Seilhängebrücke TitanRT an der Rappbodetalsperre bei Rübeland – Veröffentlichung in der „Mitteldeutschen Zeitung“ vom 20.07.2017

Die Aussage der grünen Umweltministerin Sachsen-Anhalts verwundert hier überhaupt nicht. Wer die Rodung von 8.000 m² Waldfläche als nicht problematisch ansieht hat komplett fachlich, moralisch und politisch versagt. Es ist schon skandalös im mehrfachen Sinne das Auto zu befördern. Einmal, dass dieses Vorhaben vollkommen autofixiert angesetzt ist und zum anderen neben den zusätzlichen Eintrag von Lärm, Abgasen und Feinstaub, nun auch noch Wald beseitigen zu wollen, welcher einen Großteil zur Gegensteuerung zum Klimagau beträgt. Dazu kommt noch neue Flächenversiegelung im Umfang von 8.000 m².

Alles im Blickpunkt von Klimabkommen, von Allgemeinwissen zur Bedeutung von Bäumen und Wäldern sowie der Folgen diesbezüglicher Eingriffe.

Auf jeden Fall treffen hier wieder einmal mehr grenzenlose Profitsucht sowie politisches und fachliches Unvermögen von Politik und Verwaltung im Land Sachsen-Anhalt deutlich aufeinander.

Link zum Artikel in MZ-Web: http://www.mz-web.de/landkreis-harz/seilhaengebruecke-titanrt-umweltschuetzer-kritisieren-wald-rodung-fuer-parkplatz-28004260


Grundsätze im Umgang mit Hartholzauenwäldern

An:

Kulturstiftung Dessau-Wörlitz
Vorstand & Direktorin
Frau Brigitte Mang
Ernst-Zindel-Straße 08
06847 Dessau-Roßlau

Sehr geehrte Frau Mang,
wie am 12.07.2017 abgesprochen, erhalten Sie nachfolgend von uns formulierte „Grundsätze im Umgang mit Hartholzauenwäldern“ sowie Grobkonzeptionelle Überlegungen zum Park am Sieglitzer Berg und zur Nutzung der wiederentstehenden Solitude vom 05.05.2008, den Antrag auf Erweiterung des NSG „Untere Mulde“ und Vogelschutzgebietsneuausweisungen vom 04.11.2008 und den Rahmenplan zur Erstellung einer Schutz- und Entwicklungskonzeption für den Großen Busch, Stadt Coswig (Anhalt) im Landkreis Wittenberg vom 02.08.2010.
Wir bitten um Kenntnisnahme und dringende Beachtung.
Grundsätze im Umgang mit Hartholzauenwäldern
Aus naturschutzfachlicher Sicht handelt es sich um sehr sensible und wertvolle Waldökosysteme, die eine große Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen beherbergen. Hartholzauenwälder sind inzwischen – aufgrund der großflächigen Zerstörung dieser Auwaldökosysteme im europäischen Maßstab – auf der roten Liste der geschützten Biotope zu finden. Deshalb ist aus unserer Sicht im Falle dieser Auwaldökosysteme die Einstellung der forstwirtschaftlichen Nutzung dringend geboten, damit sie sich – frei von anthropogener Einflussnahme – zu Naturwaldreservaten weiterentwickeln können. Wir möchten dies wie folgt begründen:

  • Der Einsatz des Harvesters (Holzvollernter) wird als alternativlos angesehen, obwohl wissenschaftliche Studien vorliegen, welche die enorme Schadwirkung dieser Erntetechnik auf die Waldböden und die im Arbeitsbereich dieser Maschine stehenden Bäume (Verletzungen durch Schlagwirkung) belegen.
  • Es wird zu wenig Rücksicht auf störungsempfindliche Tierarten genommen, wie z.B. Rotmilan u.a. Tierarten.
  • Für die Bewohner der Baumkronen wie Habicht, Wespenbussard, Mäusebussard, Stammbewohner wie unsere heimischen Spechtarten, Höhlenbrüter wie Hohltaube, Waldkauz, Meisen und Schnäpper sind ältere Baumbestände von großer Bedeutung.
  • Von 86 vom Aussterben bedrohten Vogelarten sind allein für 24 alte Wälder unverzichtbar.
  • Etwa 37 Tierarten sind als „Nachmieter“ auf Spechthöhlen angewiesen.
  • Für die Glieder der Waldlebensgemeinschaft, die alte, starke, beschädigte, absterbende oder tote Bäume benötigen (z.B. Hirschkäfer u. Eichenbock), ist zu befürchten, dass ihre Ansprüche nicht hinreichend berücksichtigt werden.
  • Da es in Mitteleuropa kaum noch Urwälder gibt, sollten aus unserer Sicht die möglichst naturnah zusammengesetzten Auwälder als Naturwaldreservate ihrer eigenen Entwicklung überlassen werden.
  • Denn Naturnähe, Strukturreichtum, Diversität, und Reife sehen wir als wichtige Voraussetzungen für die Sicherung der vielfältigen Funktionen der Auwälder, wie Boden/Klima/Wasserspeicherung und für die Arterhaltung.

