AHA fordert endlich alle Planungen zum Saale-Elbe-Kanal endgültig zu stoppen

Die Errichtung eines sogenannten Schleusenkanals Tornitz, was eine klare Ausbaumaßnahme der Saale darstellt, ist nach der Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) ein weiterer erschreckender Ausdruck der Ignoranz der klaren Fakten und Tatsachen in Sachen Ökonomie, Ökologie und Klimaschutz. In dem Blickwinkel betrachtet ist es für den AHA vollkommen unverständlich das Vorhaben in den nunmehrigen Bundesverkehrswegeplan bis zum Jahr 2030 aufzunehmen. Offenbar versucht der CSU-Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt der CDU in Sachsen-Anhalt Schützenhilfe zu geben. Somit haben sich die Ewiggestrigen, wozu die gegenwärtige sachsen-anhaltinische Landesregierung und um den Chef des sogenannten Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt Manfred Sprinzek gehören, durchsetzen können.

Der angedachte ca. 7,5 km lange sogenannte Schleusenkanal Tornitz soll eine garantierte Tiefe von 3,00 m haben, während die Elbe nur eine garantierte Tiefe von 1,40 m aufweist. Somit ist der nachfolgende Ausbau der Elbe vorprogrammiert, da ansonsten die 1.000 bis 1.350 Tonnen-Schiffe diesen Fluss nicht befahren können. So hat laut Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg in den Jahren 1990 bis 2007 die Elbe durchschnittlich nur an 111 Tagen die erforderliche Fahrrinnentiefe von 2,50 m erreicht. In den Jahren zwischen 1997 und 2012 waren zwischen Saalemündung und Magdeburg 135 Tage und zwischen Tschechischer Republik und Saalemündung waren nur 125 Tage zu verzeichnen. Darüber hinaus wäre auch die Saale zwischen Halle (Saale) und Calbe (Saale) für Begegnungen zu schmal, so dass zumindestens in gewissen Abständen Ausweichstellen und am halleschen Hafen eine Wendestelle zu bauen sind. Außerdem baut in der Bundesrepublik keiner mehr 1.000 und 1.350 t-Schiffe, sondern stattdessen 2.500 t-Schiffe, welche eine garantierte ganzjährige Tiefe von 3,00-4,00 m benötigen. Darüber hinaus gibt es auch ein hydrologisches Problem. Zwar nimmt die Saale mit einem mittleren Abfluss von 115 m³/s zusammen mit der Havel Platz 2 hinter der Moldau als wasserreichster Nebenfluss ein, jedoch durchquert sie ein umfassendes Gebiet im Regenschatten des Harzes. Dieses Gebiet ist von einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge in Höhe von 450 mm gekennzeichnet. Klimaprognosen für den mitteldeutschen Raum lassen eine weitere Verringerung der Niederschlagsmengen auf ca. 300 mm erwarten. Somit ist es als problematisch zu sehen, wie die Saale den eigentlichen Lauf und einen ca. 7 km langen und ca. 3 m tiefen Kanal zusätzlich mit Wasser speisen soll.

16a-Calbe Saaledeich Östlich Von Calbe Ost Blick Nach Süd & Südosten (2)
16a-Calbe Saaledeich Östlich Von Calbe Ost Blick Nach Süd & Südosten (2)

Des weiteren gehen weiterhin wertvoller Ackerboden verloren. Schon jetzt sind von 33.000 Hektar großen Acker-Wirtschaftsflächen des früheren Landkreises Schönebeck 9.000 Hektar „bergbaurechtlich“ verkauft. Ein Saale-Elbe-Kanal trägt zur Verschärfung dieser Situation bei.

Daran ändert, nach Auffassung des AHA, auch eine vom Schönebecker Diplom-Ingenieur Christian Jung ins Gespräch gebrachte Abkürzung über die Kiesseen zwischen Calbe (Saale) und Barby (Elbe) nichts. Hier besteht sogar noch die Gefahr, dass die Kiesseen durch Eintrag von Auenschlick und Nährstoffen zusehend an Wasserqualität verlieren und verlanden könnten. Dem müsste man mit umfassenden und sehr kostenintensiven Ausbaggerungen begegnen. Auf Grund der Tatsache, dass Saaleschlamm noch immer sehr stark schwermetallbelastet ist, wäre dieser als Sondermüll zu behandeln und könnte nicht einfach im offenen Gelände gelagert oder gar auf Flächen aller Art ausgebracht werden.

Und das Ganze soll ja dann bis zu 150 Millionen Euro kosten. Nur immer wieder neue Gutachten und deren Auswertung erhöhen nur noch die Kosten, so dass man bestimmt bald von mehr als 200 Millionen Euro Kosten sprechen muss.

Dabei sind alle diese Tatsachen nun schon oft genug begutachtet worden und somit umfassend und ausreichend bekannt. Sie lassen wenig Umweltverträgliches an der Form des Ausbaus und der Saaleschifffahrt erkennen. Außerdem haben z.B. der hallesche Wirtschaftsprofessor Zabel im Jahre 2008 und die jüngste Studie vom Bundesverkehrsministerium im Auftrag gegebene Studie der Planco Consulting GmbH nachgewiesen, dass ein Saaleseitenkanal wirtschaftlich betrachtet, vollkommen überflüssig erscheint. Bereits die Prognosen der Planco-Studie von 230.000 bis 560.000 Tonnen Transportgut im Jahr erscheinen, angesichts der bisherigen Flaute im Schifffahrtsverkehr auf Elbe und Saale, sehr hoch gegriffen. Wenn selbst, die offenbar mit der heißen Nadel gestrickte Studie der vom Verkehrsministerium Sachsen-Anhalts beauftragten Dresdner Firma LUB Consulting mit utopischen 1,5 Millionen Tonnen jährlich zum Tragen kämen, ergäbe dies (Zabel 2008) immer noch eine Subventionshöhe von 18,18 Euro/t. Das entspreche bei 1,5 Millionen Tonnen im Jahr eine jährliche Subvention in Höhe von 28.200.000 Euro an Steuergeldern. Somit ist weiterhin weder eine ökonomische, noch eine ökologische Basis für ein derartiges Vorhaben gegeben.

