AHA hält Schutz und Erhalt des Zörbiger Strengbaches sowie der Parkanlagen in Dammendorf und Quetz für dringend geboten

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hält einen verstärkten Schutz des ca. 33 km langen Zörbiger Strengbaches und des ca. 7 ha großen Gutspark in Dammendorf in der Stadt Landsberg, Stadtteil Gemeinde Schwerz und in der Stadt Zörbig, Stadtteil Quetzdölsdorf für dringend geboten.

Die vom Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) initiierte und vom Institut für Geographie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg betreute Diplomarbeit zur Erstellung einer Pflege- und Entwicklungskonzeption für den ca. 33 km langen Zörbiger Strengbach ist im Rahmen einer Vortragsveranstaltung am 23.02.2002 im Gut Mößlitz in Zörbig erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Auf Grundlage von Auswertungen vorhandener bzw. teilweiser neuer Erfassungen von Fauna und Flora sowie geografischer, archäologischer und historischer Daten ist mit der Diplomarbeit eine wissenschaftlich fundierte Pflege- und Entwicklungskonzeption entstanden, welche bereits im Bereich des Gutes erste praktische Umsetzungsphasen erfuhr. Immerhin steckt im bei Glesien in Sachsen entspringenden und nördlich von Mößlitz in die Fuhne mündenden Strengbach und seiner Restaue ein mögliches Entwicklungspotenzial in Richtung Lebens- und Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen, Rückgrat für ein Biotopverbundraum und nicht zuletzt als Raum für sanften Tourismus. Eingebettet in der Aue des Zörbiger Strengbaches befindet sich der seit 1976 als „Geschützter Park“ ausgewiesene Gutspark in Dammendorf und Quetz. Der Park ist recht arten- und strukturreich von sehr wertvollen Mischlaub-, Auen- und Bruchwaldbeständen, kleineren Fließ- und Standgewässern, Wiesenbeständen sowie einer artenreichen Streuobstwiese geprägt.

Bisherige unsachgemäße Holzungen, Tendenzen der Vermüllungen und der seit November 2005 vorbereiteten und Ende Februar 2006 erfolgten Errichtung eines Hochseilgartens mit Baumhäusern in einem gesonderten Wäldchen mit wertvollem Altbaumbestand führten dazu, dass der AHA am 04.10.2004 einen „Rahmenplan zur Erstellung einer Pflege-, Entwicklungs- und Schutzkonzeption für den Park in Dammendorf in der Gemeinde Schwerz (Landkreis Saalkreis)“ beschloss. Auf dieser Basis erstellten 6 Studentinnen und Studenten der Hochschule Anhalt in Bernburg unter Leitung von Professor Horst Lange und Ronald Pausch einen wissenschaftlichen fundierten „Pflege- und Entwicklungsplan für den Gutspark Quetzdölsdorf“. Das 101-seitige Dokument lag schließlich im März 2007 vor und bildet nach Auffassung des AHA eine sehr wichtige Grundlage zum Schutz, Erhalt, Betreuung und Entwicklung des geschützten Gutsparks Dammendorf/Quetzdölsdorf.

Nunmehr musste der AHA jedoch feststellen, dass massive Ab- und Ausholzungen zu einer massiven Schädigung des Gehölzbestandes des Gutsparks geführt haben. Entgegen jeglichen Schutzbedürfnissen und darauf abgestimmten Schutzzielen hat offenbar der Forst des Landes Sachsen-Anhalt derartig unverantwortliches Handeln zu verantworten. Dieser Eingriff in den sehr wertvollen Gehölzbestand in einer sonst weitgehend ausgeräumten Agrarlandschaft stellt zudem eine massive Störung und Beeinträchtigung des bestehenden Biotopverbundes entlang des Zörbiger Strengbaches dar und widerspricht der in nunmehr zwei wissenschaftlichen Arbeiten aufgeführten Schutzzielen.

Auf Grund dessen fordert der AHA mit Nachdruck die sofortige Einstellung aller Ab- und Ausholzungsarbeiten im Gutspark sowie die Ermittlung der Verursacher, um sie der Schwere des Frevels angemessen zur Verantwortung zu ziehen.

Ferner sieht sich der AHA verstärkt gefordert eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe Zörbiger Strengbach zu bilden, welche sich basierend auf den beiden wissenschaftlichen Arbeiten für den Schutz, den Erhalt, die Entwicklung und die Betreuung im gesamten Verlauf des Fließgewässers von der Quelle südlich des sächsischen Glesiens bis hin zur Mündung in die Fuhne unterhalb des Gutes Mößlitz in Sachsen-Anhalt einsetzt. Dazu zählen auch alle angrenzenden Natur- und Landschaftsräume, wozu unweigerlich der Gutspark Dammendorf/Quetzdölsdorf dazugehört.

Alle bisherigen Gesprächsangebote sind leider vom Landkreis Saalekreis und der Stadt Landsberg ausgeschlagen worden. Daher hat der AHA nunmehr eine Petition gestartet, welche Forderungen beinhaltet:

  • Schutz und Erhalt des Zörbiger Strengbaches sowie der Parkanlagen in Dammendorf und Quetz
  • Unterlassen derartiger „Durchforstungs“-Maßnahmen
  • Lückenlose, öffentliche und transparente Aufklärung der Vorgänge, die im Rahmen einer sogenannten „Durchforstung“ des geschützten Gutsparkes Dammendorf und Quetz zu schweren ökologischen Schäden geführt haben.

Bei nicht ordnungsgemäßer Aufklärung der Umstände, welche zur Abholzung führten, sowie bei Fortsetzung dieser Form der Schädigung des Gutsparks Dammendorf und Quetz gilt es nach Ansicht des AHA die strafrechtliche Relevanz zu prüfen!

