Sorge um die Entwicklungen in der Saaleaue zwischen Weinbergen und Peißnitzinsel

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) betrachtet mit Sorge die Entwicklungen in der Saaleaue zwischen Weinbergen und Peißnitzinsel. Während das Land Sachsen-Anhalt widerrechtlich einen Großteil der Gehölze am Gimritzer Damm zerstört, hat die Stadt Halle (Saale) in der Saaleaue am Fuße der Weinberg einen weiteren Weg mit Asphalt komplett versiegelt. In Höhe der Schwanenbrücke hat man zudem das Ufer mit Porphyrgestein zugeschüttet. Vorher fällte man skrupellos mehrere Silberweiden.
Im Bereich des Geländes des früheren Planetariums auf der halleschen Peißnitzinsel hat sich Jemand ein Teil als Baulagerfläche und Parkplatz in Beschlag genommen. Anstatt endlich das Gelände in ein wechselfeuchtes Gebiet in der Saaleaue umzuwandeln, stellen Leute Holztürme auf sowie zäunt sich Jemand einen Teil der Saaleaue ein und nutzt das Gebiet zur Lagerung von Baumaterialien und als Stellplatz für einen Baucontainer und Autos. Dabei bedrängt man massiv eine alte Platane.
Der AHA fordert endlich Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz umzusetzen, die Aue als Überflutungsgebiet der Saale zu respektieren, sofort alle Versiegelungen auf den Wegen im Bereich der Peißnitzinsel und am Fuße der Weinberge zu beseitigen. Ferner sind die Holzbauten sowie die Baustelleneinrichtung und der Parkplatz auf dem Gelände des früheren Planetariums sofort und vollständig zu entfernen.

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 08.03.2020

Fotos: Andreas Liste


Initiative „Pro Baum“ und AHA fordern weiterhin einen sofortigen Stopp der Fällarbeiten und Baumaßnahmen am Gimritzer Damm!

Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) verurteilen weiterhin die am 03.03.2020 begonnenen rechtwidrigen Fällungen von Bäumen und Sträuchern am Gimritzer Damm sowie eine Unterlassung des Baubeginns, um trotz bestehender zwei Klagen beim Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt, vollendete Tatsachen bei der Errichtung einer „Schutzwand“ an der Ostseite des Gimritzer Damms zu schaffen. Ferner verstößt dieses Vorgehen eindeutig gegen § 39 Absatz 5 Nummer 2 Bundesnaturschutzgesetz und ist somit gemäß § 69 Absatz 3 Nummer 13 Bundesnaturschutzgesetz eine Ordnungswidrigkeit.
Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sieht hier eine verzögerte Fortsetzung der einst am 12.07.2013 illegal begonnenen und vom halleschen Oberbürgermeister veranlassten skandalösen Deichbau, welche ebenfalls mit umfassenden Gehölzfällungen verbunden war.
Die jüngsten öffentlichen Äußerungen von leitenden Vertretern des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt und Sascha Kleine vom Büro Kleine + Kleine zeugen sowohl von mangelnder Wertschätzung gegenüber dem Schutz und Erhalt von Umwelt, Natur und Landschaft, als auch fehlendem Rechtsbewusstsein und Schuldbewusstsein in Zeiten des voranschreitenden Klimawandels. Verschärfend wirkt dabei, dass bereits die massiven Straßenausbaumaßnahmen am Gimritzer Damm und in der Heideallee zahlreiche sukzessive Gehölzbereiche und Alleebaumbestände zerstört haben. Somit sind derartige Äußerungen als arrogante und ignorante Verhöhnung eines erforderlichen Voranschreitens des Umweltbewusstseins und eines Handelns zum Schutz und Erhalt von Umwelt, Natur und Landschaft und zum Stopp des Klimawandels sowie einer gesetzlich fixierten Rechtsstaatlichkeit zu betrachten.
Angesichts der fortgesetzten und sich verschärfenden Folgen der Rechtsverstöße des vom CDU-Mann Thomas Pleye geführten Landesverwaltungsamtes fordern Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) die Landesregierung Sachsen-Anhalts auf, endlich alle Maßnahmen zur Errichtung der sogenannten „Schutzwand“ sofort zu stoppen und ein Disziplinarverfahren gegen den Behördenleiter einzuleiten. Gleiches gilt für die Auftraggeber der Fällaktion.
Ferner sehen beide Organisationen weiterhin die Staatsanwaltschaft Halle in der Verantwortung die strafrechtliche Relevanz bezüglich der Fällungen zu prüfen und die Rechtmäßigkeit des Polizeieinsatzes zu untersuchen.
Darüber hinaus appellieren Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) an den Landesrechungshof Sachsen-Anhalts die Rechtmäßigkeit des Einsatzes von Steuermitteln zur Umsetzung der am 03.03.2020 begonnenen Fällungen und des Polizeieinsatzes zu überprüfen und in einem öffentlichen Prüfbericht darzustellen.
Zudem gilt es das Büro Kleine + Kleine von künftigen öffentlichen Aufträgen auszuschließen. Diesen Aufruf richten die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) auch an mögliche private Auftraggeber.