17a-Calbe Saaledeich Östlich Von Calbe Ost Blick Nach Osten (1)
17a-Calbe Saaledeich Östlich Von Calbe Ost Blick Nach Osten (1)

Derweil hat die Deutsche Bahn auf der Strecke Halle-Magdeburg nur eine Transportauslastung von 30 %. U.a. auf Grund derartiger Mangelbelastungen haben bei der Deutschen Bahn seit dem Beginn der Bahnreform im Jahre 1994 bundesweit ca. 160.000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren.

Der AHA hält es weiterhin für dringend geboten die Schiffe dem Fluss anzupassen und nicht umgekehrt. Zudem gilt es die wertvolle, arten- und strukturreiche Natur und Landschaft für eine umwelt- und naturverträgliche Landwirtschaft sowie einen gleichgearteten Tourismus zu nutzen, um hier ernsthaft gefährdete Arbeitsplätze zu sichern. Daher hält es der AHA für dringend geboten das Vorhaben Saale-Elbe-Kanal nun endlich sowie endgültig zu stoppen und nicht weiter unnütz Steuermittel und personelle Ressourcen dafür einzusetzen.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sieht es daher nur folgerichtig, wenn die Bundesregierung am Stopp des Vorhabens Saaleseitenkanal festhält. Ferner wäre es dringend erforderlich, dass sich Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung mit einer Änderung des Bundesverkehrswegeplans endgültig von den Planungen für den ökologisch unverträglichen und ökonomisch unsinnigen Saaleseitenkanal verabschieden und in dem Zusammenhang auch einer weiteren diesbezüglichen Verschwendung von Steuermitteln einen Riegel vorschiebt.

Der AHA führt diesbezüglich am Samstag, den 23.07.2016 eine ca. fünfstündige Fahrradexkursion zum Mündungsgebiet der Saale in die Elbe durch. Als Route ist folgende ca. 25 km lange Strecke vorgesehen: Schönebeck (Elbe) -> Gnadau -> Calbe (Saale) mit Standort für geplanten Kanalbeginn -> Tornitz -> Barby (Elbe) am Elbe-Saale-Camp unweit der Fähre Die Fahrradexkursion beginnt um 08:00 Uhr am Salzblumenplatz in Schönebeck (Elbe) Im Rahmen der Fahrradexkursion möchte der AHA vor Ort auf die Problematik Saaleseitenkanal und der Gefahr eines Ausbaus der Elbe hinweisen. Inhaltlich ist ferner vorgesehen auf Fragen des Hochwassers und Anstieg des Grundwassers einzugehen. In dem Zusammenhang beabsichtigt der AHA auf Möglichkeiten der Mitwirkung ehrenamtlich Interessierter im Rahmen einer angedachten AHA-Gruppe Elbe-Saale-Winkel hinzuweisen.

Fotos vom 25.07.2015: Andreas Liste


Initiative „Pro Baum“ und AHA halten Bauarbeiten in Halles Saaleaue auf Peißnitz und an Weinbergen umwelt-, natur- und landschaftsschädigend

Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) haben mit sehr großer Sorge und Unverständnis den Beginn und die Fortsetzung umfassender Wegebauarbeiten in Halles Saaleaue im Bereich der ca. 2.000 m langen und ca. 200 bis 300 m breiten Peißnitzinsel und unterhalb der Weinberge entlang der Wilden Saale aufgenommen. Trotz mehrfacher Hinweise, Bedenken und Mahnungen seitens des AHA lässt die Verwaltung der Stadt Halle (Saale) mit unverminderter Intensität die Bauarbeiten im Landschaftsschutzgebiet und Einzugsgebiet des Hochwassers der Saale fortsetzen. Einhergehend mit diesen Bauarbeiten fanden umfassende Fällarbeiten am Ufer der Wilden Saale und in den Bereichen der Wege statt. Dabei greift man auch in das Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ ein, welches zusammen mit dem Naturschutzgebiet „Forstwerder“ das FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ ergibt und somit einem eindeutigen Verschlechterungsverbot unterliegt. Ferner missachten die Verantwortlichen fortgesetzt und unvermindert, dass die Brutzeit begonnen hat und in der Phase alle zusätzlichen Störungen zu unterlassen sind.
Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sehen diese massiven Eingriffe als Fortsetzung jahrelanger Störungs- und Zerstörungsarbeit der Stadt Halle (Saale) in Natur- und Landschaftsräumen wozu ganz besonders die Dölauer Heide sowie die Auenlandschaften von Saale und Weißer Elster gehören.

Die fortgesetzten massiven und zerstörerischen baulichen Eingriffe an und in Schutzgebieten beruhen auf keiner erkennbaren Notwendigkeit und zeugen fortgesetzt von der fehlenden, aber notwendigen wissenschaftlich-fachlich fundierten, rechtlich korrekten und sensiblen Herangehensweise in Sachen Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz. Ferner blenden offensichtlich die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) aus, dass die Peißnitzinsel ein klarer Bestandteil des Überflutungsraumes der Saale darstellt. Anstatt endlich Rückbaumaßnahmen an den umfassenden Asphaltfächen vorzunehmen, den Schutz, den Erhalt und die sukzessive Erweiterung des Auenwaldgürtels an den beiden Saalearmen –z.B. auf der Fläche der im Jahr 2003 abgerissenen Messehallen- zu befördern, tendiert man immer mehr auf Wege in der Natur mit neuem standortfremden Schotter und unnatürlichen Betoneinfassungen sowie zunehmender Ab- und Ausholzungen in den Restauenwäldern entlang beider Saalearme.

