Konzeptioneller Exkursionsbericht vom 22.05.2010 entlang der Mulde unweit der Wasserstadt in der Stadt Dessau – Rosslau

I. Grundsätzliches

Auenlandschaften gehören zu den arten- und strukturreichsten Landschaften der gemäßigten Zonen der Erde. Sie dienen zahlreichen Tier- und Pflanzenarten als Lebens- und Rückzugsraum, bilden Biotop- und Grünverbundräume sowie haben die Funktion als Kaltluftentstehungsgebiet und Kaltluftventilationsbahn. Zudem haben sie eine wichtige Funktion für das Wasserregime des dazugehörigen Fließgewässers. Dazu zählen die Funktion als Ausbreitungsraum bei Hochwasser mit der damit verbundenen Klärung dieser Wässer durch Absetzung von Schwebstoffen und Treibgut aller Art sowie bei der Reduzierung von Fließgeschwindigkeiten und –aufprallkräften.

Auf Grund ihrer Besonderheiten nutzen gestresste Menschen die Aue als Naherholungsraum.

Diese Tatsachen haben dazu beigetragen, dass beispielsweise Auenwälder zu den gesetzlich geschützten Biotopen gemäß § 30 Bundesnaturschutzgesetz gehören.

Leider bedrohen falsche Deichverlegungen sowie zusätzliche Versiegelungen für Straßen, Siedlungen, an Uferzonen und in Sohlbereichen den Gesamt- und Teilbestand von Auenlandschaften. In dem Zusammenhang sei erwähnt, dass laut Statistischem Bundesamt und Umweltbundesamt in Deutschland täglich 120 bis 130 ha neu versiegelt werden. Das entspricht im Jahr in etwa der Fläche der Stadt München. Hauptsächlich tragen dazu Siedlungs- und Verkehrswegebau bei.

 

II. Anliegen der Exkursion am 22.05.2010

Die Stadt Dessau-Rosslau plant für vorerst veranschlagte etwa 15 Millionen Euro die Errichtung einer Nordostumgehung mit Errichtung einer weiteren Muldebrücke im Bereich der Wasserstadt. Dieser Bau führt u.a. zum starken Zerschneiden bedeutsamer Natur- und Kulturlandschaften.

Im Rahmen der Exkursion erfolgte eine Inaugenscheinnahme des mittelbar und unmittelbar betroffenen Muldebereiches, welcher direkt an das ca. 1.191 ha große Naturschutzgebiet „Untere Mulde“ angrenzt und sich im 125.743 Hektar (ca. 1.257 km²) großem Biosphärenreservat „Mittelelbe“ befindet. In dem Zusammenhang galt es ferner eine tiefgründige Kartierung vorzubereiten bzw. voranzutreiben.

 

III. Beobachtungen, Feststellungen und Schlussfolgerungen 

Der mehrfach genannte Muldeabschnitt befindet sich nordwestlich bzw. nördlich der Wasserstadt, umfasst eine Länge von etwa 800 m, eine Breite zwischen ca. 5 bis 20 m, grenzt an das ca. 1.191 ha große Naturschutzgebiet Untere Muldeund liegt im 125.743 Hektar (ca. 1.257 km²) großem Biosphärenreservat „Mittelelbe“.

Südöstlich schließt sich ein Wohngebiet an, welches eine Trennung zum Muldebereich durch einen Betondeich erfährt.

Prägend sind für den Muldeabschnitt der Mischbestand von Hart- und Weichholzaue sowie im direkten Anschluss zum Betondeich ein ca. 1 bis 5 m breiter Wiesenstreifen. Die Weichholzaue in der Baumschicht besteht vorrangig aus Beständen von Silberweide und Schwarzpappelhybriden. Als Vertreter der Baumschicht in der Hartholzaue sind z.B. Stieleiche, Gemeine Esche, Feld- und Flatterulme sowie Feldahorn zu nennen. Die Strauchschicht ist vorrangig von Schwarzem Holunder, Europäischen Pfaffenhütchen, Frühblühender Traubenkirsche, Kratzbeere und Weißdorn gekennzeichnet. In der Feldschicht gedeihen z.B. Scharbockskraut, Goldsternchen, Große Brennnessel, Schöllkraut, Sternmiere und Gemeiner Efeu.

Vereinzelt sind noch Reste von Obstbeständen aus Birnen, Äpfeln und Pflaumen erkennbar.

