Der AHA unterstützt die Aktivitäten zur Erhaltung und Sanierung der Neuen Hütte in Wimmelburg

017 Wimmelburg - Blick auf die Neue Hütte
Wimmelburg – Blick auf die Neue Hütte

Im Westen der Ortsbebauung der Gemeinde Wimmelburg gibt es das Montandenkmal Neue Hütte. Bei den vom Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) in den letzten Jahren durchgeführten Exkursionen, welche immer wieder auch entlang der Hüttenstraße führt, bildet das über 200jährige imposante Industriedenkmal eine sehr bedeutsamen Exkursionsstation.
Der Weg in westlicher Richtung führt parallel den Goldgrundbach entlang in den Goldgrund.

Im Rahmen seiner wiederholten Exkursionen hat der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) immer wieder den Aufenthalt an der „Neuen Hütte“ genutzt um mit den Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer den gegenwärtigen baulichen Zustand und die sehr große kultur- und industriehistorische Bedeutung der ab Frühjahr 1787 erbauten, im Jahre 1794 vollständig in Betrieb genommenen und am 27.08.1801 stillgelegten Anlage zu erörtern. Nach Auffassung der jeweiligen ExkursionsteilnehmerInnenr gilt es unbedingt den Gebäudekomplex mit seinen Anlagen zu sichern und auf der Basis eines wissenschaftlich fundierten Konzeptes baulich zu rekonstruieren und als Stätte der Bergbaugeschichte und Tourismus der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung zu stellen. Dazu ist jedoch ein deutliches Bekenntnis der anliegenden Gemeinden, aber auch das Landes Sachsen-Anhalt und des Landkreises Mansfeld-Südharz dringend erforderlich.

Einst erfolgte der Neubau der Neuen Hütte im Winkel von 90 Grad zum Goldgrundbach.
Der Gebäudekomplex besteht in den wesentlichsten Teilen aus einer bergbaulichen Anlage, der Schmelzhütte und einem Wohn-/Verwaltungsbereich.
Der Komplex wurde im Laufe der Jahre unterschiedlich genutzt und war seit Beginn des 20. Jahrhunderts bis noch vor ca. 3 Jahren Wohnstandort.
Augenscheinlich war über die Jahre festzustellen, dass die Gebäude dem Verfall preisgegeben waren.
Diesem Verfall kann man nur mit Unverständnis begegnen. Aktuell ist der Gebäudekomplex sogar von Abriss bedroht.

Das Presseamt der Regierung des Landes Sachsen-Anhalt erklärte dazu im Juni 2020, Zitat : „Die Staatskanzlei und das Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt folgt als oberste Denkmalbehörde der Einschätzung des Denkmalfachamts, wonach es sich bei der Neuen Hütte Wimmelburg um eines der bedeutendsten montangeschichtlichen Zeugnisse des Kupferschieferbergbaus im Mansfelder Revier handelt.“, Zitat Ende

Und ein Gebäudekomplex dieser Bedeutung soll abgerissen werden? Was für ein Widerspruch.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) unterstützt daher die Aktivitäten zur Erhaltung und Sanierung der Neuen Hütte mit einer wissenschaftlich fundierten Nutzungskonzeption.
Die Neue Hütte kann zukünftig mit anderen wichtigen Zeugnissen der über 800-jährigen Bergbaugeschichte vernetzt werden und Teil eines Tourismuskonzeptes sein.

Da die Neue Hütte sich in der Aue des Goldgrundbaches befindet, ist bei sämtlichen Arbeiten sensibel mit Rücksicht auf die aktuell vorhandenen Gegebenheiten vorzugehen.
In den letzten Jahren ist der Bach immer öfter, wegen geringer Niederschlagsmengen, trocken gefallen.
Es ist jedoch wichtig, dass das Gewässer auch in Zukunft nicht in seinem Lauf beeinträchtigt und die vorhandene Kanalisierung in Fließrichtung zurückgebaut wird.
Die direkt am Goldgrundbach gelegene Bergehalde, mit den immer seltener werdenden Trocken- und Halbtrockenrasen, ist zwingend zu erhalten, besonders um den Schutz vor Hochwasser auch in Zukunft zu gewährleisten.
Weiterhin ist der Lebensraumtyp Schwermetallrasen mit dem guten Bestand der Frühlingsmiere, auch Kupferblümchen genannt, auf der Schlackehalde im Südosten zu schützen.

Der durch die Gemeinde Wimmelburg angestrebte Abriss soll mit erheblichen Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt im Umfang von 140.000,00 Euro erfolgen, welche aus einem Fördertopf zur Renaturierung stammen sollen.
Die Überlegungen die über den Kellerräumen liegenden Gebäude in die Keller zu verbringen und dann alles mit einer Erdabdeckung zu versehen, hat mit Renaturierung nicht das Geringste zu tun. Damit schafft man eher eine Müllkippe in der Aue des Goldgrundbaches.

Renaturierung heißt verkürzt Wiederherstellung von Lebensräumen. Welchen Lebensraum möchte denn Gemeinde Wimmelburg an dem Standort wiederherstellen?

Man müsste dabei mindestens vor das Jahr 1788 zurückgehen und selbst vor dieser Zeit wurde im Goldgrund Bergbau betrieben, wovon z.B. die wenige Meter in westlicher Richtung liegende letzte erhaltene Halde des Vaters von Martin Luther, Hans Luder, zeugt.
Abgesehen davon, dass es unverantwortlich ist unter dem Vorwand einer angeblichen Renaturierung, ein derartiges Kultur- und Geschichtsgut zu zerstören.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA), fordert daher die Verantwortlichen von Politik und Verwaltungen des Landes Sachsen-Anhalt und des Landkreises Mansfeld-Südharz mit Nachdruck auf, die Bestrebungen der Gemeinde Wimmelburg zum Abriss der Neuen Hütte sofort und unwiderruflich zu stoppen.

Wer Interesse hat an einer ehrenamtlichen AHA-Regionalgruppe in Eisleben und Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra sowie Umland mitzuwirken, um diese sehr vielfältige Natur- und Kulturlandschaft zu schützen und zu erhalten, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 05.07.2020



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