AHA fordert Stopp der Ausholzungen am halleschen Riveufer

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Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hat mit Unverständnis die umfassenden Ausholzungen und das Heraussammeln von Alt- und Totholz sowie Efeu aus dem Gehölzstreifen entlang des Fußes des Lehmanns Felsen entlang des halleschen Riveufers aufgenommen. Für den AHA erschließt sich keinesfalls der Sinn und Zweck dieser Aktionen, welche massiv einen sehr wichtigen Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten schaden und stören. So ist bekannt, dass hier zum Beispiel Igel überwintern sowie Brutreviere der Amsel und des Zaunkönigs bestehen. Von daher fordert der AHA nicht nur den Stopp der Ausholzungen und Beräumungen, sondern das herausgeräumte Holz und die abgeholzten Efeubestände punktuell wieder in den Gehölzbereich zurückzubringen und aufzuschichten. Dies muss aber unverzüglich geschehen, um die beginnende Brutzeit nicht noch weiter zu stören.
Der AHA mahnt in dem Zusammenhang erneut mit Nachdruck einen sorgsamen Umgang mit den Gehölzen in der Stadt Halle (Saale) an, wozu auch die Gehölzbestände entlang der Saale und ihrer Nebengewässer gehören.

Fotos: Andreas Liste

Initiative „Pro Baum“ trifft sich

Am Montag, den 20.03.2017 findet mit dem 144., das dritte Treffen der Initiative „Pro Baum“ im Jahr 2017 statt. Bei dem Treffen gilt es über Maßnahmen und Aktivitäten zum Schutz und Erhalt der Gehölze zu beraten.

Bei dem Treffen steht weiterhin thematisch mit an erster Stelle die beabsichtigte Umgestaltung der Thomasiusstraße mit Pflanzung von 61 Bäumen nach dem voraussichtlichen Ende der Bauarbeiten im Juni 2018.

Ebenfalls zählt ganz akut dazu, die vom Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale) Dr. Bernd Wiegand am 12.07.2013 veranlassten, vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, genehmigten und nunmehr im Eilverfahren erst einmal vom Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg gestoppten Abholzungs- und Baumaßnahmen für einen neuen Deich zwischen Gimritzer Damm und Wilder Saale zu thematisieren. Dabei gilt es mit Sorge die vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt vorangetriebenen Planungen für den obengenannten Deich zu betrachten.

Ferner ist vorgesehen, in Anknüpfung an die gemeinsamen Protestexkursionen von Initiative „Pro Baum“ und Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) am 29.09.2015 zum Hufeisensee sowie am 21.10.2015 und 31.10.2016 zum Gimritzer Damm und der Heideallee weitere Aktivitäten auszuloten.

Ebenso zählt die angedachte, überdimensionale Wohnbebauung der GWG im Bereich des Geländes des nunmehr beseitigten Heideschlösschens in Halle – Dölau und der massiven Bedrohung des Gehölzbestandes vor Ort sowie des Biotop- und Grünverbundes zwischen Dölauer Heide, Hechtgrabenaue und Umland. Hier gilt es mit der Bürgerinitiative zusammen zu wirken.

