Der Wolf gehört zur Fauna in Deutschland !

Mit großer Aufmerksamkeit hat der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) die zahlreichen Medienmeldungen aus allen Teilen des Bundesgebiet, dass Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde Angriffen des Wolfes zum Opfer gefallen seien. Ohne überhaupt klare fachliche Bestätigungen vorliegen zu haben, stellen Medien und betroffene Landwirte dies als Tatsache fest.

Es ist unbestritten immer ärgerlich und tragisch zugleich, wenn Tiere sterben. Jedoch kann der AHA noch nicht vollumfänglich Beweise erkennen, welche Wölfe als Verursacher des Tötens identifiziert. Ferner stellt sich die sehr ernste Frage, inwieweit das Tiergehege ordnungsgemäß zum Beispiel mit stabilen Zäunen und speziellen Hütehunden gesichert war. Darüber geben häufig die gegenwärtig vorliegenden Angaben leider keine Auskunft. Was jedoch aber schnell auf der Tagesordnung steht ist, dass vereint Bundes- und Landespolitiker vorwiegend aus CDU, CSU, SPD, FDP und AfD im Einklang mit Lobbyverbänden von Waldeigentümern, Jägern und Bauern den Abschuss der Wölfe fordern. Dazu eilen sogar der Ministerpräsidenten und Fachminister in den Bundesländern in die jeweiligen Gebiete, um Duftmarken eigener Art zu setzen. Es wäre auch wünschenswert, wenn diese Leute ebenfalls mal beispielsweise die unmöglichen Haltungsbedingungen von Tieren in Hochleistungsställen, ausgeräumte Agrarlandschaften und die voranschreitende Verbauung offener Landschaft in Augenschein nehmen sowie sich mal kritisch mit den unvermindert anhaltenden Bestrebungen von Forstbetrieben und Waldeigentümern auseinandersetzen, weiter innerhalb von Schutzgebieten, welche als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten fungieren, zahlreiche Bäume zu fällen.

Nun zu guter Letzt haben die Länder Niedersachsen und Brandenburg sowie der Freistaat Sachsen nichts besseres zu tun, als zu versuchen den Bundesrat dafür zu gewinnen die Schutzbedingungen für den Wolf zu lockern und letztendlich den Abschuss der streng geschützen Tierart zu legalisieren. Der Jäger und FDP-Bundestagsabgeordnete Karlheinz Busen ist da wenigstens ehrlich und benennt die klare Zielrichtung in dem er erklärte „Schutz vor dem Wolf bringt nur der Abschuss….“
Diese Leute mimen mit Krokodilstränen den großen Bewahrer der Tierhaltung in der Landwirtschaft. Dabei lassen sie Tatendrang missen, indem sie in Kumpanei mit Agrarindustriellen merkliche Verbesserung der Haltungsbedingungen der Tiere verhindern, die Missstände ermittelnden, dokumentierenden und veröffentlichenden Tierschützer kriminalisieren möchten sowie nun nicht gerade mit aktiven Handeln zur Wiederbelebung ausgeräumter und von Monokulturen geprägter Agrarlandschaften in Erscheinung treten.

Abgesehen davon, dass insbesondere Schafhalter seit Jahrzehnten u.a. ganz andere wirtschaftliche Probleme in Form von schlechten Absatz von Wolle haben. Hier sind Hilfen der unehrlichen Tierfreunde nicht in Sicht.
Vollkommen unberücksichtigt bleibt auch, dass das jahrhundertlange gnadenlose Vordringen menschlichen Wirkens in Form von Zersiedelung, Verkehrstrassenbau, Bergbau sowie immer weiterer voranschreitender Intensivierung von Land- und Forstwirtschaft ein Zurückdrängen und eine Zerstörung von angestammten, arten- und strukturreichen Lebensräumen zahlreicher Tier- und Pflanzenarten zur Folge hatten bzw. haben. Tiere wie Wolf, Luchs und Biber sah bzw. sieht man als „Problemtiere“ an. Das führte u.a. dazu, dass in Folge intensiver Jagd das Gebiet des Deutschen Bundes 1850 weitgehend wolfsfrei war. Im Unterschied zum Luchs, gab es immer wieder Zuwanderungen aus dem Osten. Jedoch tötete man sie immer wieder, was mit dem Beitritt der DDR zur BRD im Jahre 1990 und mit der damit verbundenen Unterschutzstellung auch im Osten Deutschlands sein Ende gefunden hatte.

Der Wolf genießt zurzeit folgenden internationalen, europäischen und nationalen Schutz:

  • Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) Anhang II
  • EG Verordnung 338/97 Anhang A
  • FFH Richtlinie 92/43/EWG Anhang II; prioritäre Art
  • FFH Richtlinie 92/43/EWG Anhang IV
  • Berner Konvention Anhang II

Auch auf Grund der populistisch-vulgären Bedrohung durch permanent bestehende Hasspredigen aus Politik, Verwaltungen, Lobbyverbänden der Jäger, Waldeigentümer und Landwirte, gilt es den Wolf weiter massiv zu schützen.

Dabei müssen endlich obengenannte Kräfte begreifen, dass mit der Rückkehr von Wolf und Luchs in Deutschland zwei Tiere zurückkehren, welche wieder ihren Platz im obersten Teil der Nahrungspyramide einnehmen. Ein Platz, welchen „ersatzweise“ die Jägerschaft über Jahrzehnte für sich beanspruchte. Die Unruhe der Jägerschaft und Waldeigentümer ist daher nicht nachvollziehbar. Noch dazu man immer wieder, gebetsmühlenartig, nie wissenschaftlich begründet von steigenden Beständen an Reh-, Rot-, Dam- und Schwarzwild sprach bzw. spricht.

