AHA hält umfassenden Schutz und Erhalt der Auenlandschaft bei Bad Dürrenberg für dringend geboten

Bekanntlich gehören Auenlandschaften zu den arten- und strukturreichsten Landschaften der gemäßigten Zonen der Erde. Sie sind eng mit Flüssen und Bächen verbunden und fungieren als Ausgleichsraum für Wasserschwankungen aller Art. Bei auftretenden Hochwasser nehmen sie die zusätzlichen Wassermassen auf und reduzieren somit die Höhe der Hochwasserflutwelle und die damit verbundene Wucht geballter Wasserkraft. Dabei fungieren insbesondere Auenwälder als Abbremser der Wasserkraft. Zudem kann sich das nun langsamer fließende Wasser von Schlickbestandteilen sowie Treibgut aller Art befreien.

1a-Abholzungen Wehricht Wald
1a-Abholzungen Wehricht Wald

Auenlandschaften dienen ferner als Lebens- und Rückzugsraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. Diese landschaftliche und ökologische Vielfalt lockt zahlreiche stressgeplagte Erholungssuchende an, welche sich an der Natur und Landschaft erfreuen möchten. Als Bestandteil des 36.754 ha großen Landschaftsschutzgebietes „Saaletal“ bildet die Auenlandschaft einen sehr wichtigen Bestandteil der Saaleaue entlang der 413 km langen Saale. Gerade im Raum der Stadt Bad Dürrenberg sind einige Restauenwälder erhalten geblieben. Ferner sorgt der in Bad Dürrenberg einmündende Ellerbach eine weitere ökologische und landschaftliche Belebung der Landschaften in den Landkreisen Saalekreis und Burgenlandkreis. Seit dem Jahr 2000 haben im Rahmen eines von der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt unterstütztem Projekt des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) Schülerinnen und Schüler aus Bad Dürrenberg den Ellerbach untersucht und Vorschläge für die Verbesserung der Wasserqualität unterbreitet. Jedoch fanden auch in dieser Region menschliche Eingriffe in das Flusssystem der Saale statt. Somit erfolgte in den Jahren 1817-1822 eine Regulierung der Saale von Halle (Saale), oberhalb Schieferbrücke bis Weißenfels, was zum Bau von 10 Steinschleusen führte. Zahlreiche Flussbegradigungen und Saalealtarme zeugen noch von diesen Eingriffen.

2a-Abholzungen Wehricht Wald
2a-Abholzungen Wehricht Wald

Einen derartigen Teil der Saaleaue bildet eine Mischlandschaft aus Saalealtarm mit begleitenden Auenwaldresten sowie einer Streuobstwiese in der Stadt Bad Dürrenberg, unweit des Ortsteils Kirchfährendorf. Laut Bodenverwaltungs- und verwaltungs GmbH (BVVG) handelt es sich um eine Fläche mit einem Gesamtumfang von 17,0338 ha. Die Gesamtfläche setzt sich aus 10,2618 ha Streuobstwiese, 6,3820 ha Forsten und Holzungen und aus 0,3900 ha Wasserfläche zusammen.

3a-Abholzungen Wehricht Wald
3a-Abholzungen Wehricht Wald

Auf der nunmehr für 115.000,00 Euro veräußerten Fläche erfolgte im 6,3820 ha großen Wehrichtwald Kirchfährendorf umfassende Abholzungen, welche starke strukturelle Störungen und Schädigungen in dem Wald zur Folge hat. Im Rahmen dieser Abholzungen warf man den bereits gut vorangeschrittenen sukzessiven Prozess der Wiederentstehung eines Hartholzauenwaldes z.B. bestehend aus Gemeiner Esche, Stieleiche und Feldulme entscheidend zurück. Hier gilt es nach Auffassung des AHA sämtliche Abholzungen zu stoppen und den Weg zur sukzessiven Auenwaldentwicklung zu öffnen und zu sichern.