Nach Auffassung der Initiative „Pro Baum“ und des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) missbraucht man öffentlicher Gelder, aufgebracht vom Steuerzahler, um Umwelt, Landschaft und Natur als Lebens- und Rückzugsraum von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten sowie auch damit verbundener sehr hohen Attraktivität für Naherholung und Tourismus flächendeckend und punktuell zu zerstören bzw. zu beeinträchtigen. Derartige Maßnahmen, welche zudem das Stadt- und Landschaftsbild beeinträchtigt sowie den Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Hochwasser behindert, gilt es unbedingt sofort bzw. unverzüglich zu beenden. Ferner fordern die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) endlich eine wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption für die Peißnitzinsel unter Einbeziehung des Amselgrundes/Kreuzer Teiche, der Hangbereiche und der Saaleaue an den Weinbergen sowie der Saaleaue am Sandanger, am Gimritzer Damm und der Ziegelwiese vorzubereiten, erstellen zu lassen sowie nach einem umfassenden öffentlichen Beteiligungsprozess, als Handlungsgrundlage für diese sehr bedeutsamen Landschafts- und Naturräume in der Stadt Halle (Saale) zu nutzen.

Nur haben Initiative „Pro Baum“ und Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sehr große Skepsis, dass die gegenwärtige Administration der Stadt dazu willens bzw. in der Lage ist einen derartigen fachlich anspruchsvollen Prozess einzuleiten, zu koordinieren sowie letztendlich in die Tat umzusetzen. Von daher sehen beide Organisationen das Land Sachsen-Anhalt sowie den halleschen Stadtrat gefordert entsprechend fachlich-inhaltlich einzugreifen, den Prozess an sich zu ziehen und letztendlich ggf. personelle und strukturelle Veränderungen voranzubringen und zu realisieren.

Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sind jedenfalls bereit sich im Rahmen ihrer ehrenamtlichen und gemeinnützigen Möglichkeiten einzubringen. Ferner rufen beide Organisationen die interessierte Bevölkerung auf daran mitzuwirken.

Als eine praktische Maßnahme dient die unter dem Motto „Bäume pflanzen statt abholzen!“ von Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) zum achten Mal am Karfreitag, den 25.03.2016 geplante und organisierte Aktion Bäume auf die Ziegelwiese in Halle (Saale) zu pflanzen. Der Treff ist 10.00 Uhr an der Ochsenbrücke zwischen Riveufer und Ziegelwiese in Halle (Saale).

Interessenten können zudem folgendermaßen zur Initiative „Pro Baum“ und zum AHA Kontakt aufnehmen:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de
Tel.:: 0345 – 2002746

Fotos: Christine Fröhlich & Andreas Liste


AHA hält Schutz des Burgstetten für dringend geboten

Der Burgstettenverein e.V. und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) betrachten weiterhin mit großer Sorge den noch immer existenten Plan zum Aufschluss eines „Hartsteintagebaues Niemberg-Brachstedt“. Ein Neuaufschluss eines ca. 90 ha großen Hartsteintagebaues Niemberg-Brachstedt“ führt unweigerlich zu nachteiligen Veränderungen im Grundwasserregime, zur Vernichtung wertvollen Bodens und eines Kaltluftentstehungsgebietes. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass das Landschaftsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt sowie der Landschaftsrahmenplan das beplante Gebiet als Vorranggebiet für Landwirtschaft, aber auch für Umwelt- und Naturschutz ausweisen. Jegliche Beeinträchtigungen ökologisch wertvoller Standorte –wie z.B. des 139,5 m hohen Burgstetten- gilt es jedoch zu vermeiden. Dazu zählen der vollständige Erhalt der Gehölz-, Halbtrocken- und Trockenrasenbestände, die Vermeidung der Verlärmung, der Belastung mit Stäuben und Abgasen sowie der Total- bzw. Teilvernichtung von Flächen. Diese Schutzwürdigkeit drückt sich dahingehend aus, dass der Burgstetten Bestandteil des 51 ha großen Schutzgebietes nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie „Porphyrkuppen Burgstetten bei Niemberg“ ist. Daher unterstützt der AHA ganz massiv das unermüdliche, fachlich fundierte Wirken des Burgstettenvereins.

Der geplante Gesteinsabbau zeigt aber noch ein anderes grundsätzliches Problem auf. In Folge der verfehlten Bau- und Verkehrspolitik wird neben den vielfältigen Schädigungen von Natur, Umwelt und Landschaft, ein massiver, rücksichtsloser Verbrauch von Rohstoffen und Bodenschätzen betrieben. Dazu zählen eben nicht nur fossile Brennstoffe, Erze und Kiese, sondern auch Gesteine aller Art. Gegenwärtig ist eine unverantwortliche Gier nach derartigen Rohstoffen zu erkennen, welche beispielsweise in dem massenhaften Straßen-, Autobahn- und Gewässerausbau ihre Ursache haben. Deshalb fordert der AHA weiterhin ein sofortiges Umdenken u.a. in der Bau-, Verkehrs- und Wirtschaftspolitik, um einen sparsamen und sorgsamen Umgang mit unseren nicht unendlichen Rohstoff-, Umwelt-, Natur- und Landschaftsressourcen zu erreichen. Das würde auch zum Erhalt des Burgstettens und seines Umfeldes, des Gebietes um den Petersberg sowie der Auenlandschaften der Rieda und des Zörbiger Strengbaches beitragen.

