Klimalast Frachtflug – Der Flughafen Leipzig/Halle hat im Jahre 2018 einen Klimaschaden von 400 Millionen Euro verursacht

flugverbotPressemitteilung

der Bürgerinitiative IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle e. V.
Mitglied im Netzwerk „Zukunft LEJ“
Mitglied im Deutscher Fluglärmdienst (DFLD)
www.NachtflugverbotLeipzig.de

Der Flugverkehr ist einer der am stärksten wachsenden CO2-Emittenten weltweit. Ein Ende dieses Wachstums ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil. Berechnungen des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2016 haben ergeben, dass Fliegen etwa fünf bis sechs Mal so klimaschädlich ist wie die Bahn oder der Bus.

Die Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW) haben für den Flughafen Hamburg eine CO2-Last von 2 Millionen Tonnen nach dem Halbstreckenprinzip 1 ermittelt.

Angeregt durch diese Zahlen hat die IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle e.V. die CO2-Last für den Flughafen Leipzig/Halle ermittelt. Seit Jahren steigt am Frachtflughafen Leipzig/Halle der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 durch den stetig steigenden hohen Anteil von Langstrecken-Frachtflügen überproportional an. Nach Berechnungen des Bundesumweltamtes verursacht zum Beispiel die Emission einer Tonne Kohlendioxid (CO2) Schäden von rund 180 Euro.

  • Das ist ein wirtschaftlicher Schaden zwischen 360 und 450 Millionen Euro – pro Jahr!

Nach unseren Berechnungen kommen wir in Abhängigkeit unterschiedlicher Berechnungsmethoden zu folgendem Ergebnis:

  • Klimalast durch Passagierflüge: ca. 450.000 bis 590.000 Tonnen CO2

  • Klimalast durch Frachtflüge: ca. 1.680.000 bis 1.910.000 Tonnen CO2

Daraus ergibt sich für den Frachtflughafen Leipzig/Halle eine Gesamtbelastung von etwa 2 bis 2,5 Millionen Tonnen CO2 im Jahr! Damit liegt der wirtschaftliche Schaden für die Region Leipzig-Halle unter Zugrundelegung der Berechnungen des Umweltbundesamtes zwischen 360 und 450 Millionen Euro – pro Jahr!

Der Flughafen Leipzig/Halle liegt somit auch beim CO2-Ausstoß in Europa in der absoluten Spitzengruppe. Weitere klimaschädliche Gase wie Stickoxid- oder NOX-Emissionen, die aus den Triebwerken in großen Höhen ausgestoßen werden, belasten so das Klima noch zusätzlich.

Die externen Kosten des Luftverkehrs in Form von Gesundheitsschäden durch Lärm und Luftverschmutzung sowie durch Klimaschäden aufgrund der wachsenden CO2-Emissionen wird für

Deutschland auf etwa 6 Mrd. Euro p.a. geschätzt. Aufgrund der Wachstumsdynamik

nimmt diese Größenordnung bis 2030 um knapp 50% auf rund 8,3 Mrd. Euro zu. Dabei sind weitere volkswirtschaftliche Kosten wie ungedeckte Infrastrukturkosten aufgrund von Steuerbefreiungen noch nicht berücksichtigt.

Die Prioritäten für den Frachtflughafen Leipzig/Halle sind vom Freistaat Sachsen ganz klar vorgegeben: Zuerst kommt der Luftfrachtverkehr und dann wird vielleicht noch irgendwie versucht, Umweltschutz zu betreiben. Das ist ein unerträglicher Zustand und zeigt die völlige klimapolitische Arg- und auch Ahnungslo- sigkeit der Verantwortlichen für den Frachtflughafen Leipzig/Halle auf“, kritisiert Peter Richter, Vorsitzender der IG Nachtflugverbot.
Richter fordert weiterhin „die ersatzlose Streichung sämtlicher politisch beschlossenen Wachstums- und Rabattprogramme des stadtnahen Frachtflughafenbetriebes, einen Stopp aller kapazitätssteigernden Maß- nahmen sowie eine deutliche Reduzierung der Flugbewegungen, insbesondere in der Nacht!“

Dresden müsse endlich erkennen, dass ein stadtnaher Flughafen wie Leipzig/Halle nun mal einer ist, weder eine uneingeschränkte Nachtflugerlaubnis für Fracht- und Militärflugzeuge, noch schier unendliche Kapazitätserweiterungen für den klimaschädlichen Luftfrachtverkehr haben kann“, appelliert Richter an die Verhandlungsführer und an das federführende sächsische Wirtschaftsministerium.

IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle e.V.
Linkelstraße 18
04159 Leipzig

Telefon: +49 – 341 – 4684315
Mobil: +49 – 157 – 71339834

https://www.nachtflugverbot-leipzig.de/mitteilung_an_die_ig_nachtflugverbot_leipzig-halle.php

Erklärung

1 Es werden nur die abgehenden Flüge zugrunde gelegt


Pressemitteilung zum Unglücksereignis der Grube Teutschenthal (GTS) vom 08.11.2019

Gifftmüll 02

Pressemitteilung der
Bürgerinitiative gegen eine Giftmüllregion Halle (Saale) e.V.

Nach der „Verpuffung“, die sich unter Tage bei der Versatztätigkeit der Firma GTS Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG (GTS) in Teutschenthal am Freitagvormittag, dem 8. November 2019, ereignete, konnten alle Bergleute gerettet werden. Das ist eine gute Nachricht. Die Bürger von Teutschenthal und Angersdorf und den umliegenden Gemeinden wünschen den beiden Verletzten gute Genesung.