Signale der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Svenja Schulze (SPD) den Abschuss des streng geschützten Wolf zu erleichtern, sind besorgniserregend und sind als Kniefall vor den Lobbyisten von Jagd, Bauern und Waldeigentümern sowie deren politischen Freunde in CDU, CSU, FDP und AfD zu sehen. Die gegenwärtige Erklärung der Bundesministerin vom 18.02.2019 kann da nicht beruhigen.
Der AHA sieht zudem die Gefahr, dass im Interesse dieser Lobbyisten auch die einfachere Tötung von Luchs, Biber, Fischotter u.a. anderer streng geschützter Tierarten droht.

Für den AHA gehört es eher zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe arten- und strukturreiche Natur- und Lebensräume zu erhalten und zu schützen sowie Raum zur sukzessiven Ausdehnung zu geben. Ferner gilt es Biotop- und Grünverbundräume zu schützen, zu erhalten, zu stabilisieren und räumlich auszuweiten. Dazu können u.a. die Randstreifen von bestehenden und wiederherzustellenden Wegen und Feldern sowie nicht zuletzt mindestens 10 m breite Gewässerschonstreifen entlang von Fließgewässern aller Größen und Längen dienen. So bestehen auch für Tierarten wie Wolf, Luchs, Biber und Fischotter eher die Möglichkeit artgerechte Lebensräume zu besiedeln und somit sich besser von menschlichen Siedlungen fernzuhalten.

Für den AHA ist es zudem erschreckend, dass bei diesem Bündnis aus Politik, Verwaltungen, Lobbyverbänden der Jagd, Waldeigentümer und Landwirte kein Aufschrei ertönt, wenn es um Fortsetzung des Flächenfrasses für Verkehrs-, Wohn- und Gewerbeflächen und –bauten, damit verbundener Zerschneidung und Einschränkung von Landschafts- Überflutungs- und Naturräumen sowie einer Verarmung der Agrarlandschaft durch Verringerung der Ackerkulturen, der Arten- und Strukturvielfalt durch Verlust bzw. Fehlen von Gehölz- und Grüninseln und –streifen und von Feuchtgebieten und Stauden-, Trocken- und Halbtrockenrasengesellschaften geht. Ziemlich leise geht es auch zu, bei fehlender artgerechter Tierhaltung im Zuge der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft sowie des zunehmenden Missbrauch von Landwirtschaft und Böden für Spekulanten aller Art.
Ferner weisen das Umweltbundesamt und das Statistische Bundesamt in Deutschland gegenwärtig eine tagtägliche Neuversiegelung von Boden im Umfang im Umfang von 69 ha Boden aus. Dies geht zumeist zu Lasten von fruchtbaren Böden und der Landwirt-schaft. Das entspricht in etwa einer Fläche von ca. 100 Fußballfeldern und im Jahr in etwa einer Fläche von 25.185 ha -69 ha/Tag x 365 Tage/Jahr = 25.185 ha/Jahr. Im Vergleich dazu die Fläche der Stadt Leipzig, welche 29.760 ha beträgt.

Darüber hinaus führte die Art und Weise des Betreibens der Landwirtschaft auch im Gebiet der einstigen DDR nach 1990 zur Verarmung des Anbaus von Feldkulturen. Von einst 25 verschiedenen Kulturen, sind nur 7 übrig geblieben.

Hier erwartet der AHA auch mehr Handeln der Politik im Bund, in den Ländern und in den Kommunen, anstatt eine massive Hass- und Drohkulisse gegen den Wolf und womöglich irgendwann in dem Umfang auch gegen den Luchs aufzubauen.

Nach Ansicht des AHA müssen erst einmal absolut vorrangig der ungehemmte Flächenfrass sowie ausgeräumte, monokulturell genutzte Agrarlandschaften, aber auch unwürdige Tierhaltungsbedingungen sowie die Ausplünderung von Wäldern schnellstmöglich der Vergangenheit angehören.

Daran mitzuwirken sollte Auftrag an die Bevölkerung sowie politische Gremien und Behörden sein.

Der ehrenamtliche und gemeinnützige AHA bietet dahingehend Interessenten Raum im Rahmen von territorialen Regional- und Ortsgruppen bzw. thematischen Arbeits- und Interessengruppen –wie z.B. die Arbeitsgruppe Feldökologie- mitzuwirken.

Wer noch mehr zu den diesbezüglichen Aktivitäten des AHA erfahren möchte, wende sich bitte an folgende zentrale Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de


AHA fordert Schutz der Fluss- und Auenlandschaften in der Stadt Halle (Saale) sowie weiterhin die sofortige Beendigung der Schiffbarmachung der Wilden Saale !

Im Rahmen einer vom Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) organisierten und durchgeführten vierstündigen Exkursion in die Saaleauenlandschaft im Zentrum bis Süden Halles am 16.02.2019, wo die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer das Gebiet des Holzplatzes, die Pulverweiden sowie die zum 90,7 ha großem Naturschutzgebiet „Rabeninsel und Saaleaue bei Böllberg“ gehören-den Gebiete Untere Aue und Rabeninsel in Augenschein in Augenschein nahmen, berieten und diskutierten über sie die gegenwärtigen Zustände sowie Möglichkeiten der künftigen Entwicklung und des Schutzes des Exkursionsgebietes, aber auch der gesamten Auenlandschaft im Stadtgebiet von Halle (Saale).

Dabei waren sich alle Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer einig, dass das Agieren von Politik und Verwaltung der Stadt Halle (Saale) zu massiven Schädigungen und Bedrohungen geführt haben bzw. führen kann.

Dazu zählen u.a. die massiven Abholzungen und Errichtungen von Asphaltwegen am ca. 10 ha große Naturschutzgebiet (NSG) Peißnitznordspitze, auf der gesamten Peißnitzinsel, auf der Ziegelwiese, auf der Würfelwiese , in Verbindung zwischen Holzplatz und Jungfernwiese, die Eröffnung der Wilden Saale für den Bootsverkehr am 08.06.2018, die Verwüstungen in den Klausbergen sowie die Massenausholzungen am Mühlgraben. Ferner drohen u.a. noch immer Planungen neuer Saalebrücken in Halle (Saale) und Verkehrstrassen durch die Saaleaue und die Errichtung neuer Bootsanlegestellen im gesamten halleschen Stadtgebiet.