Hinzu kommen die archäologisch bedeutsamen Stätten beispielsweise im näheren und ferneren Bereich des Burgstetten, welcher zahlreiche Hinweise auf frühe bzw. frühere Besiedlungen aufweist. In dem Zusammenhang gilt es der Vermutung, dass sich im Gebiet des Burgstetten ein Römerlager befand, wissenschaftlich fundiert nachzugehen. Der AHA fordert daher erneut mit Nachdruck die Gesteinsabbaupläne endlich einzustellen.

Bisher ist leider eine mehr gesamtgesellschaftliche Herangehensweise nicht erkennbar. Dazu gehören u.a. sparsamer Umgang mit den Rohstoffressourcen und von Natur, Umwelt und Landschaft. Im Rahmen einer gemeinsamen ca. vierstündigen Rundexkursion am Samstag, den 05.03.2016 Niemberg – Burgstetten – Abatassinenberg – Niemberg erläuterten AHA und Burgstetten e.V. den Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmern die Bedeutung und Schutzwürdigkeit des Gebietes sowie die Bedrohungen. Ferner besprachen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer die Notwendigkeit des verbesserten Schutz und Erhalt der Rieda, welche häufig begradigt und von fehlenden bzw. zu geringen Gewässerschonstreifen gekennzeichnet ist. Hier legte der AHA dar, dass optimal beidseitig ein Gewässerschonstreifen von mindestens 10 m, recht gute Entwicklungsmöglichkeiten zur Beförderung einer Mäandrierung sowie eines Bereiches zur naturnahen und sukzessiven Entwicklung von Gehölz- und Staudenflächen bietet. Damit dienen Gewässerschonstreifen als Biotopverbundraum sowie als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Diese Gewässerschonstreifen fungieren zudem als gewisser Puffer gegenüber Abdriften von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln aus der konventionellen Landwirtschaft.

Vor und im Anschluss der bzw. an die Begehung des 149,4 m hohen Abatassinenberges erfolgte eine in Augenscheinnahme der insgesamt 38.400 m² = 3,84 ha großen, vorrangig aus Äpfeln und Süsskirschen bestehenden Streuobstwiesen in Brachstedt. Dazu zählen:

1. Streuobstwiese am Westenteich:
Eigentümer: Gemeinde Petersberg, Ortsteil Brachstedt
Fläche: 30.160 m² = 3,016 ha ( davon ca. 40% Laubbäume)
Zeitpunkt: nach 1990 als Streuobstwiese erklärt und mit Fördergeldern saniert und bepflanzt.

2. Streuobstwiese Küttener Straße:
Eigentümer: Gemeinde Petersberg, Ortsteil Brachstedt
Fläche: 8.240 m² = 0,824 ha
Zeitpunkt: nach 1990 als Streuobstwiese erklärt und mit Fördergeldern saniert und bepflanzt.

3. Obstsorten – Apfel (Sortenbestimmung 1996 durch den Landschaftspflegeverband Östliches Harzvorland e.V.):

  • Albrechtsapfel
  • Ontario
  • Minister von Hammerstein
  • Halberstädter Jungfernapfel
  • Kaiser Wilhelm
  • Goldparmene
  • Rheinischer Bohnapfel
  • Kanadarenette
  • Herberts Renette
  • Boskoop
  • Landsberger Renette
  • Gelber Edelapfel
  • Roter Eiserapfel

Erfreulicherweise findet bereits eine Beweidung durch Schafe statt. Die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer waren sich jedoch einig, dass eine Obstgehölzpflege und Nachpflanzungen dringend geboten sind. Der Burgstettenverein e.V. und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) beabsichtigen Möglichkeiten zu prüfen, inwieweit in Absprache mit dem Landkreis Saalekreis sowie der Gemeinde Petersberg und ihres Ortsteils Brachstedt, eine Übernahme der Betreuung und Pflege der Streuobstwiesen in Brachstedt in Betracht kommen könnte.

Ferner legten beide Organisationen dar, wie Interessierte zum Schutz und Erhalt des Burgstetten und der angrenzenden Regionen mitwirken können. Dazu können sich Interessenten an folgende Anschrift wenden:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Fotos: Dietmar Hörner & Andreas Liste


Initiative „Pro Baum“ trifft sich

Am Montag, den 21.03.2016 findet mit dem 132., das dritte Treffen der Initiative „Pro Baum“ im Jahr 2016 statt. Bei dem Treffen gilt es über Maßnahmen und Aktivitäten zum Schutz und Erhalt der Gehölze zu beraten. Bei dem Treffen steht diesmal thematisch mit an erster Stelle die beabsichtigte Umgestaltung der Thomasiusstraße mit Pflanzung von 66 Bäumen nach dem voraussichtlichen Ende der Bauarbeiten im Juni 2018.

Ebenfalls zählt ganz akut dazu, die vom Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale) Dr. Bernd Wiegand am 12.07.2013 veranlassten, vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, genehmigten und nunmehr im Eilverfahren erst einmal vom Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg gestoppten Abholzungs- und Baumaßnahmen für einen neuen Deich zwischen Gimritzer Damm und Wilder Saale zu thematisieren. Dabei gilt es mit Sorge die vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt vorangetriebenen Planungen für den obengenannten Deich zu betrachten.

Ferner ist vorgesehen, in Anknüpfung an die gemeinsamen Protestexkursionen von Initiative „Pro Baum“ und Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) am 29.09.2015 zum Hufeisensee sowie am 21.10.2015 zum Gimritzer Damm und der Heideallee weitere Aktivitäten auszuloten.