Darüber hinaus stellt einen weiteren Beratungsschwerpunkt die Entwicklung und Gestaltung der Landsberger Straße nach ökologischen sowie kulturell-künstlerischen Aspekten dar. In dem Blickwinkel betrachtet trifft das auch auf das angrenzende Gelände des früheren Schlachthofes zu.
Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hatten bereits ihre sehr großer Sorge bezüglich der aktuellen Pläne zum Umbau des Gimritzer Dammes zwischen Rennbahnkreuz und Heideallee, des Abschnittes der Heideallee bis zur Kreuzung mit der Walter-Hülse-Straße und dem Weinbergweg sowie deren Umbau zum Kreisel ausgedrückt. Mit den der Öffentlichkeit vorliegenden großzügigen Verkehrsplanungen, gehen im Falle der Umsetzung, massive Zerstörungen und Beschädigungen von sehr wichtigen Gehölz- und Wiesenbeständen einher. So beabsichtigt man den Gehölzbestand südlich bzw. südwestlich des gesamten Gimritzer Dammes, insbesondere zwischen Zur Saaleaue und Übergang zur Heideallee, komplett zu zerstören. Der Gehölzbestand nördlich bzw. nordöstlich des Gimritzer Damm im Übergangsbereich zur Heideallee und im Bereich der Einmündung der Halle-Saale-Schleife ist ebenfalls massiv von der Säge bedroht. Der weitere Knackpunkt bildet der geplante Kreisel im Kreuzungsbereich von Heideallee, Walter-Hülse-Straße und dem Weinbergweg. Hier sehen die Planungen alleine für den Umbau und im direkten Anschlussbereich in Heideallee und Brandbergweg die Vernichtung von mindestens 27 Bäumen vor. Hierzu gilt es unbedingt zu beraten und das künftige Vorgehen abzustimmen.

Ebenso akut ist das Thema der flächendeckenden, massiven Massenabholzungen im Gesamtgebiet der Stadt Halle (Saale), z.B. in den Klausbergen, am Steintor, in Halle – Neustadt und im Bereich der Freiimfelder Straße.

Weitere Themenschwerpunkte bilden u.a. die laufenden Abholzungen und Bauarbeiten am Steintor und im Böllberger Weg sowie die Entwicklungen in der Gartenstadt Gesundbrunnen und im Pestalozzipark, die Aktivitäten zum Solbad und Park Wittekind, Aktivitäten im Medizinerviertel, in der Landsberger Straße und im Gelände des früheren Schlachthofes, Möglichkeiten der Optimierung der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, die weitere Erfassung von möglichen Standorten von Straßenbäumen sowie die allgemeine Entwicklung des Gehölzschutzes in der Stadt Halle (Saale). Ebenso steht die Vertiefung der Veranstaltungsplanung für das Jahr 2017 auf der Tagesordnung.

Dazu zählen auf jeden Fall gemeinsame Aktionen mit dem AHA, wozu folgende Veranstaltungen gehören:

Karfreitag, den 14.04.2017, um 10.00 Uhr
„Bäume pflanzen statt abholzen“ – eine gemeinsame Aktion mit Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Treffpunkt: Ochsenbrücke zwischen Riveufer und Ziegelwiese in Halle (Saale)

Tag des Baumes:
Dienstag, den 25.04.2017, um 16.30 Uhr
Exkursion ab Peißnitzinsel durch das NSG Peißnitznordspitze, entlang von Teilen des Gimritzer Dammes und der Heideallee sowie des Saugrabens bis zum Landschaftsschutzgebiet „Dölauer Heide“ in Halle (Saale)
Treffpunkt: Peißnitzhaus (ehem. Pionierhaus)
Dauer: ca. 5 Stunden

In dem Zusammenhang gilt es fortgesetzt die gemeinsame Protestexkursion von Initiative „Pro Baum“ und Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) zum Gimritzer Damm und der Heideallee am Montag, den 31.10.2016 auszuwerten.
Das Treffen der Initiative „Pro Baum“ am 20.03.2017 beginnt 19.00 Uhr und der Veranstaltungsort ist der Versammlungsraum des Reformhauses Halle in der Großen Klausstraße 11 in 06108 Halle (Saale).

Feldarbeit zur Erfassung des Arteninventars an Tieren und Pflanzen in ausgewählten Biotopen im Jahr 2017