Für eine Antwort Ihrerseits wären wir sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Liste
Vorsitzender

Anhang:


AHA führte Radexkursion zur Parkanlage in Gatersleben, zum Hakel, nach Cochstedt und entlang der Bode durch

1-Seestadt-Gatersleben Oberhof Mauersegler

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) beabsichtigt verstärkt und massiver sich für den Schutz, Erhalt und Entwicklung des Raumes zwischen Selke, Hakel, Wipper, Eine und Bode bzw. zwischen Harz, Harzvorland und Börde einzusetzen.
In dem Zusammenhang sieht der AHA aber großräumig gesehen massive Veränderungen geboten. Eingebettet zwischen Harzvorland und Börde sowie weiträumig gesehen zwischen den Fließgewässern Bode, Selke, Wipper und Eine gilt es unbedingt die Biotopverbundräume zu stabilisieren. Dazu zählen die sukzessive Wiederausdehnung des Hakel in Richtung der Selke, die Entwicklung bzw. Schaffung von Grünverbindungen zum gefluteten Concordia-See sowie die Wieder- und Neuentstehung von Streuobstwiesenbeständen in Richtung Hakeborn, Egeln und Cochstedt. Diese Grünverbindungen sollten aus mindestens 10 m breiten Gehölzstreifen mit einem mindestens 3 m breiten Kraut- und Staudensaumen bestehen. Als Leitlinie könnten u.a. Wege dienen. Diese Gehölzstreifen können sich sukzessiv entwickeln oder bzw. sowie als Pflanzung aus Obstalleen und an feuchteren Stellen aus Kopfweiden bestehen.
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Initiative „Pro Baum“ und AHA halten mehr Biotop- und Grünverbund in Halles Norden für erforderlich

Halles Norden im Bereich der Stadtteile Frohe Zukunft, Seeben, Tornau und Mötzlich haben z.B. mit dem Gutspark Seeben, den Posthornteichen, den Gehölzflächen im Bereich des Zöberitzer Weges sowie den Landschafts- und Naturbestandteilen im Bereich des Goldberges ökologisch sehr wertvolle Bereiche aufzuweisen, welche bis zu den Auen von Saale, Götsche, Reide und Rieda heranreichen. Die Bedeutsamkeit ist auch deutlich in den Schutzausweisungen von 3 Naturdenkmalen und 2 geschützten Landschaftsbestandteilen erkennbar.

1-Halle_Zöberitzer Straße Blick auf Verbindungsweg zum Wickenweg nach Süden (1)
1-Halle_Zöberitzer Straße Blick auf Verbindungsweg zum Wickenweg nach Süden (1)

Für die Initiative „Pro Baum“ und den Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) war und ist sehr wichtig, dass zusammen mit dem Schutz, Erhalt und Entwicklungen einzelner Schutzgebiete, Natur- und Landschaftsbestandteile der Biotop- und Grünverbund noch mehr Raum und Bedeutung erhält. Dazu ist es dringend erforderlich, den rechtlichen sowie fachlich-inhaltlichen Rahmen dafür zu schaffen, da es dringend geboten ist, neben dem Schutz und Erhalt von bestehendem und der Erweiterung von Wegbegleitgrün, Prüfung der Erweiterung des Gutsparkes Seeben sowie dem Schutz, Erhalt und Betreuung bestehender Streuobstflächen im Raum Seeben und die Entstehung einer Streuobstwiese auf der Fläche der einstigen Fasanerie, den Schutz und Erhalt der Gehölzflächen zwischen Posthornteichen und Froher Zukunft zu sichern.

