Zweiter Ernteeinsatz in Dessau

Am Mittwoch, dem 29.7. 2020, fuhren 2 Mitglieder des AHA nach Dessau-Roßlau, um auf der Streuobstwiese am Landhaus erneut Klaräpfel zu ernten. In zwei Stunden konnten wieder ca 100kg Früchte gepflückt werden.
Blühende Gräser und reifes Obst lockten eine Vielzahl von Insekten an- z.B. Hornissen, Schachbrettfalter und Ochsenaugen ( Foto).
Eine Stieleiche scheint sich zwischen den Apfelbäumen wohl zu fühlen.
Noch immer sind die Klarapfelbäume nicht restlos abgeerntet, dieses Jahr ist sehr ertragreich.

Fotos & Text: Isabell Schneider


Apfelernte auf der Streuobstwiese Dessau

Wenn der Monat Juli dem Ende entgegen geht, wird die erste Apfelsorte im Jahr erntereif – der Klarapfel.
Auf der vom AHA gepachteten und betreuten Streuobstwiese in Dessau/Roßlau am Landhaus, stehen etliche Bäume dieser Apfelsorte, die in diesem Jahr reichlich Früchte tragen. Die Erntezeit ist relativ kurz, da die Äpfel schnell reifen und nicht gelagert werden können, also zum sofortigen Verzehr bestimmt sind. Am Sonntag, dem 26.07.2020, wurden deshalb ca. 100 kg Äpfel gepflückt und am darauf folgenden Montag in 2 hallesche Geschäfte mit biologischem Obst- und Gemüseangebot gebracht.
Ein weiterer Einsatz ist in kürzerer Zeit geplant.

Die Äpfel eignen sich hervorragend als Belag für Kuchen und zur Musherstellung.

Im Herbst werden dann die Saftäpfel reif.

Ein Blick auf die Streuobstwiese Braunsche Lache mahnt dringend zum sofortigen Handeln, um gute Obstbäume doch noch zu retten, das Areal zu pflegen und so Insekten und Vögel Nahrung zu geben.

Fotos & Text: Isabell Schneider

Streuobstwiese „Am Landhaus“

Situation Braunsche Lache


Arbeitseinsatz auf der Streuobstwiese am „Landhaus“ in Dessau-Roßlau

1500 DSC05800Am 18.07.2020 fand der 16. Arbeitseinsatz auf der Streuobstwiese am „Landhaus“ in Dessau-Roßlau statt. Es galt, die am 20.06.2020 begonnenen Mahdarbeiten fortzusetzen. Wie im Juni fanden sich AHA-Mitglieder und Gäste ein, um mit Motor- und Handsensen auch diesmal demhohen Gras mit all seinen Verkrautungen Herr zu werden. Dies forderte aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Einiges ab. Neben Erdwespen, die sich durch die Arbeiten gestört fühlten und ensprechend reagierten, war auch diesmal wieder eine große Anzahl von Schmetterlingen und kleinen Grasbewohnernzu beobachten, die sich auf und in der Streuobstwiese tummelten. An einigen Apfelbäumen waren reichlich Äpfel zu sehen, die auf eine gute Ernte hoffen lassen.

Bei einem stärkenden Picknick fanden sich alle noch einmal zusammen und zogen eine positive Bilanz des Arbeitseinsatzes.

Der nächste Arbeitseinsatz auf der Streuobstwiese „Am Landhaus“ in Dessau-Roßlau findet am 17.10.2020 statt.

Fotos: Esther Zalm
Text: Christine Fröhlich


Der AHA fordert sofortige Einstellung der Planungen zur Errichtung und zum Betrieb einer weiteren Deponie im Bereich Halle-Ammendorf

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) verfolgt mit großer Sorge die fortgesetzten Pläne der Firma Papenburg eine Deponie für Bauschutt im Bereich des halleschen Stadtteiles Ammendorf zu errichten und dabei zudem noch ein 3,7 ha großes Waldstück zu zerstören. Neben des Unverständnisses, dass eine Aufarbeitung von Bauschutt nicht möglich sein soll, besteht die dauerhafte Gefahr, dass Schadstoffe in den Untergrund und somit auch in das Grundwasser gelangen können.
Für den AHA stellt sich schon die Frage, welche Rolle die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Stadt Halle (Saale) im Verhältnis zu dem Unternehmenskonstrukt der Papenburgs spielen. Dabei hat man den Eindruck gewonnen, dass man auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler gerne den Handlanger und Goldesel spielt. In dem Blickfeld betrachtet sind auch die natur- und umweltzerstörenden Baumaßnahmen u.a. am Gimritzer Damm und in der Heideallee zu betrachten. Schließlich schließt sich der Bogen beim vermehrten Aufkommen von Bauschutt.
Nicht zum ersten Mal zeigt die Verwaltung der Stadt Halle (Saale) keine Transparenz bei den Genehmigungsverfahren für eine neuerliche Deponie in Ammendorf. Dazu zählt, dass bisher keine ordnungsgemäße Beteiligung der Öffentlichkeit, wozu auch Umwelt- und Naturschutzorganisationen gehören, stattgefunden hat.
Der AHA fordert daher wiederholt und mit Nachdruck einen sofortigen Stopp aller Planungs- und Genehmigungsaktivitäten.
Ferner möchte der AHA im Rahmen seiner ehrenamtlichen und gemeinnützigen Möglichkeiten eine Plattform für ein Engagement für eine umwelt-, natur- und landschaftsvernünftige Entwicklung des Deponiegeländes bieten.

