AHA hält verstärkten Schutz der Auenlandschaft zwischen Gera und Zeitz für dringend geboten

Unbenanntes_Panorama1Der gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) setzt sich bekanntlich sehr intensiv für den Schutz, Erhalt und naturnahe Entwicklung der Weißen Elster, ihrer Fluss- und Auenlandschaften, ihrer Nebengewässer sowie angrenzender Natur- und Kulturlandschaften ein. Dies geschieht in Form von Stellungnahmen, Vorschlägen, Exkursionen sowie Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit.
Im Rahmen dieser räumlich, fachlich-inhaltlich und organisatorisch umfassenden ehrenamtlichen Tätigkeit beabsichtigt der AHA nunmehr auch seine Aktivitäten auf die ca. 30 km lange Weiße Elster zwischen den Städten Gera und Zeitz zu intensivieren.
Dabei bilden der Erhalt, der Schutz und die Entwicklung weiterer Abschnitte zu naturnahen Natur- und Landschaftsräumen, die Erweiterung von Hochwasserräumen, die mögliche Wiederanbindung von Altarmen und eines umwelt- und naturverträglichen Tourismuskonzeptes, die Entwicklung eines breitgefächerten Umweltbildungskonzeptes sowie die Unterstützung des Vorhabens der Ausweisung großer Teile des Gebietes der Weißen Elster ab Gera, über Markkleeberg, Leipzig, den angrenzenden Landkreisen bis nach Halle (Saale) zur Ausweisung zum UNESCO-Weltkulturerbe, die ersten Arbeitshauptschwerpunkte. So lassen sich ökologische, geologische, archäologische, historische, kulturelle, wissenschaftliche, ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte umfassender und günstiger ins Verhältnis bringen, um so angemessen zukunftsfähig länderübergreifend eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Perspektivisch erscheint es in dem Zusammenhang sinnvoll zu sein, die Gebiete über Gera, Greiz und Plauen bis ins Erzgebirge nach Tschechien ins Quellgebiet auszuweiten.

Um diese umfassenden Themengebiete umfassend erörtern zu können, dienen seit dem Jahr 2012 Fahrradexkursionen ab Gera entlang der Weißen Elster u.a. über Bad Köstritz und Crossen bis nach Zeitz.

