Betroffenheit – die A143

Es handelt sich um den Bauabschnitt für die Verlängerung der A143 zwischen der B80 und dem Gebiet Zorges, südlich von Salzmünde, in unmittelbarer Nähe des NSG Lintbusch.
Die Arbeiten am 20.08.2021 im Gebiet Zorges sind in vollem Gange.
Es macht betroffen.

Der Kabinettsbeschluss vom 07.11.2007 „Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt in Deutschland“ beinhaltet die Zielsetzung bis 2020 eine Flächeninanspruchnahme durch Siedlung und Verkehr von max. 30 ha pro Tag und den bestehenden Anteil von unzerschnittenen Räumen zu erhalten. Langfristig sollte eine Neutralisierung angestrebt werden (Neuinanspruchnahme von Flächen durch erneute Nutzung vorhandener Flächen ersetzen).
Der Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrsflächen hat sich im Zeitraum von 1993-2014 von 120 ha auf 63 ha pro Tag fast halbiert. Der Anteil des Verkehrsflächenverbrauchs lag 1993 bei ca. 22 ha pro Tag. Im Jahr 2014 lag er auf dem selben Niveau wie 1993. Damit hat sich der Verkehrsflächenverbrauch auf 35% erhöht. (Quelle:Bundesamt für Naturschutz, Biologische Vielfalt in Deutschland, Rechenschaftsbericht 2017).

Der Zeitraum zur Erreichung des Zieles max. 30 ha pro Tag an Siedlung- und Verkehrsflächen zu verbrauchen, wurde bis 2030 verlängert.
Im Bundesverkehrswegeplan 2030 (und das darauf basierende Ausbaugesetz vom 02.12.2016) sieht die Durchschneidung von 1949 km unzerschnittener Großräume wegen Vordringlicher Vorhaben vor, trotz des Regierungsbeschlusses von 2007. Des Weiteren setzt man weiterhin auf einen Verkehrsflächenverbrauch von ca. 3 ha pro Tag ( >10% der angestrebten max. 30 ha pro Tag).
Das geplante Investitionsvolumen für das Straßennetz soll 49%, für das Schienennetz 42% und für die Wasserwege soll 9% betragen.
Damit wird deutlich, es wird keine Veränderung in der Verkehrspolitik bis 2030 geben .

Frau Merkel erklärt, Deutschland sei eine „Autobaunation = Mobilitätsnation“. (LE MONDE diplomatique, August 2021)

Es geht also um das Auto, und
es geht weiter:

  • um die Vernichtung von landwirtschaftlichen Nutzflächen,
  • um die Zerschneidung von Lebensräumen für Menschen, Tiere und Pflanzen,
  • um die Versiegelung und
  • um den Verlust biologischer Vielfalt.

Das Unvermögen, von Entscheidungsträgern der Verkehrspolitik, alternative, nachhaltige Verkehrskonzepte zu entwickeln, macht betroffen.
Aber, es gibt Initiativen von Mitbürgern, die sich entgegenstellen und Alternativen aufzeigen.
Wir sollten diese Initiativen dringend wahrnehmen.

https://bi-saaletal.de/
https://abstimmung21.de/

Text & Fotos: Sabine Schauer



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