AHA begrüßt Demonstrationen der Schülerinnen und Schüler!

Bekanntlich hat das Klima auf der Erde massiven Schaden davon getragen. In dem Blickfeld haben sich im Dezember 2015 auf der Pariser Klimaschutzkonferenz (COP21) 195 Länder erstmals auf ein allgemeines, rechtsverbindliches weltweites Klimaschutzübereinkommen geeinigt.
Die Staaten einigten sich auf

  •  ein langfristiges Ziel, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen;
  • das Ziel, den Anstieg auf 1,5 °C zu begrenzen, da dies die Risiken und Folgen des Klimawandels deutlich vermindern würde;
  • Anstrengungen dahingehend, dass die weltweiten Emissionen möglichst bald ihren Gipfel überschreiten, wobei den Entwicklungsländern hierfür mehr Zeit eingeräumt wird;
  • rasche nachfolgende Emissionssenkungen auf Grundlage der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Zwar ist es grundsätzlich erfreulich, dass man nach langem Ringen sich auf diese Schwerpunkte einigen konnte, aber letztendlich drückt sich hier der kleinste gemeinsame Nenner aus sowie fehlen konkrete abrechenbare Ziele und Sanktionsmöglichkeiten.

Bundesweit weiß man jetzt schon, dass man die Klimaziele verfehlt. Dazu zählt neben dem halbherzigen Ausbau der Nutzung von erneuerbaren Energien, der Senkung des Individualverkehrs, höhere Haltbarkeit von Produkten und bessere Möglichkeiten zum Austausch schadhafter Bauteile, dass noch immer fossile Brennstoffe zur Energieversorgung beitragen und die Versiegelung von Böden für Verkehrs-, Wohnungs- und Gewerbebauten weiter unvermindert hoch ist.

So haben Umweltbundesamt und das Statistische Bundesamt ermittelt, dass gegenwärtig in Deutschland eine tagtägliche Neuversiegelung von Boden im Umfang im Umfang von 69 ha Boden stattfindet. Dies geht zumeist zu Lasten von fruchtbaren Böden und der Landwirtschaft. Das entspricht in etwa einer Fläche von ca. 100 Fußballfeldern und im Jahr in etwa einer Fläche von 25.185 ha -69 ha/Tag x 365 Tage/Jahr = 25.185 ha/Jahr. Im Vergleich dazu die Fläche der Stadt Leipzig, welche 29.760 ha beträgt. Der nunmehrige Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD hat dazu folgendes vermerkt, Zitat:

„Flächenschutz
Unser Ziel ist, den Flächenverbrauch bis zum Jahr 2030 auf maximal 30 Hektar/Tag zu halbieren. Wir prüfen, mit welchen zusätzlichen planungsrechtlichen und ökonomischen Instrumenten das Ziel erreicht werden kann.“, Zitat Ende

Nach Auffassung des AHA, ist bereits diese Anzahl, angesichts des fortgeschrittenen Versiegelungsgrades, viel zu hoch.

Beispielsweise hat sich das Land Sachsen-Anhalt zudem ein Klimaschutzprogramm 2020 gegeben.

Auch hier sind zwar sehr wichtige Maßnahmen zum Schutz des Klimas benannt, wozu Einsparungen von Energie, die Stärkung von erneuerbaren Energiequellen und die Eindämmung des Motorisierten Individualverkehrs benannt sind.

Aber auch hier besteht eine große Schere zwischen Zielen und deren Umsetzung.

Insofern sind nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) auch die Kommunen gefordert, konkrete Maßnahmen vor Ort zu ergreifen, welche sehr stark ebengenannte Aktivitäten enthalten können.

Dazu zählen nach Ansicht des AHA die Förderung der Photovoltaik auf Gebäuden und des Öffentlichen Nahverkehrs mit Prüfung der Möglichkeiten der fahrscheinlosen Nutzung und der Verbesserung der Anbindungen in das Umland, Austausch von Diesel- in E-Busse, Einschränkung des Individualverkehrs durch entsprechende Verkehrsplanungen wie autofreie Innenstadt, intelligente Grünphasen zu Gunsten des Öffentlichen Nahverkehrs und Umgestaltung von Parkplätzen in Fahrradabstellplätzen, Grünflächen und Kinderspielplätzen sowie die Einrichtung von E-Zapfstellen.