Bei diesen Fahrradexkursionen spielt auch die Aue zwischen Bad Köstritz und Caaschwitz eine sehr große Rolle, wo im Zuge des letzten Hochwassers im Juni 2013 die Weißer Elster kraftvoll ihren ca. 1 km langen Altverlauf zuströmte. Im Rahmen der Fahrradexkursionen seit dem Jahr 2016 erläutern immer wieder Vertreter der Thüringer Landgesellschaft auch die jeweiligen aktuellen Varianten zur Entwicklung der Elsteraue bei Bad Köstritz. Die Mitglieder der jeweiligen Exkursionsgruppen beleuchteten dabei immer wieder die Tatsache, dass das Gebiet Bestandteil des 48 ha großen FFH-Gebietes 134/5038-302 Elsteraue bei Bad Köstritz ist und entsprechend bei allen Überlegungen sein muss. Ferner gilt es zu beachten, dass an und in dem Altverlauf der Weißen Elster FFH-geschützte Tiere wie z.B. die Becherfledermaus, der Laubfrosch, der Eremit und der Hirschkäfer vorkommen. Dabei greifen die anwesenden Mitglieder von AHA immer wieder kritisch Tendenzen zur räumlichen Reduzierung zur Herstellung einer neuen Schlinge der Weißen Elster auf. Sie befürchten, dass die Weiße Elster nicht die alte Länge zurückerhält, sich somit weiter eintieft, nicht ausreichend Raum für sukzessives Auenentwicklungspotential und Hochwasserausbreitungsraum besteht und somit die vollumfänglichen Chancen in Raum und Landschaft weit unter den gegebenen und künftigen Möglichkeiten verbleiben. Ferner verweist der AHA fortgesetzt auf die Notwendigkeit der freien Gestaltung des Flusses, seines Altverlaufes und seiner Aue. Dabei gilt es unbedingt großflächig -insbesondere im Bereich des Altverlaufes der Weißen Elster- die Sukzession von standortgerechten Auenwäldern zuzulassen. Diese dienen zur Entwicklung sehr bedeutsamer Lebens- und Rückzugsräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie um die Kraft des Hochwassers zu mindern und Wasser in dem Zuge aufzunehmen. Im Angesicht massiver Verschotterungen und wasserbaulicher Baumaßnahmen am gegenüberliegenden Ufer sowie des bereits fertiggestellten Brückenbaus wiederholte der AHA seine Mahnung, dass eine bessere Information und Bündelung in den Händen der Thüringer Landgesellschaft mbH erforderlich ist. Darüber hinaus gilt es Änderungen an der baulichen Schaffung vollendeter Tatsachen zu prüfen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass sich entlang der Weißen Elster in dem Bereich mit den Schluchten bei Gera und Bad Köstritz mit Roschützer Wald ein weiteres 164 ha großes FFH-Gebiet mit der Nummer 230/5038-305 befindet.
Im dem Blickwinkel betrachtet, erscheint es sinnvoll zu sein, in die Entwicklungsmaßnahmen Möglichkeiten einer naturnaheren Entwicklung des Gleinabaches einzuplanen. Das Ingenieurbüro für Planung und Umwelt (IPU) hat die Gewässerstrukturklassen des Fließgewässers, welches in den Altverlauf der Weißen Elster mündet, von vollständig und mäßig verändert eingestuft. Hier gilt es Abhilfe zu schaffen, wozu u.a. die Einhaltung von Gewässerschonstreifen von jeweils mindestens 10 m, der Verbleib von Altholz sowie die Ermittlung von Einträgen aus Haushalten, Gewerbe und Landwirtschaft gehören. Ggf. ist das Einbringen von Störsteinen notwendig, um die Mäandrierung zu befördern.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) weist an dieser Stelle darauf hin, dass bei den Fahrradexkursionen seit dem Jahr 2016 immer wieder Vertreter der Thüringer Landgesellschaft aktuelle Pläne darlegten und sich der kritischen Diskussionen stellten. In dem Zusammenhang hofft der AHA, dass diese Praxis auch bei künftigen Fahrradexkursionen entlang der Weißen Elster zwischen den Städten Gera und Zeitz Bestand hat.
Im Gegensatz dazu nahmen u.a. Verantwortliche von Politik und Verwaltung der Stadt Bad Köstritz nicht ein einziges Mal an derartigen Fahrradexkursionen teil. Insofern war es leider bisher nicht möglich auf breiterer Basis über die Planungen des Freistaates Thüringen zu diskutieren.
Die nunmehr vom Stadtrat von Bad Köstritz beschlossene Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss für Maßnahmen im Umgang mit dem Hochwasser und zur Entwicklung der Weißen Elster und ihrer Aue ist ein klarer Ausdruck der fehlenden Sensibilität für Belange des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes und stellt eine unzulässige Überhöhung des Tourismus dar.
Für den AHA ist unverständlich, warum es nicht Räume in dem 48 ha großen FFH-Gebietes 134/5038-302 Elsteraue bei Bad Köstritz geben kann, welche sich unberührter, naturnaher und sukzessiv entwickeln können.
Selbstverständlich ist es auch das gute Recht der Stadt Bad Köstritz Rechtsmittel gegen einen Planfestellungsbeschluss einzulegen, nur sieht der AHA bei weitem nicht die Möglichkeit einer breiten gesellschaftlichen Diskussion als ausgeschöpft an. Die erneuten Gesprächssignale der Thüringer Landgesellschaft sind zu begrüßen, dürfen aber nicht auf die Belange von Politik und Verwaltung der Stadt Bad Köstritz beschränkt bleiben. Es ist nach Ansicht des AHA zu befürchten, dass im Ergebnis dieser separaten Gespräche und Beratungen für den Schutz und Entwicklung von Umwelt, Natur und Landschaft sowie für die Rückgabe umfassender Retentionsflächen schlechtere Rahmenbedingungen herauskommen und damit ebenfalls der Blickwinkel für eine dringend länderübergreifende Lösung verloren geht.
Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hält es nämlich für dringend geboten wieder die ursprünglichen, räumlich weiter gefassten und auf mehr Naturnähe geprägten Planungen der Thüringer Landgesellschaft wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Nur so ist es nach Ansicht des AHA möglich weitgehend die Bedürfnisse des Schutzes und Entwicklung von Umwelt, Natur und Landschaft, der Rückgabe von Retentionsflächen sowie der Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen und die Sicherung eines qualitativ angemessenen Tourismus zu ermöglichen.

Der AHA ist auf jeden Fall bereit im Rahmen seiner ehrenamtlichen und gemeinnützigen Bedingungen sich fachlich-inhaltlich und konstruktiv einzubringen.
Ferner bekräftigt der AHA sein Anliegen, sich verstärkt für den Schutz, Erhalt und Entwicklung des gesamten Flussgebietes der Weißen Elster von Quelle bis zur Mündung einzusetzen. Dazu zählt selbstverständlich auch der Abschnitt zwischen den Städten Gera und Zeitz.

Ebenfalls möchte der AHA Interessenten gewinnen, welche daran ehrenamtlich in seiner im Aufbau begriffenen Regionalgruppe Gera-Zeitz mitwirken können. Dabei besteht die Möglichkeit, dass sich ehrenamtliche Interessenten unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung und Beruf einbringen. Wer Interesse hat, wende sich bitte an folgende Kontaktmöglichkeit:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Leipzig und Umland
Otto-Adam-Straße 14

04157 Leipzig

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 06.04.2021



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