AHA hält verstärkte Maßnahmen zum Schutz und Entwicklung der Zorge und ihrer Aue für erforderlich!

Im Rahmen einer vom Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) am 08.08.2020 organisierten und durchgeführten Fahrradexkursion entlang der Zorge, Helme, des Helmestausees und Teile der Thyra im Raum zwischen der Stadt Nordhausen und dem Ort Berga-Kelbra hatten sich die Mitglieder der Exkursionsgruppe intensiv mit dem Schutz und der Entwicklung des Gebietes auseinandergesetzt.
Der Start war in Nordhausen am Bahnhof und erste Station bildete dabei die Zorge im Bereich der Brücke Bahnhofsstraße. Hier stellten die Anwesenden fest, dass die langanhaltende Dürre deutlich ihre Spuren hinterlassen hat und das Bestreben des Fließgewässers deutlich zu erkennen ist, Mäandrierungen ausprägen zu wollen, um die Begradigung aufzubrechen, was aber durch überwachsene Ufer- und Sohlbefestigungen nicht zum Erfolg führt. Positiv war jedoch festzustellen, dass die Zorge einen gewissen Grünraum besitzt, wo sich neben nitrophilen Rasenflächen, Weichholzauenbereiche – vorrangig bestehend aus Silberweide – entwickeln können. Der Niedrigwasserstand der Zorge brachte außerdem eine umfassende Vermüllung des Fließgewässers zu Tage. Die Mitglieder der Exkursionsgruppe waren sich einig, dass hier eine umfassende Beräumung des Mülls und Unrates erfolgen muss. Ab dem Bereich der Thomas-Müntzer-Brücke verdeutlichte sich verstärkt der begradigte Charakter der Zorge. Erkennbar sind zudem Einleitungen wie zum Beispiel im Bereich des Strohmühlenwegs. Besorgniserregend nahm die Exkursionsgruppe auf, dass im Gewässerabschnitt bis Bieler die Zorge in Folge der Dürre starke Niedrigwasserstände aufzeigt. In dem Abschnitt führte lediglich das Klärwasser geruchlich stark mit Waschmittel durchsetztes und vom Roßmannsbach durch Sedimente geprägtes Wasser hinzu.
Die Zorge lässt deutliche Tendenzen ab Bieler in Richtung Mäandrierung erkennen, was jedoch die Schaffung eines mindestens 10 m breiten Gewässerschonstreifens erfordert.
Erfreulich war, dass diesmal Aue der Zorge im Stadtgebiet von Nordhausen keiner Mahd unterzogen war. Die Mitglieder der Exkursionsgruppe waren sich einig, dass die Mahden unregelmäßig, außerhalb der Gehölzbereiche sowie in mehreren Abschnitten erfolgen sollten, um so eine noch höhere Artenvielfalt zu ermöglichen sowie ausreichend Blütenangebote für Insekten und Deckungsangebote für Tiere sichern und anbieten zu können. Im Bereich der Gehölzbereiche besteht die Gefahr der Beschädigung der Gehölze und stellt eine Behinderung einer wünschenswerten Sukzession dar.
Diese immer wieder getroffenen strukturellen Feststellungen zeigen auf, dass die Zorge und ihre Aue insbesondere im Stadtgebiet von Nordhausen Raum für eine naturnahere Entwicklung benötigt. Dazu gehört die Entfernung von Querbauwerken, Sohl- und Uferbefestigungen sowie die umfassende Zulassung von Mäandrierungen und Sukzessionen zu befördern. Als Entwässerer des Südwestharzes hat die Zorge eine sehr wichtige hydrologische Funktion. Weiter voranschreitende Flächenversiegelungen sowie das Absterben von Wäldern in Folge von zunehmenden Niederschlagsmangel und heißer Sommer sowie unverantwortliche Massenabholzungen sind Garanten für zunehmende Hochwasser. Dazwischen belasten ebenfalls das Fluss- und Auensystem der Zorge Trockenheit und Sommerhitze.
Die Zorge und ihre Aue haben zudem sehr wichtige Funktionen sowohl als Lebens-, Nahrungs- und Rückzugsraum, als auch als Biotop- und Grünverbundraum zwischen Harz und der Helme. Im Mündungsgebiet der Zorge im Bereich der Stadt Heringen verdeutlicht sich zudem die sehr wichtige Wasserversorgungsfunktion für die Helme.
Im Stadtgebiet von Nordhausen werten die Zorge und ihre Aue zudem sehr nachhaltig das Stadtbild auf.
Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) gilt es daher diese sehr vielfältige Bedeutung der Zorge und ihrer Aue umfassend und ausreichend zu würdigen sowie daraus einen strengen Schutz abzuleiten.
Dazu passt auf keinen Fall der Neu- und Ausbau eines Wegenetzes in die Zorgeaue und mit Asphalt bzw. Beton weitere Flächen zu versiegeln und zu zerschneiden sowie Fauna und Flora zu stören bzw. zu schädigen.
Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) regt schon seit mehreren Jahren die Erstellung einer länderübergreifenden, wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption an, welche die Helme sowie ihre Nebengewässer – z.B. Zorge und Thyra – umfasst.

Auf Grund der vielfältigen, sehr bedeutsamen Aufgaben zum Schutz, Erhalt und Entwicklung der Helme, ihrer Aue, ihres Einzugsgebietes, ihrer Nebengewässer – wie Zorge und Thyra – und der angrenzenden Gebiete beabsichtigt der AHA eine länderübergreifende Arbeitsgruppe Helme sowie eine Regionalgruppe Nordhausen-Sangerhausen zu bilden, welche ehrenamtlich Interessierten die Möglichkeit eröffnet, sich im Interesse des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes einbringen zu können.
Wer Interesse hat, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 21.03.2021



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