Leider sieht das Handeln von Politik und Verwaltungen in Bund. Ländern und Kommunen noch ganz anders aus. Neben den bereits benannten Flächenversiegelungen hält man krampfhaft an einem Festhalten bzw. stark gebremsten Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger fest. Dabei berechtigte soziale Interessen vorzuschieben ist unehrlich und inakzeptabel, da man spätestens seit der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im brasilianischen Rio de Janeiro im Juni 1992 die Pflicht und Notwendigkeit entsprechende Aktivitäten zu entwickeln. Die Politik gibt sich offensichtlich und unverantwortlich vollkommen entspannt, dass man momentan die Klimaziele komplett verfehlt.
Dazu gehört auch die noch primäre Förderung des Motorisierten Verkehr auf Straßen und Autobahnen sowie des Flugverkehrs.

Gerade die Beispiele des an Militanz und Fanatismus grenzenden politischen und medialen Bestrebens des Weiter- und Ausbaus von BAB 14, BAB 143 und B6n/BAB 36 zeigen auf, dass man gar nicht gewillt umzudenken, geschweige anders zu handeln.

Hinzu kommen massive forstwirtschaftliche Eingriffe selbst in Schutzgebieten wie im Hakel, im Plötzkauer Auenwald, in der Dölauer Heide sowie in den Auenwäldern der Städte Schkeuditz und Leipzig. Dabei weiß man genau, dass Waldgebiete nicht nur sehr bedeutsame Lebens- und Rückzugsräume für zahlreiche Tier- und Pflanzarten darstellen, eine sehr wichtige Bedeutung für den Wasserhaushalt und Naherholung haben, sondern durch die Abgabe von Sauerstoff und der Speicherung von Kohlendioxid ebenfalls eine sehr große Bedeutung für den Schutz des Klimas besitzen.

Zu erwähnen sind aber auch die zunehmend ausgeräumten Agrarlandschaften, welche viel zu häufig von dauerhaften Monokulturen, fehlender Fruchtfolge, verfestigten Böden, fehlenden Gehölzstreifen und-inseln, Feuchtgebieten, Saumstreifen aus Gräsern, Kräutern, Hochstauden und Gehölzen sowie Zerschneidungen mit asphaltierten und betonierten Wegen gekennzeichnet sind. Zu DDR-Zeiten baute man noch 25 verschiedene Agrarkulturen an, heute sind prägend allerhöchstens 6 Agrarkulturen auf den Äckern zu finden. Hinzu kommen noch Massentierhaltungen mit häufig unwürdigen Haltungsbedingungen für die Tiere und Massenaufkommen von Gülle, welche auch die Basis für die Feststellung des Umweltbundesamtes in Deutschland führt, dass in der Landwirtschaft nach wie vor Überschüsse an Phosphor im Umfang von 10 kg/ha Landwirtschaftlicher Fläche und bei Stickstoff im Umfang von 20 kg/ha Landwirtschaftlicher Fläche existieren. Artenschwund in der Tier- und Pflanzenwelt sowie Belastungen für Wasser, Klima und der Qualität der Nahrungsgrundlagen von Mensch und Tier sind Folgeerscheinung einer derartigen profitorientierten Landwirtschaft, welche dafür noch auf Kosten des Steuerzahlers Subventionen bekommen. Der AHA ruft daher auch die umwelt- und naturbewussten Landwirte auf sich ebenfalls verstärkt für eine arten- und strukturreiche Agrarlandschaft, Entlastung der Umwelt, Natur und Landschaften von Schadstoffen, artgerechte Tierhaltung sowie Beendigung der fortgesetzten Bodenversiegelung und Flächenzerschneidung einzusetzen.

