Biber an der Wilden Saale

Jahrzehntelang war der Biber aus den Auen von Elbe, Mulde und Saale fast vollständig verschwunden. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt Aktivitäten des Bibers auf der Peißnitznordspitze verzeichnet. Erste Spuren der Rückkehr von Biber in unserer Region wurde bereits in den 1990er gefunden. Die Funde deuten auf eine verbesserte Wasserqualität hin.

Die Rückkehr des Bibers fand nicht ohne der Hilfe des Menschen statt. Bereits seit dem Anfang der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden Biber gezielt in ihren früheren Revieren angesiedelt. Sie fanden gute Bedingungen in ihren neuen alten Lebensraum vor, dass sie ihren Bedürfnissen gestalten konnten und sich erfolgreich fortpflanzten. Nachkommen dieser Biber zogen entlang der Elbe auf der Suche nach neuen Lebensräumen weiter fort. Schließlich erreichten sie auch die Saale.

Ihr Weg nach Halle (Saale) ist, wie nun wieder sichtbar, nicht unüberwindbar, aber durch technische Bauwerke, wie Wehre und Schleusen, und größere Ortschaften geprägt. In den vergangenen drei Jahren wurde immer wieder Spuren des Bibers entdeckt. Dass sie die Saale-Elster-Aue erreicht haben, wurde durch Sichtungen bestätigt.

Überraschenderweise wurden erste Bissspuren auf der Peißnitz und deren Umgebung vor etwas mehr als drei Jahre vorgefunden. Es wurde sich die Frage gestellt, wo und wie viele Biber sich im Gebiet zwischen Peißnitz und Wilder Saale aufhalten. Durch aufgestellte Kameras konnte der Fotobeweis für die Biber erbracht werden.

Dieses Jahr sind wieder neue, frische Bissspuren an der Wilden Saale gefunden worden. In etwa der Höhe des Studentenwohnheims Weinberge hat der Biber einen Baum zum Fall gebracht. Nur zwei, drei Meter von diesen frischen Bissspuren war der Biber bereits vor einigen Jahren aktiv. Reste von älteren Bissspuren bezeugen das. Weitere Bissspuren sind an einen in die Wilde Saale, fast am Ende der Peißnitznordspitze, gefallenen Baum sichtbar.

Es sind nur Bissspuren bisher, einen Biber konnte noch nicht gesichtet werden. Es sind Tiere, die nachts und in den Dämmerstunden aktiv sind. Tagsüber halten sie sich in ihren Höhlen auf. Es muss nicht immer Biberdamm mit der Burg sein. Die Peißnitz bietet natürlich günstige Bedingungen. Biber verändern ihre Umgebung nur, wenn sie nicht notwendigen Voraussetzungen am Standort vorfinden.

Auf jeden Fall gilt es alles zu tun, dass der Biber auch im Naturschutzgebiet Peißnitznordspitze und in der angrenzenden Wilden Saale geschützte Lebensbedingungen vorfindet und menschliche Störungen unterbleiben. Dazu zählen u.a. auch die Wiederherstellung der Sperrung der Wilden Saale für Bootsverkehr aller Art und Eingriffe in das Naturschutzgebiet Peißnitznordspitze.

Fotos: Dietmar Hörner (31.01.2019)



Kommentare

  • rene

    … habe eben gegen 19.30 uhr einen biber unter und an der schwanenbrücke/peißnitz gesehen. er schwamm flußaufwärts. bis das handy startklar war, war er leider schon recht weit weg. es gibt ein foto und ein 5sekündiges video – schön verwackelt und unscharf, wie wir es von UFO-videos kennen! 🙂

    keine ahnung wo ich das sonst meine freude teilen soll. 🙂

    • Dietmar Hörner

      Hallo René, danke für deine Mitteilung. Deine Beobachtung ist sehr interessant. Hoffentlich kannst du noch einmal einen Biber beobachten. Dass der Biber auch im Bereich der Peißnitz und der Wilden Saale aktiv ist, ist schon eine Weile bekannt. In diesem Bereich haben wir schon Bissspuren entdeckt. An der Wilden Saale hat er bereits ein Baum umgelegt. Wo der Biber quasi zuhause ist, wissen wir leider nicht. In der Saale-Elster-Aue südlich von Ammendorf gibt es zahlreiche Hinweise auf seiner Existenz. Wahrscheinlich kommt er von dort her.
      Nochmals Danke für deine Mitteilung und viel Glück.


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