Diese auszugsweise genannte Zusammensetzung und die Struktur zeugen von einer positiv voranschreitenden sukzessiven Entwicklung eines arten- und strukturreichen Auenwaldes am Ufer der Mulde. Trotz fremdartiger Beeinflussung durch menschliche Nutzung wie teilweiser Verbringung von Unrat und Gartenabfällen, Existenz standortfremder Gehölze wie Blutbuchen, Berg- und Spitzahorn sowie Trittschäden am Ufer, ist bei Ausbleiben menschlicher Einflüsse die ungestörte, schnelle sukzessive Entwicklung und Erweiterung des Auenwaldes zu erwarten. Der Verbleib von Alt- und Totholz, als Lebens- und Rückzugsraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, tragen unweigerlich zur Bereicherung der Struktur bei.

Eine derartige Entwicklung gilt es unbedingt zu sichern, zu schützen und zu befördern. Der offenbar im privaten Besitz befindliche Auenstreifen ist daher von allem Unrat und Verdichtungen in Folge menschlicher Nutzung zu befreien und künftig zu verschonen. Die ungestörte Ausbreitung von Saatgut und Pflanzenteilen, welche der sehr wünschenswerten sukzessiven Entwicklung zu Grunde liegen, bedarf eines massiven Ausschlusses von Störungen und Beeinträchtigungen. Derartige Störungen und Beeinträchtigungen finden ihren Ursprung in Verbauungen, Sohl- und Uferbefestigungen, Übermäßiges Betreten des Geländes, Verbringen von Garten- und Siedlungsabfällen, unsachgemäßen Mahden sowie die Einbringung nicht-autochthoner Pflanzen.

Eine Errichtung einer Nordostumgehung der Stadt Dessau-Rosslau mit dem damit verbundenen Bau einer weiteren Muldebrücke führt neben einer Totalzerschneidung des Auenwaldstreifens und der ungestörten Ausbreitung von Kalt- und Frischluft entlang der Mulde, zur Einschränkung bis Ausschluss obengenannter ungestörter Ausbreitung von Saatgut und Pflanzenteilen und hat eine Zerstörung und zusätzliche Verlärmung eines wertvollen und einzigartigen Natur- und Kulturraumes zur Folge. Neben der grundsätzlichen sukzessiven Ausbreitung und Verjüngung ist ferner mit einer empfindlichen Störung oder gar Unterbindung eines genetischen Austausches vorrangig flussabwärts, aber auch flussaufwärts mit allen Folgen einer genetischen Verinselung, zu rechnen. Abgesehen davon, dass somit ein Eingriff in das Hochwassereinzugsgebiet der Mulde erfolgt. Ebenfalls verheerende Folgen haben Ufer- und Sohlversiegelungen beispielsweise mit Beton bzw. Schotter. Hiermit verbunden entstehen Totalverluste in Sachen Flussdynamik und vielfältiger Ufervegetation. In dem Zusammenhang gilt sogar die Rücknahme der Verschotterung des gegenüberliegenden Ufers zu prüfen und ggf. anzugehen.

Alles im allen zeichnet sich der mischauenwaldbewachsende Muldeuferstreifen mit seinem Strauch- und Wiesensaumen als sehr wertvoller Bestand und Entwicklungsraum aus. Neben des Ausbleibens weiterer umfassender, z.B. obengenannter Störungen, sind alsbaldige Kartierungen der Fauna und Flora dringend vonnöten. In dem Zusammenhang muss zudem eine entsprechende Prüfung der räumlichen Ausweitung des bestehenden ca. 1.191 ha große Naturschutzgebiet „Untere Mulde“ erfolgen.

 

IV. Zusammenfassung und Ausblick

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) mit seiner Ortsgruppe Dessau-Rosslau ist bereit im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit und Möglichkeiten sowie in Abstimmung mit den Flächeneigentümern und Verantwortlichen, die fachlich-inhaltliche Betreuung dieses Teils der Muldeaue zu übernehmen. Ein erster Schritt in diese Richtung stellt eine flächendeckende Kartierung von Fauna und Flora dar. Darüber hinaus gilt es u.a. den Unrat zu beräumen, kleinere nicht standortgerechte Gehölze umzusetzen sowie Trampelpfade abzusperren sowie ggf. einen Antrag auf Erweiterung des ca. 1.191 ha großen Naturschutzgebietes „Untere Mulde“ zu stellen.