2-Halle_Zöberitzer Straße - Am Abzweig zum Verbindungsweg zum Wickenweg Blick nach Norden (1)
2-Halle_Zöberitzer Straße – Am Abzweig zum Verbindungsweg zum Wickenweg Blick nach Norden (1)

Nunmehr haben massive bauliche und forstwirtschaftliche Eingriffe in den Gehölzflächen zwischen Posthornteichen und Froher Zukunft stattgefunden. Dazu zählen der massiv umstrittene Neubau eines Verbindungsweges zwischen Wickenweg und Zöberitzer Straße sowie die umfassende Abholzungen in dem Waldgebiet. Dabei entfernte man nicht nur umfassend Gehölze, deren Stämme entlang der Zöberitzer Straße aufgeschichtet wurden, sondern auch stark verdichteten Rückegassen.

3-Halle_Zöberitzer Straße - Am Abzweig zum Verbindungsweg zum Wickenweg Blick nach Südwesten in Richtung Dessauer Straße (1)
3-Halle_Zöberitzer Straße – Am Abzweig zum Verbindungsweg zum Wickenweg Blick nach Südwesten in Richtung Dessauer Straße (1)

Daher fordern Initiative „Pro Baum“ und AHA Politik und Verwaltung der Stadt Halle (Saale) auf, derartige Eingriffe künftig zu unterlassen. Immerhin gehören auch die Gehölzflächen zwischen Posthornteichen und Froher Zukunft zu bedeutsamen Lebens- und Rückzugsräumen von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten. Ferner stellen sie einen bedeutsamen Bestandteil eines umfassenden Biotop- und Grünverbundes zwischen der Stadt Halle (Saale) und dem angrenzenden Saalekreis dar.

4-Halle_Zöberitzer Straße - Blick nach Südwesten in Richtung Dessauer Straße (2)
4-Halle_Zöberitzer Straße – Blick nach Südwesten in Richtung Dessauer Straße (2)

Dies gilt es unbedingt und massiv zu schützen, zu erhalten und eine sukzessive Weiterentwicklung zu ermöglichen.

Die Initiative „Pro Baum“ und AHA beabsichtigt daher Interessenten gewinnen, welche sich für den Schutz, den Erhalt und Weiterentwicklung ehrenamtlich einbringen möchten.

Wer daran Interesse hat im Rahmen einer gemeinsamen ehrenamtlichen Arbeitsgruppe von Initiative „Pro Baum“ und AHA mitzuwirken, wende sich bitte an folgende Kontaktmöglichkeit:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

Fotos Andreas Liste


AHA fordert endlich alle Planungen zum Saale-Elbe-Kanal endgültig zu stoppen

Die Errichtung eines sogenannten Schleusenkanals Tornitz, was eine klare Ausbaumaßnahme der Saale darstellt, ist nach der Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) ein weiterer erschreckender Ausdruck der Ignoranz der klaren Fakten und Tatsachen in Sachen Ökonomie, Ökologie und Klimaschutz.

Der angedachte ca. 7,5 km lange sogenannte Schleusenkanal Tornitz soll eine garantierte Tiefe von 3,00 m haben, während die Elbe nur eine garantierte Tiefe von 1,40 m aufweist. Somit ist der nachfolgende Ausbau der Elbe vorprogrammiert, da ansonsten die 1.000 bis 1.350 Tonnen-Schiffe diesen Fluss nicht befahren können. So hat laut Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg in den Jahren 1990 bis 2007 die Elbe durchschnittlich nur an 111 Tagen die erforderliche Fahrrinnentiefe von 2,50 m erreicht. In den Jahren zwischen 1997 und 2012 waren zwischen Saalemündung und Magdeburg 135 Tage und zwischen Tschechischer Republik und Saalemündung waren nur 125 Tage zu verzeichnen. Darüber hinaus wäre auch die Saale zwischen Halle (Saale) und Calbe (Saale) für Begegnungen zu schmal, so dass zumindestens in gewissen Abständen Ausweichstellen und am halleschen Hafen eine Wendestelle zu bauen sind. Außerdem baut in der Bundesrepublik keiner mehr 1.000 und 1.350 t-Schiffe, sondern stattdessen 2.500 t-Schiffe, welche eine garantierte ganzjährige Tiefe von 3,00-4,00 m benötigen.