Durch die für die GTS profitable Versatztechnologie, bei der Giftmüll in die alten Kali- und Steinsalzabbaue eingebracht wird, sind aber nach wie vor die Menschen und die Umwelt der Region durch Ausgasungen und Filterstäube belastet. Wir wissen bis heute nicht vollumfänglich, welche Stoffe wieder an die Tagesoberfläche gelangen. Unsere Bemühungen, belastbare und glaubwürdige Belege für die Ungefährlichkeit der Ausgasungen zu erhalten, scheiterten bisher. Das gegenwärtige Problem wird lediglich auf die Geruchssituation reduziert. Nicht die Gerüche sind das vordergründige Problem, sondern die vielen Giftstoffe, die für sich und/oder durch neu entstandene chemische Verbindungen bei den ablaufenden Reaktionen unter Tage so gefährlich sind. GTS, LAGB (Landesamt für Geologie und Bergwesen) und Wirtschaftsministerium erwecken den Eindruck des Hinhaltens und Beschwichtigens. Die nun eingeleitete Rasterbegehung nach GIRL wird ein weiteres Jahr dauern, ohne dass sich für die Menschen und die Umwelt der Region etwas verändert.

Die Tatsache, dass auch viele überregionale Medien das Teutschenthaler Unglück meldeten und vor Ort nachfragten, deutet auf eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit bezüglich der Unvernünftigkeit des Giftmüllversatzes in Salzbergwerken hin. Alte Salzbergwerke eignen sich wegen der Gefahr von Wassereinbrüchen nicht für die Einlagerung von Giftstoffen, da künftig die Biosphäre kontaminiert werden kann. „Langzeitsicherheitsnachweise“ sind daher nur Langzeitsicherheitswünsche.

Den laut Langzeitsicherheitsnachweis ausgeschlossenen Kontakt mit der Biosphäre belegen schon jetzt die nicht endenden Ausgasungen und Feinstaubfreisetzungen sowie das „Verpuffungs“-Unglück vom 08.11.2019 selbst, bei dem zum Unglückszeitpunkt von Anwohnern „verbrannte Gerüche“ über Tage wahrgenommen wurden.

Der geplante Bau eines Schornsteins, der die „Geruchsbelästigung im Umfeld“ senken soll („Mitteldeutsche Zeitung“ vom 09.11.2019), hat nach Auffassung der Bürgerinitiatve die Aufgabe, Proteste der Angersdorfer Bürger zu verhindern. Die dann weiträumiger verbreiteten und somit verdünnten Ausgasungen und Stäube, die damit die Stadt Halle erreichen werden, sollen die Belastungen für die Angersdorfer Anwohner minimieren – so haben das LAGB und Wirtschaftsministerium es genehmigt. Dies steht in Widerspruch zur Festlegung, dass Angersdorf das Frischlufteinzugsgebiet für die Stadt Halle bildet, was recherchiert werden kann.

Aus Vorsorgegründen sind für die Gesundheit der Anwohner, wie bei jeder industriellen Anlage, Filter einzusetzen. Der Begründung, dass Vorsorgemaßnahmen bei einem Bergwerksbetrieb nicht notwendig seien, widerspricht der Versatztätigkeit und das Ablaufen chemischer Reaktionen der giftigen Abfallstoffe. In diesem Bergwerk erfolgt kein bergmännischer Abbau eines Rohstoffs, sondern die Deponierung von giftigen Stoffen, die ohne spezielle Absicherung nicht an der Oberfläche gelagert werden können, ohne eine Umweltbelastung hervorzurufen. Offensichtlich wird der Giftstoffversatz technologisch nicht beherrscht, weshalb es zu der sogenannten „Verpuffung“ kam, bei der laut Pressekonferenz der Polizei und der GTS ein Bergmann durch „herumfliegendes Gestein im Gesicht“ verletzt wurde.

„Giftmülllager gegen Gebirgsschlag“ war eine Überschrift in der „Mitteldeutschen Zeitung“ vom Tag nach der „Verpuffung“ (09.11.2019). Die Diktion auch vieler Veröffentlichungen anderer Medien ist, dass der Versatz mit Giftmüll alternativlos sei: Nur mit den Stoffen, die die GTS derzeit einlagert, könne man einen Gebirgsschlag verhindern. Dem widerspricht die Bürgerinitiative und Anwohnerschaft nachdrücklich.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative fordern erstens einen sofortigen Stopp des Giftmüllversatzes, auch weil eine benannte Ungefährlichkeit der Ausgasungen bis heute von unabhängigen Gutachtern nicht nachgewiesen wurde!

Die zweite Forderung lautet deshalb, die umgehende Entwicklung einer Technologie für den Versatz mit ungefährlichen Stoffen (Haldenmaterial, Bauschutt) zu beginnen! Es stimmt auch nicht, dass der Versatz mit ungefährlichen Stoffen Arbeitsplätze vernichte, wie die GTS behauptet. Er ist nur bei weitem nicht so profitabel.

Noch schlimmer scheint es zu werden, wenn die GTS künftig „freigemessene“ Abfälle als Bergversatz einbringt, ebenso sogenannte „ASSE-Abwässer“ aus den alten Salzstöcken der ASSE aus Niedersachsen, wo eingelagerter Atommüll das Grundwasser im angeblich trockenen Bergwerk kontaminiert hat. „Freigemessene“ Abfälle sind „Rückbaumassen kerntechnischer Anlagen“, also radioaktive Abfälle von AKW- und KKW-Abrissmaßnahmen, die solange konditioniert (verdünnt) werden, bis sie einen sogenannten Schwellenwert von höchstens 10 Mikrosievert pro Jahr als „zulässigen“ Grenzwert ausweisen. „Freigemessen“ bedeutet aber nicht, frei von Radioaktivität. Diese verschwindet nicht, indem man sie per Gesetz unkenntlich macht. Wissenschaftlicher Konsens ist inzwischen, dass es keine für den menschlichen Organismus unschädliche Radioaktivität unterhalb eines Schwellenwertes gibt.

