AHA und Initiative „Pro Baum“ fordern weiterhin Erhalt des Gehölzbestandes am Riveufer in der Stadt Halle (Saale)!

Einst hatte der Beigeordnete für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Halle (Saale) René Rebenstorf hat eine Beschlussvorlage „Variantenbeschluss Hochwasserfolgemaßnahmen Riveufer“ dem halleschen Stadtrat zur seiner Sitzung am 26.09.2018 vorgelegt.
In den Planungsunterlagen gibt man als Bestand der Baumallee 146 Linden und 9 Rosskastanien, also gesamt 155 Bäume an. Im Zuge von geplanten Baumaßnahmen beabsichtigt man insgesamt 99 Bäume, davon 28 Alleebäume zu fällen. Das sind 18.06 % der Alleebäume. Als Gründe führt man den Zustand und Sanierungserfordernisse für den Abwasserhauptsammler sowie die Sanierung des „Senkgartens“ nördlich des Heinrich-Heine-Felsens sowie die fehlende Vitalität von zahlreichen Bäumen an.
Im Zuge des damaligen Planungsverfahrens entstand ein Gutachten des Inhabers der Universitätsprofessur für Geobotanik im Institut für Biologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Prof. Dr. rer. nat. habil. Helge Bruelheide sowie des Herbarkustos / curator vom Bereich Geobotanik und Botanischer Garten, Herbarium im Institut für Biologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Prof. Dr. rer. nat. habil. Uwe Braun vor, welches durchaus zu gegenteiligen Ergebnissen kommt.
Im Rahmen einer von der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ organisierten und durchgeführten Protestexkursion am Mittwoch, den 31.10.2018 bestand eine sehr gute Möglichkeit bzw. Gelegenheit die Ergebnisse des Gutachtens zu beraten sowie sich daraus ergebende Schlussfolgerungen zu erörtern. Leider nahm beispielsweise ein Herr Rebenstorf nicht daran teil.
Jedoch bereits in ihrer Presserklärung vom 03.10.2018 äußerten der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ ihre Befürchtung, „dass die Pläne nicht vom Tisch sind“.
Dies scheint sich nun zu bewahrheiten. Der gleiche Beigeordnete für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Halle (Saale) René Rebenstorf versucht nun im Zuge eines neuen Baubeschlusses angeblich „nur“ 29 Bäume zu fällen. Die in Medien dargestellten Begründungen dieses nicht öffentlich diskutierten und somit intransparenten Baubeschlusses knüpfen an die vergangenen unhaltbaren Rechtfertigungen an.
Als Erstes fordern Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ den Beigeordneten Rebenstorf auf diesen neuerlichen Baubeschluss öffentlich zur Diskussion zu stellen und die Abgabe von Stellungnahmen zu ermöglichen. Außerdem prüfen Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ die Durchführung einer erneuten Protestexkursion.

Darüber hinaus greifen der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ eine gemeinsame Anregung vom 04.09.2020 auf, Nachpflanzung von fehlenden Bäumen am Riveufer vorzunehmen. Als Start kann eine frühere Baumscheibe vor der Kindertageseinrichtung, Riveufer 08 dienen, wo noch eine asphaltierte Fläche von dem Standort eines Baumes zeugt, welcher vor mehreren Jahren der Säge zum Opfer fiel.

Auf jeden Fall ist vorgesehen, dass die Initiative „Pro Baum“ im Rahmen ihrer nächsten planmäßigen Zusammenkunft am Montag, den 26.07.2021 das Thema Schutz, Erhalt und Entwicklung des Gehölzbestandes des halleschen Riveufers aufgreift.
Die Veranstaltung findet im Versammlungsraum des Reformhauses Halle in der Großen Klausstraße 11 in 06108 Halle (Saale) statt und beginnt 19:00 Uhr.

Ferner sind interessierte Bürgerinnen und Bürger, Firmen, Verbände, Vereine und weitere Organisationen eingeladen im AHA und in der Initiative „Pro Baum“ mit- und zusammenzuarbeiten. Wer Interesse hat daran mitzuwirken, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. (AHA) &
Initiative „Pro Baum“
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345/200 27 46

E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail IPB: initiativeprobaum@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 18.07.2021


Initiative „Pro Baum“ und AHA bieten erneut fachlich fundierte Hilfe bei der Umsetzung des Projektes „Ernteweg“ in Halle (Saale) an!

Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) begrüßen alle Aktivitäten zum Schutz, zum Erhalt und zur Entwicklung von Umwelt, Natur und Landschaft sowie zur Umweltbildung, wenn sie auf wissenschaftlich-fachlicher Basis beruhen und in dem Zusammenhang die Standortbedingungen und Selbstentwicklung der Natur beinhalten bzw. berücksichtigen. Jahrzehntelange Erfahrungen beider Organisationen zeigen immer wieder auf, dass bei vollständigem bzw. teilweisem Fehlen dieses Grundsatzes alle diesbezüglichen gut gemeinten Aktivitäten meistens zu einem gegenteiligen Ergebnis führen.
Im konkreten Fall sehen die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) mit sehr großer Sorge genau eine solche Entwicklung mit dem Start bzw. Fortsetzung des Projektes „Ernteweg“ im mittleren westlichen Bereich der der halleschen Peißnitzinsel. Am 16.04.2021 erstmalig die Aktivitäten entdeckt, wendete sich der nach § 3 Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz vom Umweltbundesamt anerkannte, gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) mit Mail vom 22.04.2021 an den Vorstand des Trägervereins Food Forest Halle e.V. mit folgendem Inhalt, Zitat:

Lieber Vorstand von Food Forest Halle e.V.,

mit sehr großem Interesse haben wir euer Vorhaben Ernteweg aufgenommen. Ein Projekt was grundsätzlich zu begrüßen ist. Jedoch sehen wir Diskussions- und Handlungsbedarf bei der Standortwahl.
So erfüllt uns mit sehr großer Sorge die Umsetzung des Vorhabens im westlichen Mittelteil der Peißnitzinsel.
Die Peißnitzinsel ist bekanntlich Bestandteil der Auenlandschaft der Saale. Auenlandschaften gehören zu den arten- und strukturreichsten Landschafts- und Naturbestandteilen der gemäßigten Zonen und sind von einer engen Korrelation mit einem Fließgewässer geprägt.
Im konkreten Fall existieren auf der halleschen Peißnitzinsel noch Restauenwaldbestände entlang der Uferzonen entlang der Saale und Wilden Saale. Besonders hervorzuheben ist dabei das Naturschutzgebiet Nordspitze Peißnitz, welches mit dem Naturschutzgebiet Forstwerder in Halle-Trotha ein gemeinsames FFH-Gebiet bildet.
Daraus ist abzuleiten, dass ein sehr umfassendes Schutzbedürfnis und -notwendigkeit auch für diesen Teil der Saaleaue besteht.
Die Errichtung von Bauten und das Einbringen von nicht standortgerechten Pflanzenmaterial führen noch heute zu massiven Störungen des Gesamtgefüges, was als Hochwasserausbreitungsraum der Saale fungiert. Der heutige Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) setzt sich nunmehr seit bald 41 Jahren für den Schutz, den Erhalt und die Entwicklung der Peißnitz als naturnähere Auenlandschaft ein. Hierzu haben wir zahlreiche Vorschläge mündlich und schriftlich vorgebracht. Dazu gehört ebenfalls die Mahnung das Einbringen nicht standortgerechter Pflanzen zu unterlassen sowie durch unregelmäßige, partielle Mahden die Entwicklung von auentypischen naturnahen Wiesen zu ermöglichen. Positive Ansätze sind bereits im Nordteil der Insel und im Gimritzer Park erkennbar.
Die bereits begonnene Errichtung eines Gartens auf einer potenziellen und entwicklungsfähigen Wiese im westlichen Mittelteil der Peißnitzinsel mit Anpflanzung von Khakis, Kiwis, Honigbeeren, Jostabeeren etc. können wir daher nicht gutheißen. In dem Blickwinkel betrachtet besteht zudem die Gefahr, dass bei Hochwassersituationen eine Ausbreitung der standortuntypischen Pflanzen bzw. von Teilen und Saatgut in die anderen Teile der Saaleaue erfolgt. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, dass Tiere zur Ausbreitung beitragen. Besonders kritisch sind mögliche Einträge in die Naturschutzgebiete Nordspitze Peißnitz und Forstwerder zu betrachten.
Wir sind bereit mit euch über mögliche Standorte für Gärten im Rahmen des Ernteweges zu beraten, möchten aber ebenfalls darum bitten den Standort auf der Peißnitzinsel zu überdenken und nicht weiterzuverfolgen.“, Zitat Ende

Die schriftliche Reaktion des Vorstandes von Food Forest Halle e.V. vom 22.04.2021 beinhaltete eine Erläuterung und Rechtfertigung des Vorhabens, ließ aber kein Eingang auf das fachliche Angebot des AHA erkennen. Ferner deutete man an, dass die untere Naturschutzbehörde der Stadt Halle (Saale) den Standort des Projektes genehmigt habe. In Reaktion darauf, schrieb der AHA am 22.04.2021 folgende Bekräftigung seiner Positionen, Zitat:

Guten Morgen Stefano Massa,

recht herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Ihre Reaktion geht keinesfalls auf unsere fachlichen Hinweise und Einwände ein, was wir sehr bedauern. Leider ist es uns erst jetzt möglich sich, zu Ihrem Vorhaben auf der Peißnitzinsel zu äußern, da wir erst mit Feststellung des Beginns der praktischen Arbeiten davon Kenntnis erhalten haben.
In Anknüpfung an unsere Mail vom 22.04.2021 möchten wir uns noch einmal wie folgt äußern:
Der heutige, ehrenamtlich agierende und gemeinnützige AHA ist bereits 41 Jahren aktiv und begann seine Tätigkeit auf Halles Peißnitzinsel. Die Peißnitzinsel gehört zur Saaleaue und hat eine spezielle Fauna und Flora der Hartholz- und Weichholzaue sowie der Hochstauden- und Wiesengesellschaften. Alle anderen Arten und Gemeinschaften sind die nicht autochthon, also nicht standortgerecht und haben dort auch nichts zu suchen. Dazu zählen eben auch die Pflanzenarten, welche Sie dort anpflanzen möchten. Dabei ist es vollkommen unerheblich, ob sie im Norden vorkommen bzw. winterhart sind.
Ein sehr zu begrüßendes Wirken für den Schutz und den Erhalt von Umwelt, Natur und Landschaften muss von Fachlichkeit und Wissenschaftlichkeit und nicht von einem, dem widersprechenden Aktionismus geprägt sein. Dazu gehört eben auch sich eingehend und umfassend mit einem Standort auseinanderzusetzen. Offensichtlich ist das im konkreten Fall nicht im erforderlichen Umfang geschehen. Daran ändern auch keine behördlichen Genehmigungen etwas. Hier scheint eine Korrektur dringend erforderlich zu sein.
Noch einmal: Ihr Anliegen ist grundsätzlich zu begrüßen. Jedoch bedarf es einer korrekten fachlichen und wissenschaftlichen Grundlage. Ferner darf es nicht zur Verstärkung der Artenüberfremdung beitragen. Daher bieten wir Ihnen erneut an, sich gemeinsam mit uns über alternative Standorte zu verständigen. Wir sind überhaupt nicht daran interessiert den Konflikt mit Ihnen und Ihren Verein zu suchen. Nur gelten fachliche, rechtliche und sachliche Grundsätze für alle Personen und Organisationen. Davon kann bzw. darf es auch im konkreten Fall keine Ausnahmen geben.
Bitte nehmen Sie unser Angebot an und profitieren Sie von unseren in nunmehr 41 Jahren gesammelten Erfahrungen und unserer vielfältigen Fachlichkeit.“, Zitat Ende

Eine erneute Reaktion von Food Forest Halle e.V. blieb jedoch leider aus. In Folge dessen startete der AHA mit Mail vom 14.05.2021 an den Beigeordneten für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Halle (Saale) René Rebenstorf folgende Anfrage, Zitat:

Sehr geehrter Herr Rebenstorf,

bereits am 16.04.2021 haben wir feststellen müssen, dass im mittleren westlichen Bereich der Peißnitzinsel Aktivitäten für einen „Ernteweg“ begonnen haben. Anbei erhalten Sie aktuelle Fotos vom 14.05.2021.
In dem Zusammenhang möchten wir anfragen, ob dafür eine Genehmigung Ihrer Behörde vorliegt und wenn ja, auf welcher Basis, warum und wann diese erfolgte?
Wir bitten um eine zeitnahe Antwort.“, Zitat Ende

Auf Grund des Ausbleibens einer Antwort, bat der AHA mit Mail vom 16.06.2021 an Herrn Rebenstorf bis zum 21.06.2021 um eine schriftliche Beantwortung seiner Anfrage vom 14.05.2021.
Auch hier erfolgte bisher überhaupt keine Reaktion. Währenddessen findet die Umsetzung des Projektes „Ernteweg“ ihre ungeminderte Fortsetzung. Bedenken, Hinweise und Vorschläge wischt man vom Tisch, Anfragen bleiben unbeantwortet.

Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) finden diese Vorgehens- und Herangehensweise sehr befremdlich. Beide Organisationen vertreten die Auffassung, dass das grundsätzlich begrüßenswerte Ansinnen des Projektes „Erntweg“ so Schaden nimmt. Zudem bekräftigen die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) erneut ihre Bereitschaft fachlich-inhaltlich sich einzubringen, wozu auch die Standortfrage gehören muss. Dazu ist aber ein Moratorium der Aktivitäten auf der halleschen Peißnitzinsel dringend erforderlich.Darüber hinaus mahnen die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) erneut und mit Nachdruck einen anderen Umgang mit potentiellen Wiesen in der Stadt Halle (Saale) an. Dazu gehört die Durchführung von unregelmäßigen, partiellen Mahden, um die Entwicklung standortgerechter, arten- und strukturreicher Wiesen zu ermöglichen. Dabei ist es erforderlich während der Blütezeit, aber auch während der Reifezeit von Saatgut keine Mahd durchzuführen. Ferner gilt es Brut- und Setzzeiten von Tieren zu beachten.
Das trifft auch für die potentiellen Wiesen auf der halleschen Peißnitzinsel zu. Die Widersprüchlichkeit des Wirkens der Verwaltung der Stadt Halle (Saale) dokumentiert sich gerade im konkreten Fall. Einerseits tritt sie als Unterstützer des Projektes „Ernteweg“ auf, führt aber in direkter Angrenzung zu dem Vorhaben ständige Mahden durch und hinterlässt so weitgehend sterile Rasen.
Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) bekräftigen ihr Angebot sich im Rahmen ihrer ehrenamtlichen und gemeinnützigen Möglichkeiten fachlich-inhaltlich in das Projekt „Ernteweg“, aber auch bei der Entwicklung von Wiesen, einbringen zu wollen.

Darüber hinaus rufen Initiative „Pro Baum“ und AHA weiterhin interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Halle (Saale) zur aktiven Mitwirkung auf, sich mit einzubringen. Interessenten können folgendermaßen zur Initiative „Pro Baum“ und zum AHA Kontakt aufnehmen:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 08.07.2021

Fotos: AHA


Stellungnahme zum Wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahren nach § 68 Abs. 1 WHG – Ausbau eines Gewässers im Naherholungsgebiet „Nordstrand“ im Rahmen der Entwicklung eines Sondergebietes „Sportanlagen und Freizeit“

I. Grundsätzliches

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) weist grundsätzlich darauf hin, dass der anstehende massive Klimawandel zu starker Überhitzung und Mangel von Niederschlägen beiträgt. In der Regel geht man im Erfurter Raum von jährlichen Niederschlagsmengen im Umfang von 539,00 mm aus, in den letzten drei Jahren maß man folgende jährliche Niederschlagswerte:

Jahr 2018: 377,1 mm
Jahr 2019: 351,1 mm
Jahr 2020: 498,1 mm

Das Hydrogutachten definiert unter den Punkten 5.3. und 6.5. eine jährliche Verdunstungsmenge für offene Wasserflächen im Umfang von 600,00 bis 650 mm und geht bei Hitzejahren von einer jährlichen Verdunstungsmenge im Umfang von 650,00 bis 700 mm aus. Ansonsten bemisst man im Erfurter Raum eine jährliche Verdunstungsmenge im Umfang von 500,00 bis 600,00 mm. Lediglich im Steigerwald und im Steiger-Will- roder Forst erreicht man höhere jährliche Werte im Umfang von 600,00 bis 650 mm bzw. 650,00 bis 700,00 mm.

Mit den geringeren Niederschlagsmengen einhergeht die geringere bis ausbleibende Grundwasserneubildung.

Schon alleine diese Fakten sprechen nicht für das Vorhaben. Stattdessen erscheint es sinnvoller sein in dem Gebiet von intensiver Landschaft abzurücken, stattdessen eine extensivere Landwirtschaft mit Wiesenelementen, sukzessiven Gehölz- und Staudenflächen zu entwickeln bzw. entstehen zu lassen.

Eine Eingliederung bzw. Neuentwicklung von Biotop- und Grünverbünden unter Einbindung der Gera und ihrer Aue erscheint nachhaltiger und somit sinnvoller zu sein.

II. Zu den Verfahrensunterlagen

Zu TEIL I ERLÄUTERUNGSBERICHT

Zu 2.3.1 Stadtentwicklung und Stadtplanung
Zu 2.1.4 Geologische Verhältnisse
Zu 3.2 Größe und Begrenzung der Antragsfläche
Zu 4 Wasserwirtschaftliche Planung

Diese bisherigen Beschlüsse und Planungen der Landeshauptstadt Erfurt berücksichtigen in keiner Weise die massiven Veränderungen des Klimas, welche sich auch im Raum Erfurt zeigen. Folgende Fakten zeigen auf, dass hier eine massive Veränderung der Beschlüsse und Planungen erfolgen müssen:

In der Regel geht man im Erfurter Raum von jährlichen Niederschlagsmengen im Umfang von 539,00 mm aus, in den letzten drei Jahren maß man folgende jährliche Niederschlagswerte:

Jahr 2018: 377,1 mm
Jahr 2019: 351,1 mm
Jahr 2020: 498,1 mm

Das Hydrogutachten definiert unter den Punkten 5.3. und 6.5. eine jährliche Verdunstungsmenge für offene Wasserflächen im Umfang von 600,00 bis 650 mm und geht bei Hitzejahren von einer jährlichen Verdunstungsmenge im Umfang von 650,00 bis 700 mm aus. Ansonsten bemisst man im Erfurter Raum eine jährliche Verdunstungsmenge im Umfang von 500,00 bis 600,00 mm. Lediglich im Steigerwald und im Steiger-Willroder Forst erreicht man höhere jährliche Werte im Umfang von 600,00 bis 650 mm bzw. 650,00 bis 700,00 mm.
Mit den geringeren Niederschlagsmengen einhergeht die geringere bis ausbleibende Grundwasserneubildung.
Darüber hinaus ist bei einer Einpegelung des Wassers des angedachten Gewässers in die Horizontale von Abweichungen in den Wasserständen des Umfeldes auszugehen, was erkennbar in den Planungsunterlagen keine Berücksichtigung gefunden hat.
Zudem weist das hydrologische Gutachten u.a. unter Punkt 7.1. auf erhöhte Nitratwerte sowie erhöhte Schwermetallwerte von Blei, Chrom, Kupfer und Nickel im Grundwasser hin. Während man als Verursacher der höheren Nitratwerte offensichtlich die Landwirtschaft sieht, ist die Herkunft der höheren Schwermetallwerte in der Deponie Galgenberg zu sehen.
Schon alleine diese Fakten sprechen nicht für das Vorhaben. Stattdessen erscheint es sinnvoller sein in dem 11,4 ha großen Gebiet von intensiver Landschaft abzurücken, stattdessen eine extensivere Landwirtschaft mit Wiesenelementen, sukzessiven Gehölz- und Staudenflächen zu entwickeln bzw. entstehen zu lassen.
Eine Eingliederung bzw. Neuentwicklung von Biotop- und Grünverbünden unter Einbindung der Gera und ihrer Aue erscheint nachhaltiger und somit sinnvoller zu sein.