Im Rahmen der Veranstaltungsplanung für das Jahr 2017 ist die Fortsetzung eines Projektes aus den Jahren 2014, 2015 und 2016 unter der Überschrift „Feldarbeit zur Erfassung des Arteninventars an Tieren und Pflanzen in ausgewählten Biotopen im Jahr 2017“ im Stadtgebiet von Bitterfeld-Wolfen vorgesehen. An 22 Tagen, jeweils aufgeteilt im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter beabsichtigt der AHA die Fauna und Flora im Erlen-Eschen-Wald „Reudener Busch“, im Salegaster Forst und im Auenwaldrest „Wolfener Busch“ zu untersuchen und zu erfassen. Hier kann jeder Interessierte daran mitwirken. Ganz besonders sind jedoch Schulen, die Kreisvolkshochschule Anhalt-Bitterfeld sowie Jugend- und Kinderinitiativen aufgerufen daran mitzuwirken.
Im Monat März 2017 ist folgende ca. vierstündige Erfassung der Vogelfauna geplant:

Samstag, den 18.03.2017, um 10.00 Uhr
Erfassung der Avifauna des Auenrestwaldes „Wolfener Busch“ im Winter: Beobachtung der im Gebiet vorkommenden Vogelarten mit dem Fernglas und schriftliche Erfassung der gesichteten Tiere in Listen
Treffpunkt: Bahnhof Wolfen
Dauer: ca. 4 Stunden

Wer noch mehr zu dem Projekt „Feldarbeit zur Erfassung des Arteninventars an Tieren und Pflanzen in ausgewählten Biotopen im Jahr 2017“ sowie allen anderen Aktivitäten des AHA im Raum Bitterfeld-Wolfen erfahren möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Ortsgruppe Bitterfeld-Wolfen
Evangelisches Kirchspiel Wolfen
OT Wolfen
Leipziger Straße 81
06766 Bitterfeld-Wolfen
Tel.: 0173 – 9917836
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

AHA fordert massiven Schutz des Feldhamsters

Bekanntlich besitzt der Feldhamster den Status „streng zu schützende Tierart von gemeinschaftlichem Interesse“ gemäß des Anhangs IV der FFH-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG). Ferner ist bekannt, dass ein wesentliches Ziel der FFH-Richtlinie in der die Sicherung des günstigen Erhaltungszustandes der dort gelisteten Arten und Lebensräume besteht. So haben gemäß Artikel 11 der FFH-Richtlinie die Mitgliedstaaten den Erhaltungszustand der in Artikel 2 genannten Arten und Lebensräume zu überwachen. Über die Ergebnisse der Überwachung ist gemäß Artikel 17 durch die Mitgliedstaaten alle sechs Jahre ein Bericht zu erstellen. Der Erhaltungszustand wird in Artikel 1 näher spezifiziert.

Von daher sieht der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) in dem momentanen gemeinsamen Kesseltreiben von „Investoren“, Landkreis Mansfeld-Südharz, Stadt Sangerhausen und einzelner Medien gegen den Feldhamster nicht nur als unsinnig an, sondern stuft das Vorgehen als unverantwortlich und gefährlich ein. Hier vermengt man berechtigte Arbeitsplatz- und Zukunftssorgen der Menschen in der Stadt Sangerhausen mit einer falschen Zuordnung entsprechender Verantwortlichkeiten. Für den AHA kann doch dieses medial begleitete Bündnis im Ernst nicht daran glauben, dass der Feldhamster die Verantwortung für fehlende Arbeitsplätze trägt. Wenn diese Hassstimmung nicht solche gefährlichen Ausmaße hätte, könnte man das als Treppenwitz in einer angeblichen Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts ansehen.
Derweil lenken derartige Hassaktionen von den eigentlichen Ursachen von vernichteten bzw. nicht entstandenen Arbeitsplätzen ab. Am Beispiel des nunmehr insolventen Fahrradherstellers „Mifa“ haben sich deutliche Managementfehler aufgetan, welche nicht wie blumig versprochen zur Schaffung von weiteren Arbeitsplätzen, sondern zur Vernichtung bestehender Arbeitsplätze führt. Die Versprechungen zur Schaffung von Arbeitsplätzen des niederländischen „Investors“ für zwei Gewächshäuser zur angeblichen Produktion von „Bio“-Gemüse sind aus Sicht des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sehr vage gehalten und nicht überzeugend. Daran ändert auch das gebetsmühlenartige Wiederholen dieser Versprechungen durch Politiker aller Parteien und Medien nichts.