Aus den obengenannten Gründen heraus rufen Initiative „Pro Baum“ und AHA weiter und verstärkt interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Halle (Saale) zur aktiven Mitwirkung auf, sich mit einzubringen. Interessenten können folgendermaßen zum AHA Kontakt aufnehmen:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – AHA
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Tel.: 0345 – 200 27 46

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 08.03.2020

Fotos: Andreas Liste


AHA hält Schutz der Auen zwischen den Städten Weißenfels, Bad Dürrenberg, Leuna, Merseburg und Halle (Saale) für dringend geboten!

Samstag, den 14.03., um 10.00 Uhr
Fahrradexkursion durch die Saaleaue
zwischen den Städten Weißenfels, Bad Dürrenberg, Leuna und Merse­burg sowie der Saale-Elster-Luppe-Aue zwischen den Städten Merseburg und Halle (Saale) mit Blick zur Mündung der Rippach in die Saale, Auf­enthalt am Saalealtarm bei Großkorbetha, in der Saaleaue bei Bad Dür­renberg, im Mündungsbereich des Ellerbaches in die Saale, im Kreypau­er (Göhlitzscher) Holz, in der Fasanerie in Merseburg, im Mündungsbe­reich der Laucha in die Saale und an der Weißen Elster in Halle-Ammen­dorf
Treffpunkt: Bahnhof Weißenfels
Dauer: ca. 5 Stunden

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) bekräftigt immer wieder, dass der Schutz, der Erhalt, die Betreuung und die Entwicklung von Auenlandschaften eine sehr bedeutsame Erkenntnis beim Planen und Handeln sein muss. Dass die Realität leider oft anders aussieht, muss der AHA oft genug und immer wieder feststellen.
Um sich ein aktuelles Bild der Auenlandschaften zwischen den Städten Weißenfels, Bad Dürrenberg, Leuna, Merseburg und Halle (Saale) verschaffen zu können, soll eine am Samstag. den 14.03.2020 geplante, ca. fünfstündige Fahrradexkursion in diesem Landschaftsraum dienen.
Die Fahrradexkursion führt durch die Saaleaue zwischen den Städten Weißenfels, Bad Dürrenberg, Leuna und Merseburg sowie der Saale-Elster-Luppe-Aue zwischen den Städten Merseburg und Halle (Saale) mit Blick zur Mündung der Rippach in die Saale, Aufenthalt am Saalealtarm bei Großkorbetha, in der Saaleaue bei Bad Dürrenberg, im Mündungsbereich des Ellerbaches in die Saale, im Kreypauer(Göhlitzscher) Holz, die Saalealtarme bei Leuna, in der Fasanerie in Merseburg, im Mündungsbereich der Laucha in die Saale und an der Weißen Elster in Halle-Ammendorf.
Im Rahmen der Fahrradexkursion beabsichtigt der AHA die Bedeutung und Schutzwürdigkeit dieses arten- und strukturreichen Natur- und Landschaftsraumes sowie Möglichkeiten zur Entwicklung, zum Schutz und Erhalt darzulegen.
In dem Zusammenhang möchte der AHA aufzeigen, wie jeder Interessent daran aktiv mitwirken kann.
Die Fahrradexkursion beginnt 10.00 Uhr ab Vorplatz des Bahnhofes Weißenfels und endet in Halle (Saale) an der Straßenbahnendhaltestelle Halle-Ammendorf, Regensburger Straße
Der AHA bittet um wetterfeste Kleidung und Mitnahme von Rucksackverflegung.