Nach Ansicht des AHA zeigen alleine diese vielfältigen Probleme im Umgang mit Umwelt, Natur und Landschaft deutlich die Notwendigkeit auf, dass der gesellschaftliche und öffentliche Druck auf unerträglich und unzulässig von umweltfeindlichen Lobbyverbänden beeinflussten Verantwortliche in Politik und Verwaltung eine weitere Erhöhung und Kontinuität erfahren muss.

Daher begrüßt der AHA die nunmehr weltweiten Proteste von Schülerinnen und Schüler an den Freitagen für einen dringend notwendigen und bei weitem immer noch nicht umgesetzten Klimaschutz. Denjenigen, welche da auf die Schulpflicht pochen sei ins Stammbuch geschrieben, dass nicht die Courage und das Engagement aus berechtigter Sorge für Gegenwart und Zukunft des Lebens auf der Erde zu schmähen, zu verunglimpfen und deren Akteuren zu drohen sind, sondern das sich stattdessen die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung endlich den Problemen stellen sowie sich alternativen Lösungen nicht weiter verweigern bzw. entgegenstellen. Die Medien haben sich dieser Sache verantwortungsvoll zu stellen und z.B. unangebrachte Belehrungen zum Zeitpunkt der Demonstrationen und kritiklos Drohungen aus Politik und Verwaltungen zu kommentieren zu unterlassen. Demokratie ist eben mehr als Parlamentarismus, Lobbywirtschaft und Abstimmungen aller vier bis sieben Jahren!

Daher fordert der AHA die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, aber auch die gesamte Bevölkerung auf, alles zu tun, dass die berechtigten Ursachen der Demonstrationen der Schülerinnen und Schüler unverzüglich der Vergangenheit angehören.

Der AHA bietet sich an, in seiner im Aufbau begriffenen ehrenamtlichen Arbeitsgruppe Klimaschutz Interessenten zu dem Themenkreis zusammenzuführen und eine Plattform für Engagement zu geben.
Wer noch mehr zu diesen und anderen Aktivitäten des AHA erfahren möchte, wende sich bitte an folgende zentrale Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

Anhang: Agenda21_Rio1992


3. Arbeitseinsatz des AHA 2019

Am Samstag, den 9.3. 2019 fand ab 10. Uhr der 3. Arbeitseinsatz des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder (AHA) statt, der sich diesmal auf zwei verschiedene Gebiete des Peißnitzareals erstreckte.
Die erste Gruppe der Teilnehmer besserte mit geeignetem Ast- und Zweigmaterial, Wegabsperrungen zum Uferbereich der Saale, im Naturschutzgebiet Peißnitz/Nordspitze aus.
Dabei hatte auch die nachwachsende Generation, dem jahreszeitlichen Wetter entspechend mit Kleidung ausgerüstet, ihren Spaß dabei, tatkräftig mit zu helfen.Es wäre eine Überlegung wert, ob man nicht verpflichtende Vereinbarungen zwischen Stadt und Schulen erstellen kann, Kinder im Unterricht mit Baumpflanzungen zu betrauen und so die Zusammenhänge in der Natur praxisnah fortlaufend zu lehren. Dazu könnten inner- und außerhalb Halles bestimmt geeignete Flächen zur Verfügung gestellt werden.

Leider waren im NSG auch wieder unangeleinte Hunde unterwegs, sodaß es sinnvoll wäre, Inhalte von Hinweisschildern (z.B. NSG) im Unterricht zu erklären.

Auf der Ziegelwiese reparierten und ersetzten inzwischen weitere fleißige Teilnehmer des Arbeitseinsatzes, durch Materialfehler beschädigte und Vandalismus völlig entfernte Querhölzer an den Baumpflanzungen des AHA.

Dazu mußten zum Teil erst passende Stücke gesägt werden.

Zum Schluß wurden noch abgebrochene Zweige fachgerecht geschnitten.

Auf diesem Areal findet Karfreitag, den 19. 4. 2019 ab 10 Uhr die alljährlich sich fortsetzende Baumpflanzung des AHA statt, zu der jeder Interessierte herzlich zum Mitmachen eingeladen ist.