Die GTS plant den Versatz „freigemessener“ Abfälle. Dazu hat sie aktiv an der Gesetzesänderung der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) mitgewirkt. Die Anwaltskanzlei Versteyl (avr) hat im Auftrag der GTS eine Stellungnahme zum Referentenentwurf und einen Vorschlag zur Formulierung für eine Novelle der Strahlenschutzverordnung „Entsorgung von spezifisch freigegebenen Rückbaumassen kerntechnischer Anlagen-Verwertung im Versatzbergwerk als langzeitsichere, gleichwertige Alternative zur Deponierung“ erarbeitet und Formulierungsvorschläge zur Novelle der Strahlenschutzverordnung erarbeitet.

Das Umweltbundesamt hat die Strahlenschutzverordnung mit Wirkung zum 31.12.2018 neu gefasst. Demnach ist nun eine Freigabe von radioaktiv kontaminierten Stoffen im Einzelfall auch für den Einsatz in Grubenbauen nach der Versatzverordnung möglich.

Wir fordern somit drittens den sofortigen Stopp des Versatzes mit „freigemessenen“ Abfällen und „ASSE-Abwässern“!

Die genannten drei Forderungen richten die Mitglieder der Bürgerinitiative an die verantwortlichen Entscheidungsträger im Land Sachsen-Anhalt, die für die Genehmigung zuständig sind. Die Gesundheit der Menschen ist nicht verhandelbar. Das müssen die Verantwortlichen endlich akzeptieren.

Der 8. November 2019 sollte nicht nur Anstoß zur Verhinderung weiterer Unglücksereignisse sein, bei denen Menschen unmittelbar zu Schaden kommen. Über die Sicherheit der Einlagerungstechnologie ist vielmehr ernsthaft nachzudenken. Leider wurde der Versatzbetrieb bereits am 11.11.2019 mit Genehmigung des LAGB wieder aufgenommen, obwohl die Ermittlungen zum Unglück noch laufen. Die Unglücksursache ist daher viertens lückenlos aufzuklären und es sind sofortige Konsequenzen bezüglich der Genehmigungen zu ziehen.

Der Vorstand der BI

Kontakt:
Bürgerinitiative gegen eine
Giftmüllregion Halle (Saale) e.V.

www.giftmuellregion-halle.de

info@giftmuellregion-halle.de


Für eine gesunde und lebendige Fluss- und Auenlandschaft der Weißen Elster – ohne Kiestagebau

Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) muss sich das mittlere Elstertal in Thüringen und Sachsen-Anhalt wieder zu einer gesunden Fluss- und Auenlandschaft entwickeln. Dieser Akt der Nachhaltigkeit ist ein wissenschaftlich begleiteter Prozess zum Erhalt der Region als lebenswerter Raum für Mensch und Natur.

Die aktuellen Planungen zur Auskiesung der Aue der Weißen Elster zwischen Crossen, Ahlendorf und der Grenze zwischen dem Freistaat Thüringen und dem Land Sachsen-Anhalt führt zur massiven Behinderungen dieses Prozesses. Daher muss jeglicher Kiestagebau in der Aue der Weißen Elster unterbleiben!

Der aktuelle „kleine“ Antrag zum Kiesabbau sieht der AHA als Einfallstor zur länderübergreifenden Auskiesung im gesamten mittleren Elstertal an. Die regionale Planung, die erst nach dem Kiesantrag entscheidet, würde zwangsläufig die Gegend als Rohstoffabbaufläche deklarieren und dann gibt es kein Halten mehr.

Bisher intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen bedürfen wieder des Anbaus einer größeren Vielfalt von Ackerkulturen und einer damit verbundenen umfassenden Fruchtfolge. Auf keinen Fall können Kiessabbauflächen und –seen die Alternative sein. Am konkreten Planungsstandort in der Aue der Weißen Elster zwischen Crossen, Ahlendorf und der Grenze Thüringen/Sachsen-Anhalt gilt es langfristig sukzessive und vielfältige Entwicklungsräumen für Gehölze, Wiesen, Hochstauden und Kräuter zu ermöglichen.

Bitte unterstützen Sie unsere Bemühungen für eine arten- und strukturreiche Auen- und Flusslandschaft der Weißen Elster mit seinen Auenwäldern, Auenwiesen und Feuchtgebieten als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, Ausbreitungsraum für Hochwasser, Standort für Wohnen und Erholung sowie Ort einer von vielfältiger Anbaukulturen und Fruchtfolge geprägten Landwirtschaft.

Helfen Sie uns bitte mit ihrem Votum, den Abbau von Kies und Sand in der Aue der Weißen Elster zwischen Crossen, Ahlendorf und der Grenze Thüringen/Sachsen-Anhalt abzuwenden!

https://www.aha-halle.de/

https://www.aha-halle.de/stellungnahme-zum-raumordnungsverfahren-kiessandtagebau-ahlendorf-2/

http://pro-elsteraue.de/

In der Stellungnahme des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) vom 14.04.2019 zum Raumordnungsverfahren Kiessandtagebau Ahlendorf heißt es dazu:

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Zu 1.2.

