Für AHA lassen sich nachhaltiger Schutz der Auen und eine damit verbundene Hoch- und Grundwasserkonzeption in Leipzig und Umland nicht voneinander trennen.

Wie bereits mehrfach benannt sowie von vielen Menschen hautnah erlebt, führten zahlreiche Flüsse wie z.B. Elbe, Donau, Saale und Mulde sowie ihre Nebengewässer sehr umfassendes Hochwasser im Juni 2013. Dazu zählen auch ganz klar und deutlich Weiße Elster/Nahle/Luppe, Pleiße und Parthe. Diesmal ausgelöst durch umfassende Niederschlagswasser –aber auch in Folge umfassender Schmelzwasser möglich, verschärft sich immer wieder die Situation durch umfassend versiegelte Flächen, ausgeräumte Landschaften, überbaute und verschüttete Bäche und Flussarme sowie fehlende Hochwasserausbreitungsräume entlang der Fließgewässer.
Mit dem Anstieg der Grundwasser in Folge der Flutung der früheren Tagebaue ist zudem mit umfassenden Wiederanstiegen der Grundwasserstände zu rechnen. Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) gilt es daher auch im Raum der Städte Leipzig, Markkleeberg und Schkeuditz in verantwortlicher Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen, Begleitung durch wissenschaftliche Einrichtungen sowie massiver Einbeziehung der Bevölkerung und ihrer Vereine, Verbände und Initiativen unverzüglich eine aktuelle und nachhaltige Konzeption zum Schutz und Entwicklung der Auenlandschaft im Kontext zu einer darauf abgestimmten Hoch- und Grundwasserkonzeption zu entwickeln.
Als Ausgangspunkt sei sich folgende Situation vor Augen geführt, welche u.a. Dr. Hans Dieter Kasparidus vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung im Rahmen des 5. Leipziger Auensymposiums am 16.04.2011 darlegte. Er bezifferte die Auenfläche mit 4.563 ha. Weiter führte er aus, dass davon 3.934 ha Altaue sowie 524 ha rezente Aue und 105 ha Fläche Fluss umfassen. Prozentual bedeutet dies, dass 86,22 % zwar morphologisch Aue sind, aber in der Regel durch Deiche abgetrennt, keine Überflutung mehr erfahren sowie nur 13,78 % einer Überflutung zur Verfügung stehen.
Nach Auffassung des AHA ist das eine zutiefst besorgniserregende bzw. bedenkliche Ausgangssituation. Besonders, wenn man sich vor Augen führen muss, dass Aue und Fließgewässer eine enge Verbindung darstellen. Das zum Beispiel große Teile von Auenwäldern im Süden Leipzigs wo die Pleiße in die Weiße Elster mündet und im Norden Leipzigs und in Schkeuditz großflächig naturgeschützte Auenwälder wie die Burgaue und Verschlossenes Holz in Schkeuditz hinter Deichen vom Hochwasser abgeschirmt sind, zeugt von einer nicht zu verbergenden Ironie. Eng damit verbunden ist zu hinterfragen, worin der Sinn und Zweck das 1970 gebaute Auslassbauwerk von der Nahle in die Burgaue für veranschlagte 3 Millionen Euro neu zu errichten liegen soll, wenn umfassende Deichrückverlegungen Altauen wieder in die rezente Auen zurückführen und somit Nahle, Neue Luppe und Weißer Elster wieder einen umfassenden Überflutungsraum zurückerhalten.
Schwerpunkte sollten nach Ansicht des AHA daher an erster Stelle die Einstellung bzw. der Ausschluss von Verbauungen und Versiegelungen in bestehenden Auen und Altauen sowie in Bereichen von verschütteten Altgewässern sein. Ferner ist es erforderlich bestehende versiegelte Flächen zu überprüfen, ob ein Rückbau erfolgen kann. Eine besondere große Bedeutung kommt zudem einer umfassenden, flächen- und raumdeckenden Rückverlegung von Deichen zu. Dies führt zur Erweiterung von Hochwasserausbreitungsraum, Verringerung von Hochwasserhöhen und damit einer Verringerung der Hochwasserkatastrophengefahr sowie nicht zuletzt auch zur wichtigen Wiederherstellung einer direkten ökologischen und hydrologischen Verbindung zwischen Aue und Fließgewässer. Insbesondere die Auen an Elster, Luppe und Nahle im Norden von Leipzig und im angrenzenden Schkeuditz würden ganz besonders davon profitieren.
