Bäume pflanzen statt abholzen!

Das ist das Motto unter dem die Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) zum zwölften Mal auch am Karfreitag, dem 02.04.2021, aufgerufen hatte, um Bäume auf die Ziegelwiese in Halle (Saale) zu pflanzen. Der Treff war 10.00 Uhr an der Ochsenbrücke zwischen Riveufer und Ziegelwiese in Halle (Saale).
Mit der Aktion möchten beide Organisationen immer wieder ein deutliches Zeichen für ein umfassendes mehr, statt weniger Gehölze setzen, welche eine große ökologische und landschaftsgestaltende Funktion besitzen.
Bäume und Sträucher dienen als Sauerstoffspender, verbessern den Gehalt an Luftfeuchtigkeit, bieten zahlreichen Tieren Lebensraum und Nahrung, filtern Kohlendioxid, Feinstaub, Ruß und Ozonsmog aus der Luft sowie spenden Schatten. Sie tragen somit entscheidend zur Verbesserung des Klimas bei.
Jedoch die Stadt Halle (Saale) geht rechtlich und praktisch einen anderen Weg. Die nunmehrige hallesche Baumschutzsatzung trägt keinesfalls zum angemessenen Schutz und Erhalt von Bäumen und Sträuchern bei. In der Praxis zeigt sich das mangelnde Schutzverständnis u.a. in den Massenfällungen am Saaleufer am Holzplatz/Pulverweiden, zwischen Genzmerbrücke und Karl-Meseberg-Straße, in der Beesener Straße, im und am Gelände des früheren Gesundbrunnenbades, in der Delitzscher Straße, im Gelände des Sitzes der Leopoldina, in der Berliner Straße, in der Otto-Stomps-Straße, Fiete-Schulze-Straße, am Steintor, auf der Peißnitzinsel sowie nicht zuletzt auch auf der Ziegelwiese. Nunmehr sind z.B. weitere Baumbestände in Teilen der Heideallee und des Gimritzer Damms massiv bedroht.
Erst jüngst holzte man u.a. massiv entlang des Gimritzer Dammes bis zur Heideallee ab, um somit ein Festhalten an einer falschen Umwelt- und Verkehrspolitik der Stadt Halle (Saale) zu manifestieren. Gleiches ist hinsichtlich der Massenabholzungen in der Dölauer Heide und der angedachten Abholzungen auf der Rabeninsel anzumerken.
Dieser inakzeptablen und katastrophalen Gehölzschutzpolitik Halles gegenüber Alternativen aufzuzeigen, dient die Aktion „Bäume pflanzen statt abholzen“.
Jedoch führte die wiederholte katastrophale Aufstellung von Buden zwischen den über mehreren Jahren gepflanzten Gehölzen sowie deren Ab- und Aufbau zu umfassenden Schädigungen an einzelnen Gehölzen und Stützpfählen. Entsprechende Anzeigen und Aufforderungen zur Behebung der Schäden an den Veranstalter Stadt Halle (Saale) haben bisher nicht zum Erfolg geführt. Die Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) halten ein derartiges Verhalten für skandalös und fordern endlich Konsequenzen.
Die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer pflanzten bei diesem Arbeitseinsatz eine Stieleiche, eine Gemeine Esche und eine Schwarzpappel.
Sie bekräftigten die Notwendigkeit eines verbesserten Umwelt-, Landschafts- und Naturschutz in der Stadt Halle (Saale), welcher einen besseren Gehölzschutz einbezieht.
Ferner forderten sie die Wilde Saale von jeglicher Bootsbefahrung freizuhalten und alle Beeinträchtigungen dieses bedeutsamen Flussteiles zu unterlassen. Dazu zählen u.a. Abholzungen in den Uferbereichen, Ausbaggerungen von Schlamm, Kies und Sand sowie die Schaffung von Zugangsstellen für Boote.
Ferner fordern sie ein Ende der von Ignoranz geprägten Herangehensweise der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Stadt Halle (Saale) und Wahrnehmung eines demokratisch fundierten Umgangs mit der Bevölkerung sowie ihrer Vereine und Initiativen.
Auf jeden Fall waren sich die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, dass es ganz bestimmt zum Karfreitag, dem 15.04.2022, zum dreizehnten Mal eine Aktion „Bäume pflanzen statt abholzen!“ geben wird.
Wer mehr zu Aktivitäten von Initiative „Pro Baum“ und AHA erfahren möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345 200 27 46
E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 02.04.2021

Fotos: AHA


AHA fordert verstärkt den Schutz der Auenlandschaft in Gera in die Stadtplanung einzubinden!