Mit großem Unverständnis nahmen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer am 16.02.2019 den Ausbau von Schlenkerweg und Forstmeisterweg mit Porphyrsplitt in Augenschein. Gleiches gilt es für mögliche Pläne die Zuwegung zur Schleusenanlage zu asphaltieren sowie ggf. Ausholzungen im Wegebereich vorzunehmen. Die Exkursi-onsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer verwiesen darauf, dass die Rabeninsel ein klassischer Auenwald im Einzugsbereich der Saale darstellt und somit hochwasserbeeinflusst ist. So rechnen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer damit, dass einhergehend mit den Abspülungen derartig ausgebauter Wege der Splitt im gesamten Naturschutz- und FFH-Gebiet verteilt und somit den Boden sowie Fauna und Flora beeinträchtigen könnte. Ferner schätzten Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer ein, dass der Weg ausreichend befestigt ist und zudem besser zum Natur- und Landschaftsbild passt und solche baulichen Eingriffe zu Schädigungen in dem Wurzelraum der angrenzenden Bäume geführt hat. Nunmehr drohen gleiche Ausbaumaßnahmen im ca. 10 ha großen Naturschutzgebiet (NSG) Peißnitznordspitze, welches in enger Korrelation mit dem Naturschutzgebiet ”Forstwerder“ zusammen das FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ bilden. Der AHA hatte mehrfach auf die obengenannten Probleme hingewisen, wozu auch die die öffentliche Begehung am Freitag, den 07.10.2016 mit der Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Claudia Dalbert zählt.

Der AHA fordert nunmehr den Ausschuss für städtische Bauangelegenheiten und Vorgaben nach der VOB, VOL, HOAI und VOF des Stadtrates der Stadt Halle (Saale) dringend auf, am 21.03.2019 dem „Baubeschluss Peißnitznordspitze, Fluthilfemaßnahme 190, Vorlage: VI/2018/04603“ aus o.g. Gründen die Zustimmung zu verweigern.
Möglicherweise dafür veranschlagte Flutgelder sollten eher in Entsiegelungs- und Rückbaumaßnahmen in den Auenlandschaften Ein-satz finden. Dazu gehören z.B. die komplette bauliche Umverlegung des Multimediazentrums an einen hochwasserfernen Standort, der Rückbau der großzügigen Asphaltflächen im Mittelteil der Peißnitzinsel sowie eines Betonpodestes am Ufer der Wilden Saale im Nordteil der Rabeninsel.

Der AHA hat mit Sorge Medienberichte zu Planungen der halleschen Immobiliengruppe Retzlaff aufgenommen, eine schwimmende Bar auf der Saale südöstlich des Amselgrundes und im unmittelbaren nordöstlichen Anschluss an das ca. 10 ha großen Naturschutzgebiet (NSG) Peißnitznordspitze zu errichten, welches in enger Korre-lation mit dem Naturschutzgebiet ”Forstwerder“ zusammen das FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ darstellen.

Derartige Vorhaben zerstören die Uferregion der Saale, führen zu Beeinträchtigungen des Landschafts- und Stadtbildes sowie bedrohen die Entwicklung des Naturschutzgebiet (NSG) Peißnitznordspitze, des Amselgrundes sowie des Biotop- und Grünverbundes entlang der Saale. Zudem betrifft das Vorhaben den unmittelbaren Hochwasserraum der Saale. An der Notwendigkeit Hochwassereinzugsgebiete zu bebauen ändert auch nicht die geplante Verwendung eines Pontonsystems, welches aus Auftriebskörpern aus Kunststoff besteht.

Darüberhinaus besteht traditionell eine gute und ausreichende Gastronomie im Bereich der halleschen Stadtteile Giebichenstein und Kröllwitz. Diese gilt es eher an ihren jeweiligen Standorten zu befördern und in eine wissenschaftlich fundierte Tourismuskonzeption einzubinden.

Ebenfalls mir Sorge betrachtet der AHA den voranschreitenden Ausbau des Saaleabschnittes im Bereich des Pfälzer Ufers, welches u.a. auf Abholzungen und Ausbau des angrenzenden Saaleufers orientiert, um u.a. einen Bootsanlegesteg zu errichten.

Der AHA fordert diese angedachte Zerstörung von Umwelt, Natur und Landschaft nicht zuzulassen. Ferner weist der AHA darauf hin, dass auch dieser Teil der Saaleaue Überflutungsraum der Saale ist, wie man anschaulich bei den jüngsten Hochwasserereignissen in Jahren 2011 und 2013 feststellen konnte.

Zusammenfassend fordert der AHA erneut eine wissenschaftlich fundierte Tourismuskonzeption in und für Halle (Saale), welche Naherholung und Tourismus dem Schutz und Erhalt von Natur, Landschaft und Umwelt unterordnet. Was nützt es uns Natur und Landschaft für Naherholung und Tourismus zu nutzen, wenn diese massiv geschädigt oder gar Zerstörung erfahren soll und somit ihre Arten- und Strukturvielfalt verliert, welche aber u.a. die anziehende Wirkung für die Bevölkerung ausmacht. Daher gilt es die Flusslandschaft der Saale in Halle nicht zu „vermarkten“, sondern zu schützen, zu erhalten und zu bewahren, damit sich auch künftige Generationen in ihr erholen und entspannen können.

Ferner weist der AHA wiederholt auf seine Vorschläge aus dem Jahr 1996 für den Bereich des Holzplatzes hin, wonach im Bereich des einstigen Saalebogens der Wilden Saale, welche über den Sandanger zur Peißnitzinsel führte, eine Wiederbelebung des einst in den Jahren von 1968 bis 1978 bzw. bis 1987 verschütteten Saalearms erfolgt. Dazu ist der Abtrag einer bis 5 bis 8 m mächtigen Aufschüttung, welche aus Bodenaushub, Bauschutt und Abfällen besteht, erforderlich. Dies trägt zur Wiederherstellung eines größeren Überflutungsraumes der Saale bei, erhöht die Vielfalt der landschaftlichen Struktur und eröffnet zudem die sukzessive Erweiterungsmöglichkeit des bestehenden, angrenzenden Auenwaldrestes.

