AHA fordert Fortsetzung des Verbots der Jagd auf Kormorane

Bestände des Kormorans zu. Ein vollkommen normaler Prozess in einem sehr wünschenswertem Naturkreislauf und Zeichen für gute bis sehr gute Fischbestände. Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) ist das eine wünschenswerte Entwicklung, welche es fortzusetzen gilt.

Jedoch haben Fischerei- und Anglerorganisationen massiv ihren Kreuzzug gegen den Kormoran erhöht bzw. ausgeweitet. Insbesondere die täglichen Nahrungsbedarfe von schätzungsweise 400 bis 500 Gramm am Tag sowie die Brutkoloniebildung und das Vermögen gemeinschaftlich jagen zu können, bilden dabei die Grundlage der ausgeprägten und vollkommen unwissenschaftlichen Hass- und Hetzkampagnen von Organisationen, welche zum Teil –z.B. in Sachsen-Anhalt den Status eines anerkannten Naturschutzverbandes besitzen.

Dabei vernachlässigen diese Damen und Herren, dass Teiche mit unnatürlich hohen Fischbeständen, isolierte Fischbestände in nicht durchgängigen Gewässersystemen so wie fehlende Versteckmöglichkeiten in strukturell verarmten Gewässern das eigentliche Problem für die Fische und ihren Fischbestand darstellen.

Ebenfalls dürfte allgemein bekannt sein, dass ferner unnatürlich begradigte, ausgebaute und versiegelte Fließgewässer ohne Gewässerschonstreifen und vielfältigen Sohlbereiche und Uferzonen mit Versteckmöglichkeiten für Fische sowie fehlender oder eingeschränkter Durchlässigkeit die Hauptbedrohung u.a. für die Fischfauna darstellen. Deswegen fordern Umwelt- und Naturschutzverbände –so auch der AHA immer wieder mit Nachdruck, dass wir dringend naturnahe, strukturreiche, durchlässige, ökologisch vernetzte und unverbaute Gewässer benötigen.
Darüber hinaus weist der AHA darauf hin, dass mit der Schaffung idealer Brut und Lebensraumbedingungen z.B. für Seeadler, Steinadler, Uhu und Habicht, u.a. natürliche Feinde des Kormorans noch mehr Bedeutung erlangen können. Im Übrigen zählen auch Silbermöwe und Nebelkrähen sowie bei Bodennestern und Nestern in niedrigen Büschen der Fuchs zu den natürliche Feinden. Somit haben Kormorane ebenfalls als unverzichtbarer Teil der Nahrungskette, einen sehr wichtigen Platz in der Natur.

Die künstlich und massiv geschürte Angst- und Hasskampagne von Fischerei- und Anglerverbänden, zeugt von einer einst überwunden geglaubten Umgangsweise mit Tieren, welche ohne Logik und entgegen jeglicher Fachlichkeit, unverdienterweise für gravierende und unverantwortliche Fehler der Menschen herhalten soll. Dieses Handeln und Vorgehen hat z.B. zu einem Exzess Anfang August am bayerischen Chiemsee geführt, wo die brutale Kreuzigung eines Kormorans erfolgte und das im 21. Jahrhundert!

Nunmehr hat die sachsen-anhaltische Landesregierung, in ihrer immer wieder deutlich erkennbaren Inkompetenz, Interessen- und Lustlosigkeit in Sachen Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz, eine Verordnung zur Jagdfreigabe auf den Kormoran verabschiedet. Was soll man aber auch von einer Landesregierung erwarten, welche sich dogmatisch, unbelehrbar und wider besseren Wissens gebetsmühlenartig für den Ausbau der Elbe, die Errichtung nutz- und sinnloser Kanäle wie den Saaleseitenkanal und den Saale-Elster-Kanal sowie die brachiale Forstsetzung der Bundesautobahnen 14 und 143 einsetzt. Dagegen tritt sie u.a. bei der Rückgabe von Auen an Fließgewässer, Renaturierung von Gewässern u.a. in Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie-, Entwicklung alternativer umweltfreundlicher Verkehrskonzepte, der Beförderung einer umwelt- und naturverträglichen Forst- und Landwirtschaft sowie der Schaffung und Entwicklung von Biotop- und Grünverbünden ganz massiv auf die Bremse.

Alles im Allen fordert der AHA, im klaren, eindeutigen, konsequenten und massiven Widerspruch zu den Hetz- und Hasskampagnen von Fischerei- und Anglerverbänden, den Kormoran endlich als schützenswerten Bestandteil in unserer Natur und Landschaft zu akzeptieren und unverzüglich die Erlaubnis zur Bejagung des Kormorans zurückzunehmen! In dem Blickwinkel betrachtet, gilt es zudem deren Status als anerkannten Naturschutzverband auf den Prüfstand zu stellen.



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