Der gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) setzt sich bekanntlich sehr intensiv für den Schutz, Erhalt und naturnahe Entwicklung der Weißen Elster, ihrer Fluss- und Auenlandschaften, ihrer Nebengewässer sowie angrenzender Natur- und Kulturlandschaften ein. Dies geschieht in Form von Stellungnahmen, Vorschlägen, Exkursionen sowie Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit.
Im Rahmen dieser räumlich, fachlich-inhaltlich und organisatorisch umfassenden ehrenamtlichen Tätigkeit beabsichtigt der AHA nunmehr auch seine Aktivitäten auf die ca. 30 km lange Weiße Elster zwischen den Städten Gera und Zeitz zu intensivieren.
Dabei bilden der Erhalt, der Schutz und die Entwicklung weiterer Abschnitte zu naturnahen Natur- und Landschaftsräumen, die Erweiterung von Hochwasserräumen, die mögliche Wiederanbindung von Altarmen und eines umwelt- und naturverträglichen Tourismuskonzeptes, die Entwicklung eines breitgefächerten Umweltbildungskonzeptes sowie die Unterstützung des Vorhabens der Ausweisung großer Teile des Gebietes der Weißen Elster ab Gera, über Markkleeberg, Leipzig, den angrenzenden Landkreisen bis nach Halle (Saale) zur Ausweisung zum UNESCO-Weltkulturerbe, die ersten Arbeitshauptschwerpunkte. So lassen sich ökologische, geologische, archäologische, historische, kulturelle, wissenschaftliche, ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte umfassender und günstiger ins Verhältnis bringen, um so angemessen zukunftsfähig länderübergreifend eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Perspektivisch erscheint es in dem Zusammenhang sinnvoll zu sein, die Gebiete über Gera, Greiz und Plauen bis ins Erzgebirge nach Tschechien ins Quellgebiet auszuweiten.
Dazu ist es jedoch notwendig, dass die Stadt Gera diesen dringenden Schutzanspruch verstärkter in die eigene Stadtplanung aufnimmt.
Im Rahmen zahlreicher Exkursionen – letztmalig am 12.12.2021 – thematisierten die Teilnehmenden u.a. auch immer wieder die Entwicklung im Bereich der früheren Industriebrache zwischen Mühlgraben, Stadtbahnbrücke und Leibnitzstraße.
So drückten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Exkursion am 12.12.2021 ihr sehr großes Unverständnis zum Vorhaben der Schuster Haus GmbH aus, auf dem Gelände Einfamilienhäuser zu errichten. Noch dazu offensichtlich größere Bäume der Säge zum Opfer fielen.
Laut Stadtverwaltung Gera hatte die Stadt mit Stand vom 30.09.2020 eine Einwohnerzahl von 93 833 Personen. Mit Stand vom 31.12.2018 waren es noch 95.474 Einwohnerinnen und Einwohner. Das bedeutet für diesen Zeitraum einen Rückgang von 1.641 Einwohnerinnen und Einwohnern. Zudem weist die „Sozialstatistik Leben in der Stadt Gera in Zahlen, Stand: 10. Februar 2017“ unter den Punkten 3.1/3.1.1. für das Jahr 2015 einen Wohnungsleerstand von 8.480 in Gebäuden mit Wohnungen aus. Wenn man den Bestand von 60.862 Wohnungen für Wohnzwecke zu Grunde legt, besteht somit ein Leerstand von 13,9%. Neben der Tatsache, dass u.a. soziale Verbesserungen dringend geboten sind, um die Abwanderungen zu mindestens zu stoppen, gilt es zuerst den hohen Wohnungsleerstand zu beseitigen, ehe man erneut Flächenverbrauch für neue Einfamilienhäuser zulässt. Das verlangen ökologische, klimatische und hydrologische Erkenntnisse, Vernunft und Erfordernisse.
Der AHA regt daher an, die ca. 9 ha große Fläche massiv zu entsiegeln, bis zum naturgewachsenen Boden zu beräumen und eine Sukzession zu ermöglichen. Darüber hinaus gilt es die Fläche der Weißen Elster als Retentionsraum zurückzugeben. Dieser Bereich kann sich so nicht nur als Lebens- und Rückzugsraum von Tieren und Pflanzen und Teil eines größeren Grün- und Biotopverbundes entwickeln, sondern zum verbesserten Eintrag von Sauerstoff, Luftfeuchtigkeit sowie Kalt- und Frischluft und somit zur Verbesserung des Stadtklimas und der Lebens- und Wohnqualität der Menschen beitragen. Ferner führen derartige Grünbereiche zur Auflockerung und Verbesserung des zumeist stark versiegelten Stadtbildes.