Ebenso ein weiter sehr wichtiges Thema bildet die nunmehr von der Stadt Halle (Saale) erteilte und nunmehr vom Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt in Magdeburg bestätigte Baugenehmigung für eine Wohnbebauung sowie die fortgesetzten Vorstöße der Bürgerinitiative „Pro Paulus Park“ das bestehende Freigelände im früheren Komplex des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt zur Wiederbelebung des einstigen Paulusparks zu nutzen und den besonderen Gebietscharakter zu wahren. Ebenso zählt die angedachte, überdimensionale Wohnbebauung der GWG im Bereich des Geländes des nunmehr beseitigten Heideschlösschens in Halle – Dölau und der massiven Bedrohung des Gehölzbestandes vor Ort. Hier gilt es mit der Bürgerinitiative zusammen zu wirken.

Darüber hinaus stellt einen weiteren Beratungsschwerpunkt die Entwicklung und Gestaltung der Landsberger Straße nach ökologischen sowie kulturell-künstlerischen Aspekten dar.

Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hatten bereits ihre sehr großer Sorge bezüglich der aktuellen Pläne zum Umbau des Gimritzer Dammes zwischen Rennbahnkreuz und Heideallee, des Abschnittes der Heideallee bis zur Kreuzung mit der Walter-Hülse-Straße und dem Weinbergweg sowie deren Umbau zum Kreisel ausgedrückt. Mit den der Öffentlichkeit vorliegenden großzügigen Verkehrsplanungen, gehen im Falle der Umsetzung, massive Zerstörungen und Beschädigungen von sehr wichtigen Gehölz- und Wiesenbeständen einher. So beabsichtigt man den Gehölzbestand südlich bzw. südwestlich des gesamten Gimritzer Dammes, insbesondere zwischen Zur Saaleaue und Übergang zur Heideallee, komplett zu zerstören. Der Gehölzbestand nördlich bzw. nordöstlich des Gimritzer Damm im Übergangsbereich zur Heideallee und im Bereich der Einmündung der Halle-Saale-Schleife ist ebenfalls massiv von der Säge bedroht. Der weitere Knackpunkt bildet der geplante Kreisel im Kreuzungsbereich von Heideallee, Walter-Hülse-Straße und dem Weinbergweg. Hier sehen die Planungen alleine für den Umbau und im direkten Anschlussbereich in Heideallee und Brandbergweg die Vernichtung von mindestens 27 Bäumen vor. Hierzu gilt es unbedingt zu beraten und das künftige Vorgehen abzustimmen.

Ebenso akut ist das Thema der flächendeckenden, massiven Massenabholzungen im Gesamtgebiet der Stadt Halle (Saale), z.B. in den Klausbergen, am Steintor, in Halle – Neustadt und im Bereich der Freiimfelder Straße. Weitere Themenschwerpunkte bilden u.a. die laufenden Abholzungen und Bauarbeiten am Steintor und im Böllberger Weg sowie die Entwicklungen in der Gartenstadt Gesundbrunnen, die Aktivitäten zum Solbad und Park Wittekind, Aktivitäten im Medizinerviertel, in der Landsberger Straße und im Gelände des früheren Schlachthofes, Möglichkeiten der Optimierung der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, die weitere Erfassung von möglichen Standorten von Straßenbäumen sowie die allgemeine Entwicklung des Gehölzschutzes in der Stadt Halle (Saale). Ebenso stehen die weiteren Planungen für das Jahr 2016 auf der Tagesordnung. Als Schwerpunkte gelten dabei die gemeinsamen Veranstaltungen mit dem AHA zur Durchführung der 8. Aktion „Bäume pflanzen statt abholzen“ am Karfreitag, den 25.03.2016 und zum Tag des Baumes am 25.04.2016.
Das Treffen beginnt 19.00 Uhr und der Veranstaltungsort ist der Versammlungsraum des Reformhauses Halle in der Großen Klausstraße 11 in 06108 Halle (Saale).


AHA feierte in Braunsbedra seinen 25. Jahrestag der Gründung

Bekanntlich gehören der Erhalt und der Schutz von Natur, Umwelt und Landschaft zu den zwingenden und lebensnotwendigen Aufgaben der gesamten Gesellschaft. Nur leider ist immer wieder festzustellen, dass man dem Erfordernis bei Weitem nicht immer die notwendige Beachtung bzw. den gebotenen Umfang einräumt. Dies entsprechend aber einzufordern, sehen Umwelt- und Naturschutzorganisationen, wozu auch der heutige am 23.02.1991 gegründete Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) gehört, als ihren hauptsächlichen Zweck an. Der AHA führte dazu am Samstag, den 27.02.2016 eine Veranstaltung zum 25. Jahrestag seiner Gründung in “Pfännerhall”/Zentrale für Zukunftstechnologie, Kunst und Design, Zentralwerkstatt Pfännerhall Geiseltal e. V., Grubenweg 4 in 06242 Braunsbedra, Beginn: 10.00 Uhr durch. Dabei hatte der AHA mit einer vielfältigen Veranstaltung auf seine Wurzeln hinweisen, welche bis in das Jahr 1980 zurückreichen, hinweisen, fachlich-inhaltliche Aktivitäten vorstellen sowie Vorhaben für die Zukunft erläutern. Die 30 anwesenden Personen konnten in dafür bestens eingerichteten Räumen, dank eines sehr netten und fürsorglichen Personals sowie sehr guter Verpflegung ein sehr vielfältiges Programm absolvieren.