Fotos Christine Fröhlich

Dietmar Hörner


Bäume pflanzen statt abholzen !

Das ist das Motto unter dem die Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) zum elften Mal auch am Karfreitag, den 19.04.2019 aufrufen, um Bäume auf die Ziegelwiese in Halle (Saale) zu pflanzen. Der Treff ist 10.00 Uhr an der Ochsenbrücke zwischen Riveufer und Ziegelwiese in Halle (Saale).
Mit der Aktion möchten beide Organisationen immer wieder ein deutliches Zeichen für ein umfassendes mehr, statt weniger Gehölze setzen, welche eine große ökologische und landschaftsgestaltende Funktion besitzen.
Bäume und Sträucher dienen als Sauerstoffspender, verbessern den Gehalt an Luftfeuchtigkeit, bieten zahlreichen Tieren Lebensraum und Nahrung, filtern Kohlendioxid, Feinstaub, Ruß und Ozonsmog aus der Luft sowie spenden Schatten. Sie tragen somit entscheidend zur Verbesserung des Klimas bei.

Jedoch die Stadt Halle (Saale) geht rechtlich und praktisch einen anderen Weg. Die nunmehrige hallesche Baumschutzsatzung trägt keinesfalls zum angemessenen Schutz und Erhalt von Bäumen und Sträuchern bei. In der Praxis zeigt sich das mangelnde Schutzverständnis u.a. in den Massenfällungen am Saaleufer am Holzplatz/Pulverweiden, zwischen Genzmerbrücke und Karl-Meseberg-Straße, in der Beesener Straße, im und am Gelände des früheren Gesundbrunnenbades, in der Delitzscher Straße, im Gelände des Sitzes der Leopoldina, in der Berliner Straße, in der Otto-Stomps-Straße, Fiete-Schulze-Straße, am Steintor, auf der Peißnitzinsel sowie nicht zuletzt auch auf der Ziegelwiese. Nunmehr sind z.B. weitere Baumbestände in Teilen der Heideallee und des Gimritzer Damms massiv bedroht.

Erst jüngst holzte man u.a. massiv entlang des Gimritzer Dammes bis zur Heideallee ab, um somit ein Festhalten an einer falschen Umwelt- und Verkehrspolitik der Stadt Halle (Saale) zu manifestieren.

Das Festhalten an der weitgehenden Vernichtung des Gehölzbestandes im Trothaer Wäldchen ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Stadt Halle (Saale) ihren Feldzug gegen den Gehölzbestand nicht nur unvermindert, sondern verstärkt fortsetzen möchte.

Dieser inakzeptablen und katastrophalen Gehölzschutzpolitik Halles gegenüber Alternativen aufzuzeigen, dient die Aktion „Bäume pflanzen statt abholzen“.

Im Rahmen der Betreuung und Pflege der bisher umgesetzten Pflanzaktionen führen nunmehr die Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) am Samstag, den 09.03.2019 einen gemeinsamen Arbeitseinsatz durch, um Erneuerungen an den Pfählen und Querhölzern vorzunehmen. Treff ist 10:00 Uhr am Peißnitzhaus (früheres Pionierhaus).

Dieser Arbeitseinsatz dient auch der Vorbereitung der elften Aktion „Bäume pflanzen statt abholzen“, welche am Karfreitag, den 19.04.2019 stattfindet.

Ebenfalls in Vorbereitung der Aktion rufen die Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) die hallesche Bevölkerung zur massiven Mitwirkung auf. Dazu können organisatorische und finanzielle Hilfe beitragen.

Wer finanziell Unterstützung leisten möchte, -z.B. zum Kauf von Bäumen- kann dies unter folgender Bankverbindung des AHA tun:

• BIC: NOLADE21HAL
• IBAN: DE 14 800 537 62 0380 302 257
• Saalesparkasse
• Verwendungszweck „Bäume“

Darüber hinaus können Interessenten auch organisatorisch mitwirken und sich dazu an folgende Anschrift wenden:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345/200 27 46
Internet: http://www.aha-halle.de
E-Mail: aha_halle@yahoo.de


Initiative „Pro Baum“ und AHA rufen zur Protestexkursion für eine naturnahe Entwicklung eines Waldgebietes im Nordosten von Halle-Trotha auf!