Auf jeden Fall muss alles unternommen werden, um die Errichtung einer Nordostumgehung der Stadt Dessau-Rosslau mit dem damit verbundenen Bau einer weiteren Muldebrücke zu verhindern, noch dazu nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und allgemeinlogische Gründe gegen das Vorhaben sprechen. Hierzu ist ein enger und intensiver Kontakt zur Bürgerinitiative „Dessau – Natürlich Mobil“ unerlässlich.

Anlagen:

KarteMuldeaueWasserstadtDessauRosslauÜbersichtMarkiertAuenwaldGroßerBusch

KarteMuldeaueWasserstadtDessauRosslauMarkiert


Stellungnahme zum Kurzgutachten zum kulturtouristischen Nutzen und zur Finanzierbarkeit des Elster – Saale Kanals

Das Kurzgutachten geht von einem Tourismus aus, welcher insbesondere in den letzten zwanzig Jahren sehr stark negativ in Umwelt, Natur und Landschaft eingegriffen hat. Ein derartiger Tourismus darf keinesfalls die Zukunft prägen.

Im konkreten Fall bildet das großräumige Gebiet der Saale-Elster-Luppe-Aue zwischen den Städten Halle (Saale), Merseburg, Leuna und Leipzig einen arten- und strukturreichen Landschafts- und Naturraum, welcher von Saale, Weißer Elster und Luppe geprägt ist und diesen zudem größtenteils als Retentionsfläche dient. Die daraus resultierenden länderübegreifenden Landschafts- und Naturschutzgebiete sowie Naturdenkmale besitzen zudem noch europäischen Schutzstatus nach der Fauna-Habitat-Richtlinie.

Industrielle Nutzung, Bergbau, Siedlungs- und Straßenbau sowie Verbauungen und Begradigungen von Saale, Weißer Elster und Luppe haben umfassende Schäden an der Umwelt sowie in Natur und Landschaft hinterlassen. Erste Überlegungen dahingehend, Schäden rückgängig zu machen, können in der Wiedereinbindung von abgeschnittenen Flussmäandern, Deichrückverlegungen, Flächenentsiegelungen und extensiver, ökologisch orientierter Landwirtschaft liegen. Genauso ist es mit dem Tourismus zu sehen. Dieser muss sich in Natur und Landschaft einfügen. Es darf keinesfalls eine weitere Anpassung von Natur und Landschaft an den Tourismus geben.

Darüber hinaus weist der genannte Raum umfassende archäologische und historische Besonderheiten auf.

Wie jede andere Region hat auch der Raum zwischen den Städten Halle (Saale), Merseburg, Leuna und Leipzig spezielle Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten aufzuweisen, welche gekoppelt mit der vielfältigen Natur und Landschaft einen umfassenden, einzigartigen Anziehungspunkt für Touristen darstellt. Darauf gilt es auch das regionale und überregionale Tourismuskonzept abzustimmen.

Das Vorhaben den Elster-Saale-Kanal auf seinen restlichen 7,55 km zu vollenden, möge für Schifffahrtsinteressenten recht nachvollziehbar, aber auf Grund der noch immer nicht konkret bezifferten Kosten und der zu erwartenden massiven Eingriffen in Natur und Landschaft, für die Öffentlichkeit mehr als umstritten zu betrachten sein. Um das Vorhaben noch schmackhafter zu gestalten, soll nun offenbar ein angedachtes Schiffshebewerk herhalten, um angenommene 500.000 Besucher im Jahr = 1.369,86 Besucher am Tag heranzulocken.

Schon die Zahlen erscheinen in jeglicher Hinsicht beängstigend. Entweder es treten tatsächlich die Besucherbedingungen ein oder sie werden vollständig verfehlt. Ersteres hätte garantiert ebenfalls logistisch-baulich Veränderungen im näheren sowie weiteren Umfeld zur Folge und letzteres wäre ein Ausdruck vollständiger Fehlinvestition. Immerhin zielt das Gutachten auf eine vorrangige Finanzierung aus öffentlichen Mitteln ab. Die Gutachter haben fahrlässigerweise, neben den eigentlichen Baumaßnahmen für Kanal und Schiffshebewerk, daher folgende logistische Aspekte unberücksichtigt lassen, welche man z.B. in dem Atemzug ggf. ebenfalls gleich realisiert haben möchte:

 

  • Neubau bzw. Ausbau von Straßenanbindungen und Parkplätzen zu Kanal und Schiffshebewerk
  • Ggf. Entstehung von Begleitbauten und –einrichtungen wie z.B. Imbissbuden und Aussichtspunkten
  • Errichtung weiterer großdimensionierter Steganlagen entlang der Saale ab Kreypau flussauf und -abwärts. Die ersten katastrophalen Auswirkungen des Programms „Das Blaue Band“ sind u.a. mit den riesigen, illegal gebauten Steganlagen in Brachwitz und Salzmünde zu besichtigen. Damit einhergehende Verbauungen in den betreffenden Uferbereichen zerstören nicht nur Landschafts- und Naturräume, sondern senken auch die landschaftliche Attraktivität und schränken Hochwasserräume ein.
  • Missbrauch als Begründung zur Errichtung eines Saaleseitenkanals im Mündungsbereich der Saale in die Elbe.

 

Dabei ist noch nicht einmal aufgeführt, welche landschaftlichen und räumlichen Veränderungen mit dem Bau des Kanals und des Schiffshebewerkes verbunden sein könnten. Dazu gehören z.B. Erdbewegungen, Schaffung entsprechender Straßen- und Wegeverbindungen.

Somit fehlt dem Kurzgutachten eindeutig die Umweltverträglichkeitskomponente. Die Auswirkungen von Beeinträchtigungen auf Umwelt, Natur und Landschaft wären zudem nicht auf den Kanalbereich beschränkt, sondern wie bereits erwähnt, für die Saale flussaufwärts -bis mindestens Naumburg- und flussabwärts bis zur Mündung in die Elbe zu erwarten. Das entzieht sich dann vollständig dem Wirkungskreis und Einflussbereich des Kurzgutachtens und des Fördervereins Saale-Elster-Kanal e.V.

Eine derartige Herangehensweise ist inakzeptabel, betrachtet nur einen räumlichen und inhaltlichen Teil und vernachlässigt die garantiert eintretenden Folgeschäden und damit verbundenen Folgekosten, welche übrigens auch durch eine verstärkte Motorisierung der Fließgewässer zu erwarten sind.

Der Grundfehler ist eben Flüsse nur als Wasserstraße sowie Tourismus als umwelt-, natur- und landschaftsdominierendes Element und dabei nur kurzsichtige Einnahme- und Gewinnsituationen zu betrachten. Zum Beispiel die Aufforderung zur Wiederbelebung des Programms „Das Blaue Band“ bestätigen diese Befürchtungen.

In dem Zusammenhang bleibt unberücksichtigt, dass womöglich Millionenbeträge in die öffentlichen Kassen fließen könnten, aber die Folgekosten für die nachhaltigen Schäden an Umwelt, Natur und Landschaft, ebenso die Unterhaltung der Vekehrsanbindungen, auch aus diesen Gewinnen zu finanzieren sind. Insofern ist es zutiefst unverantwortlich nur geschätzte finanzielle Gewinnsituationen aufzuzeigen, aber die mit dem Vorhaben Elster-Saale-Kanal und Schiffshebewerk verbundenen Folgekostensituationen vollständig unberücksichtigt zu lassen.


AHA und Initiative „Pro Baum“ fordern ordnungsgemäßen Schutz der Gehölze in Halle (Saale)