Die 10,2618 ha große Streuobstwiese bedarf einer nachhaltigen Pflege, um sie zu erhalten. Neben den Pflegemaßnahmen erscheint es nach Meinung des AHA sinnvoll zu sein, eine Sortenbestimmung der Bäume vorzunehmen und eine umfassende Pflege-, Schutz- und Entwicklungskonzeption zu erarbeiten. Ferner hält es der AHA für dringend geboten die Umsetzung der Auflagen der BVVG für die ohne Pacht- und Nutzungsvertrag genutzten Bauten und Nebenanlagen der Motorradsportgemeinschaft Bad Dürrenberg e.V. restlos zu beräumen. Ebenso verweist der AHA darauf, dass laut Darstellungen der BVVG, der Kanu-Club Bad Dürrenberg e.V. eine Teilfläche von ca. 1.500 m² als Vereinsfläche ebenfalls ohne Pacht- bzw. Nutzungsvertrag nutzt. Dabei ist eine Teilfläche mit einem Bootshaus und Blechgaragen für Boote überbaut.

Auch hier sieht der AHA massiven Handlungsbedarf innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes und Hochwassereinzugsgebietes. Der AHA erklärt sich bereit im Rahmen seiner ehrenamtlichen und gemeinnützigen Möglichkeiten an einer naturnaheren Entwicklung des Wehrichtwaldes Kirchfährendorf sowie bei der Betreuung der angrenzenden Streuobstwiese mitzuwirken.

Wer Interesse hat im Rahmen der ehrenamtlichen Regionalgruppe Merseburg-Leuna-Bad Dürrenberg/Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen Bernt-Bärtl“ des AHA mitzuarbeiten, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Regionalgruppe Merseburg-Leuna-Bad Dürrenberg
Umweltbibliothek Merseburg „Jür-gen Bernt-Bärtl“
Weiße Mauer 33
06217 Merseburg
Tel.: 0176 – 52562945
Fax.: 0180-5684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de

Fotos AHA


AHA fordert Stopp jeglicher forstwirtschaftlicher und baulicher Eingriffe im Naturschutzgebiet Peißnitznordspitze

Seit dem Mai 1980 betreuten 3 Jugendliche den ca. 10 ha großen Hartholzauenwald im Norden der Peißnitz. Die ersten Aktivitäten waren die Erfassungen von Avifauna und des Baumbestandes im der sehr bedeutsamen Auenwald. Jedoch hatte vielfältiges menschliches Handeln dem Auenwald schwere Schäden zuge-fügt. So holzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des VEB Garten- und Landschaftsge-staltung (GALA) regelmäßig das Unter- und Totholz aus dem Gebiet und verbrannten das Holz an drei Flecken in dem Waldgebiet. Jedes Jahr wieder zum Laternenfest missbrauchten Wasserskifahrer den Nordteil der Nordspitze als Startplatz für Wasserskifahrer. Ebenfalls zum Laternenfest campierten hunderte von Menschen am Ufer und nutzten dieses als Aussichtstribüne. Zertretende Ufer und zurückgelassener Müll waren die Folge.

Desweiteren nutzte das Pionierhaus den Auenwald als Übungsgelände für ihre aus Trabanten umgebauten Pionierpanzerautos. Ferner gab es eine Menge Budendörfer auf einer Lichtung im Südteil des Auenwaldes. Leihbootnutzer fuhren in die damals noch befahrbare Wilde Saale. Lagerplätze mit Feuer und Müll an den Ufern waren die sichtbaren Folgen. Diese verheerenden Zustände bildeten den Ausgangspunkt der Umwelt- und Naturschutzarbeit im Mai 1980 im Nordteil der Peißnitzinsel. Schrittweise nahmen sich die drei Jugendlichen der Umsetzung von Schutzmaßnahmen in dem Hartholzauenwald an. An oberste Stelle stand die Beendigung der flächendeckenden Abholzungen, was mit dem Verbrennen von Holz verbunden war. Nach jahrelangen Schwierigkeiten erreichte die nunmehr am 29.05.1983 gegründete Peißnitzgruppe des Arbeitskreises Umweltschutz (AKUS) in der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund der DDR im gleichen Jahr, dass diese Massenabholzungen ihr Ende hatten. Im gleichen Jahr erreichte die nunmehrige AKUS-Gruppe, dass ein Verbot des Befahrens der Wilden Saale mit Ruderbooten und Kanus ein Verbot erteilt bekam. Motorbooten war der Zugang schon damals untersagt.