Leider bleiben Reaktionen des Landes Sachsen-Anhalt und der Stadt Halle (Saale) komplett aus. Stattdessen schafft man vollendete Tatsachen bei der Zerstörung von Umwelt, Natur und Landschaft im halleschen Stadtgebiet.

Daher fordert der AHA alle Kandidaten für das Amt des halleschen Oberbürgermeisters sowie die künftigen Kandidatinnen und Kandidaten für den halleschen Stadtrates auf, sich endlich zu dem Themenkreis zu äußern. Nur so lässt sich erkennen, wer von den Damen und Herren das Vertrauen per Wahlmandat im Jahr 2019 verdient hat.

Darüber hinaus ruft der AHA die Bevölkerung auf, sich für einen umfassenden Schutz und Erhalt von Umwelt, Natur und Landschaft in der Stadt Halle (Saale) einzusetzen. Wer dazu Interesse hat, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
E-Mail: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de


AHA begrüßt Demonstrationen der Schülerinnen und Schüler!

Bekanntlich hat das Klima auf der Erde massiven Schaden davon getragen. In dem Blickfeld haben sich im Dezember 2015 auf der Pariser Klimaschutzkonferenz (COP21) 195 Länder erstmals auf ein allgemeines, rechtsverbindliches weltweites Klimaschutzübereinkommen geeinigt.
Die Staaten einigten sich auf

  •  ein langfristiges Ziel, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen;
  • das Ziel, den Anstieg auf 1,5 °C zu begrenzen, da dies die Risiken und Folgen des Klimawandels deutlich vermindern würde;
  • Anstrengungen dahingehend, dass die weltweiten Emissionen möglichst bald ihren Gipfel überschreiten, wobei den Entwicklungsländern hierfür mehr Zeit eingeräumt wird;
  • rasche nachfolgende Emissionssenkungen auf Grundlage der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Zwar ist es grundsätzlich erfreulich, dass man nach langem Ringen sich auf diese Schwerpunkte einigen konnte, aber letztendlich drückt sich hier der kleinste gemeinsame Nenner aus sowie fehlen konkrete abrechenbare Ziele und Sanktionsmöglichkeiten.

Bundesweit weiß man jetzt schon, dass man die Klimaziele verfehlt. Dazu zählt neben dem halbherzigen Ausbau der Nutzung von erneuerbaren Energien, der Senkung des Individualverkehrs, höhere Haltbarkeit von Produkten und bessere Möglichkeiten zum Austausch schadhafter Bauteile, dass noch immer fossile Brennstoffe zur Energieversorgung beitragen und die Versiegelung von Böden für Verkehrs-, Wohnungs- und Gewerbebauten weiter unvermindert hoch ist.

So haben Umweltbundesamt und das Statistische Bundesamt ermittelt, dass gegenwärtig in Deutschland eine tagtägliche Neuversiegelung von Boden im Umfang im Umfang von 69 ha Boden stattfindet. Dies geht zumeist zu Lasten von fruchtbaren Böden und der Landwirtschaft. Das entspricht in etwa einer Fläche von ca. 100 Fußballfeldern und im Jahr in etwa einer Fläche von 25.185 ha -69 ha/Tag x 365 Tage/Jahr = 25.185 ha/Jahr. Im Vergleich dazu die Fläche der Stadt Leipzig, welche 29.760 ha beträgt. Der nunmehrige Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD hat dazu folgendes vermerkt, Zitat:

„Flächenschutz
Unser Ziel ist, den Flächenverbrauch bis zum Jahr 2030 auf maximal 30 Hektar/Tag zu halbieren. Wir prüfen, mit welchen zusätzlichen planungsrechtlichen und ökonomischen Instrumenten das Ziel erreicht werden kann.“, Zitat Ende

Nach Auffassung des AHA, ist bereits diese Anzahl, angesichts des fortgeschrittenen Versiegelungsgrades, viel zu hoch.

Beispielsweise hat sich das Land Sachsen-Anhalt zudem ein Klimaschutzprogramm 2020 gegeben.

Auch hier sind zwar sehr wichtige Maßnahmen zum Schutz des Klimas benannt, wozu Einsparungen von Energie, die Stärkung von erneuerbaren Energiequellen und die Eindämmung des Motorisierten Individualverkehrs benannt sind.

Aber auch hier besteht eine große Schere zwischen Zielen und deren Umsetzung.

Insofern sind nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) auch die Kommunen gefordert, konkrete Maßnahmen vor Ort zu ergreifen, welche sehr stark ebengenannte Aktivitäten enthalten können.

Dazu zählen nach Ansicht des AHA die Förderung der Photovoltaik auf Gebäuden und des Öffentlichen Nahverkehrs mit Prüfung der Möglichkeiten der fahrscheinlosen Nutzung und der Verbesserung der Anbindungen in das Umland, Austausch von Diesel- in E-Busse, Einschränkung des Individualverkehrs durch entsprechende Verkehrsplanungen wie autofreie Innenstadt, intelligente Grünphasen zu Gunsten des Öffentlichen Nahverkehrs und Umgestaltung von Parkplätzen in Fahrradabstellplätzen, Grünflächen und Kinderspielplätzen sowie die Einrichtung von E-Zapfstellen.