Wer Interesse hat ehrenamtlich daran mitzuarbeiten, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V.
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345/2002746
Fax.: 01805-684 308 363

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 26.07.2020


AHA setzt sich für Schutz, Erhalt und Entwicklung der Elbe ein

1500 45 Torgau-Wittenberg
Sonnenblume am Radweg zwischen Elsnig und Polbitz

Die Elbe, mit 1.091 Kilometern Länge der vierzehntlängste Fluss in Europa, entwässert ein Einzugsgebiet von etwa 148.000 Quadratkilometern. Auf Grund der Tatsache, dass die Elbe nicht in einen anderen Fluss, sondern ins Meer – Nordsee – mündet und eine gewisse Größe hat, gilt sie als Strom.
Entlang der Elbe befinden sich zahlreiche arten- und strukturreiche Auenlandschaften, wovon ein großer Teil naturnahe Strukturen besitzen.
Daher sind große Teile der Elbe u.a. als Biosphärenreservate, Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiete, Gebiete nach der europäischen Natura 2000-Richtlinie, Europäische Vogelschutzgebiete sowie örtlich als flächenhafte Naturdenkmale ausgewiesen. Andrerseits gibt es immer wieder Ausbaupläne und -aktivitäten, wozu die Uferschotterungen und Buhnenertüchtigungen gehören. Ferner haben wasserbauliche Einschränkungen durch Deichbaumaßnahmen, Zersiedlung und Verkehrstrassenbau massiv die Aue beeinträchtigt.
Ferner gilt es eine wissenschaftlich fundierte Schutz- und Entwicklungskonzeption auch für die Elbe und ihre Nebengewässer zu erstellen, welche als Beratungs-, Diskussions- und letztendlich als Beschlussgrundlagen für einen nachhaltigen Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz sowie eines ordnungs- und zeitgemäßen Umgang mit Hochwasser dienen muss. Besorgniserregend ist dabei aus Sicht des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA), dass noch immer weiträumig Altauen vom Hochwasserregime der Elbe und ihrer Nebengewässer abgeschnitten sind. Hier sind nach Auffassung des AHA umfassende Aktionen zur Zurückverlegung oder gar kompletten Beseitigung von Deichen zu prüfen. Dafür dürfen schon aus infrastrukturellen Gründen, finanziell und materiell unterstützte Umsiedlungen aus den Auen heraus kein Tabu mehr sein.
Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) setzt sich nunmehr seit mehreren Jahrzehnten länderübergreifend für den Schutz, Erhalt, Entwicklung und Betreuung von Auenlandschaften. Im Rahmen einer Fahrradexkursion am 25.07.2020 nahm sich der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. schwerpunktmäßig dem Schutz, Erhalt und Entwicklung der Elbe und ihrer Aue zwischen der Großen Kreisstadt Torgau und der Lutherstadt Wittenberg sowie im Mündungsgebiet der Schwarzen Elster und ihrer Auenlandschaft an.
Die Fahrradexkursion startete am Bahnhof Torgau und führte als Erstes durch den mehr oder minder vom Schwarzen Graben – später Schwarzer Bach bzw. Weinske – geprägten Stadtpark, welcher das Stadtgebiet durchzieht und somit als Naherholungsgebiet sowie als vielfältigen Biotop- und Grünverbund dient. An der Elbe angekommen, lässt sich eine in östlicher Richtung weitläufigere Aue erkennen, welche Bestandteil des 8.500 ha großen Landschaftsschutzgebietes Elbaue Torgau ist.
Im Rahmen der Fahrradexkursion lässt der Blick von Torgau-Repitz in die Elbaue ein umfassendes naturnahes Entwicklungspotential in der Elbaue der Stadt erkennen.
Mit sehr großer Sorge ist jedoch im zunehmenden Maßnahme zu beobachten, dass im Bereich der Großen Kreisstadt Torgau sowie auf dem gegenüberliegenden Elbufer, verstärkt Wohnmobile mitten in der Elbaue abgeparkt sind. Hier erscheint es dringend geboten, sofort Abhilfe zu verschaffen. Gleiches fordert der AHA für Angler, welche mit ihren Kraftfahrzeugen ebenfalls die Elbwiesen und Uferbereiche befahren.
Eingebettet in einen großräumigen Verbund mit den Landschaftsschutzgebieten Dahlener Heide und Dübener Heide sowie großräumiger gesehen bis zur Aue der Schwarzen Elster gilt es das Entwicklungs- und Gestaltungspotenzial in dem sehr vielfältigen Landschafts- und Naturraum weiterhin zu nutzen. Dazu kann auch die Unterschutzstellung einiger Gebiete nach der Fauna-Flora (FFH)-Richtlinie dienen, wozu „Großer Teich Torgau und benachbarte Teiche“ und „Elbtal zwischen Müllberg und Greudnitz“ eindeutig dazugehören. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) der Großen Kreisstadt Torgau aus dem Jahr 2010 bildet dafür durchaus eine gute Ausgangsbasis.
Die ca. 14,8 ha große Alte Elbe im Ort Döbern in der Gemeinde Elsnig, bildet einen sehr wichtigen Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Eingebettet in einen umfassenden Weichholzauengürtel und Röhricht lässt sich unschwer eine starke Eutrophierung erkennen, welche zur Beeinträchtigung des Fischbestandes sowie langfristig zur Verlandung des Elbealtarmes führen kann. Damit ginge jedoch auch ein sehr wichtiges Zeugnis einer einst mit zahlreichen Armen versehenen Elbe verlaufen. Eine im Ort Mockritz der Gemeinde Elsnig aufgeführte Darstellung zur Schaffung eines Mockritzer Elbdurchstiches im Jahr 1745 lässt vermuten, dass dies auch Auswirkungen auf den Altarm in Döbern hatte.