In den Jahren 1980 bis 1984 beseitigten Mitglieder und Freunde der AKUS-Gruppe in unzähligen Arbeitseinsätzen alle Trampelpfade. Im Zeitraum der Jahre 1982 bis 1983 gelang es das Befahren mit den Pionierpanzerautos zu unterbinden, was noch in Absprache mit dem Bezirksschulrat und der Leitung zur Gründung einer Arbeitsgruppe „Sozialistische Landeskultur“ am Pionierhaus ab 01.09.1983 führte. Anfang des Jahres 1984 beräumte eine Einheit der Deutschen Volkspolizei das Budendorf.

Im Jahr 1983 beantragte die Peißnitzgruppe des AKUS zweimal die Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet, was leider erst im Jahr 1990 zum Erfolg führte. Eingebettet im AKUS suchte die Peißnitzgruppe immer engen Kontakt zu den anderen Fachgruppen der halleschen GNU, was sich u.a. in der vielfältigen Mitgliedschaften in der Gruppe niederschlug. Insbesondere die Ornithologen, Entomologen und Feldherpetologen waren hier aktiv. Die Einbeziehung von KB und GNU aller Ebenen schwankte immer wieder zwischen Zustimmung und strikter Ablehnung hin und her. Ferner gab es immer verschiedene sachliche, aber auch konfrontative Kontakte u.a. mit dem Rat des Bezirkes Halle, dem Rat der Stadt Halle (Saale), der Deutschen Volkspolizei, dem Rat des Stadtbezirkes Halle-West, der GALA und dem VEB Naherholung Halle.

Erst im Jahre 1990 erreichte man gemeinsam mit dem nunmehrigen Magistrat der Stadt Halle (Saale) ein Ende als Startplatz für den Wasserski und die erstmalige Sperrung des Restauenwaldes Peißnitznordpitze zum Laternenfest. Im gleichen Jahr begannen mit Hilfe der Sowjetarmee die Wiederherstellungsarbeiten eines Feuchtgebietes als Amphibienlaichgewässer, was die AKUS-Gruppe seit 1984 plante und seit 1987 bis 1989 konzipierte und welche im Jahre 1994 endeten. Der heutige Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA), am 23.02.1991 gegründet, ging genau aus dieser Gruppe hervor und sieht sich somit verpflichtet diese mühsam erarbeiteten Erfolge zu sichern und zu schützen. Nunmehr genießt der arten- und strukturreiche Hartholzauenwald mit fast vollständigem Weichholzauengürtel auch den Schutzstatus nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH).

Neben einer sehr interessanten Entdeckung von Biberfrassspuren am 14.03.2015, mussten Mitglieder des AHA desweiteren feststellen, dass eine massive Ringelung von vormarkierten Bäumen mitten im NSG und FFH-Gebiet erfolgte. Ferner haben Personen begonnen Holzhäuser in einen Baum und auf die Erde zu bauen. Der AHA fordert nunmehr die seit dem 01.01.2014 für das Naturschutzgebiet zuständige hallesche untere Naturschutzbehörde auf die Verursacher der Ringelungen zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen sowie sofort die Arbeiten einzustellen. Ferner gilt es alle Buden unverzüglich aus dem NSG und FFH-Gebiet zu entfernen. Diese Aktivitäten im NSG und FFH-Gebiet Peißnitznordspitze sieht der AHA als unwürdige Fortsetzung der massiven Abholzungs-, Rodungs- und Ringelungsarbeiten im näheren Umfeld des Amphibienlaichgewässers an. Ferner werfen diese Aktivitäten Vorahnungen auf, wenn der Entwurf des halleschen Wassertourismuskonzeptes so zum Tragen kommt, wozu u.a. die Wiederöffnung der Wilden Saale dazugehört.

