AHA fordert sofortiges Ende der Salzbelastung der Bode

Mit Entsetzen und Unverständnis hat der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) die Messergebnisse der Chloridwerte in der Bode hinter Neugattersleben aufgenommen, welche der Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse e.V. (VSR-Gewässerschutz) ermittelt hat. Die Belastung in Höhe von 2.450 mg/l stellt eine klare tödliche Belastung für die Bode dar. Wenn man eine Studie vom Landesamt für Natur, Umwelt und Naturschutz Nordrhein-Westfalen im letzten Jahr in Auftrag gegebene Studie zu Grunde legt, ist davon auszugehen, dass ab 200 Milligramm Chlorid pro Liter bereits fast die Hälfte der normalerweise vorkommenden Arten bei den Kleinstlebewesen und ab 400 Milligramm sogar schon dreiviertel der Arten nicht mehr vorhanden sind. Dazu zählen auch die Bestände an Fischen, Krebsen und Amphibien, welche eine massive Beeinträchtigung erfahren, da sie nicht mehr ausreichend Nahrung finden. Die vom VSR-Gewässerschutz fünfmal ermittelten Werte überschreiten die bedrohlichen Werte um das 12.25 bzw. 6,13 fache.
Nach Auffassung des AHA ist das ein absolut untragbarer Zustand, welcher sofort und ohne Aufschub zu beenden ist. Der AHA befürchtet, dass bei einer Fortsetzung dieser Dauerbelastung mit Salz die Fauna und Flora der Bode, aber auch der Saale und letztendlich auch der Elbe darunter vernichtenden Schaden nehmen werden.
Somit ist sehr schnelles Handeln gefordert, was nach Meinung des AHA darin liegen sollte, dass die Einleitungen in die Bode sofort aufhören müssen. Das Sodawerk ist zu beauflagen, Möglichkeiten zur Verarbeitung des salzhaltigen Wassers zu suchen und zu finden sowie auch umzusetzen. Eine Direktüberleitung zur Elbe birgt die Gefahr, dass dann auch dieser große Fluss verstärkt mit der Salzbelastung zu kämpfen hat.
Das Land Sachsen-Anhalt ist nach Meinung des AHA in der Pflicht für die Reinhaltung der Gewässer zu sorgen. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass spätestens bei mit Hochwasser verbundenen Überflutungen und auftretenden Qualmwassern auch im verdünnten Zustand die angrenzenden Auen, Wiesen und Felder einer massiven Versalzung ausgesetzt sein könnten. Des weiteren weist der AHA darauf hin, dass die im Dezember 2000 in Kraft getretene EU-Wasserrahmenrichtlinie mit allen ihren Verbindlichkeiten, Festlegungen und Auflagen bis zum Jahr 2015 umzusetzen ist.

Links zu Wasserqualitäten, Rechtsgrundlagen und Salzbelastungen von Fließgewässern:

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1349164481308

http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/stassfurt/959422_Zu-viel-Salz-in-der-Bode.html

http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/halle/salz-in-der-bode100_zc-508684eb_zs-48437b3e.html

http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3044.pdf

http://www.lfu.bayern.de/wasser/merkblattsammlung/teil3_grundwasser_und_boden/doc/nr_321.pdf

http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/wasserrl.pdf

http://www.umwelt-online.de/recht/eu/95_99/98_83gs.htm

http://www.vsr-gewaesserschutz.de/16.html

http://www.trinkwasserspezi.de/eutrinkwasserrichtlinie.pdf

http://www.living-rivers.de/werra/downloads/vortraege_werra/salz_in_der_Suppe.pdf



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