Der ruft nun die Öffentlichkeit auf, ebenfalls die Petition zu unterzeichnen, welche unter folgendem Link zu erreichen ist:

https://www.openpetition.de/petition/online/schutz-erhalt-betreuuung-und-entwiclkungdes-geschuetzten-gutsparks-dammendorf

Wer Interesse an einer Mitwirkung in einer ehrenamtlichen AHA-Arbeitsgruppe Zörbiger Strengbach hat, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345/200 27 46; Fax.: 01805/684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
Internet: www.aha-halle.de


Der Hufeisensee bedarf einer ökologisch verträglichen Entwicklung

Wie bereits mehrfach vom Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) festgestellt, bedarf es im Interesse der Allgemeinheit eines wissenschaftlichen Gesamtkonzeptes für den Schutz und der Entwicklung des Hufeisensees im Osten der Stadt Halle (Saale), welches die Belange des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes, des Tourismus und der Naherholung, des Sportes sowie der Land- und Forstwirtschaft untersucht und zueinander abwägt.
Der am 25.03.2015 mehrheitlich vom Stadtrat der Stadt Halle (Saale) beschlossene Bebauungsplan 158 „Freizeit- und Erholungsraum Hufeisensee“ erfüllt dieses Anliegen in keiner Weise. Dazu gehören das nunmehr begonnene Vorhaben zur Errichtung eines 27-Loch-Golfplatzes, die unverantwortliche Ausweitung der Wassersportanlagen sowie die Errichtung eines Campingplatzes im Süden des Hufeisensees.
Ganz besonders zählen aber auch die baulichen Einrichtungen von Badestränden im Norden und Nordwesten des Hufeisensees, gekoppelt mit dem Bau eines Trainings- und Ausbildungszentrum der DRK-Wasserwacht Halle im geschützten Röhrichtbereich am Nordwestufer des Hufeisensees sowie eines asphaltierten 6 km langen und mindestens 3 m breiten Rundweges um den See herum.

Die vorgesehenen Standorte der Badestrände und des Trainings- und Ausbildungszentrum der DRK-Wasserwacht Halle mit ihren Schilfbereichen und Gehölzhecken – welche zudem einen Schutz nach § 22 Absatz 1 Nummer 8 Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt genießen – bilden einen sehr wichtigen Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Gerade die Entwicklung in den letzten 32 Jahren hat zu einer umfassenden ökologischen Aufwertung geführt. So nutzen z.B. zahlreiche Wasservögel, Lurche und Insekten diese angedachten Strandbereiche. Im Falle der Umsetzung der Pläne ist mit einer massiven Zerstörung einer jahrzehntelangen sukzessiven Entwicklung zu rechnen.

Auf Grundlage der vorliegenden Pläne ergibt sich bei einer Länge von 6 km = 6.000 m x Mindestbreite im Umfang von 3 m, eine zusätzliche Versiegelung von 18.000 m² = 1,8 ha. Dieser Weg zerschneidet den Landschaftsraum, erschwert für Kleinsttiere die ungestörte Überwindung der Asphaltstrecke, was sich bei Erhitzung im Sommer und intensiver Nutzung der Wege noch verschärft. Hinzu kommt die Missbrauchsgefahr der Nutzung durch Motorräder und Mopeds sowie Nutzung als Rennstrecke für Rennräder, was zudem noch die Unfallgefahr für andere Fahrradfahrer und Fußgänger steigert.

Im Rahmen einer Exkursion am 29.09.2015 konnten sich die anwesenden Mitglieder des AHA einen Überblick zu den massiven und zerstörerischen Bauarbeiten zum Golfplatz im Westteil des Hufeisensees verschaffen. In großen Abschnitten von mehreren hundert Metern haben die Bauarbeiten die Uferbereiche mit ihrem sukzessiven Bestand an Gehölzen, Hochstauden und Schilf komplett zerstört. Das hat zur Vernichtung eines arten- und strukturreichen Lebens- und Rückzugsraum von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten geführt. Ferner vernichteten die Bauarbeiten eine angrenzende Ackerfläche, welche noch im Sommer mit zahlreichen Hochstauden, wie Gewöhnlicher Kratzdistel, bewachsen war. Diese Flächen dienten u.a. zahlreichen Insekten als Blütenweide und im Samenstadium zum Beispiel dem Stieglitz als Nahrungsgrundlage.

Dabei ist Jedem klar und bekannt, dass diese Bauarbeiten reinen Partikularinteressen einer deutlich geringen Minderheit, in der Regel einem vermögenden Klientel dient. Jedoch haben der Stadtrat der Stadt Halle (Saale) und der hallesche Oberbürgermeister und seine Verwaltung den gesetzlichen Auftrag und somit die Aufgabe dem Allgemeinwohl zu dienen. Die Inaugenscheinnahme der massiven Zerstörungen an Umwelt, Natur und Landschaft im Westteil des Hufeisensees versinnbildlichen eher den deutlichen Verstoß gegen dieses Prinzip. Die angedachten weiteren Maßnahmen im Zuge des am 25.03.2015 mehrheitlich vom Stadtrat der Stadt Halle (Saale) beschlossenen Bebauungsplans 158 „Freizeit- und Erholungsraum Hufeisensee“, wozu noch die Badestrände, der Rundweg und die Erweiterung der Wassersportanlagen gehören, lassen weitere derartige massive Zerstörungen und Verwüstungen an Umwelt, Natur und Landschaft am und im Hufeisensee erahnen bzw. vermuten. Alle anderen bisherigen und womöglich künftigen derartigen Beteuerungen von den politischen Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) und des Labuschke-Clans können in keiner Weise der Wahrheit entsprechen. Bereits die gegenwärtigen Zerstörungen und Vernichtungen an Umwelt, Landschaft und Natur am Hufeisensee reihen sich ein in die zahlreichen anderen derartigen und gegenwärtigen ähnlichen Aktionen gleichen Ausmaßes ein, wozu die Massenabholzungen in der Fiete-Schulze-Straße/Otto-Stomps-Straße, Beesener Straße, Delitzscher Straße, am Park Am Steintor und am Saaleufer am Holzplatz, der Brückenbau zur Rabeninsel sowie der Raubbau in der Dölauer Heide und auf der Peißnitzinsel eindeutig dazugehören.