Nach Ansicht des AHA scheint es ratsam zu sein, im Rahmen einer Gesamtentwicklung der Weißen Elster und ihrer Aue ebenfalls für den Mühlgraben ein wissenschaftlich fundierte Schutz- und Entwicklungskonzeption zu entwickeln, welche dem Schutz und der Entwicklung von Natur, Landschaft und Umwelt, der Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität, von Stadtbild und -klima sowie der Entwicklung von bestehenden bzw. weiterer Biotop- und Grünverbundachsen und -räumen dienen.
Dabei spannt sich der Bogen von der dringenden Notwendigkeit der Weißen Elster und ihrer Nebengewässer notwendigen Überflutungsraum zurückzugeben, dies mit Gesichtspunkten des Landschafts- und Naturschutzes zu koppeln, über bauliche Realitäten – insbesondere in der Stadt Gera -, Berücksichtigung von Befindlichkeiten u.a. von Anwohnern, Eigentümern, Pächtern, Land- und Forstwirten bis hin zur dringenden Notwendigkeit eines koordinierten Handelns mit Tschechien sowie den drei betroffenen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland. Innerhalb der Stadt Gera gibt es u.a. im Einmündungsbereich des Mühlgrabens durchaus recht interessante Gedanken in Richtung Rückgabe von Aue an die Weiße Elster, was unweigerlich mit der Erweiterung von Überflutungsraum einhergeht. Der AHA wiederholte seinen Vorschlag unbedingt weitere Überlegungen zu starten, um im Stadtgebiet von Gera weitere Altauen der Weißen Elster zurückzugeben.
Dazu gehört nach Ansicht des AHA ebenfalls zu prüfen, inwieweit eine Rückgabe bzw. Wiederanbindung der Altaue im Bereich der Fasaneninsel an die aktive Aue der Weißen Elster möglich ist. Das erfordert u.a. Rückbau von Bauresten, Versiegelungen und bestehenden standortfremden Bodenaufschüttungen. Bereits der Satzungsbeschluss vom 07.11.2008 zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan VB/01 „SB Möbel-Boss“ geschah mit der Kenntnis, dass das ca. 12.000 m² = 12 ha große Plangebiet sich im Überflutungsgebiet befindet. Ähnlich ist es garantiert mit anderen Bebauungen in dem Gebiet zu sehen, welche nach wie vor einer kritischen Betrachtung bedürfen.
Nunmehr schafft man offensichtlich im Bereich der früheren Industriebrache zwischen Mühlgraben, Stadtbahnbrücke und Leibnitzstraße vollendete Tatsachen. Der Einsatz der Bautechnik dient garantiert nicht zur Wiederherstellung von unversiegelten Flächen in der Aue der Weißen Elster und der einhergehenden sukzessiven Entwicklung eines Auenwaldes, von Stauden- und Wiesenflächen.
Leider haben bisher die Fraktionen des Stadtrates der Stadt Gera, der Oberbürgermeister und seine Verwaltung beharrlich zu den Vorschlägen der vom Umweltbundesamt gemäß § 3 Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz anerkannten Umwelt- und Naturschutzvereinigung Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) geschwiegen. Ein vollkommen inakzeptables und undemokratisches Verhalten. Offensichtlich betrachtet man kritisches bürgerschaftliches Engagement als störend und lästig.
Hier hält der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) ein sofortiges Umdenken und konstruktives Herangehen für dringend geboten.
In dem Zusammenhang bekräftigt der AHA wiederholt und mit Nachdruck seinen Wunsch und Bereitschaft sich im Rahmen seiner ehrenamtlichen und gemeinnützigen Möglichkeiten verstärkt für den Schutz, Erhalt und Entwicklung des gesamten Flussgebietes der Weißen Elster von Quelle bis zur Mündung einzusetzen. Dazu zählen selbstverständlich auch das Stadtgebiet Gera sowie der Abschnitt zwischen den Städten Gera und Zeitz. Daher hat die Mitgliederversammlung des AHA vom 07.12.2020 beschlossen eine länderübergreifende Regionalgruppe Gera-Zeitz zu bilden. In dieser AHA-Gruppe können sich ehrenamtliche Interessenten unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung und Beruf einbringen. Wer Interesse hat, wende sich bitte an folgende Kontaktmöglichkeit:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Leipzig und Umland