Auch der Bereich der Elster – Pleiße – Aue sowie die in Flutung begriffenen Alttagebaue in den Städten Leipzig und Markkleeberg bedürfen einer Einbeziehung in das Hoch- und Grundwasserkonzept. Neben Hochwasser ist mit Wiederanstieg von Grundwasser zu rechnen. Hier sollte nach Auffassung des AHA zum Beispiel der Raum zwischen Markkleeberger See und Pleiße unter Einbeziehung bzw. Berücksichtigung des Geländes der Agra eine besondere Rolle erhalten. So könnte u.a. die Wiederherstellung des alten Verlaufes der Mühlpleiße in Erwägung gezogen werden, um das Wasserabflusssystem zu verbessern sowie zudem eine weitere landschaftliche und ökologische Aufwertung des Raumes zu ermöglichen. Ferner ist das gesamte Gebiet von neuen Verbauungen freizuhalten und zu prüfen, inwieweit bestehende Verbauungen und Versiegelungen einen vollständigen bzw. zu mindestens einen teilweisen Rückbau erfahren können.
Der AHA warnt jedoch davor die Alttagebaue verstärkt als Auffangbecken für Hochwasser zu nutzen. Mit einer, laut Leipziger Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal, bestehenden Aufnahmekapazität des Zwenkauer Sees im Umfang von 15 Millionen Kubikmetern Flutwasser sind nach Auffassung des AHA aber auch massive Gefahren durch Eintrag von in die Weiße Elster eingespülten Sedimenten, Geröll, Nährstoffen und Pestiziden verbunden. Diese sind gerade während solcher massiven Hochwasser wie Anfang Juni 2013 in dem Fließgewässer enthalten und könnten langfristig die Wasserqualität beeinträchtigen sowie zur schrittweisen Verlandung beitragen. Zudem sei zu bedenken, dass mit Ende der Flutung im Jahr 2014 der dann ca. 10 km² große Zwenkauer See ein Fassungsvermögen von 172 Millionen Kubikmeter haben soll und sich somit ausreichend gefüllt sein dürfte. Da niemand konkret Häufigkeit und Höhe von Hochwasser voraussagen kann, ist dann womöglich mit massiven Wasserschwankungen in einem noch instabilen Alttagebau zu rechnen. Es ist durchaus mit Zeiträumen zwischen 50 und 100 Jahren zu rechnen. Die Zeitrechnung beim Zwenkauer See beginnt mit Beendigung des Braunkohleabbaus im Jahre 1999. Ferner erfolgt eine Unterbrechung des Weitertransportes von Sedimenten und Geröll, was einhergehend mit Begradigungen von Fließgewässern, zur Eintiefung der Gewässersohlen beitragen und somit eine fortgesetzte Austrocknung der Auen in trockenen Zeiten sowie eine Anbindung an die Aue erschwert oder gar ausschließt. Ein Einströmen von Hochwasser ist entweder kaum oder gar nicht möglich.
Die gegenwärtige Herangehensweise des Umweltbürgermeisters Heiko Rosenthal an den Umgang mit Hochwasser in der nördlichen Aue ist schwer nachzuvollziehen. Auch hier ist eine dringende Deichrückverlegung erforderlich, um eine Wiedereinbeziehung der Aue in das regelmäßige Hochwasserregime von Nahle, Luppe und Weißer Elster zu ermöglichen. Was Herr Rosenthal als „Unkontrollierte Überflutungen“ für „nicht zielführend“ erklärt, gehört zur typischen Dynamik einer Auenlandschaft dazu und darüber definiert sie sich zudem ihre Fauna und Flora. Nur so lassen sich die mit den Austrocknungserscheinungen verbundenen vermehrten Aufkommen von Spitz- und Bergahorn einschränken, da diese Gehölze maximal zwischen 15 und 30 Tagen vertragen. An dieser Stelle sei auf die nachvollziehbare Definition für naturnahe Auen von Bernd Gerken in seinem Buch „Auen verborgene Lebensadern der Natur“ auf Seite 113 verwiesen, welche sich grob in drei Punkten zusammenfassen lässt, Zitat:

  1. Auftreten ausgeprägter, periodischer Wasserstandsschwankungen im Rhythmus der natürlichen Wasserführung im Fluß (Schwankungen um 2 bis 4 m)
  2. Abgestuft unterschiedlich lange Überflutungszeiträume in periodischer Folge in Abhängigkeit von der natürlich naturnahen Geländegestalt (Uferzonen z.B. mehr als 200 Tage ; Senken/Flutmulden im Auenwald – /Auenwiesen – Verband um 100 bis über 200 Tage; Hartholzaue – Standort e bis 50, selten mehr Tage im Jahr).
  3. Auftreten der Überflutungen in Form von flächenhaften Abflusses …

Zitat Ende

Ferner definiert er Auen folgendermaßen, Zitat:

„ germanisch: auwia, ouwa = Land am Wasser, nasse Wiese, Insel … . Auen sind Ökosysteme höheren Ranges, die aus dem Fließgewässersystem und den angrenzenden Hochflut beeinflussten Teillebensräumen bestehen. “

Zitat Ende.

Dem folgerichtig ist Bernd Gerkens Definition für einen Auenwald, Zitat:

„ Wald im Einflussbereich periodischer Überflutungen, die im natürlichen Rhythmus des Wassergangs erfolgen, wie er vom Abflussregime bestimmt wird. “

Zitat Ende

Nunmehr ist es unser aller Aufgabe genau diese Funktionen wieder herzustellen und alle Projekte daran auszurichten. Eine Revitalisierung von Altarmen muss aber einer gründlichen wissenschaftlichen Prüfung nach ökologischen und hydrologischen Gesichtspunkten unterliegen. Dazu zählen u.a. die Artenzusammensetzung in dem Bereich der Altarme und ihres direkten Umfeldes, der technische Aufwand und deren Folgen für Natur, Landschaft und Umwelt sowie den damit verbundenen finanziellen Aufwand. Nach Auffassung des AHA sind diese Prüfungen nicht ausreichend erfolgt und fehlt zu dem eine deutlich erkennbare nachhaltiger länderübergreifende Herangehensweise mit dem Freistaat Thüringen und dem Land Sachsen-Anhalt. Momentan ist erst einmal dafür Sorge zu tragen, dass ein weiteres Eintiefen der Gewässersohlen von Luppe und Nahle unterbleibt. Als sehr wichtigen Schritt dahingehend ist die Zulassung der Mäandrierung, wie in der Nahle bereits fortschreitend geschehen und die Schaffung von Möglichkeiten der Gewässerdurchlässigkeit, um den Weitertransport von Sedimenten und Geröll aus Weißer Elster sowie ihrer Nebengewässer wie z.B. Pleiße und Parthe zu ermöglichen.
Jedoch bedarf insbesondere die Mäandrierung einer Rückgabe von einstiger Aue an das Flusssystem der Weißen Elster/Luppe/Nahle, was sich sehr gut mit Deichrückverlegungen koppeln lässt. Darüber hinaus gilt es den Prozess der Mäandrierung in Gang zu setzen, was durch Störsteine und –hölzer geschehen kann. Diese Maßnahmen können auch zur Erhöhung der Gewässersohle beitragen, da es zum gewissen Verlangsamung des Weitertransportes und –flusses sowie Verbleib von Sedimenten und Geröll führen kann. Ferner bleibt die Durchlässigkeit z.B. für Fische gewahrt.
All diese Maßnahmen tragen zur Revitalisierung der Auenlandschaft der Weißen Elster/Luppe/Nahle sowie ihrer Nebengewässer bei. Sie erhalten ihre natürliche Funktion zurück, führen zur Wiederherstellung auentypischer Tier- und Pflanzenstrukturen und sorgen für eine Zurückdrängung weniger auentypischer und auentypischer Arten, ermöglichen somit eine Ausbreitung des Hochwassers und damit eine entsprechende Reduzierung der Höhen von Hochwasserwellen sowie tragen somit zu einen flächendeckenden, länderübergreifenden Umwelt-, Landschafts- und Naturschutz und nachhaltigem Umgang mit Hochwasser bei. Eng damit verbunden ist auch die Attraktivität zur Nutzung als entsprechend eingeordneten Naherholungsraum. Insofern erfüllt die Aue auch weiterhin ihre Erholungsfunktion für die stressgeplagte Menschheit. Diesbezügliche Sorgen von Leipzigs Umweltbürgermeister sind vollkommen unbegründet und somit nicht nachvollziehbar.
Zusammengefasst hält es der AHA für dringend geboten die „12 Thesen zu Erhaltung, Schutz und Renaturierung des Leipziger Auensystems“ von Prof. Dr. Gerd K. Müller (*07.09.1929 – 07.03.2012) zum Grundsatz des Handelns zum Schutz und der Entwicklung der Auen in Leipzig und ihres Umlandes sowie des damit verbundenen Umgangs mit Hochwasser zu erklären.
Der AHA möchte seine Positionen zum Schutz, Erhalt und Entwicklung der Auen im Stadtgebiet von Leipzig auch in Form von folgenden zwei Exkursionen vor Ort darlegen:

