AHA fordert Freihaltung des Saugrabentals zwischen Halle-Neustadt und Heide-Süd von Verbauungen aller Art

Bekanntlich ergaben sich mit dem Abzug der GUS-Streitkräfte bis zum Juli 1991 aus der Stadt Halle (Saale) auch für die einstige Garnison im heutigen Stadtteil Heide-Süd neue Entwicklungschancen. Dazu zählte nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) die Wiederherstellung eines offenen, landschaftlich und ökologisch sehr vielfältigen Tals des Saugrabens bzw. Nördlichen Kolonistengrabens. Nach zahlreichen und zähen Debatten nahm die hallesche Stadtpolitik im Frühjahr 1995 den Anlauf diesen sehr wichtigen Biotop- und Grünverbund sowie Kaltluft- bzw. Frischluftkorridor wiederentstehen zu lassen und von Bebauung freizuhalten. Mit dem Straßenkorridor der Blücherstraße besteht jedoch eine nicht zu unterschätzende Zerschneidungsfunktion. Ferner ließen die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) immer wieder massiv in das Fließgewässer und sein Tal mit Verschotterungen sowie übermäßiger Mahd der Wiesen und Schilfbestände eingreifen. Darüber hinaus fand eine schrittweise weitere Heranführung weiterer Wohnbebauung von Heide-Süd immer weiter an das Tal statt.

1a-Halle-Saugraben In Weinbergwiesen Blick Nach Südwesten  (1)
1a-Halle-Saugraben In Weinbergwiesen Blick Nach Südwesten (1)

Ein nunmehr errichteter neuer Parkplatz für die nunmehrige Eissporthalle hat zu einer Vernichtung einer Wiese unweit der Ecke Blücherstraße/Begonienstraße geführt. Diese Wiese grenzte nicht nur an Gehölzstrukturen und somit an das sich entwickelnde Gefüge des Saugrabens, sondern stellte bisher in der Blühphase Insekten zahlreich Nahrung zur Verfügung und bot Hasen Nahrung und Trocknungsfläche nach Niederschlägen.
Diese Kriterien spielten offensichtlich bei den dafür Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) keine Rolle. Der AHA muss daher feststellen, dass wieder eine Wiese Bulldozern und Schotter zum Opfer gefallen ist. Neben den weiteren Verlust eines Lebens- und Rückzugsraum, weist der AHA darauf hin, dass es sich hier durchaus um Überflutungsraum der Saale handelt. In dem Blickwinkel betrachtet, wäre ein Baustopp und Rückbau dringend geboten. An der Stelle möchte der AHA noch einmal darauf hinweisen, dass laut Umweltbundesamt und Statistischem Bundesamt momentan täglich bis 80 ha Flächen einer Neuversiegelung durch Verkehrs-, Wohnungs- und Gewerbebebauung zum Opfer fallen. Das entspricht etwa im Jahr der Fläche der Stadt München.

Im Rahmen einer Stellungnahme des AHA zum Planfeststellungsverfahren „Sanierung Tagebaurestloch Heidesee in Halle (Saale) vom 06.08.2001, beinhaltet u.a. einen umfassenden Schutz und Erhalt der Gehölz- und Röhrichtbereiche am Heidesee sowie sogar recht ausführlich Ausführungen zum Teil Überlauf zum Saugraben beinhaltet. Diese Überlegungen dienen einem intensiven Schutz und Erhalt des Gesamtgebietes zwischen Saalegebiet und Dölauer Heide; um Lebensraum und Rückzugsgebiete sowie um Biotop- und Grünverbundsysteme zu sichern und bestenfalls zu erweitern.

Der AHA fordert daher erneut mit Nachdruck das Saugrabental zwischen Halle-Neustadt und Heide-Süd von Verbauungen aller Art freizuhalten und endlich einen nachhaltigen Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz zu gewährleisten!

2a-Halle-Saugraben In Weinbergwiesen Blick Nach Südwesten  (1)
2a-Halle-Saugraben In Weinbergwiesen Blick Nach Südwesten (1)

Fotos Andreas Liste



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