Initiative „Pro Baum“ und AHA sehen zusätzliche Subventionen für den HFC mit sehr großer Skepsis

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative “Pro Baum“ haben mit großem Interesse Medienberichte aufgenommen, dass der Hallesche Fußballclub (HFC) in eine nicht näher bezifferte finanzielle Schieflage geraten ist. Mit Unverständnis nehmen beide Organisationen den starken Ruf den fast ausschließlich wirtschaftlich agierenden Fußballverein erneut mit weiteren öffentlichen Geldern unter die Arme greifen zu wollen.

An dieser Stelle erinnern Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative “Pro Baum“ noch an den arroganten, ignoranten und überheblichen Umgang von einem großen Teil aus Politik und Verwaltung des Landes Sachsen-Anhalt und der Stadt Halle (Saale) sowie des Präsidenten des HFC, seiner Führungsriege und der Fangruppen in den Jahren 2009/2010 mit den Stellungnahmen zum Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans Nr. 135 „Sportareal am Gesundbrunnen“ sowie mit den am 30.09.2009 dem damals neugewählten halleschen Stadtrat übergebenen 1.382 Unterschriften zur Rettung des denkmalgeschützten, 80 Jahre alten Gesundbrunnenbades, des schönsten Volksbades von Halle (Saale). Letztendlich sorgte u.a. die Männerfreundschaft zwischen dem HFC-Präsidenten Michael Schädlich und dem damaligen Finanzminister Sachsen-Anhalts Jens Bullerjahn (SPD) dafür, dass ein standortfremdes und vollkommen überdimensionales Stadion mit offiziellen Kosten in Höhe von 17,6 Millionen, wovon der Steuerzahler vermutlich im Umfang von über 12 Millionen Euro beteiligt ist, baulich entstehen konnte.

AHA und der Initiative “ Pro Baum “ wiesen bereits im Jahr 2009 den Landesrechnungshof Sachsen-Anhalts auf zahlreiche Ungereimtheiten in Planung und Finanzierung des Stadions hin. Zu dem Zeitpunkt weigerte sich aber die Kontrollbehörde einzugreifen. Jedoch im Jahr 2012, also fast ein Jahr nach Beginn der aktiven Bespielung des nun reinen Fußballstadions, stellt der Prüfbericht des Landesrechnungshofes fest, dass der Bau des Stadions “ zu üppig dimensioniert “ und unverhältnismäßig zu teuer “ erfolgte.

Das war zu spät für das einst bestehende und nunmehr zerstörte historisch gewachsene Ensemble von Stadion, denkmalgeschütztem Gesundbrunnenbad mit Park sowie für mindestens über 200 gefällte Parkbäume.

Nunmehr beabsichtigt man auf einer Fläche von 8,5 ha eine Sukzessionsfläche in der gehölzarmen halleschen Silberhöhe, was die „Mitteldeutsche Zeitung“ (MZ) in ihrem Bericht vom 11.01.2018 auf Seite abschätzig bzw. abwertend als „Brachfläche an der Karlsruher Allee, auf der Wildwuchs regiert“ eine neue Vereinsfläche zu bauen. Offiziell als Nachwuchs-Leistungszentrum ausgewiesen, führt der besagte MZ-Bericht an, dass der Steuerzahler über die Fluthilfefonds des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt wieder einmal mit 11,3 Millionen Euro für ein Trainings- und Wettkampfzentrum dabei sein soll. Ferner erklärte, der jüngst in einem Landtagsausschuss zur Verquickung von Bullerjahn und Schädlich an Erinnerungslücken leidende Leiter der Landesinvestitionsbank Manfred Maas, dass das Vorhaben sogar zu hundert Prozent förderfähig sei. Wer hier keinen fortgesetzten Filz einzelner Akteure erkennt, darf sich nicht wundern wenn ihm Misstrauen und Ablehnung entgegensteht. Darüber hinaus berichtet die MZ, dass auf den HFC schätzungsweise jährliche Betriebskosten in Höhe von 300.000,00 Euro für dieses geplante Trainings- und Wettkampfzentrum zukommen sollen. Da sagt einem der gesunde wirtschaftliche und mathematische Menschenverstand, wer soll wie diesen Betrag aufbringen, wenn es dem HFC finanziell nicht gut geht ? Eventuell letztendlich teilweise oder vollständig der Steuerzahler ? Was für eine Botschaft u.a. an die Bewohnerinnen und Bewohner der halleschen Silberhöhe, welche garantiert nicht finanziell und materiell im Überfluss schwelgen !