Die dargelegten Begründungen des Bedarfes begründen vordergründig unternehmerische Gründe und stellen somit vorrangig private Interessen des Unternehmens über die Bedürfnisse des Schutzes und Erhalts der Fluss- und Auenlandschaft der Weißen Elster und angrenzender Natur, Landschaften und Wohngebiete.

Zu 2.1.3

Das Abbaugebiet befindet sich in der Tat in keinem ausgewiesenen Schutzgebiet, bildet aber einen sehr bedeutsamen Entwicklungs- und Hochwasserraum des Auen- und Flusssystems der Weißen Elster. Die grundsätzlich begrüßenswerten Bestrebungen des Freistaates Thüringen, große Teile der Altaue der Weißen Elster wieder an das Hoch-wasserregime des Flusses anzuschließen, gilt es dringend mit naturnaher bis naturnahen Entwicklungsräumen zu koppeln. In dem Zusammenhang gilt es zudem, dem Fluss auch umfassenden Raum zur Mäandrierung und zur Entstehung sukzessiver Gehölz-, Stauden-, Wiesen- und Krautfloren zu geben. Das geplante Abbaugebiet bietet sich dazu insbesondere aus folgenden Gründen an:

Der Teil der Weißen Elster zwischen Crossen, Ahlendorf und der Landesgrenze Thüringen/Sachsen-Anhalt ist eingebettet in zwei noch vorhandene Flussschlingen, welche ein schnelles Überströmen des Gebietes mit Hochwasser ermöglichen.

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Die räumliche Nähe zum länderübergreifenden Naturschutzgebiet Zeitzer Forst, welcher auch als Europäisches Vogelschutzgebiet und Schutzgebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen ist, rechtfertigt eine besondere Bedeutung als Biotop- und Grünverbundraum. Diese Bedeutung besitzt die Weiße Elster bereits länderübergreifend vom Quellgebiert in Tschechien bis zur Einmündung in die Saale in Halle (Saale).

Berechtigte Bestrebungen, die gesamte Weiße Elster als UNESCO-Weltkultur-erbe auszuweisen und die umfassende geologische, landschaftliche und historische Bedeutung dieses Fluss- und Auengebietes rechtfertigen eine Unterschutz-stellung als länderübergreifendes Landschaftsschutzgebiet.

Der in den Jahren von 1578 bis 1580 im Auftrag von Kurfürst August I. nach Plänen von Martin Planer und unter Bauleitung von Christian Kohlreiber errichtete Floßgraben prägte ebenfalls bzw. prägt immer noch die Region. Der haupt-sächlich vom Wasser der Weißen Elster gespeiste Floßgraben diente der Flößerei von Holz, welches man im Kurfürstentum Sachsen zum Sieden von Sole verwendete. Dieses länderübergreifende Kulturdenkmal gilt es dringend zu erhalten und umwelt-, natur- und landschaftsverträglich wiederherzustellen. Dabei spielt der Anschluss an die Weiße Elster in Crossen eine besondere Bedeutung.

Zu 2.1.5

Im Falle eines 6,45 ha großen Kiessabbaus und des damit verbundenen Abtrags von Deckschichten ist eine Zerstörung der natürlich gewachsenen Bodenstruktur verbunden. Ebenso besteht die Gefahr, dass durch mögliches Anschneiden der Zechsteinschichten eine schrittweise Versalzung des Grund- und Schichtwassers eintritt. Die Folgen auf das Umfeld können sich negativ auf die Böden, die Vegetation und Bausubstanz auswirken.

Zudem kann auf Grund des Verlustes der kapillaren Wirkung der Böden ein Einpegeln des Wassers eines möglichen ca. 5,8 ha großen Restsees in der Waagerechten erfolgen, so dass womöglich das Wasser in Richtung Weiße Elster ansteigt und vom Fluss abgewandt der Wasserspiegel sinkt. Zudem verstärkt sich die Verdunstung von Grundwasser, was zu nicht unerheblichen Wasserverlusten in der Region führen kann.

Ferner ist von einer Verschärfung der hydrologischen Situation im Floßgraben auszu-gehen, da während des Abbaus und erst recht nach der Einrichtung des Kiessees durch waagerechte Einpegelung und Verdunstung erheblich weniger Wasser zur Verfügung steht.

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Zu 2.2

Mit einem möglichen Abbau ist nicht nur mit Beeinträchtigungen an Landschaft und Natur, sondern auch mit zusätzlichen Belastungen durch LKW-Verkehr zu rechnen.

Zu 2.2.1

An der Stelle sei darauf hingewiesen, dass laut Umweltbundesamt und Statistischem Bun-desamt gegenwärtig eine tagtägliche Neuversiegelung von Boden im Um-fang von 69 ha Boden erfolgt. Dies geht zumeist zu Lasten von fruchtbaren Böden und der Landwirtschaft. Das entspricht in etwa einer Fläche von ca. 100 Fußballfeldern und im Jahr in etwa einer Fläche von 25.185 ha -69 ha/Tag x 365 Tage/Jahr = 25.185 ha/Jahr. Im Vergleich dazu die Fläche der Stadt Leipzig, welche 29.760 ha beträgt.

Der Bau einer Transportstraße führt zu weiteren Bodenversiegelungen.

Zu 4.5.6

Die Schilderungen zu den Altlastenverdachtsflächen lassen nur die Schlussfolgerung zu, dass eine unverzügliche und vollständige Beräumung erfolgt. Dazu ist aber keine Um-setzung des Vorhabens Kiessandtagebau Ahlendorf erforderlich. Hier liegen klare Verantwortungen bei den Verursachern, den Eigentümern der Flächen sowie bei den zuständigen Umwelt- und Abfallbehörden.