Die Hitze und die damit einhergehende flächendeckende Dürre insbesondere in den Sommern in den Jahren 2018 und 2019, aber auch die gegenwärtige Niederschlagsarmut haben zudem zur starken Austrocknung des Elbealtverlaufes geführt.
Nach Auffassung des AHA gilt es unverzüglich eine wissenschaftliche Untersuchung mit darauf aufbauender Schutz- und Entwicklungskonzeption zu erstellen. Nur so lassen sich fundierte Schritte und Maßnahmen zum Schutz, Erhalt, Entwicklung und Betreuung der Alten Elbe in Döbern ableiten.
Für die Exkursionsgruppe deutlich erkennbar ein abgezäunter roter Backsteinbau in unmittelbarer Nähe zum Ortseingang Mockritz. Nach Ansicht des AHA ließe sich das Gebäude so umbauen, dass Säugetiere wie Fledermäuse, Vogelarten und Insekten hier Unterschlupf und Rückzugsraum finden können. Ferner eignet sich der Ort für die Aufzucht von Jungen bzw. Brutstandort.
Mit Sorge, großem Interesse und Wille das Anliegen zu unterstützen ist der Aufruf zum Schutz und Erhalt des Flächennaturdenkmals Lerchenspornhohlweg an der Weinske beim AHA angekommen. Neben der Aufforderung zum Stopp der Beweidung des Auenwaldrestes erscheint es sinnvoll zu sein, Räume zur sukzessiven Erweiterung des kleinen Auenwaldes zu finden, um so den Raum stabiler entwickeln zu lassen, um somit ebenfalls die Möglichkeiten eines Auenwaldes als Lebens- und Rückzugsraumes zu verbessern. Ferner gilt es den gegenwärtig starken Verkehr mit landwirtschaftlicher Großtechnik auf den Prüfstand zu stellen. Gerade in der Sommerzeit und zur Ferienzeit ist eine massive Zunahme von Fahrrad- und Fußgängerverkehr festzustellen. Da bilden schnellfahrende Großtraktoren mit Anhängern eine sehr große Gefahr für Gesundheit und Leben der Menschen, welche den asphaltierten Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad benutzen. Außerdem bedroht dieser landwirtschaftliche Kraftfahrzeugverkehr den wegbegleitenden Gehölzbestand, welcher zu großen Teilen aus Stieleichen besteht. Nach der Auffassung des AHA ist eine wissenschaftlich fundierte Schutz- und Entwicklungskonzeption für das Flächennaturdenkmals Lerchenspornhohlweg unter Einbeziehung der Weinske dringend geboten. Immerhin zeigt sich auch hier, dass die Nährstoffeinträge z.B. aus Landwirtschaft und Einträgen aus der Luft das Auengebiet stark negativ prägen.
Der Neubau eines Deiches am östlichen Rand des flächenhaften Naturdenkmals führt zudem zum verstärkten Abschnitt von der Hochwasserdynamik der Elbe. Hinzu kommt, dass keine Anstalten einer Deichrückverlegung zu erwarten ist. Dabei besteht zwischen Torgau bis Wittenberg ein deutlich erkennbarer Raum an Altaue, welchen es gilt der Elbe und ihrer Nebengewässer als Entwicklungs- und Hochwasserraum zurückzugeben gilt.
Im Nordbereich der Gemeinde Elsnig, welche stark von der Weinske und ihrer Aue geprägt ist, entdeckte die Exkursionsgruppe ein ca. 3,9 ha großes Feld, welches wie im Jahr 2017 mit einem Gemisch von Sonnenblume, Phacelia, Echten Buchweizen etc. bestanden war. Dies trägt zur Belebung der Agrarlandschaft bei, indem z.B. Hasen und Insekten Nahrung finden können sowie Maßnahmen der Bodenverbesserung damit verbunden sind.
Erfreulicherweise waren auch andernorts Felder mit Luzerne bestanden. Diesen Prozess gilt es verstärkt zu befördern. Hinsichtlich der Weinske sei angemerkt, dass der 44,4 km lange Fluss mit einem Einzugsgebiet von 356 km², als Schwarzer Graben bei Böhlitz entspringt, dann im Oberlauf den Namen Schwarzer Bach trägt und im Unterlauf sich Weinske nennt und so im Gemeindegebiet von Elsnig in die Elbe mündet. Das Fließgewässer prägt somit nicht unerheblich Teile der Elbaue mit, hat Funktionen als Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten sowie hat Bedeutung als Biotop- und Grünverbundraum. Wie alle Gewässer benötigen auch Schwarzer Graben/Schwarzer Bach/Weinske ausreichend Gewässerschonstreifen, um sich naturnah entwickeln zu können sowie die Abdrift von Nährstoffen und Pestiziden abzumildern. Besorgniserregend weist auch dieses Gewässer Folgen starker Nährstoffeinträge auf, welche sich in Algenwuchs und Verlandungstendenzen zeigen. Nicht minder alarmierend sind Austrocknungserscheinungen im Bereich des Flächennaturdenkmals Lerchenspornhohlweg in Elsnig.
So wie im Elbabschnitt zwischen Elsnig und Dommitzsch war in dem Exkursionsgebiet zwischen Torgau immer wieder zu erkennen, dass Kraftfahrzeuge bis direkt an das Ufer der Elbe heranfahren. Hier gilt es im Interesse des Schutzes und Erhaltes von Umwelt, Natur und Landschaft Einhalt zu gebieten.
In Dommitzsch entdeckte die Exkursionsgruppe an der Ecke Pretzscher Straße/Sandstraße eine erfreulicherweise eingerichtete Schmetterlingswiese. Beispielhaft kann dabei u.a. die Wiese am Bienengraben dienen, wo sich auch Weißstörche auf Nahrungssuche befanden.
Dagegen benötigt der Dommitzscher Grenzbach mehr naturnahere Entwicklungsmöglichkeiten, welche es wissenschaftlich fundiert zu erarbeiten gilt.