Otto-Adam-Straße 14

04157 Leipzig

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 02.04.2021

Fotos: AHA


Stellungnahme zum Antrag des Vorhabens: Loquitz, Unterloquitz-Probstzella 72017‐027 ‐ Ökologische Durchgängigkeit

Stellungnahme zum Antrag des Vorhabens: Loquitz, Unterloquitz-Probstzella72017‐027 ‐ Ökologische Durchgängigkeit
Erläuterungsbericht Genehmigungsplanung LO 16 Sohlstufe Oberloquitz, Ersatzneubau Raugerinne mit Beckenstruktur

I. Grundsätzliches

Bekanntlich bilden Fluss- und Auenlandschaften eine wichtige Einheit. Beide stehen in einer engen und sehr vielfältigen Wechselbeziehung zueinander. Die Auenlandschaften dienen den Flüssen als Ausbreitungsraum für Hochwasser und versorgen sie somit mit Wasser, Sedimenten und z.B. als Schwemmgut herangetragenes neues genetisches Material aus Tieren und Pflanzen. Im Umkehrschluss fungieren die Auenlandschaften als „Reinigungskraft“ für die Flüsse, indem beispielsweise Auenwälder das abgebremste Wasser von Sedimenten „befreien“ sowie Schwemmgut „herauskämmt“.
Diese langzeitige Wechselbeziehung hat somit eine der arten- und strukturreichsten Naturlandschaften der gemäßigten Zonen hervorgebracht, welche zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebens- und Rückzugsraum bietet. Darüber hinaus trägt diese intensive Wechselbeziehung zur Verbesserung des Landschafts- und Ortsbildes urbaner Gebiete bei und sorgt als Kalt- und Frischluftentstehungsgebiet und -korridor für eine nachhaltige Verbesserung des Klimas.
Dazu gehört aber auch, dass naturnahe bis natürliche Gewässerstrukturen erhalten und geschützt bleiben und dort wo sie verlorengegangen sind, wieder möglich sein können. Dazu gehören neben der Prüfung des Wiederanschlusses von Altverläufen die Beseitigung von Sohl- und Uferbefestigungen, die Freihaltung von Neuverbauungen und die Beseitigung von bestehenden Verbauungen.
Auf dieser Basis bezieht der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) folgendermaßen Stellung:

II. Zu den Verfahrensunterlagen

Nach Ansicht des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) fehlen massiv Angaben zur Entwicklung der Fluss- und Auenlandschaft der Loquitz. Offensichtlich zeugen die vorhandenen Schwellen auch von einer umfassenden Begradigung des Flusses. Davon sind vermutlich insbesondere die Flussverläufe in den Ortslagen betroffen. Ohne eine entsprechende Feststellung und Würdigung lässt sich keine nachhaltige wissenschaftlich fundierte Schutz- und Entwicklungskonzeption für die Fluss- und Auenlandschaft der Loquitz erarbeiten. Nur so lassen konkrete Maßnahmen ableiten.
Die aktuell vorliegenden Unterlagen sind zu stark von wasserbaulichen Eingriffen in das Flusssystem geprägt. Möglichkeiten der Anbindung an alte bzw. temporäre Flussverläufe fehlen unbegründet vollständig. Ebenso eine weitgehende Betrachtung des Rückbaus von Bauten und Flächenversiegelungen im Fluss- und Auensystem der Loquitz. Somit findet unzulässiger Weise eine vorzeitige Einengung des Blickwinkels statt, da eine Rückgabe von Auen an den Fluss nicht nur wieder mehr Ausbreitung von Hochwasser, sondern auch Rückgabe von Entwicklungsmöglichkeiten von Fließverhalten und –raum sowie für Fauna und Flora bedeutet.
Selbstverständlich ist eine Beseitigung von Barrieren im Flussbett vollumfänglich zu begrüßen, dies muss aber unter Berücksichtigung des Raumes und Möglichkeiten der Fluss- und Auenlandschaft der Loquitz erfolgen.

III. Schlussbemerkungen

Die 33,7 km lange Loquitz mit ihrem 364,3 km² Einzugsgebiet ist ein länderübergreifender Fluss, welcher die Freistaaten Bayern und Thüringen durchfließt und letztendlich in die Saale mündet, besitzt ein sehr bedeutsames Potenzial als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie eines länderübergreifenden Biotop- und Grünverbundes. Dazu muss der Fluss in der Tat barrierefrei sein. Ferner gilt es aber auch Auenflächen nicht nur von Verbauungen und Versiegelungen freizuhalten, sondern auch umfassend zurückzubauen. Das trifft ebenfalls für Ufer- und Sohlbefestigungen sowie künstlich eingebaute Schwellen zu.
Um jedoch eine gesamträumliche Betrachtung zum Schutz, zur Entwicklung und zur Betreuung der Loquitz zu erhalten, bedarf es einer länderübergreifenden wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption, welche u.a. diese Gesichtspunkte betrachten muss.
Grundsätzlich ist das geplante Vorhaben zur Beseitigung der Schwelle zu begrüßen, jedoch fehlen Angaben zur historischen Entwicklung von Fluss und Aue, um hier Entwicklungsmöglichkeiten zu untersuchen. Die angedachten Maßnahmen sind dagegen zu wasserbaulich geprägt und führen zu massiven Eingriffen in Sohl- und Uferbereichen mit ihrer Fauna und Flora.
Daher bedarf das Planungsvorhaben einer umfassenden Überarbeitung.

Der ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. bietet gerne seine Erfahrungen und fachlichen Kenntnisse an.