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Diese vielfältigen Funktionen erfordern jedoch eine naturnahere bis naturnahe Entwick-lung. Die Errichtung eines Kiessandtagebaus behindert bzw. zerstört das flächenhafte sukzessive Entwicklungspotential, entzieht den Auen ihre sehr wichtige hydrologische und geologische Basis aus Kies und Sand, welche für eine weitgehend ungestörte Entwicklung unabdingbar ist.

Daran ändert auch in eine in Aussicht gestellte Entwicklung und Entstehung verschiedener Stillgewässer- und Feuchtgebiets wenig. Dafür mindestens 6,45 ha Aue vollkommen zu zerstören ist ein zu hoher und nicht verantwortbarer Preis. Noch dazu, dass die bisherigen Planungsunterlagen wenig belastbare ökologische, geologische und hydrologische Daten und Prognosen enthalten bzw. enthalten können. Zudem besteht die sehr große Gefahr, dass nach bzw. während der veranschlagten 8,5 Jahren langen Abbau- und Nutzungsphase eine Erweiterung des Aufschlusses nach Süden in die Planung geht.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. schlägt alternativ die Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption u. a. für das Gebiet der Weißen Elster zwischen Crossen, seines Ortsteiles Ahlendorf und der Landesgrenze Thüringen/Sachsen-Anhalt vor.

Somit besteht die Möglichkeit auf deren Basis den Schutz, den Erhalt und die Entwicklung dieses bedeutsamen Teils der Auen- und Flusslandschaft der Weißen Elster zu organisieren.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder hatte dazu eine Online-Petition unter der Überschrift „Für eine gesunde und lebendige Fluss- und Auenlandschaft der Weißen Elster– ohne Kiestagebau“ gestartet, welche an den Landtag und die Regierung des Freistaates Thüringen gerichtet ist.

Die Online-Petition ist unter folgendem Link zu erreichen: https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-eine-gesunde-und-lebendige-fluss-und-auenlandschaft-der-weissen-elster-ohne-kiestagebau

Dazu bedarf es jedoch auch einer generellen massiven Mitwirkung der interessierten und betroffenen Bevölkerung, um nachhaltige politische und gesellschaftliche Entscheidungs- und Rahmenbedingungen zu schaffen. Die fachlich sehr fundierten Diskussionen im Rahmen der bisherigen Fahrradexkursionen haben einen sehr wichtigen Beitrag dazu geleistet.

Der AHA bekräftigte seinen Wunsch sich verstärkt für den Schutz, Erhalt und Entwicklung des gesamten Flussgebietes der Weißen Elster von Quelle bis zur Mündung einzusetzen. Dazu zählt selbstverständlich auch der Abschnitt zwischen den Städten Gera und Zeitz.

Nun möchte der AHA Interessenten gewinnen, welche daran ehrenamtlich mitwirken möchten, was letztendlich zur Bildung von Regional- und Ortsgruppen in den Städten Gera und Zeitz sowie in angrenzenden Gebieten führen soll. In diesen AHA-Gruppen können sich ehrenamtliche Interessenten unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung und Beruf einbringen. Wer Interesse hat, wende sich bitte an folgende Kontaktmöglichkeit:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Leipzig und Umland
Otto-Adam-Straße 14

04157 Leipzig

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender des AHA

Halle (Saale), den 08.11.2019


Stellungnahme zum Plangenehmigungsverfahren gemäß § 68 Wasserhaushaltsgesetz – Herstellung der Durchgängigkeit der Ilm am Wehr in Langewiesen

Der ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) setzt sich seit sehr vielen Jahren für den Schutz, den Erhalt und die Entwicklung des 128,7 km langen Flusses Ilm ein, welcher nach Saale, Werra und Unstrut der viertlängste Fluss Thüringens und viertlängste Nebenfluss der Saale ist. Es gilt die Ilm und ihre Aue als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, Überflutungsraum sowie Biotopverbund- und Naherholungsraum zu schützen, zu erhalten und womöglich umfassend zu erweitern. Dies erfordert einen umfassenden gesamtgesellschaftlichen Einsatz und eine Einbindung in die Schutzaktivitäten in der Saaleaue.
Der AHA begrüßt grundsätzlich die Umwandlung des Ilm-Wehres im Bereich der Wilhelm-Höpflinger-Straße in eine Sohlgleite. Die Gestaltung dieser Sohlgleite sollte sich am Beispiel der Zorge in der Stadt Nordhausen orientieren. Dazu gehört auch den bestehenden Gehölzbestand unbedingt zu erhalten.
Jedoch möchte der AHA ferner darauf hinweisen, dass Wehre zumeist Folgen von umfassenden Flußbegradigungsmaßnahmen darstellen und der Überwindung von Höhenunterschiede infolge des Verlustes von Mäandern und somit an Länge des Fließgewässers. Insofern empfiehlt es sich zu prüfen, inwieweit die Errichtung eines Mäanders auf der Freifläche zwischen Ilmstraße, Ilm und Ernst-Thälmann-Platz möglich ist.
Ferner regt der AHA eine wissenschaftliche Untersuchung an, welche im Rahmen einer Schutz- und Entwicklungskonzeption Möglichkeiten des Rückbaus und der Entsiegelung der Ilm auch im Bereich Ilmenau/Langewiesen aufzeigt. Darüber hinaus gehört dazu untersuchen, inwieweit eine Neumäandrierung mit Hilfe von Störsteinen und -hölzern umsetzbar ist.