In dem Zusammenhang ruft der AHA zur Mitarbeit in seiner seit dem 29.05.1983 bestehenden ehrenamtlichen Peißnitzgruppe auf, um sich verstärkt für den Schutz, Erhalt und Entwicklung der Landschaft, Natur und Umwelt auf der Peißnitzinsel einsetzen zu können. Wer Interesse hat in der Gruppe mitzuwirken, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Große Klausstraße 11 in 06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345/200 27 46; Fax.: 01805/684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
Internet: https://www.aha-halle.de
E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Fotos: Frank Hahn & Dietmar Hörner



Feldmäuse sind nicht das Hauptproblem der Landwirtschaft

Alle Jahre wieder verkünden Bauernverbände landauf und landab, dass Feldmausplagen die Landwirtschaft in die Knie zwingen könnten. Als Grund dafür gelten diesmal die relativ milden Winter der letzten beiden Jahre. Man hat auch gleich eine Lösung parat – Bekämpfung der Mäuse durch Ausbringen von Giftködern.

Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) setzen die Bauernverbände noch immer auf vollkommen falsche Lösungsansätze. Der AHA sieht es als dringend geboten an, endlich verstärkt eine Bereicherung der anzubauenden Feldkulturen mindestens auf Vorwendeniveau anzugehen. Dazu zählen die Umsetzung einer vielfältigeren Fruchtfolge im Ackerbau, welche auch tier- und bodenfreundliche Kulturen wie z.B. Luzerne, Phacelia, Lupine und Landsberger Gemenge, bestehend aus Zottelwicke (Vicia villosa), Inkarnatklee (Trifolium incarnátum) und Welschem Weidelgras (Lolium multiflorum) beinhalten.

Die ebengenannten Feldkulturen verbessern nicht nur die Ernährungssituation für Greifvögel und Eulen, sondern auch des Feldhasen und von zahlreichen Insekten. Ebenso zählen sie zu den Humusmehrern und tragen somit zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit bei. Nach Vorstellung des AHA gehört ebenfalls dazu, auch die Mäusebekämpfung mit Giftködern einzustellen, um das Nahrungsangebot für Greifvögel und Eulen nicht noch weiter zu vermindern sowie die Vergiftungsgefahr für Menschen und andere Tiere auszuschließen.

Für den AHA ist es zudem sehr wichtig, die Schaffung von Möglichkeiten zur Wieder- bzw. Neuentstehung von Gehölzflächen in der ausgeräumten Agrarlandschaft zu gewährleisten. Diese Naturbestandteile bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Rückzugs-. Lebens- und Nahrungsräume, dämmen alle Erscheinungen von Erosion ein und verbessern nicht zuletzt das Landschaftsbild.

Als sehr wichtigen Beitrag sieht der AHA in der dringenden Notwendigkeit, den Fließgewässern naturnahe Entwicklungen zu ermöglichen, wozu die Möglichkeit der Mäandrierung und die Schaffung von mindestens 10m breiten Gewässerschonstreifen entlang beider Ufer gehören. Eine derartige Entwicklung ermöglicht eine höhere Arten- und Strukturvielfalt in den Agraräumen Deutschlands und den Schutz, Erhalt und Weiterentwicklung sowie Erweiterung von Grün- und Biotopverbundräumen. In derartigen Lebens-, Landschafts- und Naturräumen hat die Feldmaus u.a. einen sehr wichtigen Platz in der Nahrungskette, was wiederum z.B. zum Schutz und Erhalt von Greifvogel- und Eulenbeständen sowie Kleinraubtieren wie Marder- und Wieselarten beiträgt.