Leider sieht das Handeln von Politik und Verwaltungen in Bund. Ländern und Kommunen noch ganz anders aus. Neben den bereits benannten Flächenversiegelungen hält man krampfhaft an einem Festhalten bzw. stark gebremsten Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger fest. Dabei berechtigte soziale Interessen vorzuschieben ist unehrlich und inakzeptabel, da man spätestens seit der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im brasilianischen Rio de Janeiro im Juni 1992 die Pflicht und Notwendigkeit entsprechende Aktivitäten zu entwickeln. Die Politik gibt sich offensichtlich und unverantwortlich vollkommen entspannt, dass man momentan die Klimaziele komplett verfehlt.
Dazu gehört auch die noch primäre Förderung des Motorisierten Verkehr auf Straßen und Autobahnen sowie des Flugverkehrs.

Gerade die Beispiele des an Militanz und Fanatismus grenzenden politischen und medialen Bestrebens des Weiter- und Ausbaus von BAB 14, BAB 143 und B6n/BAB 36 zeigen auf, dass man gar nicht gewillt umzudenken, geschweige anders zu handeln.

Hinzu kommen massive forstwirtschaftliche Eingriffe selbst in Schutzgebieten wie im Hakel, im Plötzkauer Auenwald, in der Dölauer Heide sowie in den Auenwäldern der Städte Schkeuditz und Leipzig. Dabei weiß man genau, dass Waldgebiete nicht nur sehr bedeutsame Lebens- und Rückzugsräume für zahlreiche Tier- und Pflanzarten darstellen, eine sehr wichtige Bedeutung für den Wasserhaushalt und Naherholung haben, sondern durch die Abgabe von Sauerstoff und der Speicherung von Kohlendioxid ebenfalls eine sehr große Bedeutung für den Schutz des Klimas besitzen.

Zu erwähnen sind aber auch die zunehmend ausgeräumten Agrarlandschaften, welche viel zu häufig von dauerhaften Monokulturen, fehlender Fruchtfolge, verfestigten Böden, fehlenden Gehölzstreifen und-inseln, Feuchtgebieten, Saumstreifen aus Gräsern, Kräutern, Hochstauden und Gehölzen sowie Zerschneidungen mit asphaltierten und betonierten Wegen gekennzeichnet sind. Zu DDR-Zeiten baute man noch 25 verschiedene Agrarkulturen an, heute sind prägend allerhöchstens 6 Agrarkulturen auf den Äckern zu finden. Hinzu kommen noch Massentierhaltungen mit häufig unwürdigen Haltungsbedingungen für die Tiere und Massenaufkommen von Gülle, welche auch die Basis für die Feststellung des Umweltbundesamtes in Deutschland führt, dass in der Landwirtschaft nach wie vor Überschüsse an Phosphor im Umfang von 10 kg/ha Landwirtschaftlicher Fläche und bei Stickstoff im Umfang von 20 kg/ha Landwirtschaftlicher Fläche existieren. Artenschwund in der Tier- und Pflanzenwelt sowie Belastungen für Wasser, Klima und der Qualität der Nahrungsgrundlagen von Mensch und Tier sind Folgeerscheinung einer derartigen profitorientierten Landwirtschaft, welche dafür noch auf Kosten des Steuerzahlers Subventionen bekommen. Der AHA ruft daher auch die umwelt- und naturbewussten Landwirte auf sich ebenfalls verstärkt für eine arten- und strukturreiche Agrarlandschaft, Entlastung der Umwelt, Natur und Landschaften von Schadstoffen, artgerechte Tierhaltung sowie Beendigung der fortgesetzten Bodenversiegelung und Flächenzerschneidung einzusetzen.

Nach Ansicht des AHA zeigen alleine diese vielfältigen Probleme im Umgang mit Umwelt, Natur und Landschaft deutlich die Notwendigkeit auf, dass der gesellschaftliche und öffentliche Druck auf unerträglich und unzulässig von umweltfeindlichen Lobbyverbänden beeinflussten Verantwortliche in Politik und Verwaltung eine weitere Erhöhung und Kontinuität erfahren muss.

Daher begrüßt der AHA die nunmehr weltweiten Proteste von Schülerinnen und Schüler an den Freitagen für einen dringend notwendigen und bei weitem immer noch nicht umgesetzten Klimaschutz. Denjenigen, welche da auf die Schulpflicht pochen sei ins Stammbuch geschrieben, dass nicht die Courage und das Engagement aus berechtigter Sorge für Gegenwart und Zukunft des Lebens auf der Erde zu schmähen, zu verunglimpfen und deren Akteuren zu drohen sind, sondern das sich stattdessen die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung endlich den Problemen stellen sowie sich alternativen Lösungen nicht weiter verweigern bzw. entgegenstellen. Die Medien haben sich dieser Sache verantwortungsvoll zu stellen und z.B. unangebrachte Belehrungen zum Zeitpunkt der Demonstrationen und kritiklos Drohungen aus Politik und Verwaltungen zu kommentieren zu unterlassen. Demokratie ist eben mehr als Parlamentarismus, Lobbywirtschaft und Abstimmungen aller vier bis sieben Jahren!

Daher fordert der AHA die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, aber auch die gesamte Bevölkerung auf, alles zu tun, dass die berechtigten Ursachen der Demonstrationen der Schülerinnen und Schüler unverzüglich der Vergangenheit angehören.

Der AHA bietet sich an, in seiner im Aufbau begriffenen ehrenamtlichen Arbeitsgruppe Klimaschutz Interessenten zu dem Themenkreis zusammenzuführen und eine Plattform für Engagement zu geben.
Wer noch mehr zu diesen und anderen Aktivitäten des AHA erfahren möchte, wende sich bitte an folgende zentrale Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

Anhang: Agenda21_Rio1992


3. Arbeitseinsatz des AHA 2019

Am Samstag, den 9.3. 2019 fand ab 10. Uhr der 3. Arbeitseinsatz des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder (AHA) statt, der sich diesmal auf zwei verschiedene Gebiete des Peißnitzareals erstreckte.
Die erste Gruppe der Teilnehmer besserte mit geeignetem Ast- und Zweigmaterial, Wegabsperrungen zum Uferbereich der Saale, im Naturschutzgebiet Peißnitz/Nordspitze aus.
Dabei hatte auch die nachwachsende Generation, dem jahreszeitlichen Wetter entspechend mit Kleidung ausgerüstet, ihren Spaß dabei, tatkräftig mit zu helfen.Es wäre eine Überlegung wert, ob man nicht verpflichtende Vereinbarungen zwischen Stadt und Schulen erstellen kann, Kinder im Unterricht mit Baumpflanzungen zu betrauen und so die Zusammenhänge in der Natur praxisnah fortlaufend zu lehren. Dazu könnten inner- und außerhalb Halles bestimmt geeignete Flächen zur Verfügung gestellt werden.