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 14.10.2019

2017-07-19_Projektanlauf
2018-07-30_Projektvorstellung
2018-08-16_Projektvorstellung
2019-06-20_Feuerlöschentnahme
Anlage1_Q30
Anlage2_Q330
Baugrundgutachten
EB_LP4_Ilm_Langewiesen_IL55
GRP_OWK_Obere_Ilm
GRP_WehrLangewiesen_IL55
HydrologischerLS_Ilm_TLUG
LBP_Langewiesen_NGE_DG_K01
LBP_P2.1_IL55
LP4_P01_Schutzgebiete
LP4_P02_ÜSG
LP4_P03_Flächennutzung
P2.1_Leitungsplan_IL55
P2.2_Strukturmaßnahmen
P2.3_Lageplan_IL55
P3.1_LS_IL55
P4.1_Regelzeichnung_IL55
P8.1_Grunderwerb_IL55
Pegel_Gräfinau_q_572890_2014
saP
Stellungnahmen
Unterlage05.2_Dimensionierung_Ilm_Langewiesen
Unterlage05.3_Hydraulischer_Nachweis
Unterlage8_Grunderwerbsverzeichnis_IL55
Unterlage12.2_TÖB
Unterlage13__Fotodoku_Langewiesen
Unterlage14_Kostenberechnung_IL55


AHA und Initiative „Pro Baum“ fordern öffentliche Gesamtplanung des Raumes zwischen Riebeckplatz und Hauptbahnhof in der Stadt Halle (Saale)!

Bekanntlich erfolgte in den Jahren 2005/2006 die jüngste bauliche Umgestaltung des halleschen Riebeckplatzes sowie im Jahr 2011 der steuerlich subventionierte und sinnlose Abriss der Hochhäuser an dem Platz. Diese Baumaßnahmen haben zu keiner umfassenden Vermehrung des Grüns beigetragen. Das schlimmste Beispiel für vollständige Bodenversiegelung und Vermeidung von Grün in einer Stadtplanung ist der runde Platz zwischen Riebeckplatz und Hauptbahnhof. Nunmehr haben die Neubaumaßnahmen für Gebäude am Riebeckplatz zur Fällung der einzigen Bäume auf dem Platz geführt. Somit erfolgte eine unverantwortliche Reduzierung von Grün in dem ohnehin stark verbauten Bereich. Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ begrüßen zum Beispiel grundsätzlich die Schaffung sicherer Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder am Hauptbahnhof. Nur den bisher angedachten Standort und die damit verbundene Vernichtung einer weiteren Grünfläche halten der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Dabei bietet sich nach Auffassung von AHA und Initiative „Pro Baum“ an, die weitgehend unvermieteten Ladenzeilen am runden Platz zwischen Riebeckplatz und Hauptbahnhof so umzubauen bzw. umzugestalten, dass eine Unterbringung von Fahrrädern möglich ist. In dem Atemzug schlagen AHA und Initiative „Pro Baum“ vor, auf dem Rundplatz Bäume wie Feldahorn, Ebereschen oder kleinkronige Spitzahorne sowie Kletterpflanzen wie selbstklimmende Weinarten oder Efeu zu pflanzen. Derartige Maßnahmen tragen nicht nur zur Erhaltung einer bestehenden Grünanlage bei, sondern reihen eine mögliche Fahrradunterbringung in eine Begrünung eines vollkommen versiegelten Platzes ein. Dies führt nicht nur zur Verbesserung des Stadtbildes, sondern ermöglicht die Verbesserung des Stadtklimas mit Frischluft und vermehrter Luftfeuchtigkeit und schafft neue Unterschlupfmöglichkeiten für Vögel.