Die Eröffnung des Golfplatzes am 11.08.2016 ist eine klare Provokation gegenüber dem Bestreben einer ökologisch orientierten Entwicklung des Hufeisenseegebietes. Damit drücken der frühere hallesche Wirtschaftsdezernent Labuschke und seine offensichtlich bestens noch bzw. wieder funktionierenden Seilschaften im Rathaus der Stadt Halle (Saale) ihr vereintes Handeln im Bestreben zur gezielten Vernichtung von Umwelt, Natur und Landschaft aus. Das Ganze findet offenbar mit Duldung bzw. Unterstützung der sachsen-anhaltischen Landesregierung statt. Ferner betreibt man momentan ein gezieltes Verschweigen der zahlreichen fachlich-fundierten Proteste und Bedenken. Die lobbyistisch geprägten Vorhaben und Vorkommnisse am Hufeisensee bedürfen aber eigentlich einer vielfältigen und gründlichen Überprüfung in allen Richtungen.
Der AHA erwägt ggf. mit Aktivitäten vor Ort, auf den „ersten Abschlag“ am Hufeisensee am 11.08.2016 zu reagieren.

Im Zusammenhang mit den mehrfach obengenannten Aspekten fordert der AHA weiterhin und verstärkt den unverzüglichen Stopp sämtlicher Aktivitäten auf der Basis des Bebauungsplanes 158 „Freizeit- und Erholungsraum Hufeisensee“. Alternativ gilt es stattdessen endlich eine ordnungsgemäße und fachübergreifende wissenschaftliche Planung vorzunehmen.
Eine Basis könnte dazu, der vom AHA dem Fachbereich Geografie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vorgelegte, am 11.06.2001 erstellte „Rahmenplan zur Erstellung einer Nutzungs- und Entwicklungskonzeption für den Hufeisensee in Halle (Saale)“ bilden. Die Erstellung ließe sich ggf. im Rahmen einer Diplom-, Beleg- oder Praktikumsarbeit realisieren.

Im Interesse einer verstärkten ökologischen Begleitung der Entwicklung des Hufeisensees hat der AHA beschlossen eine „Arbeitsgruppe Hufeisensee“ zu bilden. Wer in dieser Arbeitsgruppe mitarbeiten möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V.
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345/2002746
Fax.: 01805-684 308 363
Internet: https://www.aha-halle.de
E-mail: aha_halle@yahoo.de


AHA setzt sich für Schutz und Erhalt der Weißen Elster zwischen Zeitz und Leipzig ein

Die 245,4 km lange Weiße Elster, welche im tschechischen Teil des Erzgebirges in As entspringt, dann das Vogtland, Ostthüringen zwischen Greiz und Gera, die Leipziger Tieflandbucht zwischen Zeitz und Leipzig, auf einer Länge von 23 km die Stadt Leipzig durchfließt sowie westlich von Schkeuditz wieder Sachsen-Anhalt erreicht und letztendlich bei Halle-Beesen in die Saale mündet, bildet trotz bergbaulicher Eingriffe ein sehr vielfältiges, bedeutsames und schützenswertes Fluss- und Auensystem. Die vielfältigen Auenwälder, Auenwiesen, Feuchtgebiete und Gewässersysteme haben daher einen sehr vielfältigen Schutzstatus. Sie dienen als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie stressgeplagten Menschen zur Erholung und Entspannung.

Der gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) setzt sich daher sehr intensiv für den Schutz, Erhalt und naturnahe Entwicklung der Weißen Elster, ihrer Fluss- und Auenlandschaften, ihrer Nebengewässer sowie angrenzender Natur- und Kulturlandschaften ein. Dies geschieht in Form von Stellungnahmen, Vorschlägen, Exkursionen sowie Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit.

Im Rahmen dieser räumlich, fachlich-inhaltlich und organisatorisch umfassenden ehrenamtlichen Tätigkeit beabsichtigt der AHA nunmehr auch seine Aktivitäten auf die ca. 30 km lange Weiße Elster zwischen den Städten Zeitz und Leipzig zu intensivieren.
Dabei bilden der Erhalt, Schutz und die Entwicklung weiterer Abschnitte zu naturnahen Natur- und Landschaftsräumen, die Erweiterung von Hochwasserräumen, die mögliche Wiederanbindung von Altarmen und eines umwelt- und naturverträglichen Tourismuskonzeptes, die Entwicklung eines breitgefächerten Umweltbildungskonzeptes sowie die Unterstützung des Vorhabens der Ausweisung großer Teile des Gebietes der Weißen Elster ab Gera, über Markkleeberg, Leipzig, den angrenzenden Landkreisen bis nach Halle (Saale) zur Ausweisung zum UNESCO-Weltkulturerbe, die ersten Arbeitshauptschwerpunkte. So lassen sich ökologische, geologische, archäologische, historische, kulturelle, wissenschaftliche, ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte umfassender und günstiger ins Verhältnis bringen, um so angemessen zukunftsfähig länderübergreifend eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Perspektivisch erscheint es in dem Zusammenhang sinnvoll zu sein, die Gebiete über Gera, Greiz und Plauen bis ins Erzgebirge nach Tschechien ins Quellgebiet auszuweiten.

