AHA fordert weiterhin umweltverträgliche Nutzung der Neuseen- und Auenlandschaft in den Städten Leipzig und Markkleeberg

Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hat der Beschluss des Sächsischen Landtages zur Änderung des Sächsischen Wassergesetzes die rechtliche Grundlage für eine massive Motorisierung der Fließ- und Standgewässer im Freistaat Sachsen geschaffen. Diese Entscheidung des Landtages zeugt von einer ökologischen Instinktlosigkeit der gegenwärtig in Sachsen regierenden Koalition aus CDU und FDP unter Führung des Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich. Darüber hinaus zeugt die Ignoranz gegenüber den vom Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald e.V. (NuKLA) gesammelten und beigebrachten 11.231 Bürgerunterschriften, welche sich für eine umwelt- und naturverträgliche Nutzung der 4 Seen sowie der Fließgewässer im Raum Leipzig und Markkleeberg ausgesprochen hatten und sich somit gegen diese verheerende Änderung des Sächsischen Wassergesetzes gewandt hatten, von einem latent vorhandenen falschen Demokratieverständnis und einer damit eng verbundenen Missachtung des Willens von sehr zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern. Einen derartig unmöglichen Umgang mit der Demokratie bewies Ministerpräsident Tillich erst jüngst mit seiner Presseerklärung vom 06.06.2013 mit dem Wunsch zur weiteren Einschränkung der Beteiligungsrechte der Bürgerinnen und Bürger in Sachen Hochwasserschutz, ohne auf die eigentlichen Ursachen solcher Hochwasser einzugehen.

Neben der massiven Störung des natur- und umweltverträglichen Wassertourismus in Form von Bedrängung der Paddler und Ruderer, ist mit der Erteilung des generellen Freibriefes mit der Zunahme von Verlärmung und Luftverschmutzung zu rechnen. Zudem sieht der AHA die Gefahr in einem motorbootgerechten Ausbau der Infrastruktur, welche sich u.a. in vermehrten Baumaßnahmen wie Fließgewässerbegradigungen, Uferbefestigungen und der Errichtung von großen Steganlagen manifestieren könnten. Ganz besonders bedroht ist der ökologisch bedeutsame Floßgraben durch verstärkten Wellenschlag und nachfolgendem Ausbau zum bloßen Bootskanal. Ebenso ist nunmehr auch mit weiteren Ausbaumaßnahmen in Bereich der Neuseenlandschaft zu rechnen, welche zu Störungen bis Zerstörungen einer bereits sehr arten- und strukturreichen Natur und Landschaft in der Bergbaufolgelandschaft, aber auch in der umgebenden ökologisch sehr bedeutsamen Auenlandschaft führt. Der AHA hält es aber eher für bedeutsamer und wichtiger die einstige Auenlandschaft, welche sich nun sich vielerorts als sukzessive Bergbaufolgelandschaft entwickelt, über Biotop- und Grünverbundräumen mit den bestehenden Auenlandschaften an Weißer Elster und Pleiße sowie deren Nebengewässer vernetzt. Dies dient nicht nur zum Schutz, Erhalt und Entwicklung arten- und strukturreicher Natur- und Landschaftsräume, sondern bietet Gelegenheit zur Entwicklung eines natur-, landschafts- und umweltverträglichen Tourismus. Nach Vorstellung des AHA ließe sich diese räumliche und ökologische Vernetzung auch mit Maßnahmen der Umweltbildung und Informationen zur Archäologie, Geologie sowie Heimat- und Bergbaugeschichte verbinden.
In der Neuseenlandschaft, welche sich u.a. in den Gemarkungen der Städte Leipzig und Markkleeberg befinden, bedeutet die Novellierung des Sächsischen Wassergesetzes nun, dass die gegenwärtigen Einschränkungen und Verbote in Sachen Motorbootverkehr nunmehr der Vergangenheit angehören. Damit ist eine echte Beeinträchtigung des touristischen Wertes des Gebietes verbunden bzw. zu befürchten. Darüber hinaus hat eine Umsetzung der automatischen Schiffbarkeit per Gesetz zur Folge, dass nach den ursprünglichen massiven bergbaulichen Eingriffen in die Siedlungsstruktur, in die natürliche Umwelt und in das Landschaftsbild, zu erneuten umfassenden, durch nichts zu rechtfertigten neuen Beeinträchtigungen von Lebens-, Erholungs- und Wohnraum der Menschen, in Natur, Landschaft und Umwelt führen.

Im Interesse einer sauberen Umwelt, Landschaft und Natur sowie eines umwelt- und naturverträglichen Tourismus fordert der AHA nunmehr die Bevölkerung zum Widerstand gegen diese nunmehr durch den Landtag verabschiedete Änderung des Wassergesetzes sowie des zunehmenden massiv voranschreitenden Demokratieabbaus auf, welcher sich im konkreten Fall in einer totalen Ignoranz von 11.231 Bürgerunterschriften gegen diese Gesetzesnovellierung artikuliert.