Der AHA beabsichtigt im Rahmen seiner im Aufbau begriffenen ehrenamtlichen Arbeitsgruppe Feldökologie verstärkt diese Themenfelder aufzugreifen und Interessenten gewinnen, welche dabei mitwirken möchten. Wer Interesse daran hat, kann sich an folgende Anschriften wenden:

I. Sitz des Vereins:
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

II. Regionalgruppe Merseburg – Leuna – Bad Dürrenberg/Umweltbibliothek Merse-burg „Jürgen Bernt-Bärtl“:
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Weiße Mauer 33
06217 Merseburg
Tel.: 0176 – 52562945
Fax.: 0180-5684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)

III. Ortsgruppe Bitterfeld-Wolfen
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
über Evangelisches Kirchspiel Wolfen
OT Wolfen
Leipziger Straße 81
06766 Bitterfeld-Wolfen
Tel.: 0173 – 9917836

IV. Ortsgruppe Dessau – Rosslau
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
im Schwabehaus
Johannisstraße 18
06844 Dessau
Tel.: 0340 – 66158320
Fax.: 0180/573 737 6961

V. Regionalgruppe Wettin-Könnern-Bernburg
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
in attac-Villa Könnern
Bahnhofstraße 06
06420 Könnern (Saale)
Tel.: 034691/52435
Fax.: 01805-684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif

VI. Ortsgruppe Gatersleben
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Schmiedestraße 1
06466 Gatersleben
Fax.: 01805-684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)

VII. Regionalgruppe Leipzig und Umland
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Otto-Adam-Straße 14
04157 Leipzig
Tel.: 0176-84001924 (Handytarife aus allen Netze)
Fax.: 01805-684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)


Kein weiterer Verbau in und am Saaletal in Halle (Saale)!

Das hallesche Saaletal ist durch eine umfassende Arten- und Strukturvielfalt geprägt. Dazu zählen die vielfältigen Auenlandschaften, welche sich zwischen der Ziegelwiese sowie den halleschen Stadtteilen Kröllwitz und Trotha in eine Landschaft einer im Perm vor etwa 296 Millionen Jahren vulkanisch entstandenen Landschaft aus Oberen und Unteren halleschen Porphyr entwickelten bzw. entwickeln. Diese Porphyrlandschaften bilden u.a. die Lebensgrundlage für Halbtrocken- und Trockenrasengesellschaften so-wie Hangwäldern in allen Formen der Artenzusammensetzung.
Im Zuge der menschlichen Besiedlung und Nutzung hat das hallesche Saaletal bereits viele Ereignisse mit entsprechenden Folgen über sich ergehen lassen müssen. Dazu zählen u.a. Ausbau- und Begradigungsmaßnahmen, Verschmutzung der Saale durch Industrie- und Siedlungsabwässer sowie nicht zuletzt durch Verbauungen im näheren und ferneren Uferbereich.

Der Saaletalabschnitt zwischen Peißnitzinsel und Forstwerder in Halle-Trotha hat weitgehend seinen bedeutsamen ökologisch bedeutsamen sowie prägenden Charakter für Stadt- und Landschaftsbild beibehalten. Diese Tatsachen führen dazu, dass die hallesche Bevölkerung und ihre Gäste, diesen Natur- und Landschaftsraum gerne zur Erholung und Entspannung nutzen. Auch jüngste Aktivitäten wie bauliche Ausdehnung des Anlegestegs für Schiffe und Motorboote in Giebichenstein und Kröllwitz sowie zerstörischen Abholzungen in den Klausbergen haben Natur und Landschaft schweren Schaden zugefügt. Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sind hier dringend Veränderungen in Form von Rückbaumaßnahmen einzelner derartiger Anlagen dringend geboten.

