Exkursion in die Bergbaufolgelandschaft des ehemaligen Tagebaus Muldenstein

Mitglieder des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. -AHA- trafen sich am Samstag, dem 06.03.2021, um 10.00 Uhr, am Bahnhof Wolfen. Geplant war eine Fahrradexkursion zum NSG „Tiefkippe Schlaitz“. Der Weg führte über Jeßnitz, dem Geburtsort des Schriftstellers Hermann Conradi, nach ihm wurde die Conradi-Linde benannt, weiter nach Muldenstein.
Im Tagebau Muldenstein wurde bis 1975 Braunkohle abgebaut. Dieser intensive Eingriff in die Landschaft führte zu ausgeprägten Veränderungen des Landschaftsbildes. Nach 1975 fanden umfangreiche gesteuerte Rekultivierungsmaßnahmen statt.
Wir durchfuhren eine streckenweise hügelige Landschaft geprägt durch Wiesen und u.a. Kiefern, Birken, Erlen, Eschen und Sanddorn.
Das Relikt eines Entwässerungsgrabens quer durch das ehemalige Abraumgebiet ist noch ein stiller Zeuge der früheren Bergbauaktivitäten.
Wir kamen an einem Aussichtspunkt vorbei, der einen Blick auf einen in der Ferne stehenden Mast eines ehemaligen Fischadler-Horstes zuließ. Jahrelang wurde aus unmittelbarer Nähe das Brutverhalten und die Aufzucht von Fischadlern gefilmt.
Das NSG „Tiefklippe Schlaitz“ sollte nach aufwendigen Rekultivierungsmaßnahmen als Ackerfläche genutzt werden. Durch den stetigen Anstieg des Grundwassers war die geplante Nutzung nicht möglich. Es entstanden ausgedehnte Schilf-Flächen. Uns bot sich ein Anblick zunehmender Verlandung. In einem sich in unmittelbarer Nähe befindlichen Feuchtgebiet hatte der Biber deutliche Spuren hinterlassen. Wir konnten Biber-Rutschen und sichtbare Zeichen seiner Aktivitäten als „Landschaftsgestalter“ sehen.
Was haben wir gehört? Das kreischende Geräusch von Motorsägen und den melancholischen Ruf eines Schwarzspechtes. Über uns flogen Schwärme schnatternder Graugänse und still ein Kormoran. Begrüßt hatte uns der typische Gesang eines Kolkrabens.

Die Wiederherstellung und Erhaltung natürlicher Kreisläufe von Bergbaufolgelandschaften durch Rekultivierung und Sukzession sollte ein nachhaltiges Ziel aller Verantwortlichen und der Bevölkerung sein.

Text und Fotos: Sabine Schauer



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