III. Schlussbemerkungen

Das Vorhaben berücksichtigt keinesfalls den in der massiven Schädigung von Umwelt, Natur und Landschaft begründeten Klimawandel. Gerade die Jahre ab 2018 zeigen das deutlich auf. Neben zahlreichen wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen und kulturellen Veränderungserfordernissen sind Standortplanungen und Rohstoffgewinnung keinesfalls auszuschließen. Wasser ist ein sehr kostbares und so wie der Boden kein vermehrbares Gut. Daher ist ein umfassendes Umdenken in der Stadtplanung erforderlich.
Das angedachte Abbauvorhaben ist daher abzulehnen.

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 19.06.2021


Stellungnahme zum geplanten Ersatzneubau der Brücke über die Schwarza am Oberhammer in Katzhütte, BW 04

I. Grundsätzliches

Auch wenn das nicht zum konkreten Planungsverfahren nicht dazugehört, sei darauf hingewiesen, dass bekanntlich bilden Fluss- und Auenlandschaften eine wichtige Einheit bilden. Beide stehen in einer engen und sehr vielfältigen Wechselbeziehung zueinander. Die Auenlandschaften dienen den Flüssen als Ausbreitungsraum für Hochwasser und versorgen sie somit mit Wasser, Sedimenten und z.B. als Schwemmgut herangetragenes neues genetisches Material aus Tieren und Pflanzen. Im Umkehrschluss fungieren die Auenlandschaften als „Reinigungskraft“ für die Flüsse, indem beispielsweise Auenwälder das abgebremste Wasser von Sedimenten „befreien“ sowie Schwemmgut „herauskämmt“.
Diese langzeitige Wechselbeziehung hat somit eine der arten- und strukturreichsten Naturlandschaften der gemäßigten Zonen hervorgebracht, welche zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebens- und Rückzugsraum bietet. Darüber hinaus trägt diese intensive Wechselbeziehung zur Verbesserung des Landschafts- und Ortsbildes urbaner Gebiete bei und sorgt als Kalt- und Frischluftentstehungsgebiet und -korridor für eine nachhaltige Verbesserung des Klimas.
Die ca. 53,00 km lange Schwarza mit ihrem 507,00 km² großem Gesamteinzugsgebiet entwässert auf ihrem Weg zur Saale eine arten- und strukturreiche Mittelgebirgslandschaft. Abgesehen vom Pumpspeicherwerk Goldisthal in der Schwarza und der Trinkwassertalsperre Leibis-Lichte im Lauf des Zuflusses Lichte bestehen keine größere Verbauungen und Einschränkungen im Flussverlauf.
In Katzhütte im Planungsgebiet sind massive naturferne räumliche Einschränkungen der Schwarza erkennbar, welche eigentlich einer wissenschaftlichen Betrachtung bedürfen, um ggf. Alternativen herausarbeiten zu können. Da gilt es u.a. auch die Art und Weise der Verkehrsführungen und Standorte von Verkehrsbauwerken einzuordnen.
Auf dieser Basis bezieht der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) folgendermaßen Stellung:

II. Zu den Verfahrensunterlagen

Zu Kurzerläuterung

Die „Feststellung der hydraulischen Leistungsfähigkeit des Bauwerkes“ sollte anhand vergangener Hochwassersituationen erfolgen und nicht nur auf einer „1D-Wasserspiegellagenberechnung der Schwarza“ beruhen. Abgesehen davon, dass für den Standort eine 3D-Berechnung genauer und angemessener erscheint. Daher regt der AHA eine entsprechende Überarbeitung der Berechnung an. Dabei gilt es auch die Hochwassereignisse im Februar 2021 zu berücksichtigen. Ferner ist zu erwähnen, dass beispielsweise der Pegel Katzhütte am 13.04.1994 einen HQ von 68,9 m³/s und am 27.01.2002 im Umfang von 44,7 m³/s gemessen hat. Insofern greift ein HQ100 = 41,19 m³/s bei weitem nicht vollumfänglich.

III. Schlussbemerkungen

Angesichts der Vielfalt der Schwarza, ihrer Naturferne in Katzhütte sowie einer Gesamtbetrachtung des Flusssystems mit seiner Aue regt der AHA die Erstellung einer wissenschaftlichen Schutz- und Entwicklungskonzeption für die Schwarza an. Speziell für Katzhütte bedeutet das, Möglichkeiten zur Beendigung der Naturferne zu untersuchen, zu werten und ggf. Vorschläge zur Beseitigung dieses Zustandes zu erarbeiten. Insofern kann ein nunmehriger Ersatzneubau der Brücke über die Schwarza am Oberhammer in Katzhütte, BW 04 die Gefahr der Schaffung vollendeter Tatsachen in sich bergen.
Auf jeden Fall bietet der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. gerne seine Erfahrungen und fachlichen Kenntnisse an.
Der Kontakt lautet:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 19.06.2021


Stellungnahme zur Entwurfs- und Genehmigungsplanung Pleiße, Gößnitz – Hochwasserschutzmaßnahmen

Grundsätzliches

Bekanntlich bilden Fluss- und Auenlandschaften eine wichtige Einheit. Beide stehen in einer engen und sehr vielfältigen Wechselbeziehung zueinander. Die Auenlandschaften dienen den Flüssen als Ausbreitungsraum für Hochwasser und versorgen sie somit mit Wasser, Sedimenten und z.B. als Schwemmgut herangetragenes neues genetisches Material aus Tieren und Pflanzen. Im Umkehrschluss fungieren die Auenlandschaften als „Reinigungskraft“ für die Flüsse, indem beispielsweise Auenwälder das abgebremste Wasser von Sedimenten „befreien“ sowie Schwemmgut „herauskämmt“.
Diese langzeitige Wechselbeziehung hat somit eine der arten- und strukturreichsten Naturlandschaften der gemäßigten Zonen hervorgebracht, welche zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebens- und Rückzugsraum bietet. Darüber hinaus trägt diese intensive Wechselbeziehung zur Verbesserung des Landschafts- und Ortsbildes urbaner Gebiete bei und sorgt als Kalt- und Frischluftentstehungsgebiet und -korridor für eine nachhaltige Verbesserung des Klimas.
Die im Drei-Linden-Brunnen in Ebersbrunn bei Zwickau entspringende, einst 115 km lange und in Folge von Bergbaumaßnahmen zwischen Regis-Breitingen und Markkleeberg umgesetzten Begradigungsmaßnahmen um ca. 25 km auf ca. 90 km verkürzte Pleiße mit ihrem Einzugsgebiet von 1.473,6 km² besitzt ein umfassendes Entwicklungspotential. Dieses Entwicklungspotential liegt in der Mindestwiederherstellung naturnaherer bis naturnaher Strukturen einschließlich der umfassenden Rückgabe von Retentionsflächen.
Auf dieser Basis bezieht der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) folgendermaßen Stellung:

Zu den Verfahrensunterlagen
Zu Erläuterungsbericht
Zu 1 Veranlassung, Auftragsgegenstand und Zielstellung

Die in der „Tabelle 1: Planungsziele/ Hydraulische Randbedingungen.“ aufgeführten Teilprojekte erfüllen nicht vollumfänglich die erforderlichen Notwendigkeiten.