Im dem Blickwinkel betrachtet, kann der AHA die Auffassung des halleschen Oberbürgermeisters Dr. Bernd Wiegand nicht teilen, eine Seilbahn zwischen Bergzoo und Saaletal zu errichten. Eine Seilbahn bedarf massiver baulicher Aktivitäten, um die vielfältigen Standards und Aufgaben zu erfüllen. Damit wären also weitere Verbauungen im Bergzoo und Saaletal verbunden. Neben einer weiteren voranschreitenden Neuversiegelung führt eine derartige Seilbahn zu massiven Störungen des Landschafts- und Stadtbildes. Offenbar ist dem halleschen Oberbürgermeister die bestehende Attraktivität und Schutzbedürftigkeit des bestehenden und prägenden Landschafts- und Stadtbildes im und am Saaletal nicht ausreichend bewusst genug.

Nach Auffassung des AHA sollten die Finanzen eher weiter in Vorhaben fließen, um den Umbauprozess zur artgerechteren Haltung der Tiere fortzusetzen und den klammen Haushaltes des Bergzoos zu entlasten. Ferner könnte eine umfassendere Öffentlichkeitsarbeit mehr Aufmerksamkeit auf die 9 ha große Anlage auf dem aus Oberen Halleschen Porphyr bestehenden Reilsberg lenken. Eine breite, ernst gemeinte Meinungsbildungskampagne in der Bevölkerung kann bestimmt dazu beitragen zahlreiche diesbezügliche Ideen hervorzubringen.


Initiative „Pro Baum“ hält verstärkten Schutz von Gehölzen in der Stadt Halle (Saale) für dringend geboten!

Bäume und Sträucher, zusammengefasst als Gehölze bezeichnet, haben eine sehr wichtige, grundsätzliche Funktion zum Erhalt und zur Entwicklung von Leben auf der Erde. Sie geben in Folge der Photosynthese Sauerstoff und Wasser an die Atmosphäre ab und tragen somit zur Lebensfähigkeit auf der Erde bei. Ferner fungieren sie als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tierarten, beeinflussen durch ebengenannte Prozesse und Schattenbildung positiv das Klima in Stadt und Land, dienen der Stadtund Landschaftsgestaltung, der Mythenbildung und als Grundlage für Kultur, Kunst und Literatur sowie haben eine Funktion zur Vermeidung von Wind- und Wassererosion.

Von daher muss es für den Menschen ein absolutes Muss sein, Gehölze im Ganzen und Einzeln massiv und vollumfänglich zu schützen. Passend zu den zahlreichen flächendeckenden Abholzungen im Stadtgebiet von Halle (Saale), wozu beispielhaft die Gehölzfällungen in der Delitzscher und Beesener Straße, am Saaleufer zwischen Genzmer Brücke und Karl-Meseberg-Brücke, auf der Ziegelwiese, am künftigen Sitz der Leopoldina sowie in der Otto-Stomps-Straße gehören, verabschiedete der hallesche Stadtrat am 23.11.2011 eine stark verwässerte Baumschutzsatzung, welche mit Veröffentlichung im Amtsblatt am 21.12.2011 endgültig in Kraft trat. Diese Baumschutzsatzung stellt nach Ansicht der Initiative „Pro Baum“ eine starke und massive Verschlechterung zur vorangegangenen Satzung vom 22.07.1998, geändert am 23.05.2001 dar.

Schon der pauschale Ausschluss von Nadelgehölzen außer der Eibe-, von Laubgehölzen wie Eschenahorn, Götterbaum, Robinie und Pappel außer Schwarzpappel und Zitterpappel- sowie die weitere Ausgrenzung von Sträuchern ab 1m Höhe tragen zur weiteren Reduzierung eines nachhaltigen Gehölzschutzes in Halle bei. Bereits jetzt zeigt sich wie schnell, unkompliziert und rücksichtslos Fällungen von Gehölzen in Halle möglich sind. Das Schlimme dabei ist, dass beispielsweise der hallesche Fachbereich Umwelt mit schlechtem Beispiel vorangeht. Ferner ist die Rolle der Baumschutzkommission sehr vage geregelt. Jedoch ist klar, dass die für Fällungsgenehmigung zuständige untere Naturschutzbehörde sich nicht weiter hinter der ehrenamtlichen Baumschutzkommission verstecken darf und kann.