1a-Zeitz-Blick Von Brücke Baenschstraße Weiße Elster Flussabwärts Nach Osten  (1)
1a-Zeitz-Blick Von Brücke Baenschstraße Weiße Elster Flussabwärts Nach Osten (1)

Nun möchte der AHA diese Gedanken einer interessierten Öffentlichkeit und den Verantwortlichen im Land Sachsen-Anhalt und im Freistaat Sachsen sowie den dort angesiedelten Land- und Stadtkreisen und Gemeinden erneut und vertieft vorstellen. Dabei soll es nach Auffassung des AHA auch verstärkt gelingen, die Bevölkerung in den Schutz, Erhalt und die Entwicklung des vielfältigen Einzugsbereiches der Weißen Elster einzubeziehen und somit für eine intensive, ehrenamtliche Mitarbeit zu gewinnen.

Im Rahmen einer Fahrradexkursion am 27.06.2015 nahmen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer die Weiße Elster zwischen Zeitz und Gera umfassend in Augenschein. Erfreulicherweise stellten sie dabei fest, dass innerhalb der Stadt Zeitz die Weiße Elster große Strecken unverbaut am Ufer und in der Gewässersohle fließen kann. Eine der ersten Stationen war der ca. 88 ha große Restauenwald Tiergarten, welcher daher auch den Namen Aueholz trägt. Im Zuge des Sommerhochwassers 2013 stand auch in diesem Landeswald das Hochwassser, was klar verdeutlicht, dass die baulichen und räumlichen Einschränkungen durch die Bahnstrecke und durch Sportanlagen im Süden bzw. Südosten sowie der Schießanlage im Osten nichts an der Zugehörigkeit zum Hochwassereinzugsbereich der Weißen Elster ändern konnten. Der nunmehr z.B. von Stiel- und Traubeneichen, Gemeiner Esche, Ulmen, Rot- und Weißbuchen geprägte Gehölzbestand bedarf nach Auffassung der Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer einer naturnaheren Entwicklung, besseren Wiederanbindung an das Flusssystem der Weißen Elster, einer räumlichen Wiederausdehnung sowie Stopp weiterer Flächenversiegelungen jeglicher Art. Die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer kommen daher zum Schluss, dass der Restauenwald Tiergarten bzw. Aueholz einer wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption bedarf, welche durch Wissenschaftler und Studenten von wissenschaftlichen Einrichtungen wie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Hochschule Anhalt in Bernburg erstellt werden könnten.

Eine wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption sollte nach Ansicht der Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer auch die Fläche der ca. 4 ha großen, einstigen Kleingartenanlage, welche südöstlich des Tiergarten, ebenfalls in der Elsteraue befindet und ein Bindeglied zur Weißen Elster darstellt. Nach Meinung der Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer könnten hier eine Streuobstwiese, eine unregelmäßig gemähte Auenwiese bzw. ein sukzessiver Auenwald entstehen.

6a-Gemeinde Elsteraue Blick Von Brücke Zwischen Bornitz & Göbitz Bornitzer Weg Blick Weiße Elster Flussabwärts Nach Nordosten  (1)
6a-Gemeinde Elsteraue Blick Von Brücke Zwischen Bornitz & Göbitz Bornitzer Weg Blick Weiße Elster Flussabwärts Nach Nordosten (1)

Im anschließenden Gebiet der Gemeinde Elsteraue ist neben dem erfreulich naturnaheren Verlauf der Weißen Elster schnell erkennbar, dass häufig zu geringe Gewäs-serschonstreifen existieren sowie Deiche zu nah am Fluss stehen. Dabei besteht deut-lich mehr Retentionsraum, wenn durch umfassende Deichrückverlegungen die Altaue wieder Anschluss an die Weiße Elster zurückerhält. Gleichermaßen trifft dies auf Teile des Raums bei Pegau zu.

Von der Brücke über die Weiße Elster zwischen Bornitz und Göbitz nahmen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer das Wehr in Augenschein, welches den Fluss zum Überlauf zum Mühlgraben anstaut. Hier gilt es Lösungen zu finden, welche die ökologische Durchlässigkeit des Fließgewässers bewahrt. Dazu könnte zum Beispiel eine Sohlgleite dienen.

Den im Rahmen der Fahrradexkursion vollzogene Halt im FahrradStop, Bornitzer Weg 01 in 06729 Göbitz/Gemeinde Elsteraue diente dazu, bei einem Imbiss Erläuterungen zu den Vorhaben in der Elsteraue geben zu können. Dabei wäre es bestimmt interessant, wenn die Lokalität noch mehr Einbindung in den Schutz, Erhalt und Betreuung der Weißen Elster und ihrer Aue finden könnte.

Ebenfalls in der Gemeinde Elsteraue müssen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer feststellen, dass immer mehr Wege eine Befestigung mit Asphalt erfahren. Neben der Tatsache, der zunehmenden Flächenversiegelung, dienen derartig befestigte Wegabschnitte den Kfz.-Verkehr befördern und zunehmenden ein Hindernis für Kleinsttiere darstellen. Selbst eine Kopfweide fiel den Baumaßnahmen in Beersdorf zum Opfer. Von daher halten es die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer für dringend geboten, derartige Maßnahmen unbedingt zu unterlassen.

Entlang der begradigten Weißen Elster zwischen Elstertrebnitz und Pegau ist erfreulicherweise ein deutliches Bestreben des Flusses zu erkennen zu mäandrieren. Diesen Prozess gilt es nach Auffassung der Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer zu schützen und keinesfalls durch Baumaßnahmen zu stoppen. Bereits jetzt ist die strukturelle Vielfalt in Folge des Wechselspiels zwischen Gleit- und Prallhängen deutlich erkennbar. Somit entstehen u.a. auch Lebensräume für Uferseeschwalben, Bienenfresser sowie Insekten wie Wildbienen.