Zu Position 1: Hochwasser richtet sich nicht nach menschlich gesetzten Zeiträumen, sondern ergibt sich aus Zusammenhang von Wetterlagen sowie räumlichen Ausgangssituationen, wozu Grad der Flächenversiegelung, Naturnähe des Fließgewässers und Größe der bestehenden Retentionsflächen zählen.

Zu Position 2: Die Nutzung möglicher Retentionsflächen reicht nicht mehr aus. Es gilt auf die Nutzung von mindestens erforderlichen, besser ursprünglichen Retentionsflächen zu orientieren. Der Begriff Brachflächen ist zu allgemein und gibt nicht ausreichend die womöglich bestehende und potentiell mögliche Entwicklung von Auenlandschaften wider. Was bedeutet Nutzbarmachung von Brachflächen? Es fehlen die Ziele Rückbau von Bauten und Flächenversiegelungen sowie künstlicher Bodenaufschüttungen.

Eine Position zum Themenfeld Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz fehlt komplett. Ebenso die dringend notwendige wissenschaftliche Begleitung der Entwicklung des Gebietes.

Zu 2.2 Handlungsschwerpunkte
Zu 3.1 Gewählte Lösung

Alle Maßnahmen, welche mit Deichrückverlegungen verbunden sind, sind grundsätzlich zu begrüßen. Jedoch dürfen derartige Maßnahmen nicht zur Erhöhung der Versiegelungsanteils durch neue Straßen zu und entlang der Deichanlagen führen.
Die Beseitigung von Gehölzen ist zu unterlassen, um a) nicht noch mehr Naturferne zu erzeugen, b) potentielle Ausgangsbasen für mögliche sukzessive Entwicklungen von Auenwaldstrukturen zu ermöglichen, c) Lebens- und Rückzugsräume für Tierarten wie Beutelmeise und Eisvögel zu sichern und d) das Landschafts- und Stadtbild nicht zu verschlechtern.
Um dem Fluss mehr Raum zu geben, die Strukturvielfalt zu verbessern sowie die Wucht des Hochwassers zu nehmen gilt es die Mäandrierung zu befördern, indem ggf. Störsteine und -hölzer in das Fließgewässer Eingang finden. Dazu ist zudem ein Rückbau bestehender Ufer- und Sohlbefestigungen dringend geboten. Neue Uferversiegelungen sind zudem auszuschließen.
Ferner sind unbedingt folgende Maßnahmen zu prüfen:

  • Rückbau der Sportanlage im Bereich der Bahnstraße mit Einbindung des nordöstlich angrenzenden Auengebietes als sukzessives Entwicklungsgebietes eines Auenwaldes und Raumes einer naturnahen Entwicklung der Pleiße
  • Prüfung des vollständigen bzw. teilweisen Rückbaus der Vollversiegelungen südwestlich und nordöstlich des Mündungsgebietes des Moorbaches in die Pleiße. Bestehende Gehölzbereiche bieten die Basis einer späteren sukzessiven Entwicklung.
  • Sukzessiver Leerzug der Kleingartenanlage, indem eine Neuverpachtung leerstehender Gärten unterbleibt. So können soziale Härten unterbleiben. Für die Fläche der später bisherigen Kleingartenanlagen ist die Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Schutz- und
  • Entwicklungskonzeption erforderlich. Zum Beispiel kann eine Umentwicklung zu einer Streuobstwiese und arten- und strukturreichen, unregelmäßig gemähten Auenwiese erfolgen.
  • Wiedereinbeziehung des Festplatzes im Bereich des Freiheitsplatzes in das Hochwasserregime der Pleiße

Zu 2.4.1 Vorhandene Berechnungsmodelle

Angesichts der umfassenden Bebauungen im Bereich der Pleiße in der Stadt Gößnitz ist eine 2D-Modellberechnung nicht ausreichend, sondern eine 3D-Modellberechnung dringend erforderlich, um die Bauten angemessen berücksichtigen zu können.

III. Schlussbemerkungen

Die angedachten Vorhaben in Richtung Deichrückverlegungen und Rückgabe von Retentionsflächen sind grundsätzlich zu begrüßen.
Ansonsten ist die Herangehensweise zu wasserbaulich geprägt und lässt der Natur kaum Entwicklungsmöglichkeiten. Die begradigte Erscheinung der Pleiße bleibt nach diesen Planungen praktisch vollständig erhalten. Möglichkeiten der Rückgabe weiterer Retentionsflächen – z.B. im Mündungsbereich des Moorbaches – bleiben vollkommen unbetrachtet.
Dabei bietet das Fluss- und Auensystem der Pleiße punktuell und flächendeckend Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, bildet Kaltluft- und Frischluftentstehungsgebiete und fungiert als Ventilationsbahnen sowie übt sehr wichtige Funktion als Hochwasserausbreitungs-, Biotop- und Grünverbundraum aus. Ferner dient das Gebiet als Erholungsraum für die Menschen.
Diese vielfältigen Funktionen erfordern jedoch eine naturnahere bis naturnahe Entwicklung.
Der ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. regt ohnehin eine länderübergreifende Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption von Quelle bis Mündung in den Flutgraben der Weißen Elster in der Stadt Leipzig an.
Auf jeden Fall bietet der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. gerne seine Erfahrungen und fachlichen Kenntnisse an.
Der Kontakt lautet:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 31.06.2021


AHA hält verstärkten Schutz der Auenlandschaft zwischen Gera und Zeitz für dringend geboten