Der Kontakt lautet:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender


Eine Fahrradexkursion zum FFH-Gebiet Gipskarstlandschaft Pölsfeld und entlang der Gonna

Mitglieder des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) führten am 27.03.2021, unter fachkundiger Begleitung, eine Fahrradexkursion durch. Treffpunkt war der Bahnhof Riestedt.
Es ist eine Region des ehemaligen Kupfererz- und Braunkohle-Bergbaus. Die Landschaft ist geprägt durch eine Vielzahl von Kleinsthalden und Halden.
Sie sind die Relikte aus einer Zeit, in der oberflächennah Kupferschiefer und Braunkohle abgebaut wurde. Im Zentrum einer Kleinsthalde befand sich der Zugang zum Schacht. Heute sind sie durch eine jahrhundertealte Vegetation nur noch als Hügel sichtbar. Selbst die größeren bewachsenen Halden, lassen ihren Ursprung nur erahnen. Die Schlackenhalden, als Relikte der Erzverhüttung, sind in ihrem Ursprung zu erkennen.
Unser erster Besichtigungspunkt war der Damm und der Eingang eines Pferdebahn-Stollens. Der Transport der Braunkohle vom Riestedt-Emsloher Kohlenwerk zum Bahnhof Riestedt erfolgte über eine unterirdische Pferdebahn. Es handelt sich um ein bedeutendes industrielles Baudenkmal des 19. Jahrhunderts. Unweit des Riedstädter Bahnhofes befand sich ein im 12. Jahrhundert erbautes Augustiner-Chorherrenstift. Eine Erinnerungsplatte, von den verschiedensten Flechten besiedelt, erinnert daran. Es ging vorbei an einer alten Schäferei Richtung Emseloh. Zeuge des Bergbaus ist hier der teilweise verlandete Rohrgraben mit seiner Einmündung in den Riedstädter Bach. Den hohen Eisengehalt einer in den Riedstädter Römer fließenden Quelle, kann man an der rostigen Farbe des umliegenden Gesteins erkennen. Riestedt war wegen dieser eisenhaltigen Mineralquellen einst Kurort. Von Riestedt aus ging es bergauf Richtung Annarode verbunden mit einem weiten Blick über die ehemalige Bergbaulandschaft. Wir bogen in das NSG Gipskarstlandschaft Pölsfeld ein. Bei einer im Wald verborgene Anhöhe, umgeben von einem Wallgraben vermutet man, dass es sich um eine ehemalige Schlossanlage mit einem Schlossgraben handelt. Hier entdeckten wir die ersten Frühlingsboten Scharbockskraut, Echtes Lungenkraut und Buschwindröschen. In Pölsfeld ist das ehemalige Oberförstereigehöft aus dem 17. Jahrhundert dem Verfall preisgegeben. Auf unserem weiteren Weg fuhren wir über eine von Vegetation bedeckte Halde, um uns einen ehemaligen Steinbruch anzusehen. Bei unserer Weiterfahrt entlang der Gonna, entdeckten wir die Einmündung des Gonnaschachtgrabens in die Gonna. Auch das Gebäude der Kupferhütte, mit seinem Stufengiebeln und spätgotischen Fenstern hinterließ einen sehr baufälligen Eindruck. Zeugnisse der Industrialisierung Mitteldeutschlands in so einem Zustand zu sehen, sind alarmierend. Der Erhalt und die Wahrnehmung dieser Denkmale, um Geschichte für kommende Generationen erlebbar zu gestalten, sollte eine gesellschaftliche Verantwortung sein. Unsere Exkursion endete in Sangerhausen.
Es war eine Exkursion durch die Geschichte es Bergbaus in dieser Region und es werden weitere folgen.

Text und Fotos: Sabine Schauer


AHA sieht dringende Notwendigkeit beim besseren Schutz von Umwelt, Natur und Landschaft in der Gemeinde Teutschenthal!