Wer Interesse hat sich noch mehr über die Aktivitäten der ehrenamtlichen AHA-Regionalgruppe Merseburg-Leuna-Bad Dürrenberg/Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen Bernt-Bärtl“ (UBM) sowie zur geplanten Bildung einer Ortsgruppe Weißenfels zu informieren, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – AHA
Regionalgruppe Merseburg-Leuna-Bad Dürrenberg/
Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen Bernt-Bärtl“ (UBM)
Weiße Mauer 33

06217 Merseburg

E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 06.03.2020


Gemeinsame Exkursion zu den Steinbrüchen in Blankenheim und Umgebung

Samstag, den 14.03., um 10.00 Uhr
Exkursion zu den Steinbrüchen in Blankenheim und Umgebung
Gemeinsame Wanderung des Landesamt für Geologie und Bergwesen des Landes Sachsen-Anhalt (LABG) und des AHA mit dem Regionalhistoriker Dieter Vopel
Treffpunkt: Bahnhof Blankenheim
Dauer: ca. 4 Stunden

Das Mansfelder Land ist von einer umfassenden geologischen Vielfältigkeit geprägt, was sich u.a. die historische Entwicklung von Ansiedlung und Wirtschaft, aber auch von Fauna, Flora und Pilzen beeinflusst.
Diesen Zusammenhang und die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen darzustellen, dient die ca. vierstündige gemeinsame Wanderung von Landesamt für Geologie und Bergwesen des Landes Sachsen-Anhalt (LABG) und Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) mit dem Regionalhistoriker Dieter Vopel am Samstag, den 14.03.2020 zu den Steinbrüchen in Blankenheim und Umgebung.
Treff ist 10.00 Uhr am Bahnhof Blankenheim

Wer noch mehr zu der Exkursion erfahren möchte bzw. darüber hinaus Interesse an der Arbeit des ehrenamtlichen und gemeinnützigen AHA hat, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345/200 27 46
E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 06.03.2020


Der Mündungsbereich der Weißen Elster, die Saaleaue und Pfingstanger bedürfen besonderen Schutz!