Samstag, den 08.11.2014, um 10.00 Uhr Herbstexkursion in die Pleiße-Elster-Aue in der Stadt Leipzig Treff: Straßenbahnhaltestelle „Koburger Brücke“ der Linie 9 in Richtung „Markleeberg-West“ Ende: Hauptbahnhof Leipzig Dauer: ca. 3,5 Stunden

Samstag, den 29.11.2014, um 10.00 Uhr Herbstexkursion zur Burgaue in der Stadt Leipzig Treffpunkt: Haus „Auensee“ Dauer: ca. 3,5 Stunden

Der AHA ist jedenfalls bereit im Rahmen seiner ehrenamtlichen Möglichkeiten an der Prüfung und Erarbeitung aktueller Konzeptionen zum nachhaltigen Schutz und Entwicklung der Auen und einer eng damit verknüpften Hoch- und Grundwasserkonzeption mitzuwirken. Darüber hinaus ruft der AHA zur aktiven Mitwirkung interessierter Bürgerinnen und Bürger in den Städten Leipzig, Markkleeberg und Schkeuditz auf, sich mit einzubringen. Interessenten können folgendermaßen zum AHA Kontakt aufnehmen:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Otto-Adam-Straße 14 04157 Leipzig
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Dienstag: von 19.00 – 20.00 Uhr telefonisch:
Tel.:: 0176-84001924 (Handytarife aus allen Netzen)


AHA wirkt für den Schutz, Erhalt und die Betreuung von Auen- landschaften

Der am 23.02.1991 gegründete ehrenamtliche und gemeinnützige Umwelt- und Naturschutzverein und aus dem am 16.01.1983 gebildeten Arbeitskreis Umweltschutz Halle der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund der DDR hervorgegangene Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hat sich zum Ziel gestellt für den Schutz, Erhalt und die Betreuung von Auenlandschaften zu wirken. Besonderen Augenmerk nehmen dabei die Auenlandschaften an Elbe, Saale, Mulde, Havel und Spree sowie ihrer Nebengewässer ein. Hier seien z.B. die Bode, die Selke, die Weiße Elster, die Schwarze Elster, die Ilm, die Luppe, die Reide, die Laucha, die Geisel, die Klia, der Würdebach, die Salza, der Zörbiger Strengbach, die Fuhne, die Rossel, die Wuhle, die Panke, die Unstrut, die Helme, die Zorge, die Pleiße, die Parthe, die Rippach und der Ellerbach genannt. Diese Auenlandschaften gehören bekanntlich zu den wertvollsten und räumlich weitläufigsten ihrer Art in Mitteleuropa. Jedoch ist deren Bestand durch Ausbaumaßnahmen jeglicher Art an einzelnen Standorten und im Gesamtbestand gefährdet. Den Erhalt, den Schutz und die Weiterentwicklung dieser Auenlandschaften ist ein Ziel des AHA, welcher bereits in den Ländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg, in den Freistaaten Sachsen und Thüringen sowie in der Stadt Berlin bzw. den Städten Halle (Saale), Leipzig mit Umland, Dresden mit Umland Dessau – Roßlau, Weimar und Jena (Saale) sowie in den Landkreisen Saalekreis, Mansfeld – Südharz, Salzlandkreis, Anhalt-Bitterfeld, Harz, Wittenberg, Nordsachsen, Leipzig-Land, Nordhausen, Weimarer Land und Elbe-Elster seine Wirkung entfaltet. Die Aktivitäten beruhen auf ehrenamtlichen und gemeinnützigen Engagement. Aus diesem Grund möchte der AHA interessierte Personen gewinnen, welche im AHA ehrenamtlich mitwirken möchten. Dabei spielen Alter, Beruf, Geschlecht und Nationalität überhaupt keine Rolle. Grob inhaltlich gesehen wären im Rahmen der territorialen und thematischen Arbeit erfahrungsgemäß folgende Aktivitäten vonnöten:

  • Recherchieren bestehender und Erstellen neuer Konzeptionen, Rahmenpläne und Stellungnahmen
  • Öffentlichkeitsarbeit (Betreuen von Ständen, Erstellen von Pressemitteilungen, Vertrieb des „Kiebitzes“, Erstellen von Faltblättern, Vorbereitung und Durchführung von Ausstellungen)
  • Vorbereitung und Durchführung von Arbeitseinsätzen auf Grundlage selbst erstellter bzw. bestehender Konzeptionen
  • Vorbereitung und Durchführung von Exkursionen, Vorträgen, Foren und Begehungen
  • Kinder- und Jugendarbeit in Kindergärten, Schulen, Klubs und Wohngebieten
  • Umweltbildung in Theorie und Praxis an konkreten Objekten und Projekten
  • Umweltberatung der Bevölkerung, anderer Vereine, von Behörden und Firmen
  • Betreuung der Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen-Bernt-Bärtl“ und Aufbau von Umweltbibliotheken zum Beispiel in Dessau – Roßlau, Quedlinburg und Könnern (Saale)
  • Initiieren, Betreuung bzw. Begleitung von Diplom-, Praktikums-, Projekt- und Hausarbeiten
  • Koordinierung und Betreuung der Initiative „Pro Baum“ in Halle (Saale)
  • Aufbau einer Initiative „Pro Salziger See“ im Landkreis Mansfeld – Südharz

Seit dem 16.08.2004 ist der AHA auch Träger der einst am 18.11.1988 in den Räumen der Georgen Kirchengemeinde in Halle (Saale) gegründeten Umweltbibliothek Halle (UBH) und nunmehrigen Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen-Bernt-Bärtl“ (UBM), die einen umfassenden Bestand an Literatur, Bild und Tonträgern sowie Spielen aufzuweisen hat, welche ausgeliehen, aber auch vor Ort gelesen werden kann. Ferner steht die UBM auch als Versammlungs-, Veranstaltungs- und Beratungsort zur Verfügung. Die Umweltbibliothek Merseburg soll allen interessierten Personen der Region zur Verfügung stehen, wozu zum Beispiel gegenwärtig die Stadt Halle (Saale) sowie die Landkreise Anhalt- Bitterfeld, Saalekreis, Burgenlandkreis und Mansfeld – Südharz gehören. Wer Interesse hat an einer derartig wichtigen ehrenamtlichen Arbeit mitzuwirken bzw. noch mehr darüber erfahren möchte, wende sich bitte an folgende zentrale Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Große Klausstraße 11 06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345/2002746
Fax.: 01805-684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
E-mail (AHA): aha_halle@yahoo.de
E-mail (UBM): ubh2004@yahoo.de


Arbeitseinsatz im NSG Forstwerder am 18.10.2014

der Arbeitseinsatz am 18.10.2014 in Halle (Saale) im Naturschutzgebiet Forstwerder war erfolgreich gelaufen. Zu Dritt haben wir am Endpunkt des Westweges und am Nordrand des Mittelweges die Absperrung weiter ausgebaut. Das intensive und sehr fleißige Tun der drei Beteiligten hat dazu geführt, dass die Absperrung sichtlich schnell wuchs und somit weiter Kontur annimmt. Wären noch mehr dabei gewesen, dann hätte man noch mehr schaffen können. Am Samstag, den 15.11.2014 besteht ja noch einmal im diesen Jahr die Möglichkeit im Naturschutzgebiet Forstwerder in Halle-Trotha Hand anzulegen, um die Absperrungen weiter zu stärken.