Die Gemeinde Teutschenthal ist nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) von einer vielfältigen Struktur an Landschaft und Natur geprägt. Daher trägt nach Ansicht des AHA auch der Gemeinderat sowie die Gemeindeverwaltung eine sehr große Verantwortung für den Schutz, den Erhalt und die Entwicklung von Umwelt, Natur und Landschaft. Alleine die Lage der 84,23 km² großen Gemeinde zwischen den Fluss- und Auenlandschaften von Saale, Salza und Würdebach, dem Seengebiet des Mansfelder Landes sowie dem Lintbusch und der Dölauer Heide beinhaltet sehr viel ökologisches Potenzial im Einzelnen, im Gesamten sowie im Grün- und Biotopverbund. So gilt es nach Auffassung des AHA alles Erdenkliche zu tun, dass die Entwicklungs- und Gestaltungsplanungen der Gemeinde Teutschenthal auf diese Notwendigkeiten Rücksicht nimmt und sogar noch Erweiterungsräume schafft. Überlegungen des Landkreises Saalekreises Biotopverbundräume über die Laucha bis zur Salza, zum Würdebach, zur Saale, der Mansfelder Seenlandschaft sowie zum Lintbusch und Dölauer Heide zu schaffen bzw. zu entwickeln, gilt es mit den Möglichkeiten und Kapazitäten der Gemeinde Teutschenthal zu begleiten und zu unterstützen.
Des Weiteren hält der AHA eine klare Positionierung aller Verantwortlichen von Politik und Verwaltung im Land Sachsen-Anhalt und den betroffenen Kommunen zu den Folgen des am 11.09.1996 erfolgten spontanen Pfeilerbruchs im westlichen Teil des Ostfeldes in der Grube Teutschenthal für dringend erforderlich, was auf einer Fläche von 2,5 km² zu einem dominoartigen Einbruch des gesamten Ostfeldes in Sekunden in einer Teufe von 620 bis 770 m verursacht und schlagartigen Deckgebirgsabsenkung um 0,5 m führte.
Die gegenwärtige Verfüllungspraxis der Grube Teutschenthal Sicherungsgesellschaft (GTS) Grube Teutschenthal erfüllt den Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) jedoch mit sehr großer Sorge.
Eine Verwendung von Sonder- bzw. Giftmüll jeglicher Art ist eindeutig abzulehnen. Die Schächte sind wasserbeeinflusst und weisen auf dem Weg eine umfassende Reaktionsfähigkeit auf. Insbesondere die als Schadstoffe aufgeführten Oxide von Magnesium, Kalium, Natrium und Kalzium könnten in Verbindung mit Wasser zu Hydroxiden reagieren, welche starke und sehr umweltbelastende Basen entstehen lassen können. Auf Grund der Tatsache, dass das Wasser der Schächte auch in das Umfeld austritt ist mit umfassenden und nachhaltigen Belastungen der Umwelt einer Region zu rechnen, wo ca. 300.000 Menschen leben. Zudem belastet Abluft die Region, welche mit Ausstoß von giftigem Feinstaub einhergeht.
Aus diesen Gründen haben der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Bürgerinitiative gegen eine Giftmüllregion Halle (Saale) e.V. vereinbart ihre Zusammenarbeit zu vertiefen und zu optimieren.
In dem Zusammenhang beschloss die Mitgliederversammlung des AHA am 03.09.2019 die Bürgerinitiative gegen eine Giftmüllregion Halle (Saale) e.V. als kooperatives Mitglied aufzunehmen. Für den AHA ist eine sehr große Freude und ebenso ausgeprägte Ehre auf dieser Art und Weise die verdienst- und verantwortungsvolle sowie fachlich fundierte und sehr engagierte ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeit der Mitglieder der Bürgerinitiative gegen eine Giftmüllregion Halle (Saale) e.V. begleiten und unterstützen zu können.
In dem Blickwinkel betrachtet fand zu dem Thema eine Exkursion am Samstag statt, welche am Zscherbener Landgasthof im Haus zu den 3 Herzen startete und in der Gemarkung des Ortsteiles Angersdorf endete.
Zu Beginn der Exkursion nahm die Exkursionsgruppe die jahrelangelang berechtigt umstrittene L 164n, welche als Autobahnzubringer zur Bundesautobahn (BAB) 143 fungiert, dabei für eine umfassende Zerschneidung im Bereich des Kuhgrabentals geführt und eine umfassende Neuversiegelung zur Folge hatte. Ferner führt diese selbst am Samstag vielbefahrene Straße die unwahre Theorie ad absurdum, dass Autobahnen zur Verkehrsentlastung der Orte beitragen. Im Gegenteil, eine zunehmende Frequentierung haben einen zunehmenden Kraftfahrzeugsverkehr zur Folge. Abgesehen von den Schäden für Umwelt, Natur und Landschaft, einhergehend mit verstärkter Lärm-, Abgas- und Feinstaubleistung, führt eine derartige Verkehrs- und Baupolitik keinesfalls zur Entlastung der immer angespannteren Klimaveränderungen. Daher bekräftigt der AHA eine grundlegende Änderung der Verkehrs-, Bau- und Umweltpolitik um Kraftfahrzeugsströme massiv auszudünnen, Transportwege durch Regionalisierungen von Wirtschaftskreisläufen umfassend zu reduzieren bzw. auszuschließen sowie letztendlich Beförderung eines attraktiven Öffentlichen und Schienenpersonennahverkehrs.
Daher sieht der AHA auch keine Notwendigkeit und Rechtfertigung des Weiterbaus der BAB 143 und fordert daher den sofortigen Stopp der Planungs- und Bauaktivitäten.
Im Bereich der Anlagen der Grube Teutschenthal Sicherungsgesellschaft (GTS) in der Salzstraße in Angersdorf griffen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Exkursion die fachlich fundierte und berechtigte Argumentation der Bürgerinitiative gegen eine Giftmüllregion Halle (Saale) e.V. auf, welche die massive und flächendeckende Gefährdung geißelt, die von der unvermindert fortgesetzten Einlagerung von Sonder- bzw. Giftmüll jeglicher Art ausgeht.
Die Bürgerinitiative gegen eine Giftmüllregion Halle (Saale) e.V. hat die aktuelle Situation treffend folgendermaßen zusammengefasst, Zitat

