinfrastruktur zu schaffen. Widersprüchliche Baumgutachten, die im Kern die reale Erhaltensmöglichkeit der Allee bei entsprechender rücksichtsvoller Vorgehensweise durch die Baufirmen erkennen ließen, dienten dabei als Feigenblatt.

Proteste des AHA, der Initiative “Pro Baum”, vieler Anwohner, Natur- und Umweltfreunde sowie ihre Stadt Halle (Saale) liebende Bürger, ausgesprochen in den Medien, während Protestexkursionen, in Anfragen und Leserbriefen, gegen die Abholzung der Lindenallee und für ihren Erhalt, stießen bei den Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) auf “taube Ohren”. Mit großer Ignoranz wurden sachlich- kompetente Einwendungen, der Unmut der Bürger über diesen Frevel, ihre Trauer über das sinnlose Zerstören dieser schönen Allee; dieses Naturdenkmals, weggewischt. Die Inaugenscheinnahme von Baumexperten des AHA und der Initiative “Pro Baum” ergab, dass das Erscheinungsbild der Linden, die auch den heftigen, orkanartigen Novemberstürmen des vorigen Jahres getrotzt, die den Baumassnahmen der HWA – 2005- guten Widerstand entgegengesetzt hatten, als durchaus vital und standsicher zu bezeichnen ist. Von den bereits gefällten und von den lebenden Bäumen in der Otto-Stomps-Straße und in der Fiete-Schulze-Straße gingen bzw. gehen keinerlei Gefahren aus.

Wir fordern rücksichtsvoll vorgehende Baumassnahmen!! Investorenfreundlichkeit muss doch kein Gegensatz zur Umwelt sein. Zukunftsfähiges Wirtschaftswachstum für die Menschen kann nur dort gedeihen, wo man sorgsam mit Umwelt und Natur umgeht, die Menschen atmen können. Wir fordern: sofortigen STOPP des frevelhaften Kahlschlages in der Otto- Stomps- Straße und Erhalt der Linden in der Fiete- Schultze -Straße sowie unverzügliche Nach- und „Ersatz“-Pflanzungen für die bereits gefällten Bäume!


Bäume pflanzen statt abholzen!

Das ist das Motto unter dem die Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) zum viertenmal auch am Karfreitag, den 06.04.2012 aufrufen, um Bäume auf die Ziegelwiese in Halle zu pflanzen.

Mit der Aktion möchten beide Organisationen erneut ein deutliches Zeichen für ein umfassendes mehr, statt weniger Gehölze setzen, welche eine große ökologische und landschaftsgestaltende Funktion besitzen.

Bäume und Sträucher dienen als Sauerstoffspender, verbessern den Gehalt an Luftfeuchtigkeit, bieten zahlreichen Tieren Lebensraum und Nahrung, filtern Kohlendioxid, Feinstaub, Ruß und Ozonsmog aus der Luft sowie spenden Schatten. Sie tragen somit entscheidend zur Verbesserung des Klimas bei.

Jedoch die Stadt Halle (Saale) geht rechtlich und praktisch einen anderen Weg. Die nunmehrige hallesche Baumschutzsatzung trägt keinesfalls zum angemessenen Schutz und Erhalt von Bäumen und Sträuchern bei. In der Praxis zeigt sich das mangelnde Schutzverständnis u.a. in den Massenfällungen in der Beesener Straße, im und am Gelände des früheren Gesundbrunnenbades, am Gimritzer Damm, in der Delitzscher Straße, im Gelände des künftigen Sitzes der Leopoldina, in der Berliner Straße sowie jüngst in der Otto-Stomps-Straße. Nunmehr ist z.B. der Baumbestand in der Fiete-Schulze-Straße massiv bedroht.

Dieser inakzeptablen und katastrophalen Gehölzschutzpolitik Halles gegenüber Alternativen aufzuzeigen, dient die Aktion „Bäume pflanzen statt abholzen“.

In Vorbereitung der Aktion rufen die Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) die hallesche Bevölkerung zur massiven Mitwirkung auf. Dazu können organisatorische und finanzielle Hilfe beitragen.

Wer finanziell Unterstützung leisten möchte, -z.B. zum Kauf von Bäumen- kann dies unter folgender Bankverbindung des AHA tun:

  • Konto: 380 302 257
  • Bankleitzahl: 800 537 62
  • Saalesparkasse
  • Verwendungszweck „Bäume“

Darüber hinaus können Interessenten auch organisatorisch mitwirken und sich dazu an folgende Anschrift wenden:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder

zu Halle (Saale) e.V. (AHA)

Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345/200 27 46

Fax.: 01805/684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

 

Andreas Liste

Vorsitzender


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