Unterhalb von Pegau in Weideroda betrachteten den Einmündungsbereich des Abschlaggrabens Weideroda in die Weiße Elster. Dieses Einlassbauwerk bildet eine umfassende ökologische Barriere, welche einer Alternative bedarf. Diese könnte in der Mäandrierung des Abschlagsgrabens Weideroda oder in der Schaffung eine Sohlgleite liegen. Nach Meinung der Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer ist hier die Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Konzeption dringend geboten. Ebenfalls erforderlich ist die Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Konzeption für den ab der Kläranlage Kleindalzig beginnenden voll betonierten Verlauf der Weißen Elster in der Umgehung der Alttagebaue und nunmehrig entstehenden Seenlandschaft –Zwenkauer und Cospudener See- südlich von Leipzig. Bereits das einführende Staubecken verschärft die ökologische Situation der Weißen Elster, da hier Sedimente, welche der Fluss bisher mittransportiert hat, sich hier ablagern. Einerseits bedarf der Fluss die Sedimente zur Gestaltung seines Flussbettes und zum anderen ist technischer Aufwand erforderlich, um diese aus dem Staubecken zu entfernen.

Eine sehr große ökologische Barriere bildet zudem die Staustufe zwischen den Leipziger Ortsteilen Knautnaundorf und Hartmanndorf. Der naturferne Verlauf der Weißen Elster bedarf nach Ansicht der Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer einer dringenden Alternative, welche wissenschaftlich fundiert sein muss. Als nächste Station suchten die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer den 50 ha großen, einst in den Jahren 1933 bis 1935 errichteten Elsterstausee Bösdorf im Südwesten Leipzigs auf. Einst für ein Fassungsvermögen von ca. 1.000.000 m³ ausgelegt, in den 70er-Jahren für den Tagebau massiv verkleinert, in den 80er-Jahren für die Speisefischproduktion genutzt und saniert in den 90er-Jahren, ist das künstliche Gewässer –außer vereinzelte Feuchtgebiete- weitgehend trockengefallen. Mit dem Tagebau ging mit der Weißen Elster nicht nur ein natürlicher Zufluss verloren, sondern deren betonierte Verlegung, ging mit einer umfassenden Tieferlegung von bis ca. 3 m einher. Den größten Einfluss übte bzw. übt der im August 1981 eröffnete und am 07.10.1992 beendete Tagebau Cospuden. Der Tagebau nahm eine Flä-che von ca. 3 km³ in Anspruch. Man zerstörte etwa 116 ha Auenwald, bewegte ca. 87 Millionen m³ Abraum und förderte 32 Millionen Tonnen Rohbraunkohle. Der Cospu-dener See, welcher im Jahre 2000 seinen Endstand mit 110 m über NN erreichte, bestimmt daher vorrangig den Grundwasserstand des Gebietes und somit auch des Elsterstausees Bösdorf im Südwesten Leipzigs. Insofern erscheint es sinnvoll zu sein ein Pro und Contra im Zuge einer umfassenden wissenschaftlichen Erarbeitung abzuwägen. Inhalt einer derartigen Untersuchung sollte die historische und hydrologische Entwicklung, Entwicklung und Bestand von Fauna und Flora, der Bestand und Eintrag von Nährstoffen, Aufwand und Nutzen der Sicherung eines bestimmten Wasserstandes aus hydrologischer, ökologischer, touristischer und hydrologischer Sicht sein.
Mit großem Interesse nahmen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer den Verlauf der Weißen Elster im Bereich des Restauenwaldes „In den Schönen“/Der Zschochersche Winkel auf. Hier lassen sich noch deutlich alte, naturnahere Strukturen der Weißen Elster und ihrer Nebenarme erkennen. Dies sollte wieder Ziel für die Gesamtentwicklung des Flusses sein.

9a-Gemeinde Elsteraue Blick Deich Bei Göbitz Nach Westen In Richtung Bornitz  (2)
9a-Gemeinde Elsteraue Blick Deich Bei Göbitz Nach Westen In Richtung Bornitz (2)

Ebenfalls prägte der in den Jahren von 1578 bis 1580 im Auftrag von Kurfürst August I. nach Plänen von Martin Planer und unter Bauleitung von Christian Kohlreiber errichtete Floßgraben die Region. Der hauptsächlich vom Wasser der Weißen Elster gespeiste Floßgraben, diente der Flößerei von Holz, welches man im Kurfürstentum Sachsen zum Sieden von Sole verwendete. Mit der Weißen Elster, der Rippach, der Pleiße und Luppe verknüpft, verlor der Floßgraben durch den zunehmenden Ersatz von Brennholz durch Braunkohle immer mehr an Bedeutung. Im Jahre 1864 ereilte der Elsterflößerei die endgültige Einstellung. Während Teile verlandeten, andere Abschnitte dem Bergbau zum Opfer fielen, bestehen u.a. in Leipzig noch deutlich erkennbare Abschnitte. Dies manifestiert sich z.B. im Abschnitt zwischen dem Zwenkauer See und der Einmündung in der Pleiße sowie in dem wiederbelebten Elstermühlengraben. Die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer sehen mit großer Sorge Pläne und Aktivitäten in Leipzig zum Ausbau der touristischen Nutzung des Floßgrabens bis hin zur Schaffung von Möglichkeiten für den motorisierten Bootsverkehr. Derartige Ausbau- und Nutzungsvorhaben zerstören einen sehr wichtigen Teil der Leipziger Elster-Pleiße-Aue, indem Lebens- und Rückzugsraume für Fauna und Flora einer massiven Unvernunft zum Opfer fallen, was sich u.a. im Totalverlust von Brutmöglichkeiten für den Eisvogel, von Motorschrauben aufgewirbelten Sedimenten mit einhergehender verstärkter Gewässertrübung sowie Abgas- und Lärmbelastungen manifestiert. Ferner stellt dies jedoch eine massive Beförderung aller gewässerbaulichen Maßnahmen wie Saale-Elster-Kanal, Saaleseitenkanal und nicht zuletzt den von der Stadt Leipzig vorangetriebenen Ausbauplänen für den Floßgraben zwischen dem Zwenkauer See und der Einmündung in die Pleiße dar.

