Der hallesche Hufeisensee ist keine Ramschmeile

Wie der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) bereits mehrfach dargelegt hat, bedarf es für den halleschen Hufeisensee im Osten der Stadt Halle (Saale) eines wissenschaftlichen Gesamtkonzeptes, welches die Belange des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes, des Tourismus und der Naherholung, des Sportes sowie der Land- und Forstwirtschaft untersucht und zueinander abwägt. Genau in diese Richtung wirkt der heutige Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) bereits seit dem Jahr 1983. Der damals in Büschdorf gegründete und von Jürgen Bernt-Bärtl einst geleitete Arbeitskreis Umweltschutz Halle (AKUS) in der Gesellschaft für Natur und Umwelt der DDR im Kulturbund der DDR entwickelte konzeptionelle Vorschläge und führte vor Ort Arbeitseinsätze durch. Der AHA legte zudem dem Fachbereich Geografie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg einen am 11.06.2001 erstellten „Rahmenplan zur Erstellung einer Nutzungs- und Entwicklungskonzeption für den Hufeisensee in Halle (Saale)“ vor, um ggf. im Rahmen einer Diplom-, Beleg- oder Praktikumsarbeit eine wissenschaftliche Gesamtbearbeitung unter Zusammenführung bestehender Dokumentationen und neuer Erfassungen zu erreichen. Leider ist das Vorhaben noch nicht von dem gewünschten Erfolg gekrönt, was aber keinesfalls etwas an der Dringlichkeit im Interesse des Hufeisensees ändert. Der AHA hält es ebenfalls für erforderlich den räumlichen und ökologischen Zusammenhang zur Reide zu festigen und zu vertiefen. Mit dem Überlauf vom Hufeisensee zur Reide ist der erste Schritt getan. Der AHA betrachtet daher weiterhin mit sehr großer Sorge, dass die Stadt Halle (Saale) den Hufeisensee einseitig als Touristen- und Wassersportzentrum ausrichten möchte. Insbesondere die Errichtung eines 27-Loch-Golfplatzes mit 100-Betten-Golfhotels sowie weiterer Nebenanlagen sowie der damit verbundenen Einbeziehung der geschlossenen Mülldeponie Kanena und landwirtschaftlicher Flächen ruft besonders große Besorgnis hervor. Ferner sind weitere Verbauungen im Umfeld des Hufeisensees zu verhindern. Bereits mit der Errichtung der Osttangente sind massive Verbauungen und Zerschneidungen erfolgt. Die gegenwärtig bestehenden Pläne entsprechen, nach Auffassung des AHA, keinesfalls dem gegenwärtigen ökologischen und landschaftlichem Potential des Hufeisenseegebietes. Anstatt nunmehr eine alle Interessen abgewogenes Nutzungs- und Entwicklungskonzeption zu erstellen, liegt nunmehr ein sehr stark auf Umnutzung auf sogenannten „Freizeit- und Sportraum“ orientierter Bebauungsplan 158 „Freizeit- und Erholungsraum Hufeisensee“ vor. Um die landschaftliche Vielfalt zu sichern hält es der AHA für sinnvoll ein Landschaftsschutzgebiet (LSG) einzurichten. Inwieweit es in ein dringend gebotenes LSG „Reidetal“ eingebettet sein oder als eigenständiges Schutzgebiet errichtet werden soll, gilt es wissenschaftlich zu prüfen.

Das nunmehrige Bestreben des halleschen Oberbürgermeisters Dr. Bernd Wiegand per Widerspruch gegen einen Beschluss des halleschen Stadtrates vom 17.12.2014 vorzugehen, welcher einem Ramschverkauf von Teilen des Hufeisensees die Zustimmung verweigert hatte, betrachtet der AHA als Skandal. Eine Reduzierung des Kaufpreises von dem geschätzten Wert im Umfang von 2.100.000 Euro, um 1.168.000 Euro auf einen Verkaufspreis im Umfang von 932.000 Euro stellt nach Ansicht des AHA eine Schädigung zum Nachteil öffentlichen Eigentums dar. Abgesehen davon, dass der AHA das Gesamtvorhaben und somit den Verkauf weiteren öffentlichen Eigentums ablehnt und stattdessen eine auf der Basis eines wissenschaftlichen Schutz- und Entwicklungskonzeptes erstellten Plan für eine umwelt-, landschafts- und naturfreundliche Naherholung favorisiert. Somit fordert der AHA den Oberbürgermeisters Halles auf, den Widerspruch sofort zurückzuziehen und das Votum des Stadtrates anzuerkennen. Ferner ruft der AHA das Land Sachsen-Anhalt, den Landesrechnungshof Sachsen-Anhalt und auch die zuständige Staatsanwaltschaft auf, den Vorgang in allen Richtung zu prüfen, da hier eine Verschwendung öffentlicher Mittel zu erwarten bzw. befürchten ist. Der AHA fordert ferner wiederholt sämtliche geplante Bauvorhaben sofort zu stoppen und stattdessen eine wissenschaftlich fundierte Erstellung einer Nutzungs- und Entwicklungskonzeption für den Hufeisensee in Halle (Saale) anzugehen. Im Interesse einer ökologischen Begleitung der Entwicklung des Hufeisensees hat der AHA beschlossen eine „Arbeitsgruppe Hufeisensee“ zu bilden. Wer in dieser Arbeitsgruppe mitarbeiten möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V.
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345/2002746
Fax.: 01805-684 308 363
Internet: https://www.aha-halle.de
E-Mail: aha_halle@yahoo.de



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