Treff wieder 10:00 Uhr an der Bogenbrücke auf der Seite der Pfarrstraße.

Fotos: Andreas Liste


AHA möchte sich für den Schutz und die Entwicklung der Helme einsetzen

Einst gehörte die ca. 74 km lange Helme zu den arten- und strukturreichsten Flüssen Mitteldeutschlands. Insbesondere prägend waren die umfassenden Mäander und der durchaus damit verbundene Fischreichtum. In Folge eines starken Sommerhochwassers im Jahre 1956 nahm man massive Begradigungen vor sowie errichtete in den Jahren 1962 bis 1965 ein Stausee mit einem Fassungsvermögen von 35,6 Millionen Kubikmeter, welcher offiziell im Jahre 1969 seine Eröffnung erfuhr.

Bekanntlich führen Begradigungen bzw. Kanalisierungen zu massiven Erhöhungen der Fließgeschwindigkeiten, was man versuchte mit 6 neu- bzw. ausgebauten Wehren zu begegnen. Diese Begradigungsmaßnahmen führten nicht nur zum Verlust der Vielfältigkeit, sondern sorgten mit der Erhöhung der Fließgeschwindigkeit und dem Ausbleiben der mit der Prall- und Gleithangwechselwirkung verbundenen Verfrachtung und Umlagerung der Sedimente zur fortschreitenden Eintiefung des Flusses. Neben der Gefahr der zunehmenden Austrocknung des Umfeldes, geht somit dem Fluss auch die dringend benötigte Aue, als Lebens- und Überflutungsraum verloren.

Die Wehre bescherten dem Fluss zudem für die Fische schwer bzw. nicht überwindbare Hindernisse. Somit büßte die Helme einen großen Teil ihrer ökologischen Durchlässigkeit, Vielfältigkeit und Funktionen ein. Zudem bleiben riesige Menge an Sedimenten im Helmestausee Kelbra im Land Sachsen-Anhalt zurück, welche dem Fluss abwärts fehlen.

In den Jahren 1998 bis 2008 errichtete man bereits 10 Umgehungsrinnen an Wehren zwischen dem Quellgebiet im Thüringer Landkreis Eichsfeld bei Stöckey bis zur Mündung in die Unstrut bei Kalbsrieth, südöstlich von Artern in Thüringen.
Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) bedarf die Helme, welche den Südharz, die Goldene Aue, das Randgebiet des Kyffhäuser Gebirge und der Sangerhäuser Mulde durchfließt, die Gewährung der Möglichkeit wieder Mäander entwickeln sowie im Rahmen der Schaffung von beidseitig mindestens 10 m Gewässerschutzstreifen einen gewässerbegleitenden Biotopverbund entwickeln zu können. Diesen Biotopverbund gilt es bis zur Unstrut zu ermöglichen und dabei alle Nebengewässer einzubeziehen. Insbesondere seien hier Zorge, Thyra, Leine, Gonna und Ronna zu nennen.

Der AHA fordert daher den Freistaat Thüringen und das Land Sachsen-Anhalt, aber auch die angrenzenden Kommunen in beiden Ländern auf, aktiv dafür Sorge zu tragen die Europäische Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen, die Helme vollständig ökologisch durchlässig und strukturreich zu gestalten und entwickeln zu lassen sowie eine umfassende Wiederentstehung einer durchgängigen, umfassenden, arten- und strukturreichen Helmeaue, als Lebens- und Rückzugsraum sowie flussverbundenen Überflutungsraum zu ermöglichen.

In dem Zusammenhang bietet der AHA seine umfassenden Erkenntnisse und Erfahrungen an, die Möglichkeit der ehrenamtlichen Mitwirkung sowie die Initiierung und Begleitung von örtlichen und flächendeckenden wissenschaftlichen Arbeiten an.