Der hallesche Stadtteil Trotha ist bekanntlich von zahlreichen sehr bedeutsamen Natur- und Landschaftsbestandteilen geprägt, welche enge Bindungen zu den Stadtteilen Seeben, Mötzlich und Tornau sowie zur Gemeinde Petersberg, Ortsteilen Morl und Sennewitz besitzen.
Als erstes sei hier die Saaleaue mit dem ca. 7 ha großen Naturschutzgebiet Forstwerder in Halle-Trotha erwähnt, welches zusammen mit dem 10 ha großen Naturschutzgebiet (NSG) Peißnitznordspitze das Schutzgebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH)- Richtlinie „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ bildet und einen sehr wertvollen Bestandteil in der halleschen Saaleaue darstellt. Darin eingebettet befindet sich das ca. 4,9 ha große flächenhafte Naturdenkmal (FND) Klausberge.
Nach Nordwesten und Norden knüpfen sich das Einzugs- und Mündungsgebiet der 15,14 km langen Götsche sowie im Landschaftsraum zwischen der Stadt Halle (Saale) und der Gemeinde Petersberg, Ortsteil Sennewitz die ca. 14 ha große frühere Aschedeponie des früheren Kohlekraftwerkes Halle-Trotha an, welche ökologisch sehr bedeutsame Natur- und Landschaftsräume bilden.

In nordöstlicher Richtung schließen sich der ca. 9,5 ha große geschützte Landschaftsbestandteil „Park Seeben“ sowie nach Osten das Gebiet der Posthornteiche an.

Nach Süden seien das Gebiet des Großen und Kleinen Galgenberges erwähnt.

In dem Zusammenhang betrachtet haben Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) mit sehr großem Unverständnis die Auffassungen der Leiterin des Fachbereiches Umwelt im Geschäftsbereich Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Halle (Saale) Kerstin Ruhl-Herpertz und des Revierförsters Torsten Nieth aufgenommen, dass sie nicht nur die bisherigen massiven forstwirtschaftlichen Eingriffe gutheißen, sondern auch noch die Fortsetzung der Baumvernichtung einfordern und planen. Nicht „der Wald in Trotha ist am Ende“, sondern offensichtlich jeglicher Respekt gegenüber Bäumen und das Verständnis für naturnahere Entwicklungen von Waldgebiet. Ein Revierförster Nieth ist beispielsweise für die umfassenden Abholzungen im Landschaftsschutzgebiet Dölauer Heide (Stadt Halle (Saale), im Naturschutzgebiet Bergholz am Petersberg (Gemeinde Petersberg) und im Geschützten Landschaftsbestandteil Park Dammendorf (Stadt Landsberg) mitverantwortlich.

Der bisher erfolgte und weiter angedachte Vernichtungsfeldzug gegenüber der laut Schütt et al. (2006) vom Hofgärtner am französischen Königshoff Jean Robin im Jahr 1601 aus Virginia USA nach Paris eingeführten Robinie (Robinia pseudoacacia L.) richtet sich gegen eine gefragte und wichtige Bienenweide und Pionierbaum. Die nach Jean Robin benannte Baumart ist ein Schmetterlingsblütler und kann auf Grund seiner Symbiose mit Knöllchenbakterien im Wurzelbereich Stickstoff aus der Luft binden und dem Boden zuführen. Ferner hält ein dichtes und umfassendes Wurzelwerk den Boden fest.

Gerade der Standort der Bergbaufolgelandschaft Trothaer Wäldchen ist ein typischer Standort für die Robinie. Zudem scheinen die Robinien die mehrmonatige Trockenheit und starke Sommerhitze im Jahr 2018 recht gut überstanden zu haben. Schon aus dem Grund sind diese massiven Zerstörungen an dem Gehölzbestand inakzeptabel.