Mit Entsetzen, Empörung und Unverständnis nehmen Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und Initiative „Pro Baum“ den gegenwärtigen zerstörerischen Umgang der Verantwortlichen der  Stadt Halle (Saale) mit dem Gehölzbestand im halleschen Stadtgebiet auf. Der Bogen lässt sich von den Massenabholzungen in der Dölauer Heide, über das östliche Saaleufer am Holzplatz/Pulverweiden bis hin zur Otto-Stomps-Straße spannen. Den Zerstörungen am Gehölzbestand liegen zumeist fachlich-sachlich unfundierte Gefälligkeitsgutachten zu Grunde, welche u.a. immer eine Gefahrensituation prognostizieren, welche definitiv nicht bestehen. So haben beispielsweise die Pappeln am östlichen Saaleufer am Holzplatz/Pulverweiden sowie die Bäume in der Otto-Stomps-Straße trotz starker mutwilliger urzelbeschädigungen ohne nennenswerte Schäden starke Hochwasser bzw. Stürme überstanden. Trotzdem spricht der zuständige Beigeordnete Uwe Stäglin immer wieder von Gefahrenabwehrmaßnahmen. Andere warnende Hinweise und Proteste aus der Bevölkerung, ihrer Vereine und Initiativen werden vollkommen ignoriert. Ist das nun gelebte Demokratie ? Zeugt das von einem sorgsamen, fachlich-inhaltlich fundierten Umgang mit der uns anvertrauten Umwelt, Natur und Landschaft? Nach der Auffassung von AHA und Initiative „Pro Baum“ ist seitens der Administration der halleschen Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados ein vollkommen neues
Herangehen an Fragen des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes –im Allgemeinenund an den Schutz der Gehölze in der Stadt Halle (Saale) –im Speziellen- dringend vonnöten. Das setzt zudem eine verstärkte Kontrollfunktion des Stadtrates voraus. Dazu zählen nach Meinung des AHA und der Initiative „Pro Baum“ die Erarbeitung und der Beschluss einer neuen Baumschutz- oder Gehölzschutzsatzung, die den Namen auch verdient, der Stopp aller Abholzungen, die unverzügliche Nachpflanzung von Alleebäumen in den vollständig bzw. teilweise leergeholzten Straßen, wie Otto-Stomps-Straße, Delitzscher Straße und Beesener Straße sowie die Überlassung der brutal kahlschlagartig abgeholzten Bereiche am östlichen Saaleufer am Holzplatz/Pulverweiden und der Dölauer Heide eines sukzessiven Wiederbewuchses, um eine standortgerechte Gehölzentwicklung zu ermöglichen. Eng damit verbunden ist die Überprüfung aller Straßenbauarbeiten in Halle (Saale), hinsichtlich eines umfassenden Schutzes und Erhaltes bestehender Straßenbäume und in Richtung der Erweiterung des Straßenbaumbestandes. Nur so lässt sich eine umweltgerechte, zukunftsfähige Stadtgestaltung garantieren, wozu nun mal ein flächendeckender Gehölzbestand dazugehört. Auf der Basis der letzten konkreten Beispielfälle von sinnlosen, fachlich und rechtlich unbegründeten Abholzungen am östlichen Saaleufer am Holzplatz/Pulverweiden und in der Otto-Stomps-Straße fordern AHA und Initiative „Pro Baum“ die zuständige Staatsanwaltschaft mit Nachdruck auf, endlich Ermittlungen einzuleiten und ggf. Anklagen gegen die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung Halle zu erheben. Einen derartigen Frevel an unserer Umwelt weiterhin als Kavaliersdelikt zu betrachten, entspricht keinesfalls des Ausmaßes des fachlichen, rechtlichen und moralischen Schadens der entstanden ist und lässt Verantwortungsbewusstsein im Interesse der Allgemeinheit vermissen. Ferner bildet ein derartiges Wegschauen die Basis dafür, ermutigt weiter solche Abholzungen fortzusetzen.

Die Initiative „Pro Baum“ beabsichtigt diese brisante Thematik im Rahmen ihres nächsten Treffens am Montag, den 27.02.2012 aufzugreifen. Das Treffen beginnt 19.00 Uhr und findet im Versammlungsraum des Reformhauses Halle, Große Klausstraße 11 statt.


AHA und Burgstettenverein laden zur Rundexkursion Niemberg – Burgstetten – Abatassinenberg – Niemberg ein

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) betrachtet ebenso wie der Burgstettenverein e.V. weiterhin mit großer Sorge den noch immer existenten Plan zum Aufschluss eines „Hartsteintagebaues Niemberg-Brachstedt“. Ein Neuaufschluss eines ca. 90 ha großen „Hartsteintagebaues Niemberg-Brachstedt“ führt unweigerlich zu nachteiligen Veränderungen im Grundwasserregime, zur Vernichtung wertvollen Bodens und eines Kaltluftentstehungsgebietes. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass das Landschaftsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt sowie der Landschaftsrahmenplan das beplante Gebiet als Vorranggebiet für Landwirtschaft, aber auch für Umwelt- und Naturschutz ausweisen. Jegliche Beeinträchtigungen ökologisch wertvoller Standorte –wie z.B. der Burgstetten- gilt es jedoch zu vermeiden. Dazu zählen der vollständige Erhalt der Gehölz-, Halbtrocken- und Trockenrasenbestände, die Vermeidung der Verlärmung, der Belastung mit Stäuben und Abgasen sowie der Total- bzw. Teilvernichtung von Flächen.