Während ihres 245,4 km langen Verlaufs durchquert die Weiße Elster ab der Quelle im tschechischen As bis zur Mündung in die Saale in Halle (Saale), mit Tschechien und Deutschland zwei Staaten und in Deutschland mit den Freistaaten Thüringen und Sachsen sowie dem Bundesland Sachsen-Anhalt drei deutsche Bundesländer. Auf ihrem Weg durchquert sie arten- und strukturreiche Landschaften bzw. hat sie selbst geschaffen und geprägt. Jedoch ist ihr Verlauf streckenweise von Siedlungs-, Verkehrs- und Bergbau geprägt, was zu Begradigungen, Einschränkungen und Zerstörungen von Auenlandschaften sowie Überbauungen geführt hat.
Diese Widersprüche erfordern nunmehr jedoch eine nachhaltig, ökologisch geprägte Herangehensweise an Schutz, Erhalt, Entwicklung und Nutzung. Von daher begrüßt der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) als sehr wichtigen Schritt die flächenmäßig unterschiedlich großen Ausweisungen und Unterschutzstellungen als Schutzgebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH), als Europäisches Vogelschutzgebiet sowie Landschafts- und Naturschutzgebiete. Das Potenzial der Weißen Elster als Biotop- und Grünverbundraum, ist nach Auffassung des AHA, jedoch bei weitem noch nicht voll und ganz ausgeprägt. Sei es der Umgang mit den Alttagebauen, den Auenlandschaften, der Nutzung für die Land- und Forstwirtschaft sowie dem Tourismus oder die Bebauung mit Siedlungs-. Gewerbe- und Verkehrsbauten.
Gerade in den letzten Jahren berichteten Medien allermöglichen politischen Richtungen zwischen links und konservativ mehr oder minder euphorisch über die am 09.12.2015 eröffnete 123 km lange und 2,8 Millionen Euro teure ICE-Neubaustrecke Erfurt-Leipzig/Halle. Ein breites Bündnis aus Umweltverbänden und -vereinen, Bürgerinitiativen, Flächeneigentümern, Landwirten und Kirchengemeinden brachten seit Beginn der offiziellen Planungen im Jahr 1992 ihre massiven Bedenken bezüglich des Schutzes und Erhaltes u.a. des Thüringer Waldes, Unstrut-Trias-Landes sowie der Saale-Elster-Luppe-Aue hin. Im letzteren Gebiet betraf bzw. betrifft es ein europäisches Vogelschutzgebiet sowie die darin enthaltenen Naturschutzgebiete Burgholz und Kollenbeyer Holz. Alternativvorschläge, wie Aus- und Umbau der vorhandenen Bahnstrecken zur Nutzung für Neigezugtechnik, blieben vollkommen unberücksichtigt.
Entlang der angedachten Neubaustrecke formierten daher Umweltorganisationen, Bürgerinitiativen und Flächeneigentümer ein Netzwerk, um den Forderungen nach Schutz und Erhalt der Landschafts- und Naturräume Thüringer Wald, Unstrut-Trias-Land und Saale-Elster-Luppe-Aue, Schutz vor Zwangsenteignung und Lärm sowie nach Erhalt eines flächendeckendes, bezahlbaren Eisenbahnnetzes und einer damit verbundenen Änderung der nationalen und internationalen Verkehrs- und Baupolitik Nachdruck zu verleihen.
Das erste entscheidende Ergebnis zeigte sich nun am 09.12.2015 – eine 8,5 km lange, auf 216 Pfeilern aufgeständerte Brücke, wovon ein 2,1 km langer Abzweig nach Halle (Saale) existiert, Flächendeckende Stilllegungen von zahlreichen Nebenstrecken der Bahn, keine Verringerung von Auto- und Flugverkehr sowie jährliche Fahrpreiserhöhungen bei der DB. Im konkreten Fall führt die erst einmal angekündigte verkürzte Fahrzeit zwischen Erfurt und Halle (Saale) von etwa einer Stunde und 20 Minuten um 45 Minuten auf 35 Minuten zu einer Preiserhöhung von 22,10 um 8,90 auf 31,00 Euro. Das ist eine Preissteigerung um ca. 40,29 %.
Für den AHA stellt der nunmehr über 24jährige Planungs- und Bauprozess ein Beispiel von verfehlter Umwelt,- Verkehrs-, Planungs- und Finanzpolitik dar. Eine Ignoranz der massiv vorgetragenen, fachlich und wissenschaftlich begründeten Einwendungen und Hinweise zeugen zudem von massiven Demokratiedefiziten in Deutschland.
Der AHA fordert hier massive und ehrliche Veränderungen ein.
Von daher hält der AHA immer wieder die Erstellung von miteinander abgestimmten, länderübergreifenden, wissenschaftlichen Konzepten zum Schutz, Entwicklung und Erhaltung der Fluss- und Auenlandschaft für dringend erforderlich. Ebenso unterstützt der AHA alle Aktivitäten zur Ausweisung eines UNESCO-Weltkulturerbes Weiße Elster, welches die vielfältige Natur- und Kulturlandschaft zwischen Quelle und Mündung im Blick hat.
Bei allen zu betrachtenden Aktivitäten, gilt es nach Auffassung des AHA, ganz besonders auch den Schutz und Erhalt des Mündungsgebietes der Weißen Elster im Stadtgebiet von Halle (Saale) noch besser zu gewährleisten. Dieses großflächige Auengebiet, welches nach Norden von Bundsandsteinhängen und dem darauf befindlichen Wohngebieten Halle-Beesen und Silberhöhe geprägt sind, welche im nordöstlich davon befindlichen, 125 ha großem Naturschutzgebiet „Pfingstanger bei Wörmlitz“ deutlich in Erscheinung tritt, ist von einer umfassenden Arten- und Strukturvielfalt gekennzeichnet. Im 2.314 ha großen Landschaftsschutzgebiet „Saaletal“ sowie im ca. 381 ha großen Naturschutzgebiet „Abtei und Saaleaue bei Planena“ und in dem ca. 915 ha großem Naturschutzgebiet „Saale-Elster-Aue bei Halle“ gelegen, bildet das Mündungsgebiet eine sehr wichtige Nahtstelle zur Fluss- und Auenlandschaft der Saale. Das zu großen Teilen als Wasserschutzgebiet ausgewiesene Territorium genießt zudem teilweise den Schutz nach europäischem Recht als Vogelschutzgebiet und nach der FFH-Richtlinie. Entgegen jeglicher Vernunft und unter Ignoranz aller Alternativvorschläge in Hinblick auf Natur, Landschaft, Hydrologie sowie Qualität als Lebens- und Erholungsraum, findet gegenwärtig die Zerschneidungsbebauung für die ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt-Halle/Leipzig-Berlin statt.