Der gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) setzt sich bekanntlich sehr intensiv für den Schutz, Erhalt und naturnahe Entwicklung der Weißen Elster, ihrer Fluss- und Auenlandschaften, ihrer Nebengewässer sowie angrenzender Natur- und Kulturlandschaften ein. Dies geschieht in Form von Stellungnahmen, Vorschlägen, Exkursionen sowie Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit.
Im Rahmen dieser räumlich, fachlich-inhaltlich und organisatorisch umfassenden ehrenamtlichen Tätigkeit beabsichtigt der AHA nunmehr auch seine Aktivitäten auf die ca. 30 km lange Weiße Elster zwischen den Städten Gera und Zeitz zu intensivieren.
Dabei bilden der Erhalt, der Schutz und die Entwicklung weiterer Abschnitte zu naturnahen Natur- und Landschaftsräumen, die Erweiterung von Hochwasserräumen, die mögliche Wiederanbindung von Altarmen und eines umwelt- und naturverträglichen Tourismuskonzeptes, die Entwicklung eines breitgefächerten Umweltbildungskonzeptes sowie die Unterstützung des Vorhabens der Ausweisung großer Teile des Gebietes der Weißen Elster ab Gera, über Markkleeberg, Leipzig, den angrenzenden Landkreisen bis nach Halle (Saale) zur Ausweisung zum UNESCO-Weltkulturerbe, die ersten Arbeitshauptschwerpunkte. So lassen sich ökologische, geologische, archäologische, historische, kulturelle, wissenschaftliche, ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte umfassender und günstiger ins Verhältnis bringen, um so angemessen zukunftsfähig länderübergreifend eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Perspektivisch erscheint es in dem Zusammenhang sinnvoll zu sein, die Gebiete über Gera, Greiz und Plauen bis ins Erzgebirge nach Tschechien ins Quellgebiet auszuweiten.
Im Rahmen einer Fahrradexkursion am 26.05.2021 nahmen nunmehr Mitglieder des AHA die Weiße Elster und ihre Aue zwischen der Stadt Bad Köstritz und der Gemeinde Köstritz in Augenschein. Ein besonderer Schwerpunkt bildete neben der Beobachtung von Fauna und Flora sowie Landschaft, Natur und Umwelt, die Vor-Ort-Einschätzung von Möglichkeiten der Wiederausweitung von Überflutungsgebieten, welche u.a. durch Deichrückverlegungen und -beseitigungen sowie Wiederbelebungen der Altverläufe der Weißen Elster in Betracht zu ziehen sind.
In der Aue zwischen Bad Köstritz und Caaschwitz, wo im Zuge des letzten Hochwassers im Juni 2013 die Weißer Elster kraftvoll ihren ca. 1 km langen Altverlauf zuströmte, verschafften sich die beiden AHA-Mitglieder einen aktuellen Überblick zu den im 48,00 ha großen FFH-Gebietes 134/5038-302 Elsteraue bei Bad Köstritz befindlichen Altverlauf der Weißen Elster mit seinen Randgebiet. Laut dem AHA vorliegendem „Managementplan (Fachbeitrag Offenland) für das FFH-Gebiet 134 „Elsteraue bei Bad Köstritz“ (DE 5038-302) Abschlussbericht“ vom November 2017, 4.2 Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie, 4.2.1 Einleitung und Übersicht sind folgende geschützte Tierarten vorhanden bzw. haben hier einen potientiellen Lebensraum, Zitat:
Bei den Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie handelt es sich um Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhalt besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen. Nach dem SDB ist für das FFH-Gebiet die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) gemeldet. Untersuchungen zu Fledermausarten des Anh. II der FFH-RL wurden nicht beauftragt. Hierbei sind ausschließlich vorhandene Daten der Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Thüringen (FMKOO) sowie Daten des FIS Naturschutz zu nutzen. Das untersuchte Artspektrum der Arten des Anhang II der FFH-RL erfolgte auf Grundlage vorliegender Daten (siehe Tab. 4.9 Datengrundlage Fauna). Daraus resultierend wurden in der Kartiersaison 2016/ 2017 Erfassungen des Fischotters (Lutra lutra) sowie des Kammmolches (Triturus cristatus) durchgeführt….
Die Arten und ihre Bewertung
Vorliegende Daten belegen ein Vorkommen von fünf Arten des Anhang II der FFH-RL im FFH-Gebiet. Innerhalb des FFH-Gebietes erfolgte die Ausweisung von einer potenziellen Habitatfläche (Fischotter) und einer aktuellen Habitatfläche (Kammmolch). Eine Ausweisung von Habitaten für Fledermäuse war im Leistungsbild nicht gefordert. Des Weiteren sind im Fachbeitrag Wald die Arten des Anhang II der FFH-RL Hirschkäfer (Lucanus cervus) und Eremit (Osmoderma eremita) dokumentiert. Daten im FIS Naturschutz belegen ein Vorkommen der Arten in ca. 500 m Entfernung im Uferbereich der Saale. Eine Überprüfung auf Präsenz der Art im FFH-Gebiet ergab 2017 keine Nachweise. Die Arten werden im Rahmen des vorliegenden FB Offenland nicht weiter thematisiert. In der nachfolgenden Tab. 4.10 werden diese Arten nicht gelistet….
Fazit
Aktuell ist für das FFH-Gebiet nur die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) als Anhang II-Art der FFH-RL gemeldet. Auf Grundlage vorliegender Daten wird fachgutachterlich eine Aufnahme der Arten Großes Mausohr (Myotis myotis) und Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) sowie Fischotter (Lutra lutra) und Kammmolch (Triturus cristatus) in den SDB empfohlen. Aufgrund der geringen Datenlage zu Hirschkäfer (Lucanus cervus) und Eremit (Osmoderma eremita) ist eine Aufnahme derzeit nicht anzuraten.