  • Die Gestank- und Feinstaubbelastung hält seit Anfang 2018 unvermindert an (saisonal bedingt in den Wintermonaten schwächer als in der heißeren Jahreszeit)
  • Die Einlagerung von hochgiftigen Stoffen hält weiter an
  • Das in Teutschenthal gerichtlich geschlossene Freilager wurde nach Delitz unter anderer behördlicher Aufsicht verlagert bei analoger Umweltgefährdung
  • Der Einsatz von Dickstoffversatz (Ursache für die extremen Ausgasungen) wird trotz angekündigter Einstellung Ende 2020 fortgeführt
  • Ein geplanter Schornstein soll die kontaminierte Abluft (Wetterung) weit über das Stadtgebiet von Halle verteilen, Filter wurden von den Genehmigungsbehörden nicht gefordert
  • Die Novellierung der Strahlenschutzverordnung erlaubt seit 2019 auch die Einlagerung von sog. freigemessenen Abbruchmassen aus kerntechnischen Anlagen in Versatzbergwerken. Die GTS hatte mit eigenen Textpassagen diese Novellierung mit vorangetrieben. Alles deutet darauf hin, dass die Landesregierung über das LAGB dies in Kürze genehmigen wird.
  • Die Explosionsursache vom 08.11.2019 wurde als „Arbeitsunfall“, aber nicht als systematisch technologiebedingtes Folgeereignis (Wasserstoffbildung bei Dickstoffversatz) verharmlost
  • Das Grubengebäude der GTS droht weiterhin mangels ordentlicher Wasserhaltung abzusaufen, was zwangsläufig eine Kontamination der Biosphäre bedeuten würde
  • Durch unkontrollierte Lösungsprozesse („Salzpfeiler“) steigt das Risiko von Einstürzen und Gebirgsschlägen entgegen des öffentlichen Auftrages der GTS zur Bergwerksstabilisierung durch Versatz

Zitat Ende

Dabei machte der AHA deutlich, dass er sich die nachfolgenden Forderungen der Bürgerinitiative gegen eine Giftmüllregion Halle (Saale) e.V. vollumfänglich zu eigen macht, Zitat: „

  • Verfüllung des Wasser- und laugeneinbruchsgefährdeten Grubenfeldes Angersdorf mit nicht giftigem/gefährlichem Material
  • Einhaltung des Langzeitsicherheitsnachweises
  • Verhinderung des Absaufens der verfüllten Grubenfelder und Eindringen der Kontaminationen in die Biosphäre
  • Schließung des Freilagers in Delitz aufgrund der gleichen Gefährdungen wie in Teutschenthal
  • Kontinuierliche Kontrolle der Abluft aus dem Bergwerk
  • Errichtung eines Schornsteins mit Filterung der Abluft
  • Kontrolle und Unterbindung der Freilagerhaltung der Filterstäube am Standort Delitz durch die zuständigen Behörden
  • Offenlegung der Untersuchungsergebnisse der Abluftmessung und Staubdepositionsmessungen
  • Lückenlose Aufklärung des Explosionsunglückes vom 08.11.2019 in Teutschenthal und Ergreifen der notwendigen Konsequenzen
  • Verhinderung der Verfüllung dieses Bergwerkes mit sogenannten freigemessen Materialien aus kerntechnischen Anlagen, die zwar nur schwachradioaktiv sind, jedoch eine Strahlung abgeben:
    • Sachsen-Anhalt hat keine Atomkraftwerke und soll hier Material entsorgen?
    • Das Material bringt bei der Entsorgung sehr viel Geld für die Betreiber!
    • Freigemessen bedeutet: alle 1000 t Material erfolgt eine Messung, der Abfall kann aber so lange gemischt werden, bis er die Strahlung von 10 µS/cm einhält, die Messungen und Kontrollen führen die Betreiber selbst durch

Zitat Ende

Die Mitglieder der Exkursionsgruppe berieten im Bereich des Tals des Kuhgrabens und seiner Aue, dass der Abfluss des Wassers vom Grubengelände der GTS weg in Richtung Saale führt und dabei die dringende Gefahr der starken Kontaminierung von Wasser und Boden nicht nur in der Agrarlandschaft und den Auen von Saale und ihrer Nebengewässer besteht, sondern auch in Richtung der Wohngebiete in Holleben, Angersdorf und Halle (Saale) besteht. Die Stadt Halle (Saale) kann es über das Vordringen von Qualmwasser bei Hochwasser treffen. Insofern muss klar sein, dass nicht nur das Gebiet der Gemeinde Teutschenthal bedroht ist, sondern auch saaleabwärts alle nachfolgenden Gebiete. Darüber muss Klarheit bestehen, weil ansonsten das Ausmaß der Bedrohungen einer unverantwortlichen und gefährlichen Fehleinschätzung unterliegt.