Das Mündungsgebiet ist von einer großen Arten- und Strukturvielfalt gekennzeichnet, wozu Fließ- und Standgewässer, Feuchtgebiete, Auenwälder- und wiesen, Hochstaudenflächen sowie Streuobstwiesen gehören. Sie dient dem Biber, Weiß- und Schwarzstörchen, Wildgänsen, Rot- und Schwarzmilanen, Mäusebussarden sowie anderen Tierarten als Brut-, Lebens- und Nahrungsraum. Abgesehen davon findet hier Hochwasser einen großen Ausbreitungsraum sowie Frisch- und Kaltluftkorridore sorgen in nachfolgenden Siedlungsgebiet für verbesserte Lebensbedingungen.
Nunmehr erscheint es für den AHA sehr wichtig der Saale-Elster-Aue bei Halle (Saale) einen besonderen Schutz anzugedeihen. Dazu gehören die Vermeidung und Beräumung von Vermüllungen und Verschmutzungen aller Art sowie die Verhinderung von Schädigungen an Fauna und Flora. Neben den zuständigen Behörden sind dabei insbesondere Flächeneigentümer, die Bevölkerung, Bildungseinrichtungen und Organisationen gefragt. Plänen der Stadt Halle (Saale) hier einen Partyplatz einzurichten gilt es klar und deutlich endlich eine Absage zu erteilen.
Dazu führte der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) am Samstag, den 07.03.2020 eine ca. fünfstündige Winterexkursion durch die Saale-Elster-Aue zwischen Halle-Ammendorf und Halle-Beesen zur Mündung von Weißer Elster und Gerwische/Stilles Wasser in die Saale sowie zum Naturschutzgebiet Pfingstanger bei Halle-Wörmlitz durch.
Auf dem Weg in Richtung des 125 ha großen Naturschutzgebiet „Pfingstanger bei Wörmlitz“ passierten die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer den Bereich der Saalebrücke zwischen der zur Saalekreisgemeinde Schkopau gehörenden Ortschaft Röpzig und der Stadt Halle (Saale), welche in den Jahren 1996 bis 1997 als Stabbogenbrücke mit einer Stützweite von 90 m neu gebaut wurde. Sie gehört zu den 4 großen Saalebrücken im Stadtgebiet von Halle (Saale), wozu zudem die Giebichensteinbrücke, die Brücke „Mansfelder Straße“ und die Brücke „An der Magistrale/B 80“ gehören. Daher erschließt sich für die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer nicht, warum ständig die Verkehrsplaner der Stadt Halle (Saale) von der Errichtung eines „dritten Saaleübergangs“ reden. Abgesehen von der Gefahr für Umwelt, Natur und Landschaft und falscher Signalsetzung in Sachen Verkehrsentwicklung, ist schon die Zählung vollkommen falsch.
Mit Betreten des 125 ha großem Naturschutzgebietes „Pfingstanger bei Wörmlitz“ nahmen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer die Ausholzungen auf den Südhängen des Kirschberges in Augenschein. Diese sind durchaus notwendig, um Trocken- und Halbtrockenrasengesellschaften wieder entstehen zu lassen. Ferner konnte man von dem Standort aus einen umfassende Blick auf den sehr vielfältigen sowie arten- und strukturreichen den Landschafts- und Naturraum Pfingstanger, was zum größten Teil zum 125 ha großem „Pfingstanger bei Wörmlitz“ gehört und in der Stadt Halle (Saale) und ein kleinerer Teil in der Gemeinde Schkopau im Landkreis liegt werfen.
Der bis 1991, zuletzt von der sowjetischen Armee, militärisch genutzte Pfingstanger ist zudem Bestandteil des Landschaftsschutzgebiet „Saaletal“ sowie liegt im EU SPA „Saale-Elster-Aue südlich Halle“ und im FFH-Gebiet „Saale-, Elster-, Luppe-Aue zwischen Merseburg und Halle“. Das Gesamtgebiet ist von wertvollen Biotoptypen wie z.B. Auenwäldern, Auenwiesen, ständigen und temporären Gewässern, Röhrichte, Streuobstwiesen sowie Trocken- und Halbtrockenrasengesellschaften geprägt, welche umfassender Maßahmen zum Schutz, Erhalt und Entwicklung erfordern. Die Ausgliederung von Teilen aus dem Landschaftsschutzgebiet im Jahre 1993, um sie mit Wohnbauten sowie dazugehörigen Infrastrukturen zu bebauen, haben zur massiven Zerstörungen von Trocken- und Halbtrockenrasenbeständen, Gehölzbereichen und Feuchtgebieten auf den betroffenen Buntsandsteinhängen geführt. Darüber hinaus hat das Landschaftsbild nachhaltigen Schaden genommen. Bei jeder Exkursion muss man darüber hinaus immer beobachten, wie sich Spaziergänger aus diesem Wohngebiet mit freiherumlaufenden Hunden im Naturschutzgebiet bewegen.
Von der konkreten und weitläufigen Bedrohung des vielfältig, bedeutsamen Natur- und Landschaftsraumes ausgehend, halten es die die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer für dringend erforderlich, den Pfingstanger umfassend zu schützen, zu erhalten und zu betreuen.
Darüber hinaus sahen es die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer den ca. 3 km langen Altdeich zu schlitzen, so dass das Hochwasser der Saale ungehindert in den Gesamtraum der etwa 100 ha großen Saaleaue im Pfingstanger einströmen kann. Das ist ein sehr wichtiger Beitrag zum Schutz, Erhalt und Entwicklung der Auenlandschaft im Pfingstanger und dient zudem als Raum zur Aufnahme von umfassenden Hochwasser. Das spielt nun wieder eine wichtige Rolle bei einer Verringerung des Zuflusses von Hochwasser in den bewohnten Gebieten der Gemeinden Schkopau und Teutschenthal sowie der Stadt Halle (Saale). Der ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) äußerte die Bereitschaft die Schlitzungen des Altdeiches in Form von Arbeitseinsätzen umzusetzen.
Jedenfalls schlossen sich die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer den vielfältigen Forderungen des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) an und appellieren daher an die Stadt Halle (Saale) und den Landkreis Saalekreis, in ihren Eigenschaften als nunmehr zuständige untere Naturschutzbehörden, entsprechende Maßnahmen zum Schutz, Erhalt und Entwicklung zu ergreifen.
Wer noch mehr zu den diesbezüglichen Aktivitäten des AHA erfahren möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345 – 2002746
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 08.03.2020

