AHA und Initiative „Pro Baum“ fordern weiterhin Erhalt des Gehölzbestandes am Riveufer in der Stadt Halle (Saale) und führten dazu Protestexkursion durch

AHA und Initiative „Pro Baum“ fordern weiterhin Erhalt des Gehölzbestandes am Riveufer in der Stadt Halle (Saale) und führten dazu Protestexkursion durch

Der Beigeordnete für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Halle (Saale) René Rebenstorf hatte eine Beschlussvorlage „Variantenbeschluss Hochwasserfolgemaßnahmen Riveufer“ dem halleschen Stadtrat zur seiner Sitzung am 26.09.2018 vorgelegt.

Dieser beschloss nun offensichtlich die Vertagung, was aber bedeutet, dass die Pläne nicht vom Tisch sind.

Am 24.10.2018 fasste der hallesche Stadtrat, nach Auffassung von Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“, den Beschluss die Maßnahme wie ursprünglich geplant umzusetzen.

In den Planungsunterlagen gibt man als Bestand der Baumallee 146 Linden und 9 Rosskastanien, also gesamt 155 Bäume an. Im Zuge von geplanten Baumaßnahmen beabsichtigt man insgesamt 99 Bäume, davon 28 Alleebäume zu fällen. Das sind 18.06 % der Alleebäume. Als Gründe gibt man den Zustand und Sanierungserfordernisse für den Abwasserhauptsammler sowie die Sanierung des „Senkgartens“ nördlich des Heinrich-Heine-Felsens sowie die fehlende Vitalität von zahlreichen Bäumen an.

Nunmehr liegt laut Medienberichtern ein Gutachten des Inhabers der Universitätsprofessur für Geobotanik im Institut für Biologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Prof. Dr. rer. nat. habil. Helge Bruelheide sowie des Herbarkustos / curator vom Bereich Geobotanik und Botanischer Garten, Herbarium im Institut für Biologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Prof. Dr. rer. nat. habil. Uwe Braun vor, welches durchaus zu gegenteiligen Ergebnissen kommt.

Auf Grund dieser momentanen Faktenlage fordern der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ nunmehr eine gutachterliche Transparenz ein und somit die unverzügliche vollständige Veröffentlichung aller existierenden Gutachten zum Zustand der Bäume im Bereich des halleschen Riveufers.

Ferner besteht aus der Sicht des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ hier noch sehr viel Raum einer alternativen Entwicklung des Riveufers. So sehen beide Organisationen das dringende Erfordernis die stark befestigten Standräume aufzulockern oder gar auszutauschen, da u.a. die Verwendung von Auftausalzen zu starken Bodenbelastungen geführt haben. Mangelnde Durchlüftung, schlechte Zufuhr von Wasser und Salzbelastungen haben unweigerlich zur Schwächung des Baumbestandes mit entsprechenden Infektionen geführt. Daher sind auch fach- und sachgerechte Schnittmaßnahmen erforderlich, um den Bäumen bei dem „Abstoß“ angeblich infizierter Kronenteilen zu helfen. Im Bereich des Hauptsammlers halten es Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und Initiative „Pro Baum“ für erforderlich selektive Rückschnitte von Wurzelbereichen zu prüfen und den Hauptsammler so zu gestalten und zu ertüchtigen, dass ein Eindringen von Wurzeln künftig ausgeschlossen ist. Zum Abschluss der Sanierungsmaßnahmen erscheint es sinnvoll zu sein, dort wo es möglich ist, den obengenannten Bodenaustausch zu realisieren. Im Zuge der Sanierung des „Senkgartens“ nun eine „Steinschlagsicherung“ vorzunehmen erscheint beiden Organisationen vollkommen überflüssig zu sein. Der bestehende Gehölzbestand hat bisher hervorragend diese „Steinschlagsicherung“ übernommen. Eine ordnungsgemäße langjährige Beobachtung des Standortes im Vorfeld der Maßnahmeplanung ist offenbar ausgeblieben. Daher ist das Vorhaben auf ca. 800 m² ca. 30 Bäume zu fällen vollkommen überflüssig und daher zu unterlassen. Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und Initiative „Pro Baum“ weisen an der Stelle darauf hin, dass die Vermehrung von Bäumen über Samen die natürliche, generative Vermehrungsform ist und versteht daher nicht die geringe Wertschätzung durch die Verwaltung der Stadt Halle (Saale).

Auf Grund der unzureichenden fachlichen und sachlichen Betrachtung halten es daher Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und Initiative „Pro Baum“ für dringend geboten die Planungen vollständig neu zu starten und so zu gestalten, dass eine umfassende öffentliche Beteiligung stattfindet. Hinsichtlich der Planung weisen der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale)e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ darauf hin, dass nach eigenen Angaben der Stadt Halle (Saale) unter Natur- und Denkmalschutz stehen und weist auf das Zitat aus dem Denkmalschutzverzeichnis in der Beschlussvorlage, auf Seite 4 hin:

„Dem gewundenen malerischen Verlauf des Flusses folgende Straße, die saaleseitig von einer Promenade mit Lindenallee begleitet wird. Die Straße wird durch das Saaleufer mit dem reichen Baumbestand, die aufragenden Porphyrfelsen und die freistehenden, repräsentativen Villen landschaftlich und architektonisch geprägt.“ Zitat Ende

Nach Auffassung von Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und Initiative „Pro Baum“ widerspricht jedoch die gegenwärtige Beschlussvorlage „Variantenbeschluss Hochwasserfolgemaßnahmen Riveufer“ eindeutig dieser Darstellung und Erhaltungsziel. Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ fordern daher Politik und Verwaltung der Stadt Halle (Saale) auf, eine transparente, fachlich fundierte Stadtplanung im Bereich des Riveufers vorzunehmen, wo der Schutz, der Erhalt und die Verbesserung von Umwelt, Natur sowie Landschafts- und Stadtbild das Primat haben. In dem Zusammenhang bekunden Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und Initiative „Pro Baum“ weiter und verstärkt für den Schutz, Erhalt, Betreuung und Erweiterung der Gehölzbestände aktiv zu sein.

