AHA fordert weiterhin nachhaltigen Umgang mit Hochwasser in der Saaleaue zwischen Rattmannsdorf und Benkendorf

Immer wieder muss der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) mit großer Sorge feststellen, dass der Umgang mit Hochwasser nur in bautechnischer und wasserbaulicher Form erfolgt. So beabsichtigt man beispielsweise in der Saaleaue zwischen Rattmannsdorf und Benkendorf sogenannten Hochwasserschutz wieder nur rein bautechnisch und wasserbaulich mit einem ca. vier Millionen Euro teuren und mit einer 15 m breiten Standfläche benötigenden, neuen Deich zu lösen. Nach Auffassung des AHA bedarf es jedoch einer gründlichen Untersuchung, ob der Neubau eines weiteren Deiches erforderlich ist und ob Deichrückverlegungen entlang der Saale sowie der Weißen Elster und der Luppe nicht geeigneter erscheinen, so dass die Auen das Hochwasser wieder aufnehmen. Hier lässt der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft wieder einmal die notwendige Transparenz vermissen. Ferner ist zudem ein länderübergreifendes Herangehen zu prüfen. Daher verurteilt der AHA den alleine zwischen Deutscher Bahn und Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft ausgehandelten Bau des Deiches mit der dazugehörigen Bereitstellung der Flächen, welcher offenbar ohne Einbeziehung von Landtag des Landes Sachsen-Anhalt, Kreistag des Saalekreises, dem Gemeinderat der Gemeinde Schkopau, den zuständigen unteren, oberen und obersten Naturschutz- und Wasserbehörden sowie Umweltorganisationen über die Bühne gegangen ist. Das stellt jedoch nach Auffassung des AHA eine massive Änderung des Planfeststellungsbeschlusses für die ICE-Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt-Halle/Leipzig-Berlin dar, was somit eines entsprechenden Änderungsverfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung bedarf.
Hinsichtlich der ICE-Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt-Halle/Leipzig-Berlin bekräftigt der AHA erneut seine Position, dass dieser nicht notwendig ist, wertvolle Auenlandschaft zerschneidet und massiv in den Hochwasserausbreitungsraum von Saale und Weißer Elster eingreift. Dieses Vorhaben unterstützten u.a. auch das Land Sachsen-Anhalt sowie die damaligen Landkreise Saalkreis und Merseburg bzw. Merseburg-Querfurt. Somit tragen das Land Sachsen-Anhalt und der heutige Landkreis Saalekreis gewaltige Mitverantwortung dafür, dass in der Aue dieser skandalöse Bau mit seiner Zerschneidungs- und Raumeinschränkungswirkung zum Tragen kommt.

Ebenso zählt der Bau der Umgehungsstraße von Hohenweiden bis zur Saalebrücke bei Röpzig Anfang der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit dazu. Der Straßendamm trägt ebenfalls zum Rückstau von Hochwasser bei. Alle Warnungen hatte man damals sehr aggressiv seitens der Verantwortlichen zurückgewiesen, schnell Baurecht geschaffen und letztendlich umgesetzt.
In bezug auf die sogenannten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sei seitens des AHA angemerkt, dass diese nur im räumlichen Zusammenhang Sinn erbringen. Dabei verweist jedoch der AHA zum wiederholtenmale auf die mangelnde Qualität und Quantität der Vorhaben. So hält es der AHA für wesentlich sinnvoller, anstatt Gehölze anzupflanzen, Sukzessionsflächen bereit zu halten. Nur so lässt sich die Entwicklung standortgerechter und artengerechter Gehölzflächen realisieren.



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