Fotos: Christine Fröhlich

Fotos: Dietmar Hörner

Fotos: Sabine Schauer

Foto: Andreas Liste


Initiative „Pro Baum“ und AHA fordern sofortigen Stopp der Fällungen am Gimritzer Damm!

Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) verurteilen die am 03.03.2020 begonnenen rechtwidrigen Fällungen von Bäumen und Sträuchern am Gimritzer Damm, um trotz bestehender zwei Klagen beim Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt, vollendete Tatsachen bei der Errichtung einer „Schutzwand“ an der Ostseite des Gimritzer Damms zu schaffen. Ferner verstößt dieses Vorgehen eindeutig gegen § 39 Absatz 5 Nummer 2 Bundesnaturschutzgesetz und ist somit gemäß § 69 Absatz 3 Nummer 13 Bundesnaturschutzgesetz eine Ordnungswidrigkeit. Für die Initiative „Pro Baum“ und den Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) ist es zudem sehr befremdlich, dass die Polizei dieses offensichtliche Fehlverhalten absichert und fordert auch hier Aufklärung für dieses skandalöse Vorgehen. Damit verbunden sehen beide Organisationen eine unbegründete und somit unzulässige Einschränkung des Demonstrations- und Aufenthaltsrecht der Bevölkerung.
Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sieht hier eine verzögerte Fortsetzung der einst am 12.07.2013 illegal begonnenen und vom halleschen Oberbürgermeister veranlassten skandalösen Deichbau, welche ebenfalls mit umfassenden Gehölzfällungen verbunden war.
Angesichts der fortgesetzten und sich verschärfenden Folgen der Rechtsverstöße des vom CDU-Mann Thomas Pleye geführten Landesverwaltungsamtes fordern Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) die Landesregierung Sachsen-Anhalts auf, diese Maßnahmen sofort zu stoppen und ein Disziplinarverfahren gegen den Behördenleiter einzuleiten. Gleiches gilt für die Auftraggeber der Fällaktion.
Ferner sehen beide Organisationen die Staatsanwaltschaft Halle in der Verantwortung die strafrechtliche Relevanz bezüglich der Fällungen zu prüfen und die Rechtmäßigkeit des Polizeieinsatzes zu untersuchen.
Darüber hinaus appellieren Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) an den Landesrechungshof Sachsen-Anhalts die Rechtmäßigkeit des Einsatzes von Steuermitteln zur Umsetzung der begonnenen Fällungen und des Polizeieinsatzes zu überprüfen und in einem öffentlichen Prüfbericht darzustellen.

Aus den obengenannten Gründen heraus rufen Initiative „Pro Baum“ und AHA weiter und verstärkt interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Halle (Saale) zur aktiven Mitwirkung auf, sich mit einzubringen. Interessenten können folgendermaßen zum AHA Kontakt aufnehmen:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345 – 200 27 46
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 04.03.2020


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