Der AHA möchte nunmehr im Rahmen einer ca. vierstündigen Fahrradrundexkursion zur Helme und zum Helmestausee bei Berga-Kelbra am Samstag, den 01.11.2014 seine eigenen Vorstellungen und Überlegungen vor Ort darlegen und mit einer interessierten Öffentlichkeit umfassend diskutieren. Ebenso beabsichtigt der AHA die Bildung einer ehrenamtlichen Arbeitsgruppe Helme vorzustellen sowie deren Inhalte und Ziele darzulegen.

Die Fahrradexkursion beginnt 10:00 Uhr am Bahnhof Berga-Kelbra, wo sie nach etwa vier Stunden wieder enden soll.


AHA und Initiative „Pro Baum“ betrachten mit Sorge die weiteren Planungen am halleschen Steintor

Die Planungen seitens der Stadt Halle (Saale) zum Steintor sind weit fortgeschritten und rufen beim Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und der Initiative „Pro Baum“ weiterhin sehr große Besorgnis in Sachen Schutz und Erhalt des umfassenden und bedeutsamen Gehölzbestandes in dem Bereich hervor. Nach den gegenwärtigen Planungen hat man 59 Bäume als „nicht verkehrssicher“ eingestuft, wovon 10 Bäume die Wertung „gefährliche Bäume“ erhalten haben. Mit der Fällung dieser Bäume und der Abholzungen zu Gunsten der geplanten Verkehrsanlagen hat die Stadt Halle (Saale) schon die Vernichtung von 107 Bäumen in Rechnung gestellt. Hinzu kommt noch die angedachte pauschale Fällung von 28 nektarreichen und blühreichen Robinien. Somit wären eigentlich von den 30 „Restbäumen“ nur noch 2 Bäume übrig. Das käme einer kompletten Vernichtung des Parks gleich und ist eine Planung, welche nach Auffassung von AHA und Initiative „Pro Baum“ somit unbedingt wieder auf den Prüfstand müsste.

Beide Organisationen fordern daher den vollständigen Erhalt des Steintorparks und appellieren daher dringend an die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) auf die Planungen entsprechend anzupassen. Ebenso gilt es noch einmal genau zu überprüfen, wie es tatsächlich mit der Gesundheit und Standfestigkeit der Bäume bestellt ist. Der AHA und die Initiative „Pro Baum“ legten dazu am 10.04.2013 und in Folge der Exkursion am 24.09.2013 dem Stadtrat der Stadt Halle (Saale) und dem halleschen Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand gemeinsame Stellungnahmen zum Umbau des Steintors in der Stadt Halle (Saale) vor. Dazu zählte neben technischen Vorschlägen zur Umverlegung der Gleise, von Straßenabschnitten und Wegen, der Vorschlag einer Verkehrsberuhigung des Areals „Am Steintor“. Die Verkehrsströme müssen nicht über den Platz verlaufen. Ferner können die Bahngleise fahrbahnunabhängig verlaufen. Eine Aufwertung des Platzes ist ebenso zu erwarten, da bestehende bzw. sich entwickelnde Gastronomie Teile des Bereiches mitnutzen können.

Wer Interesse an der ebengenannten Stellungnahme hat, kann diese in der AHA Homepage https://www.aha-halle.de lesen. Nunmehr fordern AHA und die Initiative „Pro Baum“ endlich die alternativen Vorstellungen zur Gestaltung und Entwicklung des Schlüsselbereiches in der Stadt Halle (Saale) ernst zu nehmen.