16a-Weiße Elster Zwischen Elstertrebnitz & Pegau Blick Flussabwärts Nach Nordosten  (2)
16a-Weiße Elster Zwischen Elstertrebnitz & Pegau Blick Flussabwärts Nach Nordosten (2)

Eine Motorisierung von Pleiße hätte in dem Blickfeld zur Folge, dass nicht nur Lärm, Abgase und vermehrte Gefährdungen für den Ruderbootverkehr auftreten, sondern die Aufwirbelungen der durch die Verockerung entstandenen, am Flussboden abgesetzten Verschlammungen aufwirbeln und den Lichteintrag weiter verschlechtern. Abgesehen davon, dass angedachte wasserbauliche Maßnahmen in Pleiße und Floßgraben Lebens- und Bruträume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bedrohen sowie durch mögliche Ufer- und Sohlbefestigung die hydrologische Korrelation zwischen Aue und Fließgewässer erschweren. Das kann zur Folge haben, dass anströmendes Grund- und Schichtwasser sich an den Ufer- und Sohlbefestigungen zurückstaut, was wiederum eine fortschreitende Vernässung des dahinterliegenden Raumes zur Folge hat. Von daher gilt es nur einen Tourismus zuzulassen, welcher sich in die Fluss- und Auenlandschaft von Pleiße und Floßgraben einpasst, als umgekehrt. Von daher gilt es einen motorisierten Bootsverkehr mit einhergehenden Um- und Ausbaumaßnahmen auszuschließen und stattdessen dem umwelt-, landschafts- und naturfreundlicheren Ruderbootverkehr den Raum zu belassen.

24a-Leipzig Blick Von Weißer Brücke Flossgraben Aufwärts Nach Süden  (2)
24a-Leipzig Blick Von Weißer Brücke Flossgraben Aufwärts Nach Süden (2)

Hinsichtlich der Zukunft des Connewitzer Wehrs schlagen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der AHA-Fahrradexkursion vor, Möglichkeiten der Mäandrierungen im Bereich des Pleißemühlgrabens zwischen begradigter Pleiße und Wundtstraße, unter Einbeziehung der Kleingartenanlage Südvorstadt zu prüfen, um dieses Querbauwerk zu erübrigen. Neben der ökologischen Durchlässigkeit, entfiele auch die Unterhaltung des Connewitzer Wehrs. Dies käme einer gewissen Rückentwicklung des infolge der Errichtung des Pleißeflutbettes erfolgten Begradigungen gleich, welches in Folge des Hochwassers von Weißer Elster und Pleiße entstand, zur Errichtung des 3,6 km langen Elsterflutbettes bis zum Palmgartenwehr sowie zur Verschüttung von Alter Pleiße –auch Kuhstrangwasser genannt- im Jahre 1879 und des Rödel führte, welcher selbst nach der Unterbrechung durch das Elsterflutbett bis zum Jahre 1926 existierte und im Jahre eine Verfüllung erfuhr. Ferner gilt es das gesamte Auengebiet der unteren Pleiße wieder als komplettes Überflutungsgebiet zu betrachten, um so dem Fluss ein größeres Überschwemmungsgebiet zurückzugeben und die Weiterentwicklung naturnaherer Auenwälder noch weiter zu befördern.

30a-Leipzig-Connewitz Pleiße Südlich Brücke Streitholz & Der Beipert  (2)
30a-Leipzig-Connewitz Pleiße Südlich Brücke Streitholz & Der Beipert (2)

Schließlich endete die Fahrradexkursion endete am „Leipziger Eck“, wo die Pleiße in das Elsterflutbett einmündet.In dem Zusammenhang möchte der AHA ehrenamtliche Regional-, Orts- und Arbeitsgruppen in der Region zwischen Gera und Zeitz bis Leipzig, speziell in den drei Städten sowie in den dazwischenliegenden Landkreisen, Städten und Gemeinden bilden. In diesen AHA-Gruppen können ehrenamtliche Interessenten unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung und Beruf mitwirken. Wer Interesse hat, wende sich bitte an folgende Kontaktmöglichkeiten:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Leipzig und Umland
Otto-Adam-Straße 14
04157 Leipzig
E-Mail: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Merseburg-Leuna-Bad Dürrenberg
Weiße Mauer 33
06217 Merseburg
Tel.: 0176 – 52562945
Fax.: 0180-5684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de

Fotos: Andreas Liste, Wolfgang Stoiber


AHA setzt sich für Schutz und Erhalt der Weißen Elster zwischen Leipzig und Zeitz ein

Die 245,4 km lange Weiße Elster, welche im tschechischen Teil des Erzgebirges in As entspringt, dann das Vogtland, Ostthüringen zwischen Greiz und Gera, die Leipziger Tieflandbucht zwischen Zeitz und Leipzig, auf einer Länge von 23 km die Stadt Leipzig durchfließt sowie westlich von Schkeuditz wieder Sachsen-Anhalt erreicht und letztendlich bei Halle-Beesen in die Saale mündet, bildet trotz bergbaulicher Eingriffe ein sehr vielfältiges, bedeutsames und schützenswertes Fluss- und Auensystem. Die vielfältigen Auenwälder, Auenwiesen, Feuchtgebiete und Gewässersysteme haben daher einen sehr vielfältigen Schutzstatus. Sie dienen als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie stressgeplagten Menschen zur Erholung und Entspannung.

