Hochwasser Bilder vom 01.06.2013

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In den Anfangstagen haben umfassende Niederschläge zu starken Hochwassern an Donau, Elbe, Saale, Mulde u.a. Fließgewässern geführt. Weitgehend haben Höhe und Ausmaße die letzten Hochwasser in den Jahren 1994, 2002, 2002/2003 und 2011 geringfügig oder eindeutig übertroffen. Es findet neben Jahrhunderthochwasser, nunmehr der Begriff Jahrtausendhochwasser in dem medialen und politischen Sprachgebrauch. Nur sind derartige Bezeichnungen überhaupt zutreffend ? Die Entwicklung und die Logik sprechen eine andere Sprache. Spätestens seit 1994 haben es die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung nicht geschafft wissenschaftlich-fachlich fundierte Lösungen für starke Hochwassersituationen zu finden. Das geht natürlich nicht, wenn man die Ursachen derartiger Hochwasser ignoriert und stattdessen meint, dass größere und stärkere Deiche das Hochwasserproblem lösen.
Dabei liegen die Ursachen wie ein aufgeschlagenes Buch vor uns. In Deutschland gehen gegenwärtig laut Statistischem Bundesamt und Umweltbundesamt tagtäglich ca. 81 ha unversiegelter Boden für Verkehrs-, Siedlungs- und Gewerbeflächen verloren. Das Wasser fließt hier oberflächlich und strömt aus total überlasteten Regenentwässerungssystemen direkt oder indirekt über Gräben den großen und kleinen Fließgewässern zu.
Statt sich nicht ständig mit Erfolgsbotschaften über stängig neu verbaute Flächen zu übertrumpfen, sollten Rückbaumaßnahmen Raum greifen. War nicht mal geplant die Neuversiegelungsflächen bis 2020 wenigstens auf die noch viel zu vielen 30 ha pro Tag zu senken ? Eine ähnliche Wirkung ist auf häufig stark verkrusteten Ackerflächen zu. Einst sorgten bis 25 verschiedene Ackerkulturen in der DDR für eine notwendige Vielfalt und Balance zwischen Humusmehrern und Humuszehrern bei. Das geschah in einer wissenschaftlich fundierten Fruchtfolge statt. Ebenfalls sollte ein lang erkämpftes und schließlich noch im Sommer 1989 von Volkskammer und nachfolgend von Bezirkstagen beschlossenes Flurholzprogramm zur ökologischen Aufwertung der häufig in den sechziger und siebziger Jahren ausgeräumten Agrarlandschaft beitragen.
Was ist zur Zeit aktuell ? Gerade mal etwa 5-6 Ackerkulturen prägen das Bild der Agrarlandschaft. Dabei dominieren insbesondere Raps-und Maisfelder die Ackerflächen. Bereits jetzt sind massive Verschlechterungen der Böden zu erkennen. Damit einhergehend gelangt Niederschlagswasser nicht in den Boden, sondern fließt oberflächlich. Dabei nimmt er die häufig stark mit Mineraldüngern und Pestiziden belasteten Böden mit sich, wie man an den Färbungen der Fließgewässer erkennen kann. Fehlende oder zu geringe Gewässerschonstreifen tun dabei ihr übriges.
Ebenso tragen zu starke Holzeinschläge, unnötige Entwässerungen von Bruch-und Feuchtwäldern, zur Minderung der „Schwammfunktion“ von Wäldern bei.
Alles in Allem bleibt zu wenig Wasser in der Fläche, was u.a. bei immer längeren Trockenperioden dann wieder komplett fehlt.
Nun noch einmal zu den Deichen. Gegenwärtig überschlagen sich Bundes- und Landespolitiker verstärkt mehr Freiräume für die Flüsse und Bäche zu fordern. War das nicht schon oft beim „Jahrhunderthochwasser“ 2002 ein großes Thema bei Forderungen ? Meinen die Damen und Herren nicht doch eher die Schaffung von Polder und Rückhaltebecken ? Was ist aber seitdem geschehen ? Nicht sehr viel, wenn man entlang der Flüsse schaut. So zum Beispiel an der Elbe in Sachsen-Anhalt der Große Busch bei Klieken und das Große Luch in Coswig, an der Saale die Fasanerie in Merseburg und die Saaledeiche zwischen Calbe (Saale) und Barby (Elbe) sowie an der Neuen Luppe in den Stadtgebieten von Leipzig und Schkeuditz, wo frisch freigeholzte und festverspundete Deiche den Weg des Wassers in die benachbartete Aue versperren.
Daher sind neue, fachlich-wissenschaftlich entwickelte und auf einer breiten gesellschaftlichen Basis demokratisch entstandene Hochwasserkonzepte erforderlich. Nicht demokratische Rechte einschränken wie das gebetsmühlenartige die Tillichs, Haseloffs und Onko-Aikens fordern, sind Gebot der Stunde, sondern Transparent und breite Einbeziehung.
Nur so schaffen wir wieder ökologisch leistungsfähige Fluss- und Auenlandschaften, sicherere Wohngebiete und damit eine verbesserte Lebensqualität.
Bedenken wir, Hochwasser sind notwendig – zur Katastrophe hat sie der Mensch gemacht!



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