Im Rahmen einer Begehung haben Mitglieder und Freunde der Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) am 29.01.2019 das ca. 85.000 m² = ca. 8,5 ha große Waldgebiet im Nordosten von Halle-Trotha zwischen Karl-Ernst-Weg, Verlängerter Mötzlicher Straße und Am Hang sowie östlich der Bahnstrecke Halle-Hannover in Augenschein genommen.

Beim Betreten des Waldgebietes aus Richtung Osten von der Verlängerten Mötzlicher Straße aus, fiel auf, dass eine umfassende sukzessive Verjüngung des Gehölzbestandes vonstattengeht. Ebenso deutlich ist eine flächendeckende nitrophile Stauden- und Krautflora erkennbar. Der Gehölzbestand ist besonders von Feldahorn, Gemeiner Esche, Hybridpappel, Robinie und Weißdorn geprägt. Ebenfalls kommen Berg- und Eschenahorn sowie Flatterulme vor. Diese sukzessive Entwicklung kennzeichnet das Waldgebiet ganz besonders im östlichen, nördlichen und teilweise im südlichen Bereich. Im mittleren und westlichen Bereich des Waldes haben die Aktivitäten von Mountainbikern zu starken Einschränkungen in der Sukzession und zu einer massiven Ausprägung von Pfaden geführt. Im Waldgebiet gelagerte Planen und Sofas einhergehend mit einer gewissen Vermüllung beeinflussen diesen Teil des Waldgebietes negativ und tragen zur Einschränkung der Naturverjüngung bei. Besonders besorgniserregend ist, dass diese Nutzung im Bereich eines dringend erforderlichen Schutzgebietes für den Rotmilan stattfindet. Insbesondere im westlichen Teil des Waldes ist zudem deutlich erkennbar, dass einst eine Anpflanzung von Bäumen –zum Beispiel Robinie- erfolgte.
Am Westrand des Waldgebietes befinden sich Reste einer Kleingartenanlage, welche noch u.a. mit Ruinen, Müll und Bodenplatten belastet sind.

Größere und kleinere Trichter durchziehen das gesamte Waldgebiet und rufen die einstige bergbauliche Nutzung in Erinnerung.
Das von Bergbaufolgen geprägte und einst u.a. mit schnellwachsenden Pioniergehölzen wie Robinien, Pappelhybriden und Eschenahorn bepflanzte Waldgebiet, hat begonnen sich sukzessiv standortgerecht zu entwickeln, wozu der Aufwuchs von Feldahorn, Weißdorn und Flatterulme gehört. Vogelstimmen u.a. von Kohl- und Blaumeise, Kleiber und Buntspecht sowie früheren Sichtfeststellungen vom Rotmilan und vom Rotkehlchen verdeutlichen zusammen mit der sich standortgerecht entwickelnden Flora die Funktion als sehr wichtiges Rückzugsgebiet für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Auf jeden Fall beeinflusst der Wald das Stadt- und Landschaftsbild positiv und hat sehr positiven Einfluss auf das Klima der Stadt Halle (Saale).

Nach Auffassung der Initiative „Pro Baum“ und des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) gilt es nun die sukzessive Verjüngung des Waldgebietes zu befördern und nicht durch die derzeitigen forstwirtschaftlichen Eingriffe im Auftrag der Deutschen Bahn zu gefährden. Dies noch als Teil von sogenannten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die umfassenden Eingriffe beim Um- und Neubau des halleschen Güterbahnhofes einzuordnen, halten die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) für nicht angebracht. Dabei gilt es gerade zurzeit unbedingt zu berücksichtigen, dass die Dürrezeit in den Monaten April bis Oktober 2018 sowie der sehr heiße Sommer im gleichen Jahr Fauna und Flora ohnehin schon stark gestresst haben.