17-Braunsbedra Am Südufer Geiseltalsee
17-Braunsbedra Am Südufer Geiseltalsee

In seiner Begrüßung wies der Vorsitzende Andreas Liste darauf hin, dass die dringende Notwendigkeit des Wirkens von Umweltorganisationen mehr denn je erforderlich ist. Er begrüßte ausdrücklich die anwesenden Mitglieder, den Bürgermeister der Stadt Braunsbedra Steffen Schmitz, das Mitglied des Landtages Dr. Verena Späthe sowie Eva Beyer von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Salzlandkreises. Er bedankte sich für die unermüdliche Arbeit der Vorbereitungsgruppe des AHA sowie die Gastfreundlichkeit der anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von “Pfännerhall”/Zentrale für Zukunftstechnologie, Kunst und Design, Zentralwerkstatt Pfännerhall Geiseltal e.V..

In seinem Grußwort dankte der Bürgermeister der Stadt Braunsbedra Steffen Schmitz für die Einladung, welcher er gerne gefolgt sei, und drückte seine Genugtuung aus, dass der AHA sich entschieden hat in seiner Stadt seinen 25. Gründungstag zu feiern. Er umriss die dringende Notwendigkeit von Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz sowie eines Engagements für diese Sache. Jedoch verwies er auch, dass seine Stadt die Entwicklung einer touristischen Nutzung des 1.840 ha großen Geiseltalsees, welcher somit der größte See des Landes Sachsen-Anhalt und zur Zeit der größte künstliche See Europas ist, für dringend notwendig erachtet. Er hält dazu dringend einen fachlich-fundierten Dialog mit Umweltorganisationen, so auch mit dem AHA, für erforderlich. Er wünschte zudem der Veranstaltung einen guten Verlauf Zum Thema „Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA)“ legte der Vorsitzende Andreas Liste zuallererst den historischen Entwicklungsweg dar, welcher im Frühjahr 1980 auf der halleschen Peißnitz seinen Anfang nahm. Die Gründung des Gründung des Arbeitskreises Umweltschutz (AKUS) Halle in der Gesellschaft für Natur und Umwelt (GNU) im Kulturbund (KB) der DDR am 16.01.1983 im „Club der Werktätigen“ in Halle-Büschdorf, die Gründung und Umgestaltung seiner Peißnitzgruppe am 29.05.1983 und 16.07.1987, die Auflösung des AKUS im Januar 1990, die Bildung des Arbeitskreises Auenwald Peißnitz im Kulturbund Halle e.V. am 24.03.1990 sowie letztendlich die Gründung des AHA am 23.02.1991.

4-Braunsbedra Pfännerhall Gisela Döring & Andreas Liste
4-Braunsbedra Pfännerhall Gisela Döring & Andreas Liste

Andreas Liste erläuterte, dass der AHA momentan 110 natürliche und 13 kooperative Mitglieder hat, welche zum großen Teil in 3 Regionalgruppen, 3 Ortsgruppen, einer Interessengemeinschaft, 21 territorialen Arbeitsgruppen und 11 thematischen Arbeitsgruppen mitwirken. Er verwies besonders auf das Bestehen der Umweltbibliothek „Jürgen Bernt-Bärtl“ in Merseburg, die Aktivitäten von Jugendarbeitsgruppen am Ellerbach im Umfeld der Stadt Bad Dürrenberg, die zahlreich erarbeiteten Konzeptionen, durchgeführten Exkursionen, Erfassungen und Arbeitseinsätze, erstellten Stellungnahmen und Presserklärungen sowie einer sehr anschaulichen eigenen Homepage. Dies ist aus seiner Sicht nur der vielfältigen Aktivitäten der ausschließlich ehrenamtlichen Mitglieder in den Ländern Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Berlin zu verdanken.

Als erstes Beispiel diente der vom Projektleiter des AHA Horst Zeitz vorgestellte und vorgeführte Film „Mit Planktonnetz und Chemiekoffer“, welcher im Rahmen des Projektes „Erarbeitung einer Pflege- und Entwicklungskonzeption für den Ellerbach“ entstanden ist. Er zeigte die vielfältigen Aktivitäten von Schülerinnen und Schülern der Borlachschule in Bad Dürrenberg auf, welche die umfassenden, fachlichen Erfassungs- und Auswertungsarbeiten in Bild und Ton festgehalten hat.
In seinem Beitrag „Auen als Lebensraum des Bibers“ legte Karl-Andreas Nitsche (AHA) sehr anschaulich, fachlich-fundiert dar, warum der Schutz und Erhalt der Auenlandschaften und des Bibers so eng zueinander gehören. Er unterstrich dabei, dass nicht der Biber in die menschlichen Lebensräume vorgedrungen ist, sondern umgekehrt der Mensch z.B. durch Flussausbaumaßnahmen, Ausdeichung großer Auengebiete, verstärkter Bau von Verkehrstrassen, Siedlungs- und Gewerbebauten die Auen und somit den Lebensraum des Bibers einschränkte. Von daher ist der häufige mediale und behördliche Feldzug gegen den Biber falsch fundiert und verkehrt ausgerichtet. Nur die Revitalisierung und Renaturierungen von Auenlandschaften können hier ökologisch positive Veränderungen herbeiführen. Dabei entstehen wieder mehr naturnahere Auen, welche als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, Wasserreservoir, Naherholungsraum für Menschen sowie als natürlicher Ausbreitungsraum für Hochwasser dienen.