Stadt Halle (Saale) zerstört Natur auf der Salinehalbinsel

Für den Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) war bzw. ist es weiterhin vollkommen unverständlich, dass das Vorhaben eines weiteren Saaleübergangs zur Salinehalbinsel noch immer zur Debatte steht. So ist zum Beispiel für den AHA überhaupt nicht nachvollziehbar, dass Stadtrat und Stadtverwaltung so tun, als gäbe es keine „Querungsmöglichkeiten der Saale und ihrer Nebenarme zur Salinehalbinsel bis zum Bereich Sophienhafen“. Die großen Brücken in der Mansfelder Straße sind für den verhältnismäßigen kleinen Raum vollkommen ausreichend. So zeigt sich, dass die Frequentierung der Brücke über den Kotgraben sehr an der Notwendigkeit dieses Bauwerkes zweifeln lässt. Weitere Brücken führen jedoch, neben der Störung des Landschaftsbildes Saale zu einem weiteren Verbau und zur verstärkten Beeinträchtigung des Saaleuferbereiches mit seiner Ufervegetation und seinen Wasservogelbrutgebieten. Das Gleiche ist das ja bereits mit dem nunmehr ausgebauten Saaleuferwegen im östlichen Bereich bereits eingetreten. Es ist unverantwortlich alle Uferbereiche begehbar zu gestalten. Zertretene Ufer, zerstörte Vegetation und eine gestörte Wasserfauna sind die Folge. Das kurzsichtige touristische Denken zerstört bzw. stört die ökologische Struktur, welche die Menschen erleben sollen. Die im Handlungsfeld geschilderten Maßnahmen betreffs der Salinehalbinsel wie Schaffung neuer Sichtachsen etc. führen zu einem unverantwortlichen Eingriff in den sich immer mehr standortgerecht sukzessiv entwickelnden Gehölzbestand. Die Salinehalbinsel hat sich immer mehr zum Ort der ruhigen Entspannung und Erholung entwickelt, welchen es im Interesse entsprechender Bedürfnisse zu akzeptieren gilt. Durchgangsverkehr mit zusätzlichen Brücken zerstört genau dieses Ambiente. Nach Auffassung des AHA sollte in dem wechselvollen Grünbereich eher eine naturnahe Entwicklung befördert werden. Dazu zählen eine sukzessive des Gehölzbestandes sowie partielle und unregelmäßige Mahd. Der AHA ist durchaus bereit auf der Basis entsprechender Gestattungsverträge perspektivisch die Wiesenbereiche so zu entwickeln. Die bisherige Entwicklung hat deutlich die ökologische Arten- und Strukturvielfalt erhöht und dazu geführt, dass die Salinehalbinsel sich immer mehr zum Rückzugsgebiet von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten herausbildet. Zum Beispiel Brutvermutungen von zwei Eisvogelpaaren am Saaleufer und im Bereich des Kotgrabens sind hier deutliche Zeichen einer derartigen Entwicklung. In dem Zusammenhang wird dringend empfohlen den Kotgraben zwischen Saline und Mansfelder Straße wieder zu öffnen, um die ökologische Durchlässigkeit zu verbessern und das punktuelle Stadtbild aufzuwerten.

Das gegenwärtig hauptsächlich von Architekten sowie Funktionären der Stadt Halle (Saale) vorangetriebenen Brückenprojekte zur Saline zeugen nicht nur von der zerstörerischen Gefahr für Natur und Landschaft, sondern auch von mangelnder Einbeziehung der Bevölkerung und Verschwendung von Steuermitteln. Immerhin könnten die einst mit 1,9 Millionen Euro und nunmehr mit ca. 2,74 Millionen Euro veranschlagten Gesamtkosten mit einem Eigenanteil der Stadt Halle (Saale) in Höhe von 904.200,00 Euro nutzbringender z.B. in soziale und andere bauliche Vorhaben –wie umweltgerechte Sanierung von Schulen eingebracht werden. Darüber hinaus vertritt der AHA die Auffassung, dass eine Entwicklung des Gebietes der Salinehalbinsel keinesfalls zur Zerstörung bzw. Störung des historischen Erscheinungsbildes, zur Vernichtung und Verbau angrenzender Natur- und Landschaftsräume –z.B. Saale und Kotgraben führen darf. Bei Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte wäre eine verstärkte touristische Nutzung denkbar.

Nach Auffassung des AHA ist das IBA-Gesamtvorhaben auf Grund des Unvermögens von Stadtrat und der Stadtverwaltung, kritische bis ablehnende Hinweise aufzunehmen, zum Scheitern verurteilt. Die Projekte sind zutiefst undemokratisch und bevölkerungsfern zu Stande gekommen.