Daher fordern beide Organisationen nunmehr die Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption und damit eng verbunden, die sofortige Einstellung aller Ringelungs- und Abholzungsarbeiten in und an dem Waldgebiet ein. Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) knüpfen mit ihren Überlegungen an alte Forderungen des früheren Arbeitskreises Umweltschutz Halle in der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund der DDR an, welche bereits in den Jahren 1987 bis 1989 die Erstellung einer derartigen Konzeption anmahnten.
Dabei gilt es u.a. vollständig den Artenbestand von Fauna und Flora zu erfassen, die geologischen Grundlagen wie Bodenqualität, Hydrologie und Untergrund unter Beachtung der bergbaulichen Nutzung und deren Einflüsse zu ermitteln, die Bedeutung für den Biotop- und Grünverbund, das Stadtklima, das Stadt- und Landschaftsbild und die Naherholung festzustellen sowie letztendlich daraus Vorschläge zum Schutz und zur Entwicklung des Waldgebietes zu entwickeln. Aus Sicht der Initiative „Pro Baum“ und des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) gilt es unbedingt die Sukzession zu sichern, forstwirtschaftliche Eingriffe auszuschließen, die Reste der Kleingartenanlagen, Vermüllungen zu entfernen und künftige Vermüllungen zu unterbinden, Möglichkeiten einer sehr begrenzten Nutzung durch Mountainbiker zu prüfen sowie eine sukzessive Ausweitung der Waldfläche nach Nordwesten, Norden, Westen und Südwesten auf angrenzende intensiv genutzte Ackerflächen zu untersuchen.

Als Fläche und Maßnahme zur Umsetzung der sogenannten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durch die Deutsche Bahn schlagen Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) alternativ die Pflanzung und mindestens fünfjährige vollständige Pflege einer Streuobstwiese auf der früheren, ca. 2,36 ha großen Fasanerie östlich des Seebener Busches vor. Die bisher intensiv vom Ökohof Seeben genutzte Ackerfläche grenzt nördlich an eine bestehende Streuobstwiese an.
Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hatte im Rahmen seiner Mitgliederversammlung vom 03.03.2008 eine „Konzeption zur Entwicklung einer Streuobstwiese auf dem Gelände der früheren Fasanerie östlich des Seebener Busches“ beschlossen und dem Flächeneigentümer Stadt Halle (Saale) vorgelegt. In der Konzeption ist u.a. vermerkt, dass eine Pflanzung von 24 Bäumen je Reihe Länge x 10 Baumreihen = 240 Bäume erfolgen kann.

Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) fordern nun die Deutsche Bahn sowie die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Stadt Halle (Saale) auf, diesen Vorschlag ernst zu nehmen und unverzüglich für das Trothaer Wäldchen eine wissenschaftlich fundierte Schutz- und Entwicklungskonzeption erstellen zu lassen. In dem Zusammenhang gilt es nun endlich alle Ringelungs- und Abholzungsmaßnahmen sofort und unwiderruflich einzustellen.

Auf dieser Basis besteht dann die Möglichkeit öffentlich mit den Flächeneigentümern, Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung sowie Interessenten über die Ergebnisse der Untersuchungen und Auswertungen zu informieren sowie zu den sich daraus abgeleiteten Vorschlägen zum Schutz, zum Erhalt und zur Entwicklung zu beraten.
Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sind bereit im Rahmen ihrer ehrenamtlichen und gemeinnützigen Möglichkeiten daran mitzuwirken.

Angesichts der Tatsache, dass die Verwaltung der Stadt Halle (Saale) und die Deutsche Bahn an dem Vernichtungsfeldzug gegen das Waldgebiet im Nordwesten festhalten möchten, rufen Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) zu einer ca. zweistündigen Protestexkursion am Dienstag, den 02.04.2019 auf.
Treff ist 17:30 Uhr an der Ecke Mötzlicher Straße/Verlängerte Mötzlicher Straße/Gottfried-Keller-Straße

Ferner beabsichtigt die Initiative „Pro Baum“ das Thema auch zu seinem nächsten Treffen am Montag, den 25.03.2019 im Reformhaus Halle, Versammlungsraum, Große Klausstraße 11 in 06108 Halle (Saale) zu thematisieren. Beginn: 19:00 Uhr

Aus den obengenannten Gründen heraus rufen Initiative „Pro Baum“ und AHA weiterhin interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Halle (Saale) zur aktiven Mitwirkung auf, sich mit einzubringen. Interessenten können folgendermaßen zur Initiative „Pro Baum“ und zum AHA Kontakt aufnehmen:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de; Internet: http://www.aha-halle.de
Tel.: 0345 – 2002746


Der Frühling hält Einzug !