Der AHA kann da nur der Aussage der Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Prof. Dr. Claudia Dalbert im Interview in der „Mitteldeutschen Zeitung“ vom 11./12.03.2017 auf Seite 2 zustimmen, dass das Vorkommen der Hamster in Sangerhausen schon lange bekannt ist. Nach Auffassung des AHA spätestens seit der „Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung“ der Anfrage der Abgeordneten Nadine Hampel (SPD) vom 10.12.2012, Drucksache 6/1688. Diesem Dokument ist zudem ein sehr aufschlussreiches, von der ÖKOTOP GbR Büro für angewandte Landschaftsökologie „Monitoring des Feldhamsters im Land Sachsen-Anhalt zur Erfüllung der FFH-Berichtspflichten – – Monitoringdurchgang 2010 – vom 20. Oktober 2010 beigefügt.

AnfrageAndreasGehlmannLandtagLSA27.02.2017

Für den AHA ist es unverständlich, dass diese Angaben und die weiteren sechs von der Stadt Sangerhausen in Auftrag gegebenen Hamsterkartierungen und Gutachten keine weitere Berücksichtigung für den 260 ha großen, an der BAB 38 großen Industriepark Mitteldeutschland und der darin eingeschlossenen Planungen für die 50 ha Gewächshausfläche fanden bzw. finden.
Diesbezüglich sehr aufschlussreich ist ferner die „Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung“ des Abgeordneten Andreas Gehlmann (AfD), Drucksache 7/1061 vom 27.02.2017

AnfrageAndreasGehlmannLandtagLSA27.02.2017

Der AHA fordert daher die Planungen auf eine solide Basis zu stellen, dabei soziale Realitäten zu betrachten und die Belange des Schutzes von Umwelt, Natur und Landschaft zu berücksichtigen. Dabei gilt es nicht nur rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten, sondern auch wissenschaftlich-fachliche Gesichtspunkte und Tatsachen zu Grunde zu legen.

Für den AHA gehört es nämlich zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe arten- und strukturreiche Natur- und Lebensräume zu erhalten und zu schützen sowie Raum zur sukzessiven Ausdehnung zu geben. Ferner gilt es Biotop- und Grünverbundräume zu sichern, zu erhalten, zu stabilisieren und räumlich auszuweiten. Dazu können die Randstreifen von bestehenden und wiederherzustellenden Wegen sowie nicht zuletzt mindestens 10 m breite Gewässerschonstreifen entlang von Fließgewässern aller Größen und Längen dienen. Dazu gehört für den AHA den Flächenfrass für Verkehrs-, Wohn- und Gewerbeflächen und –bauten, damit verbundener Zerschneidung und Einschränkung von Landschafts- Überflutungs- und Naturräumen sowie einer Verarmung der Agrarlandschaft durch Verringerung der Ackerkulturen, der Arten- und Strukturvielfalt durch Verlust bzw. Fehlen von Gehölz- und Grüninseln und –streifen und von Feuchtgebieten und Stauden-, Trocken- und Halbtrockenrasengesellschaften zu stoppen.

Dabei weisen das Umweltbundesamt und das Statistische Bundesamt in Deutschland eine tagtäglich Neuversiegelung von Boden im Umfang zwischen 66 ha Boden aus. Das entspricht in etwa einer Fläche von 66 Fußballfeldern und im Jahr in etwa einer Fläche von zwischen 24.090 ha. Im Vergleich dazu die Fläche der Stadt Leipzig, welche 29.760 ha beträgt.