Darüber hinaus fiel den Mitgliedern der Exkursionsgruppe auf, dass der Saumbereich des Verbindungsweges zwischen Salzstraße und der Verbindung von bzw. nach Angersdorf über die Karl-Liebknecht-Straße, welche durch das Tal des Kuhgrabens führt, von verstärkter Inanspruchnahme durch feldwirtschaftliche Nutzung geprägt ist. Das verstärkte Heranpflügen an beide Seiten des Weges beseitigt Raum für Wegbegleitgrün in Form von Gehölzen, Stauden- und Wiesensaum. Restbestände haben u.a. unter unqualifizierten Schnittmaßnahmen zu leiden.
Daher ergeht die dringende Empfehlung einen mindestens 5 m breiten Saumstreifen beiderseits des Weges zuzulassen, um bestehende Gehölzbestände zu schützen und zu entlasten sowie neue Abschnitte mit Obstbäumen zu bepflanzen der bzw. sukzessiv entwickeln zu lassen.
Eine solche Entwicklung des Erhaltes und Schutzes bestehender und Wiederherstellung einstiger Lebens-, Nahrungs- und Rückzugsräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie der Verbesserung des Landschaftsbildes und des Klimas.

Den Abschluss der Exkursion bildete der Aufenthalt in dem 8 ha großen Weinbergholz, welches nach der Verordnung über die Unterschutzstellung des geschützten Landschaftsbestandteiles „Weinbergholz“ in der Gemarkung Holleben im Landkreis Saalkreis vom 30. Juli 1993, Veröffentlichung im Amtsblatt für den Reg.-Bez. Halle vom 10. September 1993 einen besonderen Schutz genießt. Neben der sehr großen Arten- und Strukturvielfalt des Laubmischwaldes ist das einer der wenigen zusammenhängenden Waldgebiete in der sonst sehr stark ausgeräumten Agrarlandschaft.
Die Mitglieder der Exkursionsgruppe mussten jedoch mit Entsetzen und Empörung feststellen, dass man quer durch das gesamte Waldgebiet ein Befahren mit schwerer Räumtechnik erfolgte. Dabei beschädigte man nicht nur die betroffenen Wege, sondern verletzte zahlreiche Wurzeln und Stammbereiche. Ferner entdeckten die Mitglieder der Exkursionsgruppe umfassende Abholzungen im zentralen Südostbereich des Waldes im Übergangsbereich zum Wohngebiet an der Weinbergstraße. Mit der Abholzung der Bäume und der damit verbundenen verstärkten Sonneneinstrahlung ist eine massive Schädigung der Vegetation und Verfestigung des Bodens erkennbar und besteht nunmehr die Gefahr der verstärkten Austrocknung, was zu massiven Beeinträchtigung der Vegetation führen kann. Davon sind die Feld- und Baumschicht gleichermaßen betroffen.
Daher fordern die Mitglieder der Exkursionsgruppe fordern nunmehr eine lückenlose Aufklärung dieser Zerstörungen und Beschädigungen sowie das die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen sind.
Ferner ist die Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption für das Weinbergholz und sein näheres Umfeld für dringend geboten. Dabei gilt es ebenfalls zu prüfen, inwieweit eine sukzessive Erweiterung des Weinbergholzes in nördlicher, westlicher und südlicher Richtung möglich und sinnvoll erscheint.

Der AHA sieht hier verstärkte Aktivitäten zum Schutz, zum Erhalt und zur Entwicklung von Umwelt, Natur und Landschaft auch in diesen Teilen der Gemeinde Teutschenthal für dringend geboten.

Wer mehr zu Inhalt und Aktivitäten der Bürgerinitiative gegen eine Giftmüllregion Halle (Saale) e.V. erfahren möchte, wende sich bitte an folgende Kontaktmöglichkeit: E-Mail-Adresse: vorstand@giftmuellregion-halle.de

Der ehrenamtliche und gemeinnützige AHA ist jedenfalls bereit im Rahmen seiner Möglichkeiten bei der Bewältigung der Aufgaben zum Schutz, Erhalt und Entwicklung der sehr vielfältigen Umwelt, Natur und Landschaft zu unterstützen.
Ferner ruft der AHA die interessierte Bevölkerung auf in der Bürgerinitiative gegen eine Giftmüllregion Halle (Saale) e.V. sowie in einer angedachten AHA-Ortsgruppe Teutschenthal mitwirken.
Wer Interesse hat kann sich bitte an folgende Anschrift wenden:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345 200 27 46

E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 28.03.2021

Fotos: Isabell Schneider


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