Der gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) setzt sich daher sehr intensiv für den Schutz, Erhalt und naturnahe Entwicklung der Weißen Elster, ihrer Fluss- und Auenlandschaften, ihrer Nebengewässer sowie angrenzender Natur- und Kulturlandschaften ein. Dies geschieht in Form von Stellungnahmen, Vorschlägen, Exkursionen sowie Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Im Rahmen dieser räumlich, fachlich-inhaltlich und organisatorisch umfassenden ehrenamtlichen Tätigkeit beabsichtigt der AHA nunmehr auch seine Aktivitäten auf die Weiße Elster zwischen den Städten Zeitz und Leipzig zu intensivieren. Dabei bilden der Erhalt, Schutz und die Entwicklung weiterer Abschnitte zu naturnahen Natur- und Landschaftsräumen und eines umwelt- und naturverträglichen Tourismuskonzeptes, die Entwicklung eines breitgefächerten Umweltbildungskonzeptes sowie die Unterstützung des Vorhabens der Ausweisung großer Teile des Gebietes der Weißen Elster ab Zeitz, über Markkleeberg, Leipzig, den angrenzenden Landkreisen bis nach Halle (Saale) zur Ausweisung zum UNESCO-Weltkulturerbe, die ersten Arbeitshauptschwerpunkte. So lassen sich ökologische, geologische, archäologische, historische, kulturelle, wissenschaftliche, ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte umfassender und günstiger ins Verhältnis bringen, um so angemessen zukunftsfähig länderübergreifend eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Perspektivisch erscheint es in dem Zusammenhang sinnvoll zu sein, die Gebiete über Gera, Greiz und Plauen bis ins Erzgebirge nach Tschechien ins Quellgebiet auszuweiten.

Nun möchte der AHA diese Gedanken einer interessierten Öffentlichkeit sowie den Verantwortlichen im Land Sachsen-Anhalt und im Freistaat Sachsen erneut und vertieft vorstellen. Dabei soll es nach Auffassung des AHA auch verstärkt gelingen, die Bevölkerung in den Schutz, Erhalt und die Entwicklung des vielfältigen Einzugsbereiches der Weißen einzubeziehen und somit für eine intensive, ehrenamtliche Mitarbeit zu gewinnen. Dazu hat der AHA vorgesehen am Samstag, den 27.06.2015, eine ca. sechsstündige Fahrradexkursion durch die Aue der Weißen Elster zwischen Zeitz und Leipzig durchzuführen. Die Fahrradexkursion beginnt 10.00 Uhr am Bahnhof Zeitz, Ausgang Baenschstraße unweit der Weißen Elster und endet am „Leipziger Eck“, wo die Pleiße in die Weiße Elster einmündet. Im Rahmen der Fahrradexkursion ist vorgesehen im FahrradStop, Bornitzer Weg 01 in 06729 Göbitz/Gemeinde Elsteraue ein Halt einzulegen, um bei einem Imbiss Erläuterungen zu den Vorhaben in der Elsteraue geben zu können. In dem Zusammenhang bittet der AHA um eine verbindliche, schriftliche Voranmeldung bis zum 30.05.2015. Der Kontakt ist folgendermaßen möglich:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Leipzig und Umland
Otto-Adam-Straße 14
04157 Leipzig
E-Mail: aha_halle@yahoo.de


AHA fordert Erhalt des Schulumweltzentrums Halle-Franzigmark

Mit großer Sorge und absolutem Unverständnis verfolgt der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) das Vorhaben der Stadtverwaltung Halle (Saale) alles Erdenkliche zu tun, um das Schulumweltzentrum Halle-Franzigmark doch noch schließen zu können. Das altbewährte Schulumweltzentrum Halle-Franzigmark, was für seine fachlich sehr fundierte, praxis- und ortsnahe Umweltbildungsarbeit seit Jahrzehnten bei jung und alt be- bzw. anerkannt und beliebt ist, gilt es eher verstärkt zu fördern. Gerade in der heutigen Zeit, wo immer mehr Folgen der Störungen bzw. Zerstörungen an Umwelt, Landschaft und Natur zu Tage treten, ist eher eine verstärkte Umweltbildungsarbeit erforderlich.

Nach Auffassung des AHA leitet sich nicht nur aus den Rahmenrichtlinien und Lehrplänen für verschiedene Fächer, der Richtlinie zur ökologischen Bildung und dem eng damit verbundenen Erlasses des Kultusministeriums des Landes Sachsen-Anhalt zu „Öko-Schulen in Sachsen-Anhalt“ und des entsprechenden darauf aufbauenden  Kooperationsvertrag zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und der Stadt Halle (Saale), eine Pflichtaufgabe ab, sondern unweigerlich ebenfalls aus der Pflicht zur präventiven Daseinsfürsorge für die Bevölkerung der Stadt Halle (Saale) und des benachbarten Landkreises Saalekreis ab.

Die einst vom Stadtrat der Stadt Halle (Saale) festgelegte Übergabe der freien Trägerschaft an den Bund für Natur- und Umweltschutz (BUND) ist nach Auffassung des AHA unverzüglich umzusetzen. Eine andere Herangehensweise ist als Wortbruch zu betrachten.