Darüber hinaus gibt es auch ein hydrologisches Problem. Zwar nimmt die Saale mit einem mittleren Abfluss von 115 m³/s zusammen mit der Havel Platz 2 hinter der Moldau als wasserreichster Nebenfluss ein, jedoch durchquert sie ein umfassendes Gebiet im Regenschatten des Harzes. Dieses Gebiet ist von einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge in Höhe von 450 mm gekennzeichnet. Klimaprognosen für den mitteldeutschen Raum lassen eine weitere Verringerung der Niederschlagsmengen auf ca. 300 mm erwarten. Somit ist es als problematisch zu sehen, wie die Saale den eigentlichen Lauf und einen ca. 7 km langen und ca. 3 m tiefen Kanal zusätzlich mit Wasser speisen soll.

Des weiteren gehen weiterhin wertvoller Ackerboden verloren. Schon jetzt sind von 33.000 Hektar großen Acker-Wirtschaftsflächen des früheren Landkreises Schönebeck 9.000 Hektar „bergbaurechtlich“ verkauft. Ein Saale-Elbe-Kanal trägt zur Verschärfung dieser Situation bei.
Daran ändert, nach Auffassung des AHA, auch eine vom Schönebecker Diplom-Ingenieur Christian Jung ins Gespräch gebrachte Abkürzung über die Kiesseen zwischen Calbe (Saale) und Barby (Elbe) nichts. Hier besteht sogar noch die Gefahr, dass die Kiesseen durch Eintrag von Auenschlick und Nährstoffen zusehend an Wasserqualität verlieren und verlanden könnten. Dem müsste man mit umfassenden und sehr kostenintensiven Ausbaggerungen begegnen. Auf Grund der Tatsache, dass Saaleschlamm noch immer sehr stark schwermetallbelastet ist, wäre dieser als Sondermüll zu behandeln und könnte nicht einfach im offenen Gelände gelagert oder gar auf Flächen aller Art ausgebracht werden.

Und das Ganze soll ja dann bis zu 150 Millionen Euro kosten. Nur immer wieder neue Gutachten und deren Auswertung erhöhen nur noch die Kosten, so dass man bestimmt bald von mehr als 200 Millionen Euro Kosten sprechen muss.

Dabei sind alle diese Tatsachen nun schon oft genug begutachtet worden und somit umfassend und ausreichend bekannt. Sie lassen wenig Umweltverträgliches an der Form des Ausbaus und der Saaleschifffahrt erkennen. Außerdem haben z.B. der hallesche Wirtschaftsprofessor Zabel im Jahre 2008 und die jüngste Studie vom Bundesverkehrsministerium im Auftrag gegebene Studie der Planco Consulting GmbH nachgewiesen, dass ein Saaleseitenkanal wirtschaftlich betrachtet, vollkommen überflüssig erscheint. Bereits die Prognosen der Planco-Studie von 230.000 bis 560.000 Tonnen Transportgut im Jahr erscheinen, angesichts der bisherigen Flaute im Schifffahrtsverkehr auf Elbe und Saale, sehr hoch gegriffen. Wenn selbst, die offenbar mit der heißen Nadel gestrickte Studie der vom Verkehrsministerium Sachsen-Anhalts beauftragten Dresdner Firma LUB Consulting mit utopischen 1,5 Millionen Tonnen jährlich zum Tragen kämen, ergäbe dies (Zabel 2008) immer noch eine Subventionshöhe von 18,18 Euro/t. Das entspreche bei 1,5 Millionen Tonnen im Jahr eine jährliche Subvention in Höhe von 28.200.000 Euro an Steuergeldern.

Somit ist weiterhin weder eine ökonomische, noch eine ökologische Basis für ein derartiges Vorhaben gegeben.

Derweil hat die Deutsche Bahn auf der Strecke Halle-Magdeburg nur eine Transportauslastung von 30 %. U.a. auf Grund derartiger Mangelbelastungen haben bei der Deutschen Bahn seit dem Beginn der Bahnreform im Jahre 1994 bundesweit ca. 160.000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren.

Der AHA hält es weiterhin für dringend geboten die Schiffe dem Fluss anzupassen und nicht umgekehrt. Zudem gilt es die wertvolle, arten- und strukturreiche Natur und Landschaft für eine umwelt- und naturverträgliche Landwirtschaft sowie einen gleichgearteten Tourismus zu nutzen, um hier ernsthaft gefährdete Arbeitsplätze zu sichern.