Erst das jüngste Junihochwasser 2013 hatte klar verdeutlicht, dass nur ein sorgsamer Umgang mit Umwelt, Natur und Landschaft und eine damit gekoppelte Qualität als Lebens-, Erholungs- und Wohnraum der Menschen die Lösung sein kann und dazu u.a. nur ein nachhaltiger, natur-, landschafts- und unweltverträglicher Tourismus auf dem Land, im Wasser und in der Luft passt.
Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, hält es der AHA für dringend notwendig sich entsprechend fachlich-inhaltlich und personell-strukturell zu organisieren.
Wer sich somit generell ehrenamtlich für einen nachhaltigen Schutz und Erhalt sowie einer naturnahen Entwicklung der Auenlandschaften an Weißer Elster, Luppe, Nahle, Pleiße und Parthe sowie der Neuseenlandschaft einsetzen möchte, wende sich bitte an folgenden Kontakt:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V.
Regionalgruppe Leipzig und Umland
Otto-Adam-Straße 14
04157 Leipzig
Tel.: 0176/84001924
Fax.:01805-684 308 363
E-Mail: aha_halle@yahoo.de


Fahrraddemo am 22.7.2012 – Für ein Saaletal ohne Autobahn

A 143 stoppen!

Fahrraddemo für ein Saaletal ohne Autobahn
am 22.7.2012; 10.00 Uhr
Halle/Saale, Marktplatz

Ablauf:
10.00 Uhr Start der Demo auf dem Marktplatz Halle; Runde um den Innenstadtring
10:30 Kundgebung auf dem Marktplatz
11:00 Uhr Start der „Tour de Natur“

Wir wollen gemeinsam demonstrieren

– für den Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft des Unteren Saaletals bei Halle und für den Verzicht auf die geplante Autobahn A 143;
– für wirksame Maßnahmen zur Verkehrsentlastung der Stadt Halle;
– für eine umwelt- und fahrradfreundliche Verkehrspolitik in der Stadt Halle und darüber hinaus.

Die Fahrraddemo ist zugleich der Auftakt der „Tour de Natur“ 2012 – der alljährlichen Fahrradtour für umweltfreundliche Mobilität und Lebensweise.

Zur Fahrraddemo rufen auf:
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder (AHA),
Attac,
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND), Landesverband Sachsen-Anhalt,
Bürgerinitiative Saaletal,
B90/Grüne, Stadtverband Halle,
Critical Mass Halle,
Deutsche Umwelthilfe (DUH),
Naturschutzbund Deutschland (NABU), Regionalverband Halle/Saalkreis,
Naturfreunde Deutschlands, Landesverband Sachsen-Anhalt,
Robin Wood,
Tour de Natur,
Unabhängiges Institut für Umweltfragen (UfU),
Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Elbe-Saale

——– Mehr Informationen zur „Tour de Natur“ und zur A 143 ————-

„Tour de Natur“
aktiv – umweltbewegt – unaufhaltsam

Die Tour de Natur ist eine Fahrradtour für eine umweltfreundliche Verkehrspolitik und Lebensweise. Sie ist eine Radtour und zugleich eine politische Demonstration. Jedes Jahr radeln zwischen 150 und 200 Menschen aus allen Ecken Deutschlands und aus den Nachbarländern bei der Tour de Natur mit und machen sich gemeinsam mit Aktiven aus Bürgerinitiativen und Verbänden stark für den Schutz der Umwelt und für eine nachhaltige Mobilität und Lebensweise.

Die diesjährige „Tour de Natur“ dauert vom 22. Juli bis 4. August 2012 und führt von Halle an der Saale nach Greifswald an der Ostsee. Zum Auftakt der Tour wollen wir gemeinsam mit den Initiativen vor Ort in Halle gegen die Autobahn A 143 und für eine umweltfreundliche Verkehrspolitik demonstrieren.

Informationen zum Mitradeln gibt es unter www.tourdenatur.net und telefonisch unter 05602-5631. Die Mitfahrt ist auch spontan und für einzelne Etappen möglich, das Tempo ist familienfreundlich.

Saaletal-Autobahn A 143

Die geplante Saaletalautobahn A 143 („Westumfahrung Halle“) gehört zu den umstrittensten und umweltschädlichsten Bauprojekten in Sachsen-Anhalt. Im Unteren Saaletal zwischen Halle und Wettin würde die geplante Trasse eine der letzten noch relativ naturnahen und ungestörten Landschaften in der Mitteldeutschen Industrieregion zerschneiden und Naturschätze von Europäischer Bedeutung für immer schädigen. Dabei ist die geplante Autobahn nutzlos: Durch Verkehrszählungen ist längst erwiesen, dass die angestrebte Verkehrsentlastung der Stadt Halle durch die A 143 nicht möglich ist.

