AHA sieht auch mit Kiesseenabkürzung keine Notwendigkeit für einen Saaleseitenkanal

Die Errichtung eines sogenannten Schleusenkanals Tornitz, was eine klare Ausbaumaßnahme der Saale darstellt, ist nach der Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) ein weiterer erschreckender Ausdruck der Ignoranz der klaren Fakten und Tatsachen in Sachen Ökonomie, Ökologie und Klimaschutz. Der angedachte ca. 7,5 km lange sogenannte Schleusenkanal Tornitz soll eine garantierte Tiefe von 3,00 m haben, während die Elbe nur eine garantierte Tiefe von 1,40 m aufweist. Somit ist der nachfolgende Ausbau der Elbe vorprogrammiert, da ansonsten die 1.000 bis 1.350 Tonnen-Schiffe diesen Fluss nicht befahren können. Auch die Saale zwischen Halle (Saale) und Calbe (Saale) wäre für Begegnungen zu schmal, so dass zumindestens in gewissen Abständen Ausweichstellen und am halleschen Hafen eine Wendestelle zu bauen sind. Außerdem baut in der Bundesrepublik keiner mehr 1.000 und 1.350 t-Schiffe, sondern stattdessen 2.500 t-Schiffe, welche eine garantierte ganzjährige Tiefe von 3,00-4,00 m benötigen.

Derweil hat die Deutsche Bahn auf der Strecke Halle-Magdeburg nur eine Transportauslastung von 30 %. U.a. auf Grund derartiger Mangelbelastungen haben bei der Deutschen Bahn seit dem Beginn der Bahnreform im Jahre 1994 bundesweit ca. 160.000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren.

Daran ändert, nach Auffassung des AHA, auch eine vom Schönebecker Diplom-Ingenieur Christian Jung ins Gespräch gebrachte Abkürzung über die Kiesseen zwischen Calbe (Saale) und Barby (Elbe) nichts.

Selbst das Ansinnen bringt ein erhebliches Problem für die Kiesseen mit sich. So zum Beispiel transportieren Elbe und Saale –besonders bei erhöhten Wasserständen und erst Recht bei Hochwasser- zahlreiche Sedimente mit sich. Diese lagern sich, insbesondere in Bereichen wo wenig oder gar keine Fließbewegung vorherrscht, ab. Da Kiesseen keine fließenden Gewässer darstellen, auch dann, wenn ein Kanal durch sie führen würde, ist dort mit umfassenden Sedimentablagerungen zu rechnen. Dabei gelangen zudem vermehrt Nährstoffe in die Kiesseen. Die Sedimentablagerungen können perspektivisch zur verstärkten Eutrophierung und schrittweisen Verlandung der Kiesseen beitragen. Um dies verhindern zu wollen, müssten immer wieder Abbaggerungen stattfinden, welche u.a. mit hohem Kosten- und Technikaufwand verbunden ist. Inwieweit der Kanalbau durch die Kiesseen weniger Kosten verursacht ist auch nicht belegt.

Alle diese Tatsachen lassen noch immer wenig umweltverträgliches an der Form des Ausbaus und der Saaleschifffahrt erkennen. Daher hält es der AHA weiterhin für dringend geboten das Vorhaben Saale-Elbe-Kanal endgültig zu stoppen.

Somit ist weder eine ökonomische, noch eine ökologische Basis für ein derartiges Vorhaben gegeben.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sieht es daher nur folgerichtig, wenn der Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer erste Schritte hin zum Stopp des Vorhabens Saaleseitenkanal tut. Nun wäre es logisch, dass sich Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung mit einer Änderung des Bundesverkehrswegeplans endgültig von den Planungen für den ökologisch unverträglichen und ökonomisch unsinnigen Saaleseitenkanal verabschieden würden.

Der AHA hält es für weiterhin dringend geboten die Schiffe dem Fluss anzupassen und nicht umgekehrt. Zudem gilt es die wertvolle, arten- und strukturreiche Natur und Landschaft für eine umwelt- und naturverträgliche Landwirtschaft sowie einen gleichgearteten Tourismus zu nutzen, um hier ernsthaft gefährdete Arbeitsplätze zu sichern.



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