AHA hält Schutz der Saaleaue zwischen den Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“ für dringend geboten

Der heutige Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) weist seit über 36 Jahren darauf hin, dass es die Saaleaue zwischen den Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“ wieder verstärkt naturnaher zu entwickeln gilt. Dieses Saaleufer, welches einst weitgehend unverbaut geblieben war sowie in enger Korrelation mit dem Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“, welche zusammen das FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ ergeben, dem geschützten Landschaftsbestandteil Amselgrund und Kreuzer Teichen, dem geschützten Landschaftsbestandteil Amtsgarten und dem flächenhaften Naturdenkmal Klausberge steht, gehört zu den wichtigsten Biotop- und Grünverbundräumen im halleschen Saaletal. Jedoch erlaubte die Stadt Halle (Saale) seit der Mitte der neunziger Jahre, als zuständige untere Naturschutzbehörde, die rasante Ausbreitung und Neuanlage von Schiffs- und Bootsanlegern, welche nicht nur das Landschaftsbild massiv beeinträchtigen, sondern zudem Eingriffe in die Natur und den Hochwasserraum der Saale sowie zunehmende Verlärmung und Belastung der Luft mit Abgasen zur Folge haben. Alles Maßnahmen, welche dem Schutzzweck des 2.314 ha großen Landschaftsschutzgebiets „Saaletal „in der kreisfreien Stadt Halle (Saale) zuwiderlaufen. Der AHA sieht hier massive Veränderungen erforderlich, um die bauliche Belastung entscheidend zu verringern und maximal auf das Niveau des Jahres 1989 zu beschränken.

2-Halle-Giebichenstein Saaleufer Zwischen Giebichensateinbrücke&Klausberge Silberweide
2-Halle-Giebichenstein Saaleufer Zwischen Giebichensateinbrücke&Klausberge Silberweide

Dazu zählen auch Abholzungsmaßnahmen, welche in dem ca. 10 ha großen Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ stattgefunden hatten. Im Wegebereich des arten- und strukturreichen Restauenwaldes erfolgte die Fällung zahlreicher Gehölze. Dazu zählen Eschen, Feldulmen, Spitz- und Eschenahorne sowie mehrerer Holunder und Blutroter Hartriegel. Ferner nahm man Schnittarbeiten an Bäumen vor. Darüber hinaus befuhr man mit schwerer Technik das Auenwaldgebiet und beschädigte streckenweise massiv die Wege im dem Naturschutz- und FFH-Gebiet. Bereits Ende November 2015 stellte der AHA umfassende Abholzungen und Beschädigungen am Wegesystem fest.

Zudem asphaltierte die Stadt Halle (Saale) wider besseren Wissens auf der Peißnitzinsel flächendeckend Wege und schreckte dabei noch nicht einmal vor Eingriffen am Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ zurück. Ebenfalls unverantwortlich sind Pläne im Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ Wege neu zu schottern und dabei massiv Altbaumbestände von Stieleiche und Gemeiner Esche durch Eingriffe im Wurzelbereich zu bedrohen. Der AHA fordert daher erneut und mit Nachdruck die Stadt Halle (Saale) als zuständige untere Naturschutzbehörde auf die bisher asphaltierten Wege unverzüglich auf Kosten der Verantwortlichen zurückzubauen sowie Planungen für den Wegeausbau im Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ sofort und ersatzlos einzustellen. Ggf. ist eine Beschwerde bei der EU-Kommissionen zu prüfen, da die massiven Eingriffe und Schäden in dem Schutzgebiet, hinsichtlich Häufigkeit und Heftigkeit zunehmen.

Im Rahmen von zahlreichen Begehungen nahmen Mitglieder des AHA die Folgen der von der Verwaltung der Stadt Halle (Saale) veranlassten Fällungen von mindestens 20 Bäume im Bereich der Saalepromenade zwischen Giebichensteinbrücke und Klausberge in Augenschein. Dabei fielen erkennbar Baumarten wie Stieleiche, Berg- und Eschenahorn, Gemeine Esche und Rosskastanie der Säge zum Opfer. Ferner haben im Eingangsbereich der Klausberge Maschinen den einst dichteren Gehölzbestand zerfahren und zudem offenkundig den Boden verdichtet.

Für den AHA ist unverständlich, warum die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) weiterhin an diesen natur- und landschaftszerstörerischen Planungen festhalten möchte, dafür erkennbar mindestens 20 Bäume an der Saalepromenade nördlich der Burg Giebichenstein und des Amtsgartens fällte und ernstzunehmende Warnungen, Bedenken und Hinweise weiterhin strikt ignoriert. Die immer wieder aufgeführte Begründung, dass man „historische Sichtbeziehungen“ herstellen möchte, erscheint weiterhin nicht stichhaltig, unlogisch und somit nur vorgeschoben. Diese Sichtachsen stören die umfassenden baulichen und strukturellen Ausweitungen von Schiffs- und Bootsanlegeanlagen seit den 90er Jahren. Der Motorbootanlegesteg nordwestlich der Giebichensteinbrücke ist zudem massiver Ausgangspunkt von vermehrten Lärm- und Abgasbelastungen.

Nunmehr hat der Biber verstärkt und sichtbar in dem Teil des halleschen Saaletals seine Aufwartung gemacht. Es ist davon auszugehen, dass der Biber sessbar geworden ist und auch außerhalb des FFH-Gebietes „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ in Erscheinung tritt. Das erfordert nun endlich klar und deutlich die Aspekte des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes zu beachten und zu berücksichtigen. Das trifft auch auf das Gebiet des Amselgrundes ebenso zu.

Von diesen Tatsachen sind alle Planungen und Vorhaben im Halleschen Saaletal zu sehen. Momentane Pläne und Bauausführungen beispielsweise am Riveufer zeugen von Zerstörung und Missachtung des Schutzes von Umwelt, Natur und Landschaft.

Von daher fordert der AHA nun das Landesverwaltungsamt des Landes Sachsen-Anhalt in ihrer Eigenschaft als Kommunalaufsicht auf, endlich zu überprüfen, inwieweit der Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale) und seine Verwaltung noch ordnungsgemäß als zuständige Naturschutzbehörde fachlich und rechtlich korrekt ihre Aufgabe wahrnehmen. Außerdem hält es der AHA für dringend geboten, dass der Landesrechnungshof Sachsen-Anhalts überprüft, inwieweit Steuermittel ordnungsgemäß Anwendung gefunden haben.

Ferner ruft der AHA den halleschen Stadtrat auf, derartige Planungen und Vorhaben zu stoppen, um nicht noch mehr Schaden anzurichten. Außerdem gilt es zu prüfen, inwieweit eine unverzügliche Einschränkung der baulichen und strukturellen Überfrachtungen mit Schiffs- und Bootsanlegesteganlagen erfolgen kann.

Derartige Vorkommnisse und Ereignisse führen nach Auffassung des AHA dazu, dass sein seit dem Jahr 1980 bestehendes Engagement zum Schutz, Erhalt, Betreuung und Entwicklung der Saaleaue zwischen den Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“ dringend geboten ist und sogar eher einer umfassenden Verstärkung bedarf.

Wer sich dazu ebenso ehrenamtlich mit einbringen möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de
Tel.:: 0345 – 2002746

Fotos: Dr. Friederike Fiedler



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