In Sachen Stadionsubventionierung scheint ja wenigstens etwas Bewegung zu kommen. Wenn man Medienberichten Glauben schenken kann, zahlt bisher die Stadt Halle (Saale) einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 870.000,00 Euro an die Stadionbetreibergesellschaft, während bisher der HFC 240.000,00 Euro pro Jahr hinblättert. Man bedenke, das ist ein Wirtschaftsbetrieb und da stellt sich zu Recht die Frage ob diese öffentliche Subventionierung überhaupt EU-konform ist. Spannend dürfte auch sein, was die Rechnungshöfe des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt von dieser langjährigen Verwendung bzw. Ausgaben von Steuermitteln halten. Ein kleiner Lichtblick zeichnet sich ab, weil der Innenminister Sachsen-Anhalts Holger Stahlknecht (CDU) diese Stadionfinanzierung ebenfalls kritisch betrachtet und auf Änderungen orientiert. Ob da die Verschiebung der Kosten in Höhe von jährlich 100.000,00 Euro vom Steuerzahler hin zum Schädlich-Verein ausreichend erscheint, bleibt zu bezweifeln. In einer Stadt wie Halle (Saale), wo es z.B. noch immer genug marode Schulen und Schulsporthallen gibt und für die Sanierung angeblich die Finanzmittel fehlen, lässt sich eine derartige Subventionierung zu keinem Zeitpunkt vermitteln.

In dem Blickwinkel betrachtet, sehen der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative “Pro Baum“ mit sehr großer Sorge und Skepsis die Liebäugeleien des halleschen Oberbürgermeisters sowie hallescher Stadträte, hier mit weiteren Steuermitteln dem HFC unter die Arme zu greifen.

Als erste Schritte, gilt es nach Ansicht von AHA und Initiative “Pro Baum“ eine schonungslose und gründliche Analyse der Ursachen der finanziellen Schieflage des HFC vorzunehmen, die Verantwortlich dafür zu benennen und um finanziellen Druck ab- bzw. nicht zusätzlich aufzubauen, laufende bzw. neue Planungen auf den Prüfstand zu stellen. Zu Letzterem fordern Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative “Pro Baum“ die sofortige Einstellung aller Planungen für das Trainings- und Wettkampfzentrum in der Karlsruher Allee in Halles Silberhöhe. Abgesehen davon, kann dem Stadtteil mehr erhaltenes und gar sukzessiv entstandenes Grün nur gut tun.

Ferner regen beide Organisationen eine wissenschaftlich erstellte und öffentlich diskutierte ökologisch und sozial orientierte Sport- und Freizeitkonzeption für die Stadt Halle (Saale) an.

Aus den obengenannten Gründen heraus rufen Initiative „Pro Baum“ und AHA weiter interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Halle (Saale) auf, sich aktiv zum Schutz und Erhalt von Umwelt, Natur sowie Landschaft einzubringen sowie sich an der Erstellung einer ökologisch und sozial orientierten Sport- und Freizeitkonzeption für die Stadt Halle (Saale) zu beteiligen. Interessenten können folgendermaßen zur Initiative „Pro Baum“ und zum Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) Kontakt aufnehmen:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de
Tel.:: 0345 – 2002746



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