AHA fordert sofortiges Ende der militärischen Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide

Im Ergebnis der gewaltigen politischen und gesellschaftlichen Umbrüche in Mittel- und Osteuropa in den Jahren 1989 bis 1991/92 und der damit einhergehenden Auflösung des Warschauer Vertrages als politisches und militärisches Bündnis einstiger sozialistischer Staaten in Europa und Asien, bestand die bisher letzte sehr große Chance der friedlichen Schaffung des gemeinsamen Hauses Europa, mit der einhergehenden Auflösung der NATO. Dieser Prozess hätte unweigerlich eine sehr große Auswirkung auf die ganze Welt gehabt, um langjährige Konflikte zu lösen sowie nachhaltig abzurüsten sowie flächendeckend eine ABC-Waffen-freie Erde zu schaffen.

Diesen Prozess der friedlichen Koexistenz gilt es jedoch verstärkt anzugehen, da die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt –z.B. in der Ukraine, im Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika und am bzw. im Kaukasus- bedrohliche Ausmaße angenommen haben und nehmen. Der wieder voranschreitenden Aufrüstung gilt es nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) mit massiver Vertrauensbildung, Völkerverständigung und letztendlich massiver Abrüstung zu begegnen.

Daher nimmt der AHA mit fortgesetzten Unverständnis zur Kenntnis, dass in der insgesamt ca. 8,5 km² großen Colbitz-Letzlinger Heide noch immer Militärs aus zahlreichen Mitglieds- und Freundesstaaten der NATO massiv und intensiv Krieg üben. Nach dem Beginn der militärischen Nutzung im Jahr 1934, bestand nach der Nutzung der Streitkräfte der UdSSR bzw. GUS in den Jahren 1945 und 1994, die sehr große Chance, dass das größte unbewohnte Gebiet Deutschlands zwischen den Städten Gardelegen, Haldensleben, Wolmirstedt und Tangermünde gelegen, eine friedliche Nutzung erfährt. Insbesondere als der Landtag Sachsen-Anhalts im Jahre 1991 die zivile Nutzung der größten nicht landwirtschaftlich genutzten Freifläche Deutschlands mit seinem Reservoir von ca. 3,5 Mrd. Kubikmeter Trinkwasser beschloss, was in etwa das 30-fache Fassungsvermögen der Rappbodetalsperre ausmacht und allein 700.000 Menschen –einschließlich der Landeshauptstadt Magdeburg- mit Trinkwasser bester Qualität versorgt.

Die Colbitz-Letzlinger Heide bildet mit seinem Bestand an Alt-Eichen und Kiefernforsten sowie Flächen an Heiden- und Ginsterflächen einen sehr wichtigen Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche u.a. vom Aussterben bedrohte wildlebende Tier- und Pflanzenarten, wie z. B. Schwarzstorch, Wiedehopf, Birkwild, Baumfalke, Gold- und Hirschkäfer, Glattnatter und Kreuzotter. Ferner gehört zur Colbitz-Letzlinger Heide mit ca. 185 ha der größte geschlossene Lindenwaldbestand Europas.

Alle diese Fakten bestärken den nunmehr seit mehr als zwei Jahrzehnten geforderten Abzug der Bundeswehr und ihrer Verbündeten sowie der damit verbundenen Forderung einer friedlichen Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide. Der Aufbau des mit 6 km² Europas größtem „Übungszentrum für Aufruhrbekämpfung“ seit dem Jahr 2012, welches den Namen Schnöggersburg trägt, bringen Bundesregierung und Bundeswehr klar zum Ausdruck, dass ihnen der mehrheitliche Drang der Bevölkerung nach Frieden und gegen Gewalt offenbar egal erscheint. Dabei verletzt man nach Auffassung des AHA auch noch geltendes Völkerrecht. Nach allgemeinem Kenntnisstand haben am 12.09.1990 die Außenminister der UdSSR, der USA, Großbritanniens und Frankreichs sowie der BRD und der DDR den „Vertrag über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland (2 + 4 Vertrag) unterzeichnet, welcher im Artikel 2 besagt (Zitat):

„Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik bekräftigen ihre Erklärungen, dass von deutschem Boden nur Frieden ausgehen wird. Nach der Verfassung des vereinten Deutschlands sind Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, verfassungswidrig und strafbar“ (Zitat Ende).