In guter Anknüpfung dazu stellte der 2. stellvertretende Vorsitzende des AHA Detlef Eisewicht eine umfassende und tiefgreifende Analyse und einen ausführlichen Ausblick mit der Überschrift „Die Umsetzung des Renaturierungskonzeptes Fuhneaue – der aktuelle Stand und die daraus abzuleitenden Optionen für die Zukunft“ vor. Dabei beleuchtete er den gegenwärtigen Zustand des Fuhnegebietes im Gebiet der Stadt Bitterfeld-Wolfen, Stadtteil Wolfen und erläuterte die konzeptionelle Phase sowie erste und künftig notwendige Maßnahmen zur Umsetzung der Konzeption. Für die interessierte Öffentlichkeit besteht die Möglichkeit im Rahmen folgender Exkursionen die AHA-Vorstellungen vor Ort dargelegt zu bekommen:

Samstag, den 16.04.2016
Wanderexkursion entlang der Fuhne bis zur Brödelgraben-Einmündung
Marschroute: Kurzer Aufenthalt im Naherholungsgebiet „Fuhneaue“ Wolfen mit dem Gondelteich zwecks Besichtigung, Fortsetzung der Wanderung über den Fuhnetalweg bis zum Erlen-Eschen-Wald „Reudener Busch“ im Wolfener Naherholungsgebiet und Landschaftsschutzgebiet „Fuhneaue“ und anschließend bis zur Einmündung des Brödelgrabens in die Fuhne, Fuhne-Überquerung über die Brücke unweit der Ortsumgehungsstraße von Salzfurtkapelle, Fortsetzung der Tour über den Feld- und Wiesenweg bis zum Brödelgraben-Tunnel unter der BAB 9, weiter über den Brödelgrabenweg – vorbei am Kiesabbaugebiet Reuden-West – bis nach Reuden, Rückmarsch über den Fuhnetalweg, die Leipziger Straße (B 184) und die Eisenbahnstraße zum Wolfener Bahnhof
Treff: 10:00 Uhr Bahnhof Wolfen
Dauer: ca. 6 Stunden

Samstag, den 18.06.2016
Radexkursion entlang der Fuhne zum Gondelteich, zum Erlen-Eschen-Wald „Reudener Busch“, zur Brödelgrabeneinmündung, zur Fuhnevogtei, zum Quellgebiet der Fuhne mit Fuhnebifurkation, zum Quellbusch sowie entlang des Zörbiger Strengbaches bis zum Gut Mösslitz
Treff: 10.00 Uhr Bahnhof Wolfen
Dauer: ca. 6 Stunden

Nach der Mittagspause griff der Abteilungsleiter in der Thüringer Landgesellschaft Marcel Möller das Thema „Hochwasserschutz und gewässerstrukturverbessernde Maßnahmen an der Weißen Elster zwischen BAB A 4 und Landesgrenze Thüringen/Sachsen-Anhalt“ auf. Im Rahmen umfassender Darstellungen beschrieb er eine Planung, welche alle Interessen und Notwendigkeiten der Anwohner, Landwirte, Denkmalschutz, Verkehrsplanungen, des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes zueinander abwägen muss und letztendlich aber auch zur Schaffung wesentlich bessere Möglichkeiten zur Ausbreitung des Hochwasser führt. Dazu sieht der Referent u.a. die dringende Notwendigkeit sich eng mit Behörden, Kommunen, Flächeneigentümern, Anwohnern, Landwirten, Vereinen und Verbänden abzustimmen.
In dem Zusammenhang sei auf folgende Fahrradexkursion hingewiesen:

Samstag, den 25.06.2016
Fahrradexkursion durch die Aue der Weißen Elster zwischen Gera und Zeitz
Treff: 10:00 Uhr Bahnhof Gera, Ausgang Bahnhofsstraße
Ende: Bahnhof Zeitz, Ausgang Baenschstraße unweit der Weißen Elster
Dauer: ca. 6 Stunden

Zum Abschluss der Veranstaltung nahmen die Veranstaltungsteilnehmer an einer sehr fach- und sachkundigen Führung durch die Ausstellung sowie einer Exkursion zum Geiseltalsee teil. Im Rahmen der Exkursion legte der AHA grobe Eckpunkte seiner Vorstellungen zur Entwicklung des Geiseltalsees dar. Dazu zählt die Entwicklung eines Tourismus, welcher sich den Bedingungen des Umwelt-, Landschafts- und Naturschutzes unterordnet, das 1.156 ha großen Naturschutzgebiet „Bergbaufolgelandschaft Geiseltal“ unangetastet bleibt und ggf. eine Erweiterung zu prüfen ist. Ferner verweist der AHA darauf, dass bei einer stetigen und möglichen Verringerung der Niederschlagsmengen auf 300 mm im Jahr und jährlichen Verdunstungsmengen im Umfang von ca. 700 mm u.a. eine Verringerung des gegenwärtigen Wasservolumens von ca. 423 Millionen m³ und der Wasserfläche von 1.840 ha zur Folge haben kann. Außerdem betrachtet der AHA weiter mit kritischen Blick, dass nunmehr die Geisel durch den See verläuft, da das Fließgewässer seine Sedimente im See hinterlässt, sie nicht in seiner nachfolgenden Aue verteilen kann und letztendlich womöglich zusammen mit der Verringerung des Wasservolumens langfristig zur schrittweisen Verlandung des Geiseltalsees führen kann.

Der AHA hält es zudem für dringend geboten die sukzessive Entwicklung der Gehölz-, Hochstauden- und Wiesenflächen an den Hängen sowie der Röhrichtbereiche am Seeufer zu befördern, zu sichern und zu schützen. Hier besteht die Möglichkeit arten- und strukturreiche Landschaften und Natur zu schaffen, welche vielen Tier- und Pflanzenarten als Lebens- und Rückzugsraum dienen kann.

