Das Naturschutzgebiet Forstwerder und das flächenhafte Naturdenkmal Klausberge sind wichtige Bestandteile vom Saaletal in Halles Norden

Das Naturschutzgebiet Forstwerder und das flächenhafte Naturdenkmal Klausberge sind wichtige Bestandteile vom Saaletal in Halles Norden

Es ist morgens gegen 10:00 Uhr am 07.04.2018, als Mitglieder des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sich auf dem Weg über die Bogenbrücke zum Naturschutzgebiet Forstwerder in Halle-Trotha begeben. Auf dem Forstwerder angekommen, beginnen die Anwesenden in Anknüpfung an den 13. Freiwilligentag der Freiwilligenagentur Halle-Saalekreis den Zustand der Absperrungen an früheren Wegen und Trampelpfaden an mehreren Stellen auszubessern.

Der ca. 7 ha große Forstwerder in Halle-Trotha ist ein Naturschutzgebiet, welches zusammen mit dem 10 ha großen Naturschutzgebiet (NSG) Peißnitznordspitze das Schutzgebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH)- Richtlinie „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ bildet und einen sehr wertvollen Bestandteil in der halleschen Saaleaue darstellt. Mit seiner vielfältigen Landschafts- und Naturstruktur, bestehend aus Hart- und Weichholzaue, Kies- und Schlammflächen, Wiesen- und Hochstaudenflächen sowie sukzessiven Gehölzbereichen, bietet der Forstwerder zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebens- und Rückzugsraum. Eng damit verbunden nutzen zahlreiche Menschen aus nah und fern die Aue zur Erholung und Entspannung.
Um genau diese Vielfalt zu erhalten, gilt es nun Bestandteile des NSG und FFH-Gebietes einer ungestörten Entwicklung zu überlassen. Dazu ist es jedoch erforderlich störende frühere Wegverbindungen und Trampelpfade zu verschließen.

Ferner dient es der Sicherheit, da die steilen Prallhänge durch Abbrüche immer wieder Veränderungen unterliegen.

Daher hatte der AHA bereits beschlossen im Rahmen des 14. Freiwilligentages am Samstag, den 15.09.2018 einen nächsten Arbeitseinsatz zur Stabilisierung der Absperrung durchzuführen. Treff: 10:00 Uhr an der Bogenbrücke zwischen Pfarrstraße und Forstwerder.

Mit Sorge stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer anschließenden Begehung fest, dass an der Aufzweigung Schleusengraben und Mühlgraben massive Ausholzungen im Uferbereich erfolgt sein müssen. Mit den weitgehenden Zerstörungen des Gehölzbestandes beseitigten die Verursacher nicht nur einen schützenswerten Auenwaldstreifen entlang des Mühlgrabens, sondern zerstörten auch Lebens- und Rückzugsräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. So diente der Auengehölzstreifen u.a. immer wieder dem Eisvogel als Brutrevier. Nach Auffassung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Begehung gilt es hier die Verantwortlichen zu ermitteln und entsprechend zur Verantwortung zu ziehen.

Im Anschluss an dem Arbeitseinsatz am 07.04.2018 nahmen erneut Mitglieder des AHA noch einmal das flächenhafte Naturdenkmal (FND) Klausberge in Augenschein, welches eine Größe von ca. 4,9 ha aufweist, sich zwischen 15 bis 20 m über dem Niveau der Saale befindet sowie vom Oberen Halleschen Porphyr geprägt ist. Dabei waren sich die AHA Mitglieder einig, dass die Trocken- und Halbtrockenrasengesellschaften, durch sukzessiv entstandene Wald- und Gehölzstrukturen zu den ökologisch und landschaftlich bedeutsamsten Standorten im Stadtgebiet von Halle (Saale) gehören und eines nachhaltigen Schutzes bedürfen.

Dazu passen keinesfalls die jüngsten Abholzungen im Nordwestbereich der Klausberge, wo erkennbar vier Robinien sowie jeweils eine Gemeine Esche und eine Flatterulme und damit insgesamt sechs Bäume der Säge zum Opfer fielen. Anhand dieses erneuten Baumfrevel fordern AHA und Initiative „Pro Baum“ erneut die Stadt Halle (Saale) auf, endlich nachhaltigen Schutz der Gehölze zu betreiben und die Abholzungen zu stoppen.

Dagegen erfreulicherweise nahmen die AHA-Mitglieder die Biberaktivitäten am Saaleufer auf.

Der AHA sieht sich erneut bestätigt, dass das bürgerschaftliche Engagement zum Schutz, zum Erhalt und zur Entwicklung der Saaleaue in Halle (Saale) als Teil einer sehr vielfältigen, aber sehr stark bedrohten Umwelt, Natur und Landschaft dringend geboten ist.

Wer Interesse hat ehrenamtlich in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von AHA und Initiative „Pro Baum“ zum Forstwerder und Klausbergen mitzuwirken, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
E-Mail: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

Fotos Dietmar Hörner



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