Die Initiative „Pro Baum“ sieht in der nunmehrigen Baumschutzsatzung einen weiteren Schritt rückwärts in Sachen Gehölzschutz, obwohl massive fachlich-inhaltliche und rechtliche Verbesserungen dringend vonnöten wären. Die nunmehrige Baumschutzsatzung erfüllt nach Auffassung der Initiative „Pro Baum“ keinesfalls den obengenannten Anforderungen. Zudem kritisiert die Initiative „Pro Baum“, dass sich weder Stadtverwaltung, noch der Stadtrat mit ihrem Änderungsentwurf vom 29.10.2007 ernsthaft auseinandergesetzt hat. Wahre Demokratie sowie die Nutzung und Einbeziehung bürgerschaftlicher Fach- und Sachkompetenz sehen anders aus.

Nunmehr findet in der „Mitteldeutschen Zeitung“ eine sehr eigenartige Diskussion zum Schutz von Gehölzen in Gartenanlagen und Privatgrundstücken statt. Es ist unverständlich, dass sich Gartennutzer- und Eigentümer derartig heftig für weitere Lockerungen im Schutz von Gehölzen einsetzen. Dabei setzt nach Auffassung der Initiative „Pro Baum“, die Stadtverwaltung Halle lediglich Festlegungen um, welche sie noch vor obengenannten Änderungen der Baumschutzsatzung im Jahr 2011 erlassen hatte. Dies verdeutlicht sich zum Beispiel insbesondere bei den Ausführungen zu den Ereignissen von Michèle Kramm aus dem Rosengartenviertel, welche im Jahr 2010 eine Fällgenehmigung zur Fällung einer Blaufichte erhielt. Die Initiative „Pro Baum“ sieht hier in den genannten konkreten Fall ein klar rechtlich und fachlich exaktes Handeln, da die Erteilung der Fällgenehmigungen noch vor den Änderungen der Baumschutzsatzung im Jahre 2011 erfolgten. Dieses Handeln fällt unter Gewährung der Rechtssicherheit und ist daher vom Grundsatz her nicht zu bemängeln.

Derartige Diskussionen zeigen aber deutlich auf, dass die Notwendigkeit eines umfassenden Schutzes, Erhaltes und einer umfassenden Weiterentwicklung und Mehrung der Gehölzbestände noch lange nicht in großen Teilen der Bevölkerung angekommen ist. Öffentliche Verwaltungen, so auch der hallesche Fachbereich Umwelt, gehen dabei auch häufig genug nicht mit gutem Beispiel voran.

Von daher fordert die Initiative „Pro Baum“ den Schutz von Gehölzen voranzutreiben, wozu eine umfassende Aufklärungs- und Umweltbildungsarbeit gehört. Das setzt aber voraus, dass die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) ihr Verhältnis zum Gehölzschutz grundsätzlich ändern. Dazu zählt die Erarbeitung einer Gehölzschutzsatzung, welche den Namen auch verdient. Eine darauf aufbauende hallesche Gehölzschutzkonzeption, als Grundsatzhandlungsrichtlinie zum Schutz, Erhalt, Weiterentwicklung und Mehrung der Gehölzbestände in der Stadt Halle (Saale) ist dringend erforderlich, um eine wissenschaftlich fundierte fachlich-inhaltliche und rechtliche Handlungsgrundlage im Umgang mit Gehölzen auf öffentlichen und privaten Flächen zu besitzen.

Die ehrenamtliche Initiative „Pro Baum“ erklärt sich bereit im Rahmen ihrer Möglichkeit mitzuwirken. Von daher ruft die Initiative „Pro Baum“ die Bevölkerung auf, sich verstärkt für einen nachhaltigen Gehölzschutz in fachlich-inhaltlicher sowie rechtlicher Hinsicht einzusetzen.

Wer daran mitwirken möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Initiative „Pro Baum“
c/o
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA)

Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345/200 27 46; Fax.: 01805/684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
E-Mail: initiativeprobaum@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de