Der geplante Gesteinsabbau zeigt aber noch ein anderes grundsätzliches Problem auf. In Folge der verfehlten Bau- und Verkehrspolitik wird neben den vielfältigen Schädigungen von Natur, Umwelt und Landschaft, ein massiver, rücksichtsloser Verbrauch von Rohstoffen und Bodenschätzen betrieben. Dazu zählen eben nicht nur fossile Brennstoffe, Erze und Kiese, sondern auch Gesteine aller Art. Gegenwärtig ist eine unverantwortliche Gier nach derartigen Rohstoffen zu erkennen, welche beispielsweise in dem massenhaften Straßen-, Autobahn- und Gewässerausbau ihre Ursache haben.

Deshalb fordert der AHA weiterhin ein sofortiges Umdenken u.a. in der Bau-, Verkehrs- und Wirtschaftspolitik, um einen sparsamen und sorgsamen Umgang mit unseren nicht unendlichen Rohstoff-, Umwelt-, Natur- und Landschaftsressourcen zu erreichen. Das würde auch zum Erhalt des Burgstettens und seines Umfeldes, des Gebietes um den Petersberg sowie der Auenlandschaften der Rieda und des Zörbiger Strengbaches beitragen.

Hinzu kommen die archäologisch bedeutsamen Stätten beispielsweise im näheren und ferneren Bereich des Burgstetten, welcher zahlreiche Hinweise auf frühe bzw. frühere Besiedlungen aufweist. In dem Zusammenhang gilt es der Vermutung, dass sich im Gebiet des Burgstetten ein Römerlager befand, wissenschaftlich fundiert nachzugehen. Der AHA fordert daher erneut mit Nachdruck die Gesteinsabbaupläne endlich einzustellen.

Alle diese Fakten hat der vom Burgstettenverein mehrfach angerufene Petitionsausschuss des Landtages Sachsen-Anhalt weitgehend ignoriert. Der AHA, welcher die Petition ausdrücklich unterstützt hat, sieht in der Bescheidung durch den Ausschuss eher die Betrachtung der Sorgen der Mitteldeutsche Baustoffe GmbH (MDB), als die der hier lebenden Menschen sowie der hier existenten Umwelt, Natur und Landschaft. Eine mehr gesamtgesellschaftliche Herangehensweise ist nicht erkennbar. Dazu gehören u.a. sparsamer Umgang mit den Rohstoffressourcen und von Natur, Umwelt und Landschaft. Die Ausführungen der Ausschussvorsitzenden Frauke Weiß zeugen zudem von örtlicher sowie fachlich-inhaltlicher Unkenntnis.

Im Blickfeld der Gesamtsorge um den Burgstetten sowie der umliegenden Orte Niemberg, Brachstedt und Oppin führen der Burgstetten e.V. und der AHA am Samstag, den 25.02.2012 eine gemeinsame Rundexkursion mit der Route Niemberg – Burgstetten – Abatassinenberg – Niemberg durch. Treff ist 10.00 Uhr am Bahnhof Niemberg. Es wird ausdrücklich um wetterfeste Wanderkleidung gebeten.

Im Rahmen dieser ca. vierstündigen Exkursion möchten AHA und Burgstetten e.V., die vielfältige Bedeutung und Schutzwürdigkeit des Gebietes sowie die Bedrohungen darlegen. Ferner beabsichtigen beide Vereine Möglichkeiten der Mitwirkung zum Erhalt und Schutz dieses Gesamtgebietes aufzuzeigen.

Der AHA sieht auf jeden Fall die Notwendigkeit die Aktivitäten zum Schutz und Erhalt des Burgstetten zu intensivieren und dementsprechend die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.