Daher hält es der AHA für dringend geboten das Vorhaben Saale-Elbe-Kanal nun endlich sowie endgültig zu stoppen und nicht weiter unnütz Steuermittel und personelle Ressourcen dafür einzusetzen.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sieht es daher nur folgerichtig, wenn die Bundesregierung am Stopp des Vorhabens Saaleseitenkanal festhält. Ferner wäre es dringend erforderlich, dass sich Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung mit einer Änderung des Bundesverkehrswegeplans endgültig von den Planungen für den ökologisch unverträglichen und ökonomisch unsinnigen Saaleseitenkanal verabschieden und in dem Zusammenhang auch einer weiteren diesbezüglichen Verschwendung von Steuermitteln einen Riegel vorschiebt.

Nunmehr führt der AHA diesbezüglich am Samstag, den 22.07.2017 eine ca. fünfstündige Fahrradexkursion zum Mündungsgebiet der Saale in die Elbe durch. Als Route ist folgende ca. 25 km lange Strecke vorgesehen: Schönebeck (Elbe) » Gnadau » Calbe (Saale) mit Standort für geplanten Kanalbeginn » Tornitz » Barby (Elbe) am Elbe-Saale-Camp unweit der Fähre
Die Fahrradexkursion beginnt um 08:00 Uhr am Salzblumenplatz in Schönebeck (Elbe)

Im Rahmen der Fahrradexkursion möchte der AHA vor Ort auf die Problematik Saaleseitenkanal und der Gefahr eines Ausbaus der Elbe hinweisen. Inhaltlich ist ferner vorgesehen auf Fragen des Hochwassers und Anstieg des Grundwassers einzugehen. In dem Zusammenhang beabsichtigt der AHA auf Möglichkeiten der Mitwirkung ehrenamtlich Interessierter im Rahmen einer angedachten AHA-Gruppe Elbe-Saale-Winkel hinzuweisen.


Der Wolf gehört zur Fauna in Deutschland

Mit einer Mischung aus Verwunderung und Entsetzen hat der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) das fortgesetzte Agieren der sachsen-anhaltinischen CDU aufgenommen, welche verstärktes Vorgehen gegen die Rückkehr des Wolfes anmahnen. Dabei schrecken diese Leute nicht zurück Hand in Hand mit einigen unverbesserlichen privaten Waldeigentümern, Jägern und Landwirten Wölfe zum Abschuss freizugegeben.

Dabei scheinen diese Leute zu vergessen, dass ein ähnliches Vorgehen dazu führte, dass in Folge intensiver Jagd das Gebiet des Deutschen Bundes 1850 weitgehend wolfsfrei war. Im Unterschied zum Luchs, gab es immer wieder Zuwanderungen aus dem Osten. Jedoch erlegte man sie immer wieder, was mit dem Beitritt der DDR zur BRD im Jahre 1990 und mit der damit verbundenen Unterschutzstellung auch im Osten Deutschlands sein Ende finden sollte.

Beide Tiere, welche klar als Nahrungskonkurrenten gelten, nehmen so wieder den obersten Teil der Nahrungspyramide ein. Einen Platz, welchen „ersatzweise“ die Jägerschaft über Jahrzehnte für sich beanspruchte. Die Unruhe der Jägerschaft ist daher nicht nachvollziehbar. Noch dazu man immer wieder, gebetsmühlenartig, nie wissenschaftlich begründet von steigenden Beständen an Reh-, Rot-, Dam- und Schwarzwild sprach bzw. spricht.

Nach Auffassung des AHA ist es unverantwortlich, wenn immer wieder CDU- Politiker zum Hass und Abschuss eines Tieres aufrufen, welches unweigerlich zu Deutschland gehört und daher eines besonderen Schutzes bedarf. Eine Schaffung von Reservaten ist fachlich unlogisch. Neben dem ökologischen Fehlansatz, würde das die großräumige Absperrung von Waldgebieten und deren Überwachung bedeuten. Neben der Tatsache, dass man so den Wolf und alle anderen größeren Säugetiere in ihrer Bewegung einschränkt, bedeutet das einen riesigen finanziellen und materiellen Aufwand. Der gemeinsame Wunsch von CDU und des Chefs des Waldbesitzerverbandes des Landes Sachsen-Anhalt Franz Prinz zu Salm-Salm alle Wölfe abzuschießen, welche solche Reservate verlassen, setzt diesem Unsinn noch die Krone auf.