Jedenfalls ist sich der ehrenamtliche und gemeinnützige AHA bewusst, dass er sich weiterhin und verstärkt für den Schutz und Entwicklung des Geiseltalsees sowie der Auen der Geisel widmen möchte. Dazu gehört auf jeden Fall u.a. sehr gerne das Angebot des Bürgermeisters der Stadt Braunsbedra Steffen Schmitz aufzugreifen.
Selbstverständlich können sich auch Interessenten an den AHA-Aktivitäten beteiligen. Wer Interesse hat, wende sich bitte an folgende Anschriften:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Merseburg-Leuna-Bad Dürrenberg
/Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen Bernt-Bärtl“

Weiße Mauer 33
06217 Merseburg
Tel.: 0176 – 52562945
Fax.: 0180-5684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de

Fotos: Dietmar Hörner


AHA hält Überprüfung der Wohnungspolitik in Deutschland für dringend geboten

Im Blickpunkt des Zustroms von Flüchtlingen nach Europa, insbesondere nach Österreich, Deutschland und den skandinavischen Ländern, verstärkt sich momentan der Ruf nach Wohnungsneubau.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) folgt dem grundsätzlichen Verständnis ebenfalls für asylrechtlich anerkannte Migranten ausreichend und umfassend angemessenen und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Laut „Asylgeschäftsstatistik für den Monat Februar 2016“ des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge haben alleine im bisherigen Berichtsjahr 2016 insgesamt 120.642 Personen einen Asylantrag gestellt, davon 117.392 als Erstantrag und 3.250 Folgeanträge. Davon traf man bisher im Jahr 2016 für 100.977 Personen eine Entscheidung, wovon 64.670 eine Rechtsstellung als Flüchtling, 465 Personen nach § 4 Asylgesetz (AsylG) Subsidiären Schutz und 555 Personen Abschiebungsverbot erhalten haben.

Dagegen steht laut vom Statistischem Bundesamt für Statistik zusammengetragener Daten in „Gebäude und Wohnungen Bestand an Wohnungen und Wohngebäuden Bauabgang von Wohnungen und Wohngebäuden Lange Reihen ab 1969 – 2014“ ausschnittsweise im Zeitraum der Jahre 1993 bis 2014 deutschlandweit ein Abgang 190.994 ganzer Wohngebäude. Allein im Jahr 2014 ist die Zahl mit 6 421 Wohngebäuden beziffert.

Im Rahmen einer jüngst abgehaltenen Konferenz in Gotha bekräftigen laut „Süddeutscher Zeitung“ (SZ) vom 11.03.2016 und „Neues Deutschland“ vom 12.03.2016 ostdeutsche Oberbürgermeister, dass der Wohnungsabriss weitergehen muss. Die weiteren Angaben in der SZ beinhalten weiter, dass der Leerstand im Osten bis 2030 nahezu flächendeckend deutlich über zehn Prozent, vielerorts sogar über 20 Prozent liegen soll. Daraus leitet man einen Bedarf an Rückbau mit rund 624 000 Wohnungen im Osten und 60 000 Wohnungen im Westen ab. In den Zahlen sei die Nachfrage nach Wohnungen für Flüchtlinge allerdings noch nicht berücksichtigt. Die SZ sei weiter folgendermaßen zitiert,

„Nach Angaben des Deutschen Städtetages flossen in beide Programme 2015 jeweils 105 Millionen Euro, für dieses Jahr seien jeweils rund 98 Millionen vorgesehen. Anders als im Westen wird das Programm Ost ausschließlich von Bund und Land finanziert – die Kommunen brauchen keinen Eigenanteil zu leisten.“, Zitat Ende

Nach Auffassung des AHA gilt es vorrangig diesen Prozess zu stoppen, um den Sozialwohnungsbestand auf diesem Weg zu erweitern. Weiter gibt der AHA zu bedenken, dass laut Statistischem Bundesamt eine „Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche um 73 ha pro Tag von 2010 bis 2013“ erfolgte. Ein sehr besorgniserregender Prozess, was den zunehmenden Ruf nach vermehrtem Wohnungsneubau in einem sehr umstrittenen Bild erscheinen lässt.

In dem Blickfeld betrachtet ist nach Auffassung des AHA beispielsweise einer erneuten Forcierung von Bebauungen auf dem 280 ha großen Gelände des einstigen Berliner Flughafen Tempelhof eine Abfuhr zu erteilen. Pläne in einem Gesetzentwurf des Senates verpackt am Rand des Gebietes auf 30 ha 4.700 Wohnungen und Bürokomplexe zu errichten, erhielten im Mai 2014 per Volksentscheid eine deutliche Absage. Dieses Votum zu respektieren gebietet schon alleine die Achtung demokratisch zu Stande gekommener Entscheidungen. Ferner vertritt der AHA die Auffassung, dass wir nicht weniger, sondern mehr Grüngebiete aller Größen benötigen, welche es gilt in Biotop- und Grünverbünde zusammenzufassen. Derartige Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen dienen der Verbesserung des Stadtklimas und –bildes, einer hohen Wohn- und Lebensqualität, einer umfassenden
Naherholung und Entspannung der Bevölkerung sowie nicht zuletzt als Lebens- und Rückzugsraum von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten.

Daher begrüßt der AHA auch Verhandlungen zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg zur Unterbringung von Flüchtlingen. Fragen von sozial verträglichen Wohnen sowie Erhalt, Schutz und Weiterentwicklung von Umwelt, Natur und Landschaft dürfen keine weitere Zuspitzung erfahren. Daher sind bundesweite sowie länder- und kommunalübergreifende Lösung mehr denn je erforderlich und dringend geboten.


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