Leider waren im NSG auch wieder unangeleinte Hunde unterwegs, sodaß es sinnvoll wäre, Inhalte von Hinweisschildern (z.B. NSG) im Unterricht zu erklären.

Auf der Ziegelwiese reparierten und ersetzten inzwischen weitere fleißige Teilnehmer des Arbeitseinsatzes, durch Materialfehler beschädigte und Vandalismus völlig entfernte Querhölzer an den Baumpflanzungen des AHA.

Dazu mußten zum Teil erst passende Stücke gesägt werden.

Zum Schluß wurden noch abgebrochene Zweige fachgerecht geschnitten.

Auf diesem Areal findet Karfreitag, den 19. 4. 2019 ab 10 Uhr die alljährlich sich fortsetzende Baumpflanzung des AHA statt, zu der jeder Interessierte herzlich zum Mitmachen eingeladen ist.

Fotos Christine Fröhlich

Dietmar Hörner


Bäume pflanzen statt abholzen !

Das ist das Motto unter dem die Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) zum elften Mal auch am Karfreitag, den 19.04.2019 aufrufen, um Bäume auf die Ziegelwiese in Halle (Saale) zu pflanzen. Der Treff ist 10.00 Uhr an der Ochsenbrücke zwischen Riveufer und Ziegelwiese in Halle (Saale).
Mit der Aktion möchten beide Organisationen immer wieder ein deutliches Zeichen für ein umfassendes mehr, statt weniger Gehölze setzen, welche eine große ökologische und landschaftsgestaltende Funktion besitzen.
Bäume und Sträucher dienen als Sauerstoffspender, verbessern den Gehalt an Luftfeuchtigkeit, bieten zahlreichen Tieren Lebensraum und Nahrung, filtern Kohlendioxid, Feinstaub, Ruß und Ozonsmog aus der Luft sowie spenden Schatten. Sie tragen somit entscheidend zur Verbesserung des Klimas bei.

Jedoch die Stadt Halle (Saale) geht rechtlich und praktisch einen anderen Weg. Die nunmehrige hallesche Baumschutzsatzung trägt keinesfalls zum angemessenen Schutz und Erhalt von Bäumen und Sträuchern bei. In der Praxis zeigt sich das mangelnde Schutzverständnis u.a. in den Massenfällungen am Saaleufer am Holzplatz/Pulverweiden, zwischen Genzmerbrücke und Karl-Meseberg-Straße, in der Beesener Straße, im und am Gelände des früheren Gesundbrunnenbades, in der Delitzscher Straße, im Gelände des Sitzes der Leopoldina, in der Berliner Straße, in der Otto-Stomps-Straße, Fiete-Schulze-Straße, am Steintor, auf der Peißnitzinsel sowie nicht zuletzt auch auf der Ziegelwiese. Nunmehr sind z.B. weitere Baumbestände in Teilen der Heideallee und des Gimritzer Damms massiv bedroht.

Erst jüngst holzte man u.a. massiv entlang des Gimritzer Dammes bis zur Heideallee ab, um somit ein Festhalten an einer falschen Umwelt- und Verkehrspolitik der Stadt Halle (Saale) zu manifestieren.

Das Festhalten an der weitgehenden Vernichtung des Gehölzbestandes im Trothaer Wäldchen ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Stadt Halle (Saale) ihren Feldzug gegen den Gehölzbestand nicht nur unvermindert, sondern verstärkt fortsetzen möchte.

Dieser inakzeptablen und katastrophalen Gehölzschutzpolitik Halles gegenüber Alternativen aufzuzeigen, dient die Aktion „Bäume pflanzen statt abholzen“.

Im Rahmen der Betreuung und Pflege der bisher umgesetzten Pflanzaktionen führen nunmehr die Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) am Samstag, den 09.03.2019 einen gemeinsamen Arbeitseinsatz durch, um Erneuerungen an den Pfählen und Querhölzern vorzunehmen. Treff ist 10:00 Uhr am Peißnitzhaus (früheres Pionierhaus).

Dieser Arbeitseinsatz dient auch der Vorbereitung der elften Aktion „Bäume pflanzen statt abholzen“, welche am Karfreitag, den 19.04.2019 stattfindet.

Ebenfalls in Vorbereitung der Aktion rufen die Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) die hallesche Bevölkerung zur massiven Mitwirkung auf. Dazu können organisatorische und finanzielle Hilfe beitragen.

Wer finanziell Unterstützung leisten möchte, -z.B. zum Kauf von Bäumen- kann dies unter folgender Bankverbindung des AHA tun:

• BIC: NOLADE21HAL
• IBAN: DE 14 800 537 62 0380 302 257
• Saalesparkasse
• Verwendungszweck „Bäume“

Darüber hinaus können Interessenten auch organisatorisch mitwirken und sich dazu an folgende Anschrift wenden:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345/200 27 46
Internet: http://www.aha-halle.de
E-Mail: aha_halle@yahoo.de


Initiative „Pro Baum“ und AHA rufen zur Protestexkursion für eine naturnahe Entwicklung eines Waldgebietes im Nordosten von Halle-Trotha auf!