Ferner enthält der 2 + 4 Vertrag Artikel 5, Absatz 3 u.a. nachfolgende Festlegung (Zitat):

„Ausländische Streitkräfte und Atomwaffen oder deren Träger werden in diesem Teil Deutschlands weder stationiert noch dorthin verlegt“ (Zitat Ende)

Für den AHA ergibt sich in dieser ernstzunehmenden Lage, welche klar gegen die genannten Teile es 2 + 4 Vertrages verstoßen, die klare Forderung unbedingt und sofortig alle militärischen Aktivitäten der Colbitz-Letzlinger Heide einzustellen. Dazu gehört auch die Beendigung aller baulichen Aktivitäten an der dazugehörigen Infrastruktur. Der AHA fordert in dem Zusammenhang die Bevölkerung auf, schriftlich beim Deutschen Bundestag, beim Bundesrat und bei der Bundesregierung, aber auch beim Landtag und der Regierung des Landes Sachsen-Anhalt für ein Ende der militärischen Nutzung des Flughafens und für eine friedliche Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide zu protestieren.

Der AHA ruft daher zur Teilnahme und Unterstützung der Demonstrationen und Aktivitäten der Bürgerinitiative OFFENe HEIDe auf. Wer sich ebenfalls für eine ausschließlich friedliche Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide einsetzen möchte, kann sich auch an folgende zentrale Anschrift des AHA wenden:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de


AHA führt Exkursion in die Dölauer Heide durch

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) führt am Samstag, den 22.09.2012 eine ca. vierstündige Exkursion durch das Landschaftsschutzgebiet Dölauer Heide zum Thema: „Erkenntnispfad durch die Dölauer Heide“ durch. Im Rahmen der Exkursion beabsichtigt der AHA seine Vorstellungen zum Schutz und zur Entwicklung der Dölauer Heide sowie in dem Zusammenhang Möglichkeiten der Umweltbildung darzulegen. Damit verbunden möchte der AHA seine konzeptionellen Überlegungen zu einem „Erkenntnispfad durch die Dölauer Heide“ der Öffentlichkeit vorstellen und erläutern. In dem Zusammenhang ist vorgesehen, dass der AHA Überlegungen darlegt, welche in ein Gesamtwegekonzept für die Dölauer Heide abzielt, um zum einem das 7,4 km ² große Landschaftsschutzgebiet mit seinen Naturschutzgebieten und Naturdenkmalen im Rahmen eines umwelt- und naturschonenden Tourismus nachhaltig erlebbar zu entwickeln sowie andrerseits aber auch größere zusammenhängende nicht betretbare Natur- und Landschaftsräume zu schaffen. Darüber hinaus gilt es die derzeitige forstwirtschaftliche Praxis aufzugeben, welche auf umfassende Abholzungen abzielt und dem Waldgebiet zu wenig Raum zur eigenen Entwicklung lässt.
Dafür ist nach Auffassung des AHA die Erstellung eines entsprechenden Schutz- und Entwicklungskonzeptes mit integriertem Tourismuskonzept und neuem Wegeplan erforderlich.
In dem Blickfeld gesehen gehört dazu ferner die Aufzeigung von Möglichkeiten der Mitwirkung sowie die damit verbundene Darstellung der Aktivitäten der ehrenamtlichen AHA-Arbeitsgruppe Dölauer Heide/Lintbusch.
Treff ist 10.00 Uhr vor dem Eingang zur Gaststätte Waldkater


Ein deutliches Zeichen für den Erhalt der Dölauer Heide

Mit 40 Stimmen, also über 80%, setzen die Bürger ein klares Zeichen für den Erhalt der Dölauer Heide und gegen die Abholzung durch Großtechnik wie einen Harvester. Lediglich 9 Stimmen, was noch nicht einmal 20% der eingereichten Stimmen entspricht, haben die Besucher unserer Homepage ein klares Zeichen gegen die Abholzung gesetzt. An dieser Stelle ein Danke an alle Abstimmer, die sich so zahlreich beteiligt haben. Die MZ und das halleforum haben uns unterstützt, indem sie von der Umfrage berichteten. Auch hier ein Danke.

