AHA und Initiative „Pro Baum“ fordern ordnungsgemäßen Schutz der Gehölze in Halle (Saale)

Mit Entsetzen, Empörung und Unverständnis nehmen Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und Initiative „Pro Baum“ den gegenwärtigen zerstörerischen Umgang der Verantwortlichen der  Stadt Halle (Saale) mit dem Gehölzbestand im halleschen Stadtgebiet auf. Der Bogen lässt sich von den Massenabholzungen in der Dölauer Heide, über das östliche Saaleufer am Holzplatz/Pulverweiden bis hin zur Otto-Stomps-Straße spannen. Den Zerstörungen am Gehölzbestand liegen zumeist fachlich-sachlich unfundierte Gefälligkeitsgutachten zu Grunde, welche u.a. immer eine Gefahrensituation prognostizieren, welche definitiv nicht bestehen. So haben beispielsweise die Pappeln am östlichen Saaleufer am Holzplatz/Pulverweiden sowie die Bäume in der Otto-Stomps-Straße trotz starker mutwilliger urzelbeschädigungen ohne nennenswerte Schäden starke Hochwasser bzw. Stürme überstanden. Trotzdem spricht der zuständige Beigeordnete Uwe Stäglin immer wieder von Gefahrenabwehrmaßnahmen. Andere warnende Hinweise und Proteste aus der Bevölkerung, ihrer Vereine und Initiativen werden vollkommen ignoriert. Ist das nun gelebte Demokratie ? Zeugt das von einem sorgsamen, fachlich-inhaltlich fundierten Umgang mit der uns anvertrauten Umwelt, Natur und Landschaft? Nach der Auffassung von AHA und Initiative „Pro Baum“ ist seitens der Administration der halleschen Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados ein vollkommen neues
Herangehen an Fragen des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes –im Allgemeinenund an den Schutz der Gehölze in der Stadt Halle (Saale) –im Speziellen- dringend vonnöten. Das setzt zudem eine verstärkte Kontrollfunktion des Stadtrates voraus. Dazu zählen nach Meinung des AHA und der Initiative „Pro Baum“ die Erarbeitung und der Beschluss einer neuen Baumschutz- oder Gehölzschutzsatzung, die den Namen auch verdient, der Stopp aller Abholzungen, die unverzügliche Nachpflanzung von Alleebäumen in den vollständig bzw. teilweise leergeholzten Straßen, wie Otto-Stomps-Straße, Delitzscher Straße und Beesener Straße sowie die Überlassung der brutal kahlschlagartig abgeholzten Bereiche am östlichen Saaleufer am Holzplatz/Pulverweiden und der Dölauer Heide eines sukzessiven Wiederbewuchses, um eine standortgerechte Gehölzentwicklung zu ermöglichen. Eng damit verbunden ist die Überprüfung aller Straßenbauarbeiten in Halle (Saale), hinsichtlich eines umfassenden Schutzes und Erhaltes bestehender Straßenbäume und in Richtung der Erweiterung des Straßenbaumbestandes. Nur so lässt sich eine umweltgerechte, zukunftsfähige Stadtgestaltung garantieren, wozu nun mal ein flächendeckender Gehölzbestand dazugehört. Auf der Basis der letzten konkreten Beispielfälle von sinnlosen, fachlich und rechtlich unbegründeten Abholzungen am östlichen Saaleufer am Holzplatz/Pulverweiden und in der Otto-Stomps-Straße fordern AHA und Initiative „Pro Baum“ die zuständige Staatsanwaltschaft mit Nachdruck auf, endlich Ermittlungen einzuleiten und ggf. Anklagen gegen die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung Halle zu erheben. Einen derartigen Frevel an unserer Umwelt weiterhin als Kavaliersdelikt zu betrachten, entspricht keinesfalls des Ausmaßes des fachlichen, rechtlichen und moralischen Schadens der entstanden ist und lässt Verantwortungsbewusstsein im Interesse der Allgemeinheit vermissen. Ferner bildet ein derartiges Wegschauen die Basis dafür, ermutigt weiter solche Abholzungen fortzusetzen.

Die Initiative „Pro Baum“ beabsichtigt diese brisante Thematik im Rahmen ihres nächsten Treffens am Montag, den 27.02.2012 aufzugreifen. Das Treffen beginnt 19.00 Uhr und findet im Versammlungsraum des Reformhauses Halle, Große Klausstraße 11 statt.



Kommentare

  • Schika

    Hallö, ich schreibe heute das erste mal. Mein Problem ist der unsinnige Kalschlag vor den Gebäuten Saaleaue in Halle – Neustadt.
    Hier wurden gesunde Bäume einfach gedankenlos und unwiederbringlich abgeholst.
    Es sollte eine Aufschrei von euch kommen.
    Übrigens habe ich Fotos darüber gemacht. Auch die Polizei musste schon die ausführende Firma schützen.
    Soweit meine Anliegen.
    In der Hoffnung etwas von euch zu hören,
    verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

    • Heukenkamp

      Hallo Herr Schika,

      danke für Ihren Kommentar und die Informationen. Der AHA und die „Initiative Pro Baum“ protestieren seit langem und immer wieder mit Nachdruck und fachlichen Argumenten gegen den Umgang der Stadt Halle mit Bäumen und Gehölzen im Stadtgebiet. In diesem Jahr ist ein besonders rabiater und unangemessener Umgang festzustellen, wie z.B. auch in Ihrer Nähe in der Saaleaue. Dort kann es aber auch der Vermieter/Eigentümer der Wohnanlage sein, der gefällt/abgeholzt hat. Bitte rufen Sie dort an und fragen Sie nach, als Anwohner können Sie das mit allem Recht der Welt. Und beschweren Sie sich in jedem Falle!
      Sie sind auch herzlich eingeladen, im Arbeitskreis Hallesche Auenwälder und/oder der „Initiative Pro Baum“ mitzuarbeiten.

      Grüne Grüße!

      M. Heukenkamp (AHA + „Initiative Pro Baum“)


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