Mit der Vorlage der Beschlussvorlage „vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 174 „Riebeckplatz Ost“ – Aufstellungsbeschluss“ durch Halles Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand und seines Beigeordneten für Stadtentwicklung und Umwelt René Rebenstorf an den halleschen Stadtrat, welcher es im Rahmen seiner Sitzung am 27.06.2018 die Verweisung die Ausschüsse und in seiner Sitzung am 29.08.2018 die Vertagung auf seine Sitzung am 26.09.2018 beschloss ist eine weitere Privatisierung der Stadtentwicklung an Halles Riebeckplatz vorgesehen. Ein Aufstellungsbeschluss in derartiger Form ist als eine Fortsetzung der diffusen und zersplitterten Entwicklung des Riebeckplatzes mit dem Verkauf der Flächen an die GP Papenburg Hochbau GmbH verbunden und bedeutet eine öffentliche Planung nach Vorstellung dieses privaten und in der Stadt Halle (Saale) stark privilegierten Unternehmens. Der „Investor“ hat sein Kaufinteresse für wesentliche Teile der im städtischen Eigentum befindlichen Teilbereiche des Parkplatzes an der Volkmannstraße und der südöstlichen Fläche im Bereich des Busbahnhofes bekundet, welchem nun Halles Stadtrat im Rahmen seiner Sitzung am 26.09.2018 zustimmen soll. Nach dem Willen sollen im Bereich des Parkplatzes an der Volkmannstraße 2 Parkhäuser mit Grundstücksflächen zu je 1.120 m² und 1.780 m², ein Bürogebäude mit einer Grundstücksfläche von 2.600 m² und ein CAR-Sharing-Platz mit einer Grundstücksfläche von 266 m² sowie auf der südöstlichen Fläche im Bereich des Busbahnhofes ein Hotel- und Bürogebäude mit einer Grundstücksfläche von 2.650 m² entstehen.
Neben der sehr umstrittenen Notwendigkeit des Baus weiterer Parkhäuser, Büro- und Hotelgebäude, möchten Halles Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand und sein Beigeordneter für Stadtentwicklung und Umwelt René Rebenstorf den Stadtrat dazu bringen einem Verkauf von Filetstücken am Ort im öffentlichen Eigentum an die GP Papenburg Hochbau GmbH zuzustimmen. Auf Grund der prägenden Wirkung betreibt die Verwaltungsspitze der Stadt Halle (Saale) eine Privatisierung von Stadtplanung und -entwicklung am Riebeckplatz. Das Papenburg-Imperium hat sich im Stadtgebiet von Halle (Saale) nach Ansicht von AHA und Initiative „Pro Baum“ durch Mitwirkung und Profit an zahlreichen fragwürdigen Projekten hervorgetan. Dazu zählen zum Beispiel der übermäßige Ausbau von Otto-Stomps-Straße/Fiete-Schulze-Straße, der Verbau des einstigen Paulusparks und der Ausbau von Gimritzer Damm/Heideallee und Osttangente, aber auch die Errichtung eines Kinderspielplatzes an der Ecke Talstraße/Unteren Papiermühlenstraße auf kontaminierten Boden. Mit all diesen Vorhaben waren bzw. sind Zerstörungen von natürlicher Umwelt und Landschaft, zum Beispiel in Form von Abholzungen von Bäumen und Flächenversiegelungen, verbunden.
Dabei halten Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ eine öffentliche Stadtplanung und -entwicklung für den Raum zwischen Riebeckplatz und Hauptbahnhof in der Stadt Halle (Saale) für dringend geboten. Beide Umweltorganisationen halten es dafür wichtig den Grünraum nicht nur zu schützen und zu erhalten, sondern zum Beispiel sogar Teilbereiche des Parkplatzes an der Volkmannstraße auf einen CAR-Sharing-Platz von ca. 500 m² zu reduzieren und den Rest als Wiesen- und Gehölzfläche zu entwickeln. Die bisher für die Schaffung sicherer Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder am Hauptbahnhof angedachte südöstliche Fläche im Bereich des Busbahnhofes gilt es von jeder Bebauung freizuhalten und als Wiesenfläche mit Solitärbäumen zu entwickeln.
Daher appellieren Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ an alle Fraktionen des halleschen Stadtrates dafür Sorge zu tragen statt Flächen neu zu versiegeln, Entsiegelungsmaßnahmen in Gang zu setzen sowie Grünflächen zu erhalten, zu erweitern und somit Grünverbundräume zu entwickeln. Wir brauchen mehr Grün, statt neues Grau aus Beton, Stahl und Glas im Einheitsbaustil!

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ fordern daher Politik und Verwaltung der Stadt Halle (Saale) auf, endlich eine an öffentlichen Interessen orientierte Stadtplanung im Bereich des Riebeckplatzes aufzunehmen und diese so vorzunehmen, welcher ein Primat auf Schutz, Erhalt und Verbesserung von Umwelt, Natur und Stadtbild legt.
In dem Zusammenhang bekunden Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und Initiative „Pro Baum“ weiter und verstärkt für den Schutz, Erhalt, Betreuung und Erweiterung der Gehölzbestände aktiv zu sein. Daher sind interessierte Bürgerinnen und Bürger, Firmen, Verbände, Vereine und weitere Organisationen aufgerufen im AHA und in der Initiative „Pro Baum“ mit- und zusammenzuarbeiten. Wer Interesse hat daran mitzuwirken, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Initiative „Pro Baum“
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345/200 27 46

E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail „Initiative Pro Baum“: initiativeprobaum@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 13.10.2019

Fotos: Andreas Liste


Stellungnahme zum Planfeststellung nach § 68 WHG – Hochwasserschutz Eisenach Maßnahmenkomplex II – Teilobjekt Altwasser Spicke – Bauteil 7 Genehmigungsplanung 1. Tektur vom 09.07.2019

Grundsätzliches

Bekanntlich gehören Fluss- und Auenlandschaften zu den arten- und strukturreichsten Landschaften und Naturräumen der gemäßigten Zonen. Sie bieten punktuell und flächendeckend Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, bilden Kaltluft- und Frischluftentstehungsgebiete und fungieren als Ventilationsbahnen sowie üben sehr wichtige Funktionen als Hochwasserausbreitungs-, Biotop- und Grünverbundraum aus. Ferner dienen sie als Erholungsraum für die Menschen.
Diese vielfältigen Funktionen erfordern jedoch eine naturnahere bis naturnahe Entwicklung.
Auf dieser Basis bezieht der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) bezieht er folgendermaßen Stellung:

Zu II. Zu Erläuterungsbericht

Zu 2.1 Rechtfertigung des Gesamtvorhabens

Diese Rechtfertigung erscheint nicht nachvollziehbar, da bisher nicht erkennbar ist, welche alternative Maßnahmen in Bezug auf Rückgabe von Retentionsflächen innerhalb der Stadt Eisenach vorgesehen sind. Das innerstädtische Flusssystem von Hörsel und im Umfang ihr Nebenfließgewässer Nesse bis zum Einmündungsbereich sind umfassender Begradigung und massivem Einbau geprägt. Wehre müssen Höhenunterschiede des begradigten Flusssystems ausgleichen und befördern streckenweise die Naturferne. Andrerseits sind Hörsel und Nesse als massiver Grünraum geprägt, welcher Potenziale für einen Grün- und Biotopverbund besitzt sowie als Kaltluftentstehungsgebiet und Ventilationsbahn fungieren kann. Gerade letzterer Aspekt kann durch Neubauten von Spundwänden bzw. Hochwasserwänden kann hier zu Störungen im Austausch von Luftmassen führen.