  • Hintergrund zur Dölauer Heide:

Bekanntlich ist das 740 große Landschaftsschutzgebiet „Dölauer Heide“ eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in der näheren Umgebung der Stadt Halle (Saale). Zusammen mit der Saaleaue stellt die Dölauer Heide ein wichtiges Vernetzungswerk für die Entwicklung von Biotop-Verbundsystemen dar. Sie erfüllt vielfältige ökologische Funktionen, zum Beispiel die Lufthygiene, und schafft günstige Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Dies drückt sich u.a. auch in dem 62 ha großen Naturschutzgebiet Bischofswiese und an die Dölauer Heide angrenzende 16 ha große Naturschutzgebiet Lintbusch aus. Ferner ist die Dölauer Heide ein sehr bedeutsames Naherholungsgebiet für die Menschen der Region.

Vor dem menschlichen Eingriff hatte die Heide einen winterlindenreichen Traubeneichen-Hainbuchenwald Bestand, welcher typisch ist für einen Standort auf wasserdurchlässigem Lockergestein mit vereinzelten tonigen, wasserundurchlässigen Schichten (z.B. Herthateich und Rehteich) im Regenschatten des Harzes. Davon sind jedoch nur noch Restbestände erhalten. Heute überwiegen zu 60 Prozent Kiefern und Eichen (28 Prozent). Auf Buche, Birke, Linde, Ahorn und Esche verteilt sich der Rest. Zwei Drittel des Baumbestands sind älter als 80 Jahre.

  • Der AHA zur Abholzung:

Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sollte die Vegetation der Dölauer Heide eine naturnahere Entwicklung in Richtung eines standorttypischen winterlindenreichen Traubeneichen-Hainbuchenwaldes erfahren. Dies ist möglich, wenn die Dölauer Heide immer mehr einer sukzessiven Entwicklung überlassen wird und Bewirtschaftungsmaßnahmen sich immer mehr auf die Freihaltung von Wegen und Plätzen sowie der damit verbundenen Gefahrenabwehr beschränken.

Der AHA hält daher weiterhin die fortgesetzten und massiven flächendeckenden und punktuell größeren Abholzungen in der Dölauer Heide für vollkommen ungeeignet, um eine Umwandlung des Waldes herbeizuführen. Gerade unter dem Dach größerer lichter Gehölze, wie der Waldkiefer, ist oft eine Junggehölzentwicklung sehr gut möglich. Insbesondere Stiel- und Traubeneichen mögen im Jungstadium einen derartigen halbschattigen Zustand. Daher sind die Darstellungen und Rechtfertigungen der Abholzungen durch den Leiter des halleschen Grünflächenamtes vollkommen haltlos und fachlich nicht exakt.

Daher sollte nach Meinung des AHA der wirtschaftliche Nutzen der Dölauer Heide sich weg von einer intensiver betriebenen Waldwirtschaft mit Beteiligung an Holzauktionen, hin zu einem sach- und fachkundigen, umwelt- und naturverträglichen sanften Tourismus entwickeln. Daher hat der AHA der Stadt Halle (Saale) umfassende Vorschläge für eine Neustrukturierung des 1932 entstandenen Naturlehrpfades vorgelegt und zudem angeregt ein neues Wegekonzept zu entwickeln. Der AHA fordert, endlich gemeinsam mit der Bevölkerung der Stadt Halle (Saale) sowie der angrenzenden Saalekreisgemeinde Salzatal und ihren Vereinen, Verbänden und Initiativen die Basis für eine Entwicklung eines naturnaheren, arten- und strukturreichen Wald mit einem natur- und umweltschonenden Tourismus zu schaffen. Dazu gehört zuerst der sofortige und unverzügliche Stopp aller Abholzungen sowie die Erstellung einer aktuellen, fachlich-wissenschaftlichen und zusammenfassenden Schutz- und Entwicklungskonzeption für die Dölauer Heide.