Aus diesen Gründen riefen der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ zu einer gemeinsamen Protestexkursion am Mittwoch, den 31.10.2018 zum halleschen Riveufer auf und appellierten an die interessierte Bevölkerung, aber auch an die Verantwortlichen von Politik und Verwaltung sowie die Gutachter an der Veranstaltung teilzunehmen. Schließlich fanden sich an dem sonnigen Herbsttag ca. 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu 11:00 Uhr am Treffpunkt Ecke Burgstraße/Riveufer ein. Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Verwaltung der Stadt Halle (Saale) waren offensichtlich leider nicht erschienen, was die anwesenden Personen sehr bedauerten. Nach einer Eröffnung durch die Veranstalter Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ berieten die anwesenden Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer zum Stand und Inhalt der Beschlussfassung des halleschen Stadtrates am 24.10.2018 Beschlussvorlage „Variantenbeschluss Hochwasserfolgemaßnahmen Riveufer“. Hier sehen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer noch Klärungsbedarf, was aber nichts an der Tatsache ändert die Forderung nach Erhalt des Gehölzbestandes am Riveufer aufrecht zu erhalten. Dazu befassten sich die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer auch mit den Gutachten des Inhabers der Universitätsprofessur für Geobotanik im Institut für Biologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Prof. Dr. rer. nat. habil. Helge Bruelheide sowie des Herbarkustos / curator vom Bereich Geobotanik und Botanischer Garten, Herbarium im Institut für Biologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Prof. Dr. rer. nat. habil. Uwe Braun. Die darin dargelegten Positionen erschienen den Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer plausibel und nachvollziehbar und sie verbanden damit die Hoffnung und den Wunsch, dass sich beide Wissenschaftler weiter dieses Themas wissenschaftlich annehmen. Ferner waren sich die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer einig, dass eine Sanierung der Stahlbetondecke des Abwasserhauptsammlers ausreicht und die Umsetzung so aussehen kann, dass maßvolle und nicht lebens- und standfestigkeitsbedrohende Rückschnitte der Baumwurzeln vollkommen ausreichend sind. Ferner unterstützen sie den Vorschlag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Breite der Fahrradstraße von bisher 5,00 m um 1,50 m auf 3,50 m zu reduzieren. Somit besteht die Möglichkeit den Alleebäumen mehr Standraum zu geben und einen umfassenderen Bodenaustausch vorzunehmen. Ferner erscheint es sinnvoll zu sein künftig auf die Verwendung von Auftausalzen zu verzichten, um zusätzliche Belastungen der Gehölze, des Bodens und der Saale zu unterbinden. Hinsichtlich des Senkgartens stellten die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer fest, dass die Wiederherstellung des Senkgartens sehr wünschenswert ist und ohne Gehölzbeseitigung möglich ist. Ferner war man sich im Klaren, dass der sukzessive Gehölzbestand sehr gut als natürlicher Schutz vor Steinschlag fungiert und eine Belastung des Gesamtbildes des Raumes mit Netzen am Felsen unterbleiben kann. Der sehr vielfältige Gehölzbestand dient zudem als Lebens- und Rückzugsraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, belebt das Landschaftsbild im Gesamtbestand und in seiner Individualität seines Wuchses sowie eine wohltuende Beschattungsfunktion der Sitzplätze ausübt. Daher fordern die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer den Gehölzbestand zu erhalten und die Abholzung von mindestens 30 Einzelgehölzen bzw. des Gehölzbestandes auf einer Fläche von ca. 800 m² auszuschließen.

Den Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmern ist ebenfalls nicht nachvollziehbar, warum im „Grünstreifen zwischen oberer und unterer Promenade an der
Giebichensteinbrücke…15 antragspflichtige Bäume…und 5 Pappeln“ fallen sollen. Die Begründungen sind fadenscheinig und ließen sich durch Pflegeschnitte und Umbauten im Wege- und Mauerbereich ausschließen.

Im Ergebnis der Protestexkursion waren sich die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer einig, dass Baumaßnahmen so erfolgen sind, dass alle Gehölze im Bereich der Riveufer erhalten bleiben können und fachlich korrekt ausgeführte Pflegeschnitte in Kronen- und Wurzelbereichen der Alleebäume ausreichen. Eine Entfernung von Sämlingen ist nicht notwendig und maximal auf Pflegeschnitte zur Freihaltung von Wegen zu beschränken.

Die Veranstalter Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ bedankten sich für die Teilnahme, sehr fachlich fundierten Meinungsaustausch sowie lebhaften und schöpferischen Diskussionen. Man war sich einig unbedingt an dem Thema dranzubleiben.

Ferner laden die Veranstalter Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ im Ergebnis der Protestexkursion am Mittwoch, den 31.10.2018 zum halleschen Riveufer interessierte Bürgerinnen und Bürger, Firmen, Verbände, Vereine und weitere Organisationen ein, in beiden ehrenamtlichen und gemeinnützigen Organisationen mit- und zusammenzuarbeiten. Wer Interesse hat daran mitzuwirken, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) & Initiative „Pro Baum“
c/o Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345/200 27 46
Internet: http://www.aha-halle.de
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail „Initiative Pro Baum“: initiativeprobaum@yahoo.de

Fotos Dietmar Hörner



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