Zitat Ende
Unter Punkt 4.4 Arten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie oder besonders wertgebende Arten sind folgende Angaben, enthalten, Zitat:
Für Arten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie besteht aufgrund ihrer Bestandssituation bzw. ihrer hohen Schutzwürdigkeit europaweit ein besonderes Schutzbedürfnis. Dieses gilt auf ganzer Fläche und damit auch außerhalb der Natura 2000-Gebietskulisse. Mittels Datenrecherchen konnten Vorkommen von 17 Arten im FFH-Gebiet ermittelt werden. Nach SDB sind der Kleine Wasserfrosch (Rana lessonae), die Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus), die Große Bartfledermaus (Myotis brandtii), dieWasserfledermaus (Myotis daubentonii), die Fransenfledermaus (Myotis nattereri), das Braune Langohr (Plecotus auritus)und die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) gemeldet.“, Zitat Ende
U.a. die Angaben zum Kleinen Wasserfrosch – Rana lessonae (CAMERANO, 1882) und zum Europäischer Laubfrosch – Hyla arborea (LINNAEUS, 1758) gelten als sehr wichtiger Hinweis für einen guten Wasserstand in dem Altverlauf der Weißen Elster, welcher in Folge von Wassermangel und starker Eutrophierung, mit Verlandungstendenzen zu kämpfen hat. Eine wie ursprünglich geplante Parallelverlegung eines Bogens der Weißen Elster, welcher zudem zur Wiederherstellung einer Gewässerverlängerung führt, gibt eher Gewähr, dass bei Hochwassersituationen verstärkt wieder Wassereinströmungen erfolgen. Die nunmehr favorisierte abgespeckte Variante erfüllt diese Bedingungen keinesfalls.
Auf der Basis der Angaben unter den Punkten 4.2.2.2 Mopsfledermaus – Barbastella barbastellus (SCHREBER, 1774); 4.2.2.3 Bechsteinfledermaus – Myotis bechsteinii (KUHL, 1817); 4.2.2.4 Mausohr – Myotis myotis (BORKHAUSEN, 1797); 4.3.2.1 Schwarzstorch – Ciconia nigra (LINNAEUS, 1758); 4.3.2.2 Schwarzspecht – Dryocopus martius (LINNAEUS, 1758) und 4.3.2.6 Grauspecht – Picus canus (GMELIN,1788) sieht sich der AHA bestärkt großräumig eine sukzessive Wiederentstehung eines Auenwaldes zuzulassen. Dies dient zudem als verstärkter Stau- und Speicherraum für Hochwasser, sorgt für eine Reduzierung der Fließgeschwindigkeit sowie fungiert als Reinigungsraum für das Hochwasser, Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Der AHA verweist natürlich auch auf die weiteren Angaben zu Fauna und Flora, welche die Basis für einen arten- und strukturreichen Natur- und Landschaftsraum bietet, welchen es umfassend zu schützen gilt. Insofern regt der AHA an, die unter Punkt 6.1 Vorschläge zur Überwachung des Gebietes und der Schutzobjekte aufgeführte und hier zitierte Anregung „Eine Neuausweisung des FFH-Gebietes als NSG unter Berücksichtigung der Erhaltungs- und Entwicklungsziele ist zur nationalrechtlichen Sicherung der europäischen Schutzgebietskulisse zu empfehlen.“ Zu folgen. Nach Auffassung des AHA ist jeglicher Publikumsverkehr aus dem FFH-Gebiet herauszuhalten. Der nordöstlich und nördlich vorbei geführte, leider mit Asphalt vollständig versiegelte Weg reicht aus, um die Natur und Landschaft vollumfänglich genießen zu können.
Die unter Punkt 2.3 Geschützte Gebiete Überschwemmungsgebiete aufgeführten, hier zitierten Rechtsgrundlagen „Das FFH-Gebiet Nr. 134 befindet sich fast ausnahmslos (abzgl. ca. 1,4 ha) gemäß der am 10.01.2006 in Kraft getretenen Rechtsverordnung im Überschwemmungsgebiet „Weiße Elster I“ (Thüringer Verordnung über die Feststellung des Überschwemmungsgebietes der Weißen Elster im Landkreis Greiz, in der kreisfreien Stadt Gera und im Saale-Holzland-Kreis zwischen der Straßenbrücke Meilitz und der Landesgrenze Thüringen/Sachsen-Anhalt vom 25. November 2005 (StAnz Nr. 2/2006, S. 39-40), zuletzt geändert durch Verordnung vom 22. Juni 2006 (StAnz Nr. 30/2006, S. 1176)).“ sowie die Darstellungen unter der Abb. 2.1 Lage der Überschwemmungsgebiete im FFH-Gebiet „Elsteraue bei Bad Köstritz“ bedürfen nach Meinung des AHA einer umfassenden Überarbeitung, da die Angaben und Erkenntnisse zu den Hochwassersituationen zu den Jahren 2011 und 2013 keine Berücksichtigung finden konnten.
Ferner erscheint es sinnvoll zu sein, in die Entwicklungsmaßnahmen Möglichkeiten einer naturnaheren Entwicklung des Gleinabaches einzuplanen. Das Ingenieurbüro für Planung und Umwelt (IPU) hat die Gewässerstrukturklassen des Fließgewässers, welches in den Altverlauf der Weißen Elster mündet, von vollständig und mäßig verändert eingestuft. Hier gilt es Abhilfe zu schaffen, wozu u.a. Möglichkeiten einer verbesserten Wasserführung, die Einhaltung von Gewässerschonstreifen von jeweils mindestens 10 m, der Verbleib von Altholz sowie die Ermittlung von Einträgen aus Haushalten, Gewerbe und Landwirtschaft gehören. Ggf. ist das Einbringen von Störsteinen notwendig, um die Mäandrierung zu befördern.
Ähnlich sieht es der AHA für den Schutz und Entwicklung des Seifartsdorfer Baches. Hier regt der AHA zudem an, die bestehenden Restbestände eines Obstbestandes im Bereich der Verbindungsstraße zwischen Caaschwitz und Silbitz zu erneuern und mindestens nach südlicher Richtung auf mindestens 1 ha zu erweitern.
In der Gemeinde Crossen bekräftigte der AHA seine Unterstützung der bereits zur Fahrradexkursion am 23.06.2018 von den beiden Mitarbeiter der Thüringer Landgesellschaft mbH Frank Schirmer und Jan Berling erläuterten Überlegungen die Weiße Elster im Bereich ihres Altverlaufes im Bereich der Ochsenwiese wiederzubeleben. Somit erreicht man wieder eine Laufverlängerung, schafft neue Entwicklungsräume und ermöglicht somit einen barrierefreien Verlauf des Flusses, ohne die Bespannung des Floßgrabens in Gefahr zu bringen.
Der in den Jahren von 1578 bis 1580 im Auftrag von Kurfürst August I. nach Plänen von Martin Planer und unter Bauleitung von Christian Kohlreiber errichtete Floßgraben Ebenfalls prägte bzw. prägt immer noch die Region. Der hauptsächlich vom Wasser der Weißen Elster gespeiste Floßgraben, diente der Flößerei von Holz, welches man im Kurfürstentum Sachsen zum Sieden von Sole verwendete. Mit der Weißen Elster, der Rippach, der Pleiße und Luppe verknüpft, verlor der jedoch der Floßgraben durch den zunehmenden Ersatz von Brennholz durch Braunkohle immer mehr an Bedeutung. Im Jahre 1864 ereilte der Elsterflößerei die endgültige Einstellung. Während Teile verlandeten, andere Abschnitte dem Bergbau zum Opfer fielen, bestehen u.a. in Crossen, bei Lützen und in Leipzig noch deutlich erkennbare Abschnitte. Dies manifestiert sich z.B. im Abschnitt zwischen dem Zwenkauer See und der Einmündung in der Pleiße sowie in dem wiederbelebten Elstermühlengraben.