Zu 4.2 Variantendiskussion Vorplanung

Die hier getätigten Angaben zeugen davon, dass es sich nun deutlich rächt, dass man offensichtlich Gewerbegebiete in bzw. an Retentionsflächen der Hörsel geplant und letztendlich errichtet hat. Ferner vollkommen unberücksichtigt bzw. nicht genannt ist der mögliche Zustrom von Niederschlagswasser von den versiegelten Flächen der Stadt. Folgende Überlegungen blieben offenkundig ausgeblendet:

  • Möglichkeiten der Reduzierung von Flächenversiegelungen
  • Erhöhung des Gehölzbestandes im urbanen Innenraum
  • Beförderung von Dach- und Fassadenbegrünungen
  • Umwandlung von Dauermahdrasen zu unregelmäßig und partiell gemähten Wiesen
  • Ermittlung von Altverläufen von Hörsel und Nesse sowie von deren Nebengewässern und Prüfung der Möglichkeit diese wieder zu beleben. Als Beispiel kann die Hörsel oberhalb Rothenhof dienen.

Diese Maßnahmen tragen zudem zur Verbesserung des Klimas und das Stadtbildes sowie der Erhöhung der Arten- und Strukturvielfaltes bei.

Ferner gilt es folgende Maßnahmen im Bereich der Hörsel auch außerhalb des hier behandelten Planfeststellungsgebietes zu prüfen:

  • Beräumung des früheren Heizkraftwerkes am Palmental und von anderen Gewerbebebauungen nördlich bis nordwestlich des Mündungsgebietes der Nesse in die Hörsel. Einhergehend gilt es Altlasten zu prüfen und ggf. Bodenabträge vorzunehmen.
  • Prüfung von Alternativstandorten für die Kleingärten zwischen Nessemündungsgebiet in die Hörsel und Palmental sowie zwischen L 1021 – Stedtfelder Straße und Adam-Opel-Straße bzw. des sukzessiven Leerzuges durch ausbleibender Neuvergabe aufgegebener Kleingärten.

Es erscheint sinnvoll zu sein, wissenschaftlich zu prüfen, inwieweit eine vollständige Wiederherstellung des Altverlaufes der Werra sinnvoll und notwendig erscheint. Hierzu ist es sehr wichtig die hydrologischen und geologischen Verhältnisse sowie den momentanen Bestand an Fauna und Flora zu prüfen und zu untersuchen.
Vom Grundsatz erhöht die Wiederanbindung von Fließgewässern an Altverlauf die Struktur- und später bei gesamtheitlicher Betrachtung den Wasseraufnahmeraum.

Zu 4.3. Beschreibung der Vorzugsvariante
Zu 4.5.2. Veranlassung/Ziele der Maßnahmen

Nach Auffassung des AHA fehlt eine nähere Erläuterung zu „strukturverbessernde Maßnahmen an der Werra“.
Der AHA empfiehlt daher folgendes:

  • Wissenschaftliche Prüfung, ob die Wiederanbindung der Altverläufe der Werra möglich bzw. sinnvoll erscheinen.
  • Die begrüßenswerte Entstehung eines Auenwaldes sollte sukzessiv geschehen, um a) das standorttypische Arten- und Strukturspektrum entstehen zu lassen, b) Ungehindertes Wurzelwachstum zu ermöglichen und c) wiesen- und staudenreiche Zwischenzeiträume bieten Insekten sehr viele Nahrung und Unterschlupf.
  • Wissenschaftliche Begleitung der Entwicklung dieses Teils der Fluss- und Auenlandschaft der Werra.

Zu 4.6. Maßnahme 3: Verbesserung der Gewässerstruktur Werra Fl.-km 272 + 121 bis Fl.- 272 + 835

Der AHA begrüßt grundsätzlich das Vorhaben. Jedoch empfiehlt er folgendes:

Die baulichen Eingriffe gilt es auf die Entfernung von Sohl- und Uferbefestigungen, Querbauwerken und von weiteren Bauten in den Uferbereichen, den Eintrag von Störhölzern und -steinen sowie Einschüttung von angefallenen Werrakies in den Flussverlauf zu beschränken. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass die Ufervegetation keine Schäden erfährt. Ansonsten sind alle Entwicklungen der Natur zu überlassen sowie darüber hinaus zu dokumentieren.
Eine gezielte Formung und Schichtung von Kies sollte dem Fluss überlassen bleiben, um naturnahere bis naturnahe Entwicklungen zu ermöglichen.

III. Schlussbemerkungen

Bekanntlich gehören Fluss-und Auenlandschaften zu den arten- und strukturreichsten Landschaften und Naturräumen der gemäßigten Zonen. Sie bieten punktuell und flächendeckend Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, bilden Kaltluft- und Frischluftentstehungsgebiete und fungieren als Ventilationsbahnen sowie üben sehr wichtige Funktionen als Hochwasserausbreitungs-, Biotop- und Grünverbundraum aus. Ferner dienen sie als Erholungsraum für die Menschen.
Diese vielfältigen Funktionen erfordern jedoch eine naturnahere bis naturnahe Entwicklung.
Der ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. bietet gerne seine Erfahrungen und fachlichen Kenntnisse an.
Der Kontakt lautet:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 23.09.2019

Homepage der Umweltverträglichkeitsprüfungen:

https://www.uvp-verbund.de/trefferanzeige?docuuid=764CC3DF-5FBE-47C0-95F5-40A65A167D3D&plugid=/ingrid-group:ige-iplug-th&docid=764CC3DF-5FBE-47C0-95F5-40A65A167D3D

Zusätzliche Dokumente:

Erläuterungsbericht MK II-1-1
U 10_MKIII_LP4_Fotodokumentation


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