Der hallesche Stadtteil Trotha ist bekanntlich von zahlreichen sehr bedeutsamen Natur- und Landschaftsbestandteilen geprägt, welche enge Bindungen zu den Stadtteilen Seeben, Mötzlich und Tornau sowie zur Gemeinde Petersberg, Ortsteilen Morl und Sennewitz besitzen.
Als erstes sei hier die Saaleaue mit dem ca. 7 ha großen Naturschutzgebiet Forstwerder in Halle-Trotha erwähnt, welches zusammen mit dem 10 ha großen Naturschutzgebiet (NSG) Peißnitznordspitze das Schutzgebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH)- Richtlinie „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ bildet und einen sehr wertvollen Bestandteil in der halleschen Saaleaue darstellt. Darin eingebettet befindet sich das ca. 4,9 ha große flächenhafte Naturdenkmal (FND) Klausberge.
Nach Nordwesten und Norden knüpfen sich das Einzugs- und Mündungsgebiet der 15,14 km langen Götsche sowie im Landschaftsraum zwischen der Stadt Halle (Saale) und der Gemeinde Petersberg, Ortsteil Sennewitz die ca. 14 ha große frühere Aschedeponie des früheren Kohlekraftwerkes Halle-Trotha an, welche ökologisch sehr bedeutsame Natur- und Landschaftsräume bilden.

In nordöstlicher Richtung schließen sich der ca. 9,5 ha große geschützte Landschaftsbestandteil „Park Seeben“ sowie nach Osten das Gebiet der Posthornteiche an.

Nach Süden seien das Gebiet des Großen und Kleinen Galgenberges erwähnt.

In dem Zusammenhang betrachtet haben Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) mit sehr großem Unverständnis die Auffassungen der Leiterin des Fachbereiches Umwelt im Geschäftsbereich Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Halle (Saale) Kerstin Ruhl-Herpertz und des Revierförsters Torsten Nieth aufgenommen, dass sie nicht nur die bisherigen massiven forstwirtschaftlichen Eingriffe gutheißen, sondern auch noch die Fortsetzung der Baumvernichtung einfordern und planen. Nicht „der Wald in Trotha ist am Ende“, sondern offensichtlich jeglicher Respekt gegenüber Bäumen und das Verständnis für naturnahere Entwicklungen von Waldgebiet. Ein Revierförster Nieth ist beispielsweise für die umfassenden Abholzungen im Landschaftsschutzgebiet Dölauer Heide (Stadt Halle (Saale), im Naturschutzgebiet Bergholz am Petersberg (Gemeinde Petersberg) und im Geschützten Landschaftsbestandteil Park Dammendorf (Stadt Landsberg) mitverantwortlich.

Der bisher erfolgte und weiter angedachte Vernichtungsfeldzug gegenüber der laut Schütt et al. (2006) vom Hofgärtner am französischen Königshoff Jean Robin im Jahr 1601 aus Virginia USA nach Paris eingeführten Robinie (Robinia pseudoacacia L.) richtet sich gegen eine gefragte und wichtige Bienenweide und Pionierbaum. Die nach Jean Robin benannte Baumart ist ein Schmetterlingsblütler und kann auf Grund seiner Symbiose mit Knöllchenbakterien im Wurzelbereich Stickstoff aus der Luft binden und dem Boden zuführen. Ferner hält ein dichtes und umfassendes Wurzelwerk den Boden fest.

Gerade der Standort der Bergbaufolgelandschaft Trothaer Wäldchen ist ein typischer Standort für die Robinie. Zudem scheinen die Robinien die mehrmonatige Trockenheit und starke Sommerhitze im Jahr 2018 recht gut überstanden zu haben. Schon aus dem Grund sind diese massiven Zerstörungen an dem Gehölzbestand inakzeptabel.

Im Rahmen einer Begehung haben Mitglieder und Freunde der Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) am 29.01.2019 das ca. 85.000 m² = ca. 8,5 ha große Waldgebiet im Nordosten von Halle-Trotha zwischen Karl-Ernst-Weg, Verlängerter Mötzlicher Straße und Am Hang sowie östlich der Bahnstrecke Halle-Hannover in Augenschein genommen.

Beim Betreten des Waldgebietes aus Richtung Osten von der Verlängerten Mötzlicher Straße aus, fiel auf, dass eine umfassende sukzessive Verjüngung des Gehölzbestandes vonstattengeht. Ebenso deutlich ist eine flächendeckende nitrophile Stauden- und Krautflora erkennbar. Der Gehölzbestand ist besonders von Feldahorn, Gemeiner Esche, Hybridpappel, Robinie und Weißdorn geprägt. Ebenfalls kommen Berg- und Eschenahorn sowie Flatterulme vor. Diese sukzessive Entwicklung kennzeichnet das Waldgebiet ganz besonders im östlichen, nördlichen und teilweise im südlichen Bereich. Im mittleren und westlichen Bereich des Waldes haben die Aktivitäten von Mountainbikern zu starken Einschränkungen in der Sukzession und zu einer massiven Ausprägung von Pfaden geführt. Im Waldgebiet gelagerte Planen und Sofas einhergehend mit einer gewissen Vermüllung beeinflussen diesen Teil des Waldgebietes negativ und tragen zur Einschränkung der Naturverjüngung bei. Besonders besorgniserregend ist, dass diese Nutzung im Bereich eines dringend erforderlichen Schutzgebietes für den Rotmilan stattfindet. Insbesondere im westlichen Teil des Waldes ist zudem deutlich erkennbar, dass einst eine Anpflanzung von Bäumen –zum Beispiel Robinie- erfolgte.
Am Westrand des Waldgebietes befinden sich Reste einer Kleingartenanlage, welche noch u.a. mit Ruinen, Müll und Bodenplatten belastet sind.