Die Überlegungen und Planungen des Fördervereins Elsterfloßgraben e.V. den Elsterfloßgraben wiederzubeleben, verbindet der AHA mit der dringenden Vorstellung, dass keine massive Veränderung des Landschaftsraumes durch Wegeneubau z.B. mit Asphalt und Beton erfolgt. Auf jeden Fall gehört das begrüßenswerte Vorhaben des Freistaates Thüringen zu den Aktivitäten, die Weiße Elster wieder durchlässiger zu gestalten und entwickeln zu lassen. Diese biologische Durchlässigkeit findet eine rechtliche Basis in der Wasserrahmenrichtlinie der EU.
Der AHA weist zudem erneut auf die bedrohlichen Pläne in der Aue zwischen Weißer Elster und Floßgraben sowie nordöstlich von Crossen, Ortsteil Ahlendorf den Aufschluss eines Kiesabbaus zu beginnen. Ein Abbau von Kies in der Aue der Weißen Elster führt zur Zerstörung von Landschaft und Natur, beraubt der Weißen Elster Entwicklungs- und Retentionstraum, beeinträchtigt das Potenzial als Lebens- und Rückzugsraum für Fauna und Flora sowie führt zu umfassenden Störungen im Wasserhaushalt in der Aue und dem Umland. Gerade wenn man bedenkt, dass mit der jährlichen Niederschlagsmenge im Umfang von 549 mm eine umfassende Unterschreitung der Jahresniederschlagswerte von Thüringen im Umfang von 795 mm bzw. l/m² und im Durchschnitt von Deutschland im Umfang von 850 mm bzw. l/m². Die Verdunstung einer offenen Wasserfläche dagegen bemisst man häufig auf ca. 600 bis 700 mm im Jahr. Somit ist von massiven Wasserverlusten auszugehen. Ferner besteht die Gefahr bei Eindringen von Hochwasser, dass Schmierstoffe und Chemikalien in den Fluss, in das Grundwasser und in die Aue gelangen können. Nicht zu unterschätzen ist zudem die Schaffung von baulichen Strukturen wie der Bau von Transportstraßen für den Abtransport der Abbauprodukte mit Hilfe von schweren LKW. Einhergehend damit ist mit vermehrter Abgas- und Lärmbeeinträchtigung zu rechnen, was zudem die Wohn- und Lebensqualität in Crossen und anderen Orten an der Transportstrecke massiv reduzieren lässt. Daher war man sich schnell einig, dass der Erhalt, der Schutz und die Entwicklung der Auen- und Flusslandschaft der Weißen Elster als Lebens- und Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen, Ausbreitungsraum für Hochwasser und nicht zuletzt als Erholungsraum für die zumeist stressgeplagte Menschheit Vorrang vor Abbau von Kies und den damit verbundenen Beeinträchtigungen, Zerstörungen und Störungen haben muss. Daher gilt es die Aktivitäten zum Schutz der Weißen Elster auch im Raum Crossen zu intensivieren und zu koordinieren. Noch dazu es ist ein offenes Geheimnis ist, dass der Bergwerksbetreiber Ausweitungen in der Aue der Weißen Elster und in Richtung des 421 ha großen FFH- und Vogelschutzgebietes Zeitzer Forst plant.
Der AHA regt stattdessen an, auf diesen Flächen eine Mischentwicklung aus sukzessiv entstehenden Auenwäldern, Wiesen und nachhaltiger Landwirtschaft zu ermöglichen. Somit erhöht sich unweigerlich die Arten- und Strukturvielfalt erheblich und erfahren Biotop- und Grünverbund entlang der Weißen Elster noch mehr Bedeutung. In dem Zusammenhang verweist der AHA auf seine „Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren Kiessandtagebau Ahlendorf“ vom 14.04.2019.
In Bezug auf Crossen weist der AHA darauf hin, dass der ehrenamtliche und gemeinnützige Verein am 23.02.2021 auf 30 Jahre seiner Gründung als eingetragener Verein zurückblickt und dies am Samstag, den 27.02.2021 im Rahmen einer Exkursion gewürdigt hatte und seine ursprünglich an dem Tag geplante Veranstaltung im Klubhausen Crossen am Samstag, den 26.02.2022 nachholen möchte. Dazu sind Vorträge und Diskussionen sowie eine Exkursion zur Weißen Elster, zum Flossgrabenwehr und in die dazugehörige Auenlandschaft zwischen Crossen und Ahlendorf geplant. Die genaueren Planungen gehen nunmehr in die fortgeschrittene Phase.
Neben den dargestellten ökologischen Realitäten, Problemen, Schutzwürdigkeiten und -erfordernissen sowie unterbreiteten Vorschlägen, zeigt sich für den AHA, dass sich Landes-, Regional- und Kommunalplanungen häufig keine Abstimmung zueinander aufweisen, sondern auch konträr stattfinden.
Darüber hinaus ist dringende und zügige wissenschaftlich fundierte Neuausrichtung der Landes-, Regional- und Kommunalplanungen erforderlich, um den Erfordernissen des Schutzes und Erhaltes von Umwelt, Landschaft und Natur sowie des voranschreitenden Klimawandels Rechnung tragen zu können. Bei fortgesetzter Ignoranz der Entwicklungen und Notwendigkeit der massiven Änderungen der Planungen kann es zu verstärkten negativen Folgen für Mensch, Natur, Umwelt, Landschaft und Klima kommen. Die langjährige Trockenheit ist neben der Zunahme von Stürmen und möglicher Entwicklung hin zu kurzzeitigen monsunartigen Regenfällen, als deutliches Zeichen der Veränderungen zu werten.
Dazu bedarf es jedoch einer massiven Mitwirkung der interessierten und betroffenen Bevölkerung, um nachhaltige politische und gesellschaftliche Entscheidungs- und Rahmenbedingungen zu schaffen. Die fachlich sehr fundierten Diskussionen im Rahmen der Fahrradexkursionen haben einen sehr wichtigen Beitrag dazu geleistet.
Der AHA bekräftigte seinen Wunsch sich verstärkt für den Schutz, Erhalt und Entwicklung des gesamten Flussgebietes der Weißen Elster von Quelle bis zur Mündung einzusetzen. Dazu zählt selbstverständlich auch der Abschnitt zwischen den Städten Gera und Zeitz. Dazu dient die begonnene Bildung einer länderübergreifenden AHA-Regionalgruppe Gera-Zeitz. In dieser AHA-Gruppe können sich ehrenamtliche Interessenten unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung und Beruf einbringen. Wer Interesse hat, wende sich bitte an folgende Kontaktmöglichkeit:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Leipzig und Umland
Otto-Adam-Straße 14

04157 Leipzig

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 27.05.2021

FFH-Gebiet Nr. 134 „Elsteraue bei Bad Köstritz“ – Fachbeitrag Offenland zum Managementplan

Fotos: Andreas Liste

Fotos: Isabell Schneider


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