Dazu lassen sich gute Ansätze am Schahmühlenbach im Grenzgebiet zwischen dem Freistaat Sachsen und dem Land Sachsen-Anhalt bzw. der Städte Dommitzsch und Bad Schmiedeberg zu erkennen. In dem Gebiet suchte die Exkursionsgruppe vergebens einen errichteten Biberdamm mit Aufstauung des Schahmühlenbaches, welchen man zur Fahrradexkursion am 28.07.2018 noch beobachten konnte. Nun stellt sich der AHA die Frage, wer die Beseitigung des Biberdammes veranlasst und umgesetzt hatte. Neben der der erfreulichen offensichtlichen Ansiedlung des Bibers, trägt so ein Wasseraufstau zur hydrologischen Versorgung des von Hitze und Dürre geprägten Umlandes bei. Jedoch andernorts – z.B. im Bereich Sachau – sind Verbauungen und Begradigungen erkennbar, welche es wissenschaftlich konzeptionell vorbereitet, zu beseitigen gilt. Ferner lässt sich flächendeckend ableiten, dass der Nährstoffeintrag unbedingt einer massiven Reduzierung bedarf. Das trifft auch auf den Elbealtverlauf in Priesitz zu.
Im Ort Klöden der Stadt Jessen (Elster) nahm man den Klödener Riss in Augenschein, welcher auf 96 ha als Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet ausgewiesen ist. Auch hier haben Eutrophierung z.B. durch Landwirtschaft und Einleitung von Siedlungsabwässer massive Spuren hinterlassen. Absichten das sehr wertvolle, arten- und strukturreiche Gebiet in der Elbaue zu sanieren bedarf nach Auffassung des AHA eine wissenschaftlich fundierte Bearbeitung, um die Arbeiten weitere oder gar größere Schäden herbeizuführen. Das es vorhandene Bauwerke zu entfernen gilt dürfte genauso unumstritten sein, wie die massive Reduzierung von Nährstoffeinträgen aller Art.
Darüber hinaus bedarf es einer massiven Durchsetzung des Verbotes des Angelns sowie des Befahrens der Uferzonen.
Eine Streuobstwiese östlich des Schutzgebietes Klödener Riss, in unmittelbarer Ortsnähe zu Klöden weist Obstbäume auf, wo unbedingt Pflegemaßnahmen durchzuführen sind.
Entlang der Verbindungsstraße zwischen den beiden Ortsteilen Schützberg und Gorsdorf der Stadt Jessen, im Abschnitt zwischen Schützberg und dem Schöpfwerk an der Landlache entdeckte die Exkursionsgruppe am Straßenrand einen toten Weißstorch. Offensichtlich fiel er einer Kollision mit einem Kraftfahrzeug zum Opfer. Für den AHA ist das ein schwerer Verlust für den Bestand an Weißstörchen. Hier gilt es unverzüglich die Todesursache zu klären.
Im Ort Gorsdorf der Stadt Jessen (Elster) erreichte man den Mündungsbereich der Schwarzen Elster.
Die 198,5 km lange Schwarze Elster, welche bei Kindisch im Lausitzer Hügelland im Freistaat Sachsen entspringt, dann das Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet, das Senftenberger-Finsterwalder Becken, dabei den Freistaat Sachsen und die Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie u.a. die Ortschaften Elstra, Kamenz, Milstrich, Wittichenau, Hoyerswerda, Elsterheide, Senftenberg, Ruhland, Lauchhammer, Elsterwerda, Bad Liebenwerda, München in Uebigau-Wahrenbrück, Herzberg und Jessen durchfließt und letztendlich südlich von Elster (Elbe) in die Elbe mündet, bildet trotz massiver wasser- und bergbaulicher Eingriffe ein sehr vielfältiges, bedeutsames entwicklungsfähiges und schützenswertes Fluss- und Auensystem.
Bereits die Ausbaumaßnahmen in den Jahren 1852 bis 1861 haben, welche im Abschnitt 8 km oberhalb von Senftenberg bis 6 km oberhalb der Kremitzmündung in Folge von Durchstichen zum Wegfall von Mäandern, massiven Begradigungen und zu einer Wasserlaufverkürzung um etwa 30 km sowie Flussnahen Eindeichungen führten, zu massiven Störungen im Fluss- und Auenbereich der Schwarzen Elster beigetragen.
Ferner fanden im Zeitraum der Jahre 1945 bis 1969 weitere massive Ausbaumaßnahmen im Bereich 6 km oberhalb der Kremitzmündung bis zur Mündung in die Elbe statt, welche einen stark begradigten und vollständig eingedeichten Fluss hinterließen.
Somit verlor der einst stark mäandrierende Unterlauf seine besondere Strukturvielfalt.
Des Weiteren führten großflächige Erschließungen von Braunkohlefeldern zwischen Hoyerswerda und Lauchhammer sowie 13 Talsperren zu weiteren massiven, flächendeckenden und raumübergreifenden anthropogenen Einflüssen im Einzugsgebiet der Schwarzen Elster.
Das im Unterlauf der Schwarzen Elster mit Anordnung vom 11.09.1967 ausgewiesene 442 ha große Naturschutzgebiet „Untere Schwarze Elster“ ist von umfassenden vielfältigen Auenlandschaften geprägt und lässt deutlich die Altmäander erkennen.
Offenbar basierend auf den im Jahr 1997 entstandenen wissenschaftlichen Artikeln der Goethe-Universität Frankfurt am Main „Vegetationskundliche und faunistische Untersuchungen im NSG „Untere Schwarze Elster“: 1. Vegetation“ (Guido Warthemann, Birgit Krummhaar) und „Vegetationskundliche und faunistische Untersuchungen im NSG „Untere Schwarze Elster“: 2. Fauna“ (Klaus-Jürgen Seelig, Bernd Simon, Uwe Zuppke) veröffentlichte Sachsen-Anhalt Natura 2000 folgende Gebietsbeschreibung zum EU SPA Mündungsgebiet der Schwarzen Elster (SPA0016), Zitat:

„Das EU SPA Mündungsgebiet der Schwarzen Elster befindet sich ca. 10 km südöstlich von Lutherstadt Wittenberg und umfasst den Mündungsbereich der Schwarzen Elster in die Elbe. Das 3.921 ha große Gebiet umfasst die weitläufigen Flussauen von Elbe und Schwarzer Elster sowie die Altarme und Altwasser der Naturschutzgebiete Großer Streng, Untere Schwarze Elster und Alte Elbe Bösewig. Die West-Ost-Ausdehnung des EU SPA beträgt zwischen Dabrun und Jessen ca. 14 km. Die südlichen Elbewiesen erstrecken sich bis an die Ortschaften Kleinzerbst und Klöden heran. Innerhalb des EU SPA befinden sich keine Siedlungen, jedoch grenzen zahlreiche Ortschaften an das Schutzgebiet an.
Das EU SPA wurde im Jahr 2000 bereits mit einer Fläche von mehr als 3.300 ha an die EU-Kommission gemeldet und bei der Überarbeitung der Gebietsvorschläge im Jahr 2003 auf die heutige Ausdehnung erweitert. Es ist vollständig in der FFH-Gebietskulisse enthalten, in wesentlichen Teilen als NSG gesichert und zu großen Teilen auch Landschaftsschutzgebiet. Bis auf die Ackerflächen zwischen Bleddin und Wartenburg ist das EU SPA außerdem im Bundesländer übergreifenden Biosphärenreservat Mittelelbe enthalten.
Naturräumlich gehört das Gebiet zum Elbe-Elster-Tiefland innerhalb des Elbe-Mulde-Tieflandes. Als Landschaftseinheiten sind in den auf die Elbeauen entfallenden Flächenanteilen das Dessauer Elbetal und im Ostteil entlang der Schwarzen Elster die Einheiten Annaburger Heide und Schwarze-Elster-Tal vertreten. Große Teile des EU SPA liegen in den natürlichen Überflutungsbereichen von Elbe und Elster. In den Überflutungsauen sind zahlreiche Altarme und Altwasser der beiden Flüsse erhalten. Hochwasserschutzdeiche umgeben nahezu das gesamte EU SPA, wobei die Deichanlagen überwiegend auch die Gebietsgrenze darstellen. Innerhalb der Deichlinie wird Grünlandnutzung in unterschiedlicher Intensität betrieben. Manche Bereiche sind landwirtschaftlich nicht oder nur extensiv nutzbar, jedoch ist auch Intensivgrünland vorhanden (SIMON & SIMON 2007). Die intensive Nutzung führte zu artenarmen Pflanzengesellschaften, nur in unzugänglichen nassen Senken finden sich noch Seggen- und Wasserschwadengesellschaften. In einigen Feuchtwiesen sind auch bemerkenswerte und gefährdete Arten, wie Gottes-Gnadenkraut oder Langblättriger Ehrenpreis, vertreten. Ackerflächen befinden sich innerhalb des Vogelschutzgebietes nur im Bereich südlich von Wartenburg. Die Uferbereiche von Elbe und Schwarzer Elster sowie der Altarme werden von charakteristischen Pflanzengesellschaften der Ufer- und Verlandungszonen oder Schlickflächen eingenommen. Laichkraut- und Wasserschlauchbestände, Igelkolben und Pfeilkraut sind nur einige Beispiele für die Mannigfaltigkeit der Ufervegetation. Die weitläufige, mit ausgedehnten Grünländern, Altwassern, versumpften Flächen, Röhrichten und Hochstaudenfluren durchsetzte Auenlandschaft wird weiterhin durch Weichholzauenreste und Einzelbäume, darunter alte Stieleichen und Ulmen als Reste einer Hartholzaue, strukturiert (SIMON & SIMON 2007).“ Zitat Ende