Der AHA hält es zum Beispiel ebenso für vorteilhaft und dringend geboten im zunehmenden Maße auch den Landkreis Saalekreis und die angrenzenden Saalekreisgemeinden mit ins Boot zu holen. Immerhin könnten dann u.a. auch verstärkt Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und Interessenten des Landkreises Saalekreis und der angrenzenden Saalekreisgemeinden das umfassende und fundierte Angebot nutzen.

In dem Zusammenhang erklärt der AHA seine massive Unterstützung aller Aktionen, welche die weitere Existenz des Schulumweltzentrums Halle-Franzigmark zum Ziel hat.


Das Neue Jahr im Hakel begrüßen

Zum Schutz und Erhalt des ca. 1.400 ha großen Naturschutzgebietes und europäischen Vogelschutzgebietes Hakel mit seiner großen Artenvielfalt an Fauna und Flora gilt es nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) ein umfassendes Maßnahmepaket anzugehen. An erster Stelle gehört die Beendigung der forstwirtschaftlichen Aktivitäten in dem Gesamtgebiet, um eine sukzessive, naturnahe Gehölzentwicklung zu ermöglichen und die Tierwelt nicht zu stören. Auch eine Bereicherung der anzubauenden Feldkulturen auf Vorwendeniveau, insbesondere mit Luzerne, Klee und Landsberger Gemenge tragen unweigerlich dazu bei. Die 3 genannten Feldkulturen verbessern nicht nur die Ernährungssituation für Greifvögel und Eulen, sondern auch des Feldhasen und von Insekten. Ebenso zählen sie zu den Humusmehrern und tragen somit zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit bei. Nach Vorstellung des AHA gehört ebenfalls dazu, auch die Mäusebekämpfung mit Giftködern einzustellen, um das Nahrungsangebot für Greifvögel und Eulen nicht noch weiter zu vermindern sowie die Vergiftungsgefahr für andere Tiere auszuschließen.

Aber auch der angedachte Flugbetrieb von und nach Cochstedt bereitet dem AHA Sorge. Hier gilt es nach den Gesichtspunkten eines angrenzenden Naturschutzgebietes und Europäischen Vogelschutzgebietes unbedingt eine gründliche Überprüfung vorzunehmen.

Jedoch sieht der AHA aber auch großräumig gesehen massive Veränderungen geboten. Eingebettet zwischen Harzvorland und Börde sowie weiträumig gesehen zwischen den Fließgewässern Bode, Selke, Wipper und Eine gilt es unbedingt die Biotopverbundräume zu stabilisieren. Dazu zählen die sukzessive Wiederausdehnung des Hakel in Richtung der Selke, die Entwicklung bzw. Schaffung von Grünverbindungen zum gefluteten Concordia-See sowie die Wieder- und Neuentstehung von Streuobstwiesenbeständen in Richtung Hakeborn, Egeln und Cochstedt. Diese Grünverbindungen sollten aus mindestens 10 m breiten Gehölzstreifen mit einem mindestens 3 m breiten Kraut- und Staudensaumen bestehen. Als Leitlinie könnten u.a. Wege dienen. Diese Gehölzstreifen können sich sukzessiv entwickeln oder bzw. sowie als Pflanzung aus Obstalleen und an feuchteren Stellen aus Kopfweiden bestehen.

Der geflutete Concordia-See könnte sich zu einem großen Lebens- und Nahrungsraum z.B. für Seevögel, Amphibien, Fische und Insekten entwickeln. Dies gilt es bei allen neuen Konzepten für das stark bergbaulich geprägte Gewässer mit allen Gefahren und Chancen zu berücksichtigen.

Der AHA vertritt ferner die Auffassung, dass das Naturschutzgebiet (NSG) Hakel nur nachhaltig seiner Schutzfunktion nachkommen kann, wenn er seine ökologische und landschaftliche Funktion weit in das Umland ausdehnen kann. Als entsprechender Raum ist auf jeden Fall Gebiet zwischen Bode, Selke, Wipper und Eine zu betrachten.

So lassen sich u.a. die Bestände von Greifvögeln und Eulen langfristig gesehen nicht nur stabilisieren, sondern auch wieder erhöhen. Vielfältige Landschafts- und Naturraumstrukturen, welche u.a. in enger Verbindung mit dem Bestand von ausreichend vorhandenen Beutetieren zu sehen sind, tragen entscheidend dazu bei.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) beabsichtigt daher verstärkt und massiver sich für den Schutz, Erhalt und Entwicklung des Raumes zwischen Selke, Hakel, Wipper, Eine und Bode bzw. zwischen Harz, Harzvorland und Börde einzusetzen.

Zu diesen Aktivitäten gehören u.a. das Entwickeln einer FFH-tauglichen NSG-Verordnung mit einer aktuellen Schutz- und Entwicklungskonzeption, die Konzipierung eines Naturerkenntnispfades mit Erweiterungspotenzial zu Bode, Selke, Eine und Wipper sowie regelmäßige Hakelexkursionen.

Als erster Schritt im Jahre 2011 dahin gehend dient die ca. zweistündige Neujahreswanderung zum NSG Hakel am Samstag, den 14.01.2012, welche unter der Überschrift „Das neue Jahr im Hakel begrüßen“ steht und zu der AHA sowie die Bürgerinitiative Hakelwald aufrufen.

Treff: 10.00 Uhr in Heteborn, Hakelstraße am Waldrand

Bei Interesse sich für den Schutz und Erhalt des NSG Hakel einzusetzen zu wollen, besteht die Möglichkeit der Kontaktaufnahme über folgende Anschrift:

 

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Ortsgruppe Gatersleben

Schmiedestraße 1

06466 Gatersleben

Fax.: 01805-684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)

E-Mail:         aha_halle@yahoo.de

Internet:       https://www.aha-halle.de


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