Am 04.03.2019 zog das Sturmtief „Bennet“ durch die Landen. Dies brachte auch vereinzelte Regenschauer mit sich, welche zur dringenden Versorgung mit Wasser sorgten. Es war ein toller Anblick ein abziehenden Regenschauer mit tiefliegender Sonne in der einen sowie Regenbogen und wunderbar beleuchteten Pflanzen in der anderen Richtung in den Weinbergwiesen in der Saugrabenaue zwischen Halle-Neustadt und Heide-Süd beobachten zu können. Den Geruch von frischen, erwachenden Boden ließ sich jedoch nicht auf den Fotos bannen.
Auf jeden Fall bestärken solche Eindrücke die Notwendigkeit eines Engagements zum Erhalt und Schutz von Umwelt, Natur und Landschaft.

Andreas Liste

Fotos Andreas Liste


Büroeinsatz in der Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen Bernt-Bärtl“

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – übernahm 2005 die Umweltbibliothek Halle (Saale), die im Reformhaus beheimatet war. Aus organisatorischen Gründen beschloss der AHA den Umzug der Umweltbibliothek nach Merseburg. Zu Ehren des halleschen Literaten und Umweltaktivisten Jürgen Bernt-Bärtl (1944 – 2003) wurde sie nach ihm benannt. Seit dem Umzug ist die Umweltbibliothek im Hintergebäude der Weißen Mauer 33 untergebracht. In den vergangenen Jahren wurde der Bestand sämtlicher Medien erfasst. Insgesamt umfasst sie 2.500 Medien (Bücher, Zeitschriften, Ton- und Bildträger).

Am Samstag, dem 09.02.2019, führte der AHA einen Büroeinsatz in der Umweltbibliothek durch. Daran nahmen 5 Mitglieder des AHA teil. Ziel des Arbeitseinsatzes war die Vorbereitung der Renovierung eines hinteren Raumes. Innerhalb von 3 Stunden wurden die Bücher verlagert und Möbel demontiert.
Ein genauer Termin für die Renovierung steht noch nicht fest. Der Verleihbetrieb ist dadurch aber nicht davon betroffen.

Ein nächster Termin für einen Büroeinsatz ist zum 15. Freiwilligentag, der am Samstag, dem 18.05.2019, stattfinden wird. Dabei ist u.a. die Fortsetzung der umfassenden räumlichen Sanierung vorgesehen. Ein weiteres Ziel diese Einsatzes wird es sein, den Bestand zu ordnen und nicht themenbezogene Medien auszusortieren.

Der AHA lädt jede(n) Interessierte(n) ein, sich die Räumlichkeiten der Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen Bernt-Bärtl“ anzusehen und auch aktiv mitzuarbeiten. Über jede Geld- und Sachspenden (z.Bsp. Bücher zu Natur- und Umweltthemen, offene Regale, Baumaterial zur grundsätzlichen Sanierung von Räumen) sind wir dankbar.

Für Geldspenden bitte an
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V.
IBAN: DE 14 800 537 62 0380 302 257
BIC: NOLADE21HAL
Verwendungszweck: Umweltbibliothek – UBM

Für Sachspenden und Besichtigungstermine bitte wenden Sie sich mit einer E-mail an aha_halle@yahoo.de

Nächster Termin:

Samstag, den 18.05., ab 10.00 Uhr
Büroeinsatz in der Umweltbibliothek Merseburg
Treffpunkt: Umweltbibliothek Merseburg, Weiße Mauer 33, Merseburg

Fotos Dietmar Hörner


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