Die CDU und der Chefs des Waldbesitzerverbandes des Landes Sachsen-Anhalt Franz Prinz zu Salm-Salm wollen oder können nicht begreifen, dass die schrittweise Wiedereinstellung einer naturnaheren bis natürlichen Nahrungspyramide eher dem Ansinnen eines nachhaltigen Naturschutzes entspricht, als eine „Regulierung“ von Wild in die ausschließliche Hand des Menschen zu legen bzw. zu belassen.

Für den AHA gehört es eher zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe arten- und strukturreiche Natur- und Lebensräume zu erhalten und zu schützen sowie Raum zur sukzessiven Ausdehnung zu geben. Ferner gilt es Biotop- und Grünverbundräume zu schützen, zu erhalten, zu stabilisieren und räumlich auszuweiten. Dazu können die Randstreifen von bestehenden und wiederherzustellenden Wegen sowie nicht zuletzt mindestens 10 m breite Gewässerschonstreifen entlang von Fließgewässern aller Größen und Längen dienen.

Für den AHA ist es darüberhinaus unverständlich, dass kein Aufschrei von Umweltpolitikern der CDU ertönt, wenn es um Fortsetzung des Flächenfrasses für Verkehrs-, Wohn- und Gewerbeflächen und –bauten, damit verbundener Zerschneidung und Einschränkung von Landschafts- Überflutungs- und Naturräumen sowie einer Verarmung der Agrarlandschaft durch Verringerung der Ackerkulturen, der Arten- und Strukturvielfalt durch Verlust bzw. Fehlen von Gehölz- und Grüninseln und –streifen und von Feuchtgebieten und Stauden-, Trocken- und Halbtrockenrasengesellschaften geht.
Dabei weisen das Umweltbundesamt und das Statistische Bundesamt in Deutschland gegenwärtig eine tagtägliche Neuversiegelung von Boden im Umfang im Umfang von 69 ha Boden aus. Dies geht zumeist zu Lasten von fruchtbaren Böden und der Landwirt-schaft. Das entspricht in etwa einer Fläche von ca. 100 Fußballfeldern und im Jahr in etwa einer Fläche von 25.185 ha -69 ha/Tag x 365 Tage/Jahr = 25.185 ha/Jahr. Im Vergleich dazu die Fläche der Stadt Leipzig, welche 29.760 ha beträgt.

Ferner führte die Art und Weise des Betreibens der Landwirtschaft auch im Gebiet der einstigen DDR nach 1990 zur Verarmung des Anbaus von Feldkulturen. Von einst 25 verschiedenen Kulturen, sind nur 7 übrig geblieben.

Hier erwartet der AHA auch mehr Handeln der Politiker der CDU in Sachsen-Anhalt, anstatt eine Hass- und Drohkulisse gegen den Wolf und womöglich irgendwann auch gegen den Luchs aufzubauen.

Die Äußerungen des Chefs des Waldbesitzerverbandes des Landes Sachsen-Anhalt Franz Prinz zu Salm-Salm, dass es zu illegalen Abschüssen kommt, ist als klare Drohung und Ermunterung zu Straftaten zu verstehen. Ferner ist es ungeheuerlich, dass dieser Mann den Bewohnerinnen und Bewohnern im Osten Deutschlands mehr kriminelle Energie unterstellt. Hier gilt es gar die strafrechtliche Relevanz zu prüfen.

Nach Ansicht des AHA müssen erst einmal absolut vorrangig der ungehemmte Flächenfrass sowie ausgeräumte, monokulturell genutzte Agrarlandschaften schnellstmöglich der Vergangenheit angehören.

Daran mitzuwirken sollte Auftrag an die Bevölkerung sowie politische Gremien und Behörden sein.

Der ehrenamtliche und gemeinnützige AHA bietet dahingehend Interessenten Raum im Rahmen von territorialen Regional- und Ortsgruppen bzw. thematischen Arbeits- und Interessengruppen –wie z.B. die Arbeitsgruppe Feldökologie- mitzuwirken.
Wer noch mehr zu den diesbezüglichen Aktivitäten des AHA erfahren möchte, wende sich bitte an folgende zentrale Kontaktmöglichkeiten:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de