Eigentlich müssten diese Erkenntnisse und deren Darstellung zu einem massiven Umdenken beim Schutz, Entwicklung und Betreuung der Schwarzen Elster führen. Leider hält das Land Sachsen-Anhalt an den zerschneidenden Deichausbaumaßnahmen fest. So hat das Land Sachsen-Anhalt entlang der Dorfstraße in der Stadt Jessen, Ortsteil Gorsdorf direkt an der Nahtstelle zu dem NSG „Untere Schwarze Elster“ eine massive Spundwand errichtet. Somit verdeutlicht das Land Sachsen-Anhalt das Festhalten an dem massiven Einbau der Aue der Schwarzen Elster und missachtet den Schutzstatus, die Schutzwürdigkeit und die Entwicklungsmöglichkeit der Schwarzen Elster und ihrer Aue. Dazu zählt nach Auffassung des AHA eine mögliche Wiederanbindung der Altverläufe sowie umfassende Deichrückverlegungen bis hin zu Aufhebungen von Deichen zu prüfen. Nur so lässt sich ein nachhaltiger Umgang mit Hochwasser in der Wechselbeziehung zwischen Fluss und Aue, einhergehend mit dem Schutz, Erhalt und Weiterentwicklung als flächendeckender, arten- und strukturreicher Lebens- und Rückzugsraum realisieren.
Das Resümee der gesamten Fahrradexkursion, welche in der Lutherstadt Wittenberg endete, lautet, dass sich auch die Elbe und ihre Aue ab Torgau vielfältig, arten- und strukturreich darstellt. Als Beispiel können u.a. auch die belegten Storchennester in Döbern, Schützberg, und Gallin, zahlreich belebte Elbaltarme sowie die vielfältige Aue dienen. Jedoch bewirken Deiche nah am Fluss, starke Nährstoffeinträge und Verbauungen in der Landschaft, dass noch ein massiveres Umsteuern erforderlich ist. Nur weitläufige, arten- und strukturreiche Auen können ihre ökologischen und hydrologischen Aufgaben und Funktionen wahrnehmen.
Der gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) beabsichtigt daher sich sehr intensiv für den Schutz, Erhalt und naturnahe Entwicklung der Elbe zwischen Torgau und Wittenberg sowie der Schwarzen Elster, ihrer Fluss- und Auenlandschaften, ihrer Nebengewässer sowie angrenzender Natur- und Kulturlandschaften einzusetzen.
Dies soll in Form von Stellungnahmen, Vorschlägen, Exkursionen sowie Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit geschehen.
Auf Grund der vielfältigen Aufgaben beabsichtigt der AHA verstärkt im Rahmen seiner ehrenamtlichen Möglichkeiten seine räumlich, fachlich-inhaltlichen und organisatorischen Tätigkeiten und Aktivitäten im Bereich der Elbe und der Schwarzen Elster zu intensivieren.
In dem Zusammenhang möchte der AHA ehrenamtliche Regional-, Orts- und Arbeitsgruppen in der Region der Elbe und der Schwarzen Elster bilden. In diesen AHA-Gruppen können ehrenamtliche Interessenten unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung und Beruf mitwirken. Wer Interesse hat, wende sich bitte an folgende Kontaktmöglichkeiten:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Ortsgruppe Dessau-Roßlau