AHA fordert Erhalt des Schulumweltzentrums Halle-Franzigmark

Mit großer Sorge und absolutem Unverständnis verfolgt der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) das Vorhaben der Stadtverwaltung Halle (Saale) alles Erdenkliche zu tun, um das Schulumweltzentrum Halle-Franzigmark doch noch schließen zu können. Das altbewährte Schulumweltzentrum Halle-Franzigmark, was für seine fachlich sehr fundierte, praxis- und ortsnahe Umweltbildungsarbeit seit Jahrzehnten bei jung und alt be- bzw. anerkannt und beliebt ist, gilt es eher verstärkt zu fördern. Gerade in der heutigen Zeit, wo immer mehr Folgen der Störungen bzw. Zerstörungen an Umwelt, Landschaft und Natur zu Tage treten, ist eher eine verstärkte Umweltbildungsarbeit erforderlich.

Nach Auffassung des AHA leitet sich nicht nur aus den Rahmenrichtlinien und Lehrplänen für verschiedene Fächer, der Richtlinie zur ökologischen Bildung und dem eng damit verbundenen Erlasses des Kultusministeriums des Landes Sachsen-Anhalt zu „Öko-Schulen in Sachsen-Anhalt“ und des entsprechenden darauf aufbauenden  Kooperationsvertrag zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und der Stadt Halle (Saale), eine Pflichtaufgabe ab, sondern unweigerlich ebenfalls aus der Pflicht zur präventiven Daseinsfürsorge für die Bevölkerung der Stadt Halle (Saale) und des benachbarten Landkreises Saalekreis ab.

Die einst vom Stadtrat der Stadt Halle (Saale) festgelegte Übergabe der freien Trägerschaft an den Bund für Natur- und Umweltschutz (BUND) ist nach Auffassung des AHA unverzüglich umzusetzen. Eine andere Herangehensweise ist als Wortbruch zu betrachten.

Der AHA hält es zum Beispiel ebenso für vorteilhaft und dringend geboten im zunehmenden Maße auch den Landkreis Saalekreis und die angrenzenden Saalekreisgemeinden mit ins Boot zu holen. Immerhin könnten dann u.a. auch verstärkt Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und Interessenten des Landkreises Saalekreis und der angrenzenden Saalekreisgemeinden das umfassende und fundierte Angebot nutzen.

In dem Zusammenhang erklärt der AHA seine massive Unterstützung aller Aktionen, welche die weitere Existenz des Schulumweltzentrums Halle-Franzigmark zum Ziel hat.


AHA hält Schutz von Natur und Landschaft im Geiseltalgebiet für dringend geboten

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sieht in der Entwicklung des Seengebietes in Mitteldeutschland, welches vom Leipziger Südraum bis vor die Tore der Lutherstadt Eisleben reicht, eine große und einmalige Chance für eine überregionale, beispielhafte, vielfältige und nachhaltige Entwicklung in Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) erinnert sich weiterhin mit Entsetzen und Trauer an die Ereignisse um den früheren Braunkohlentagebau bei Nachterstedt, welche 3 Menschen das Leben gekostet sowie vielen Menschen den Wohnraum genommen haben.

Die massiven Erdrutsche z.B. in der Stadt Seeland und auch am Geiseltalsee sind jedoch nach Auffassung des AHA ein klarer Ausdruck dafür, dass man nicht ausreichend genug sach- und fachgerecht und sorgfältig mit Bergbaufolgelandschaften umgegangen ist bzw. umgeht.

Aus diesen Fehlern gilt zu lernen. Das trifft auch für die Bergbaufolgelandschaft Geiseltal zu, welche einst auf der Basis eines landschafts- und naturzerstörenden Bergbau entstanden ist. Somit gehört es zu einer Form der Wiedergutmachung großzügig der Natur sukzessive Entwicklungsräume zu lassen, welche im ca. 1.156 ha großen Naturschutzgebiet „Bergbaufolgelandschaft Geiseltal“ ihr Kerngebiet haben müssen. Das bedeutet nicht, dass kein Tourismus möglich ist, aber eben in natur-, landschafts- und umweltverträglichen Ausmaßen und Formen. Der AHA warnt jedoch vor einer Fortsetzung alter landschafts- und naturzerstörender Aktivitäten im Geiseltal, wozu ungehemmte Verbauungen für Wohn-, Verkehrs- und Tourismuszwecke gehören. Leider zeichnen sich genau diese besorgniserregenden Tendenzen ab.

Daher fordert der AHA alle Verantwortlichen und Interessenten auf ein diesbezügliches sofortiges Umdenken und Handeln zu beginnen, um zu alten, keine neuen Fehler hinzuzufügen.