Weil sie die sinnlose Zerstörung ihrer Heimat nicht hinnehmen wollen, wehren sich engagierte Bürgerinnen und Bürger gemeinsamen mit Umweltverbänden seit nunmehr 20 Jahren erfolgreich gegen die geplante Saaletalautobahn. Im Jahr 2007 wurde der geplante Bau A 143 durch das Bundesverwaltungsgericht vorläufig gestoppt. Da nunmehr eine neue Baugenehmigung für die A 143 bevorsteht, wird erneut zum Widerstand gegen die Saaletalautobahn aufgerufen.

Weitere Infos zum Saaletal und zur A 143: www.bi-saaletal.de

 

per Mail vom NABU – www.nabu-halle.de


AHA betrachtet Pläne zum Weiterbau des Saale-Elster-Kanals weiterhin mit sehr großer Skepsis

Mit unvermindert sehr großer Skepsis hat der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) Überlegungen zu einem Weiterbau des Saale-Elster-Kanals bis zur Saale bei Kreypau aufgenommen. Die Frage stellt sich schon nach dem Sinn des Vorhabens, welches auf einer Länge von 12 km ab Hafen Leipzig-Lindenau in den Jahren 1933 bis 1943 gebaut wurde und insgesamt 20 km betragen soll. Einst für 1.000 Tonnen-Schiffe konzipiert, wäre das Vorhaben womöglich zuerst ein teueres, steuerfinanziertes Vorhaben, wobei schon auf der Saale zwischen Halle – Trotha und der Elbe kein derartiges Wasserfahrzeug fährt. Auch die Gefahr des weiteren Ausbaus der Saale zwischen Merseburg und Halle nähme erheblich zu. Das hätte massive Eingriffe in weitgehend unverbaute und somit arten- und strukturreiche Abschnitte der Saale in dem Bereich zur Folge.

Ferner wären auch massive bauliche Maßnahmen an dem 8 km langen nicht gebauten Teil erforderlich. Als Beispiel sei die Notwendigkeit erwähnt, dass ein 22 m Höhenunterschied zwischen Saale und dem Kanal zu überwinden wäre. Dazu plante man damals in Wüsteneutzsch bei Kreypau eine große Schleuse, welche als Doppelschleuse ausgelegt war und der Hub der beiden Schleusenkammern jeweils 10 Meter betragen sollte. Auch wenn die obere Schleusenkammer noch zu ca. 75% fertiggestellt wurde, begann man bei der unteren Schleusenkammer lediglich mit den Erdarbeiten für die Fundamente. Trotz alledem müsste womöglich ein kompletter Neubau erfolgen. Darüber hinaus ist man zwar heute ohne weiteres in der Lage Schleusen mit 30 m Hubhöhe zu errichten und zu betreiben, aber im konkreten Fall stellt sich die Frage nach dem Aufwand-Nutzen-Verhältnis. Besonders dann, wenn es sich nur um einen Kanal vorrangig für motorisierte Hobbyschiffer handeln soll.

Nicht unbeachtet bleiben darf, dass sich in dem bereits existierenden Kanalteil eine eigene Fauna und Flora entwickelt hat, welche im Falle eines weiteren Ausbaus, Schaden davontragen könnte. Das trifft im Übrigen auf die gesamte Saale-Elster-Luppe-Aue zu. Desweiteren befindet sich der Raum zwischen Halle und Leipzig im Regenschatten des Harzes und ist daher von Niederschlagsarmut gekennzeichnet. Auf Grund des voranschreitenden Klimawandels ist mit einer umfassenden Verschärfung dieser Situation und somit mit einer weiteren Wasserverknappung zu rechnen.

In dem Blickfeld betrachtet, ist der AHA der Auffassung dieses Vorhaben aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten sehr skeptisch zu beurteilen. Die nunmehr 90.000,00 Euro teure, aus Steuermitteln finanzierte Machbarkeitsstudie geht bewusst von viel zu hoch geschraubten Erwartungen aus, wenn man 500.000 Touristen im Jahr zu Grunde legt. Das wären 1.369,87 Touristen pro Tag. Dies gilt es jedoch mit großer Skepsis zu betrachten.

Auf Grund der Brisanz des Vorhabens fordert der AHA die Verantwortlichen und Geldgeber des Gutachtens im Land Sachsen-Anhalt und im Freistaat Sachsen, im Landkreis Saalekreis sowie in den Städten Halle (Saale) und Leipzig auf, die Machbarkeitsstudie der Öffentlichkeit vollumfänglich und lückenlos noch im Januar 2012 vorzustellen.


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