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Leipzig und Umland
Otto-Adam-Straße 14
04157 Leipzig

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 26.07.2020

Fotos: Sabine Schauer


AHA hält besonderen Schutz von Amselgrund und NSG Peißnitznordspitze in Halle für dringend notwendig!

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Blick über die Saale zur Peißnitznordspitze und Amselgrund

Bekanntlich besteht die dringende Notwendigkeit Natur und innerstädtisches Grün so unberührt wie möglich entwickeln zu lassen. Dazu zählt nach Ansicht des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) insbesondere auch die Fluss- und Auenlandschaft der Saale im zentralen Stadtgebiet von Halle (Saale). Diese Natur- und Landschaftsbestandteile fungieren als Rückzugs- und Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, Biotop- und Grünverbund, als Kalt- und Frischluftkorridore sowie nicht zuletzt als Retentionsfläche des Flusses. Moderne und nachhaltige Stadtplanung berücksichtigt genau diese Herangehensweise und beinhaltet richtigerweise eher die Erweiterung und Vernetzung von verschiedenen und gleichartigen Natur- und Grünräumen.
Dazu zählen ganz besonders Landschaft und Natur im Bereich des Amselgrundes und des ca. 10 ha große Naturschutzgebiet (NSG) Peißnitznordspitze sowie die angrenzenden Bereiche von Saale/Wilder Saale. Das NSG Peißnitznordspitze befindet sich in enger Korrelation mit dem Naturschutzgebiet ”Forstwerder“ zusammen das FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ sowie mit dem geschützten Landschaftsbestandteil Amselgrund und Kreuzer Teichen, dem geschützten Landschaftsbestandteil Amtsgarten und dem flächenhaften Naturdenkmal Klausberge im Grün- und Biotopverbund steht. Außerdem bildet die Wilde Saale den Verbindungsraum zum Sandanger, zu den Hangwäldern an den Weinbergen sowie zum Saugrabental bis hin zur Dölauer Heide.
So ist es aus Sicht des AHA bereits unverantwortlich, den von seiner Vorgängerorganisation Arbeitskreis Umweltschutz Halle in der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund der DDR im Jahr 1983 massiv mit erwirktem Verbot des Befahrens der Wilden Saale wieder zu kippen. Die Wilde Saale hat sich im Rahmen der Schutzmaßnahmen seit dem Jahr 1983 zu einem sehr wichtigen, arten- und strukturreichen Lebens- und Rückzugsraum entwickelt. Hier brüten z.B. Eisvögel, vereinzelt auch Beutelmeise und überwintern Gänsesäger und zahlreiche Entenarten. In letzter Zeit taucht auch der besonders geschützte Biber auf und lebt bekanntlich der Eremit. Ferner tangiert die fast unverbaut gebliebene und sich streckenweise sehr naturnah entwickelte Wilde Saale das ca. 10 ha große Naturschutzgebiet (NSG) Peißnitznordspitze.
Alles Gründe, welche die Öffnung der Wilden Saale für Bootsverkehr aller Art, somit auch für Paddler, ausschließen muss, wenn man sich fachlich korrekt verhält und zudem nach Recht und Gesetz handelt !
Die bereits durchgeführten Asphaltierungen von Wegen bis an das NSG Peißnitznordspitze und durchgeführten Holzungsarbeiten an den Ufern der gesamten Peißnitzinsel lassen erahnen, fanden unverantwortlicher Weise seit dem Sommer in der Freigabe der Wilden Saale für den Bootsverkehr ihre Fortsetzung. Die Gefahr massiver Holzungen und der Beseitigung einer sehr wichtigen Kies- und Sandbank in Höhe des Gimritzer Parks und des Sandangers sind keinesfalls gebannt. Diese Maßnahmen fänden dann jedes Jahr Neuauflage, um die Wilde Saale schiffbar zu halten. Dann ist es nur die Frage der Zeit, wann das erste Motorboot den Flussteil befährt.
Nach Auffassung des AHA sieht das Ganze ferner danach aus, die Paddler in die Nebenarme „abzuschieben“, um den schnellen und langsamen Motorbooten auf den Saalehauptarmen den freien Raum zu überlassen. Die gegenwärtigen Abgas- und Lärmbelästigungen, einhergehend mit massivem Wellenschlag, tragen schon jetzt zu massiven Störungen im Landschaftsschutzgebiet und an den NSG bei.
Alles zusammen genommen führt unweigerlich zu massiven Störungen bis Zerstörungen von wertvollen Natur- und Landschaftsräumen. Darüber hinaus haben sie massive Beeinträchtigungen des Landschafts- und Stadtbildes zur Folge.
Daher fordert der AHA eine wissenschaftlich fundierte Tourismuskonzeption in und für Halle (Saale), welche Naherholung und Tourismus dem Schutz und Erhalt von Natur, Landschaft und Umwelt unterordnet. Was nützt es uns Natur und Landschaft für Naherholung und Tourismus zu nutzen, wenn diese massiv geschädigt oder gar Zerstörung erfahren soll und somit ihre Arten- und Strukturvielfalt verliert, welche aber u.a. die anziehende Wirkung für die Bevölkerung ausmacht. Daher gilt es die Flusslandschaft der Saale in Halle nicht zu „vermarkten“, sondern zu schützen, zu erhalten und zu bewahren, damit sich auch künftige Generationen in ihr erholen und entspannen können.
Ferner betrachtet der AHA seine Presseerklärung vom 15.10.2017 als Anzeige gegen die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) in Politik und Verwaltung gegenüber der EU-Kommission und der zuständigen Staatsanwaltschaft, da die bisherigen Asphaltierungen und der zu erwartenden massiven Zerstörungen im Gehölz- und Flussbereich der Wilden Saale in und am FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ im Zuge der geplanten Schiffbarmachung ab dem Jahr 2018 zu flächendeckenden und umfassenden Beeinträchtigungen und Verschlechterungen des Schutzgebietes führten bzw. führen. Bisher haben die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) in Politik und Verwaltung auf die massiven öffentlichen Mahnungen des AHA mit kompletter Ignoranz reagiert. Von daher gilt es unverzüglich dem frevelhaften Agieren in der Stadt Halle (Saale) Einhalt zu gebieten! Dazu gehört auch der vollständige Rückbau der Asphaltierungen auf den Wegen der Peißnitzinsel und Stopp weiterer Wegeausbaumaßnahmen in den Naturschutzgebieten Rabeninsel und Peißnitznordspitze und somit auch im FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“. Ferner gilt es die Sperrung der Wilden Saale sofort wiederherzustellen.
Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) bekräftigt sein absolutes Unverständnis, dass man den massiven, teilweise für die Ufervegetation zur Wilden Saale zerstörerischen Um- und Ausbau der Talstraße nicht nutzte, um entweder die Straße leicht anzuheben und Durchlässe für Amphibien und Hochwasser zuzulassen oder dies zu mindestens für Amphibien mit Röhren zu ermöglichen. Dabei ist den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Stadt Halle (Saale), aber auch den Aufsichtsbehörden, bekannt, welche ökologische und hydrologische Bedeutung dieser Teil der Saaleaue besitzt. Abgesehen davon, dass man diesen Umbau ohne öffentliche Beteiligung begonnen hatte.
Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) weist zudem immer wieder auf die sehr große Schutzbedürftigkeit des 15,2 ha großen Geschützten Landschaftsbestandteil Amselgrund/Kreuzer Teiche hin. Dieses ökologisch sehr wertvolle Gebiet nördlich der Saale und der halleschen Talstraße ist von einer Wiese mit Feuchtgebiet, von Schluchtwäldern, von Porphyrhängen mit Trocken- und Halbtrockenrasengesellschaften sowie den drei Kreuzer Teichen geprägt. Seit dem Jahre 1984 vom Arbeitskreis Umweltschutz (AKUS) Halle in der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund der DDR betreut, legte dieser Ende 1986/Anfang 1987 eine wissenschaftlich fundierte Konzeption zum Schutz und zur Entwicklung des Amselgrundes und der Kreuzer Teiche vor. Darauf aufbauend führte der AKUS ab 1987 bis zu seiner Auflösung im Januar 1990 zahlreiche Arbeitseinsätze zur Entschlammung der oberen beiden Kreuzer Teiche durch. Dem waren auch Studentensommer der früheren Pädagogischen Hochschule gewidmet. Die Konzeption und die darauf aufbauenden Arbeitseinsätze fanden mit der Ausweisung des Gebietes als Geschützter Landschaftsbestandteil, der Entschlammung des unteren und größten Kreuzer Teichs, der weitgehenden Wiederbelebung des alten Abflusses über einen kleinen Bach und der damit verbundenen Wiederentstehung eines Feuchtgebietes am Nordrand im Westteil der Wiese im Auftrage der Stadt Halle (Saale) eine würdige Fortsetzung.
Daher bekräftigt der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) immer wieder seine Forderung, dass der gesamte Amselgrund mit seiner Auenwiese, Gehölzbeständen und Uferbereichen an Saale und Wilder Saale aus Veranstaltungen aller Art herausgehalten bleibt. Zum halleschen Laternenfest im Jahr 2014 sorgte die sehr große Bühne des MDR mit sehr lautem Konzert am 30.08.2014 zu massiven Schädigungen der Wiese in Folge von Schäden durch Befahren und Massenbetreten der Wiese sowie umfassender Vermüllung aller Art. Derartige Schädigungen und Beeinträchtigungen müssen unbedingt der Vergangenheit angehören.
Die nunmehrigen Forderungen des Vorsitzenden des DRK Wasserrettungsdienst Halle/Saale e. V. Dr. Sven Thomas zu prüfen, ob man im Amselgrund im Einmündungsbereich der Wilden Saale in die Saale eine öffentliche Badeanstalt errichten kann, sind hochgradig unverantwortlich. Dieser Verein hat seine Missachtung von Umwelt, Natur und Landschaft bereits mit der vorangeschrittenen Errichtung eines „Wasserrettungszentrum für den Hufeisensee“ unter Beweis gestellt.
Eine Badestelle in dem von Dr. Sven Thomas vorgeschlagenen Bereich bedeutet schon massive Beeinträchtigungen an der Nahtstelle zwischen Amselgrund, Saale/Wilder Saale und NSG Peißnitznordspitze während der von ihm vorgeschlagenen „Geländeanpassungen“. Mit Blick auf den Badebetrieb an der Nordwestspitze der Ziegelwiese ist nach Ansicht des AHA ferner davon auszugehen, dass bei einem Massenaufkommen von Badenden eine Einbeziehung des NSG Peißnitznordspitze und der Wilden Saale nicht ausbleibt. Dazu gehören Betreten, Verlärmung und Vermüllung. Das führt zu massiven Störungen, Beeinträchtigungen und Zerstörungen im und am NSG Peißnitznordspitze, des bereits fortgeschrittenen Gehölzbestandes u.a. von Silberweide, Flatterulme, Gemeiner Esche und Stieleiche am im Amselgrund im Einmündungsbereich der Wilden Saale in die Saale sowie der angrenzenden Wiesenbereiche. Neben den Beeinträchtigungen der Schutzgebiete bedeuten solche unverantwortlichen Eingriffe eine umfassende weitere Beschädigung des Biotop- und Grünverbundes zwischen NSG Peißnitznordspitze in enger Korrelation mit dem Naturschutzgebiet ”Forstwerder“ zusammen das FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ verbunden sowie mit dem geschützten Landschaftsbestandteil Amselgrund und Kreuzer Teichen, dem geschützten Landschaftsbestandteil Amtsgarten und dem flächenhaften Naturdenkmal Klausberge.
Ferner besitzt die Saale und ihre Läufe keine Badewasserqualität nicht nur im Blick auf Krankheitskeime, sondern insbesondere auf die Schwermetallbelastung der Schlämme im Fluss, welche aus der jahrzehntelangen Abwasserbelastung aus der Chemischen Industrie herrühren.
Das scheint der hallesche Stadtrat Dr. Sven Thomas aus der vierköpfigen Fraktion „Hauptsache Halle“ unverantwortlicher Weise nicht zu wissen bzw. auszublenden.
Auf Grund der massiven Bedrohung von schützenswerter Umwelt, Natur und Landschaft an der Nahtstelle zwischen Amselgrund, Saale/Wilder Saale und NSG Peißnitznordspitze fordert der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) das die Überlegungen von Dr. Sven Thomas nicht zum Tragen kommen.
Der AHA ruft die Bevölkerung zur Mitwirkung beim Schutz von Umwelt, Natur und Landschaft auf.
Der ehrenamtliche und gemeinnützige AHA bietet hierfür eine sehr gute Plattform an.
Wer dazu Interesse hat, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345 – 2002746

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 23.07.2020

Fotos: AHA


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