Größere und kleinere Trichter durchziehen das gesamte Waldgebiet und rufen die einstige bergbauliche Nutzung in Erinnerung.
Das von Bergbaufolgen geprägte und einst u.a. mit schnellwachsenden Pioniergehölzen wie Robinien, Pappelhybriden und Eschenahorn bepflanzte Waldgebiet, hat begonnen sich sukzessiv standortgerecht zu entwickeln, wozu der Aufwuchs von Feldahorn, Weißdorn und Flatterulme gehört. Vogelstimmen u.a. von Kohl- und Blaumeise, Kleiber und Buntspecht sowie früheren Sichtfeststellungen vom Rotmilan und vom Rotkehlchen verdeutlichen zusammen mit der sich standortgerecht entwickelnden Flora die Funktion als sehr wichtiges Rückzugsgebiet für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Auf jeden Fall beeinflusst der Wald das Stadt- und Landschaftsbild positiv und hat sehr positiven Einfluss auf das Klima der Stadt Halle (Saale).

Nach Auffassung der Initiative „Pro Baum“ und des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) gilt es nun die sukzessive Verjüngung des Waldgebietes zu befördern und nicht durch die derzeitigen forstwirtschaftlichen Eingriffe im Auftrag der Deutschen Bahn zu gefährden. Dies noch als Teil von sogenannten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die umfassenden Eingriffe beim Um- und Neubau des halleschen Güterbahnhofes einzuordnen, halten die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) für nicht angebracht. Dabei gilt es gerade zurzeit unbedingt zu berücksichtigen, dass die Dürrezeit in den Monaten April bis Oktober 2018 sowie der sehr heiße Sommer im gleichen Jahr Fauna und Flora ohnehin schon stark gestresst haben.

Daher fordern beide Organisationen nunmehr die Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption und damit eng verbunden, die sofortige Einstellung aller Ringelungs- und Abholzungsarbeiten in und an dem Waldgebiet ein. Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) knüpfen mit ihren Überlegungen an alte Forderungen des früheren Arbeitskreises Umweltschutz Halle in der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund der DDR an, welche bereits in den Jahren 1987 bis 1989 die Erstellung einer derartigen Konzeption anmahnten.
Dabei gilt es u.a. vollständig den Artenbestand von Fauna und Flora zu erfassen, die geologischen Grundlagen wie Bodenqualität, Hydrologie und Untergrund unter Beachtung der bergbaulichen Nutzung und deren Einflüsse zu ermitteln, die Bedeutung für den Biotop- und Grünverbund, das Stadtklima, das Stadt- und Landschaftsbild und die Naherholung festzustellen sowie letztendlich daraus Vorschläge zum Schutz und zur Entwicklung des Waldgebietes zu entwickeln. Aus Sicht der Initiative „Pro Baum“ und des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) gilt es unbedingt die Sukzession zu sichern, forstwirtschaftliche Eingriffe auszuschließen, die Reste der Kleingartenanlagen, Vermüllungen zu entfernen und künftige Vermüllungen zu unterbinden, Möglichkeiten einer sehr begrenzten Nutzung durch Mountainbiker zu prüfen sowie eine sukzessive Ausweitung der Waldfläche nach Nordwesten, Norden, Westen und Südwesten auf angrenzende intensiv genutzte Ackerflächen zu untersuchen.

Als Fläche und Maßnahme zur Umsetzung der sogenannten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durch die Deutsche Bahn schlagen Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) alternativ die Pflanzung und mindestens fünfjährige vollständige Pflege einer Streuobstwiese auf der früheren, ca. 2,36 ha großen Fasanerie östlich des Seebener Busches vor. Die bisher intensiv vom Ökohof Seeben genutzte Ackerfläche grenzt nördlich an eine bestehende Streuobstwiese an.
Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hatte im Rahmen seiner Mitgliederversammlung vom 03.03.2008 eine „Konzeption zur Entwicklung einer Streuobstwiese auf dem Gelände der früheren Fasanerie östlich des Seebener Busches“ beschlossen und dem Flächeneigentümer Stadt Halle (Saale) vorgelegt. In der Konzeption ist u.a. vermerkt, dass eine Pflanzung von 24 Bäumen je Reihe Länge x 10 Baumreihen = 240 Bäume erfolgen kann.

Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) fordern nun die Deutsche Bahn sowie die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Stadt Halle (Saale) auf, diesen Vorschlag ernst zu nehmen und unverzüglich für das Trothaer Wäldchen eine wissenschaftlich fundierte Schutz- und Entwicklungskonzeption erstellen zu lassen. In dem Zusammenhang gilt es nun endlich alle Ringelungs- und Abholzungsmaßnahmen sofort und unwiderruflich einzustellen.

Auf dieser Basis besteht dann die Möglichkeit öffentlich mit den Flächeneigentümern, Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung sowie Interessenten über die Ergebnisse der Untersuchungen und Auswertungen zu informieren sowie zu den sich daraus abgeleiteten Vorschlägen zum Schutz, zum Erhalt und zur Entwicklung zu beraten.
Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sind bereit im Rahmen ihrer ehrenamtlichen und gemeinnützigen Möglichkeiten daran mitzuwirken.

Angesichts der Tatsache, dass die Verwaltung der Stadt Halle (Saale) und die Deutsche Bahn an dem Vernichtungsfeldzug gegen das Waldgebiet im Nordwesten festhalten möchten, rufen Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) zu einer ca. zweistündigen Protestexkursion am Dienstag, den 02.04.2019 auf.
Treff ist 17:30 Uhr an der Ecke Mötzlicher Straße/Verlängerte Mötzlicher Straße/Gottfried-Keller-Straße

Ferner beabsichtigt die Initiative „Pro Baum“ das Thema auch zu seinem nächsten Treffen am Montag, den 25.03.2019 im Reformhaus Halle, Versammlungsraum, Große Klausstraße 11 in 06108 Halle (Saale) zu thematisieren. Beginn: 19:00 Uhr

Aus den obengenannten Gründen heraus rufen Initiative „Pro Baum“ und AHA weiterhin interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Halle (Saale) zur aktiven Mitwirkung auf, sich mit einzubringen. Interessenten können folgendermaßen zur Initiative „Pro Baum“ und zum AHA Kontakt aufnehmen:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de; Internet: http://www.aha-halle.de
Tel.: 0345 – 2002746


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