Ferner führte die Art und Weise des Betreibens der Landwirtschaft auch im Gebiet der einstigen DDR nach 1990 zur Verarmung des Anbaus von Feldkulturen. Von einst 25 verschiedenen Kulturen, sind nur 7 übrig geblieben. Diese Bedingungen führen zur Verschlechterung der Lebensbedingungen vieler Tierarten wie Feldhase, Feldhamster und verschiedener Bienen- und Schmetterlingsarten sowie verschiedener Greifvogelarten wie Mäusebussard und Rotmilan. Der Erhalt, der Schutz und Entwicklung einer intakten Umwelt, Natur und Landschaft dient nicht nur der Tier- und Pflanzenwelt, sondern sichert auch das Überleben des Menschen. Letzteres ermöglicht zudem einen darauf angepassten Tourismus, welcher auch im Raum Sangerhausen einer weiteren Entwicklung bedarf. Dies kann auch der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen dienen. Gleiches gilt auch für eine arten- und strukturreichere Landwirtschaft, welche einst neben dem Bergbau in der Region Sangerhausen die hauptsächliche Basis für Lohn und Brot bildete.
Daran mitzuwirken sollte Auftrag an die Bevölkerung sowie politische Gremien und Behörden sein.

Der ehrenamtliche und gemeinnützige AHA bietet dahingehend Interessenten Raum im Rahmen von territorialen Regional- und Ortsgruppen bzw. thematischen Arbeits- und Interessengruppen –wie z.B. die Arbeitsgruppe Feldökologie- mitzuwirken.
Wer noch mehr zu den diesbezüglichen Aktivitäten des AHA erfahren möchte, wende sich bitte an folgende zentrale Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

AHA hält weiterhin Erhalt, Schutz, Weiterentwicklung und räumliche Ausdehnung des Mauerparks in Berlin-Pankow für sehr dringend geboten

Im Jahr 2015 hatte der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) mit fortgesetzter und verstärkter großer Sorge die Umsetzung des im Rahmen seiner 64. Sitzung am 30. September 2015 gefassten mehrheitlichen Beschlusses des Ausschusses für Bauen, Wohnen und Verkehr des Abgeordnetenhauses zur Annahme Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans 1 – 64a VE aufgenommen. Dieser Bebauungsplan, welcher die Bebauung einer 3,7 ha großen Fläche nördlich der Gleimstraße und somit das Ende einer potentiellen Norderweiterung des zur Zeit ca. 8,1 ha großen Mauerparks zur Folge hat, stellt einen schwerwiegenden Einschnitt in der Entwicklung, Erweiterung und beim Schutz von bestehenden und potentiellen Grünzonen sowie Biotop- und Grünverbundräumen im Land Berlin und im Speziellen seines Stadtbezirkes Berlin-Pankow dar. Das Vorhaben der Groth u-invest Elfte GmbH & Co Gleimstrasse KG zielt offenbar zudem auch auf ein vermögendes Klientel ab, was somit nicht zu einer sozialverträglichen Lösung der Wohnungsknappheit in Berlin beiträgt.

Der dem Vorhaben zu Grunde liegende, Ende 2011 abgeschlossene „Mauerpark-Vertrag“ erscheint beim Lesen der Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt „Erweiterung des Mauerparks vereinbart – Städtebaulicher Vertrag und weitere Entwicklungen“ vom 06.09.2012 in mehrfacher Hinsicht hoffnungsvoll, aber bedenklich zugleich.

Nunmehr erfüllt den AHA mit großer Sorge das Vorhaben der Berliner Wasserbetriebe (BWB) zur Errichtung eines sogenannten Stauraumkanals im Mauerpark mit einer Länge von ca. 650 m, einem Durchmesser von etwa 4 m und einem veranschlagten Fassungsvermögen von 7.400 m³ Abwasser und Regenwasser, welcher bei Starkregenereignissen als Zwischenspeicher dienen soll. Dieses Vorhaben reiht sich in einen Plan ein, für insgesamt 300.000 m³ Ab- und Regenwasser einen Stauraum zu schaffen. Diese Staumenge macht nicht ganz die Hälfte des Berliner Abwasseraufkommens im Umfang von ca. sieben Millionen m³ aus.

Der AHA sieht auf jeden Fall ebenfalls eine klare Notwendigkeit den Eintrag von Abwässern in die Berliner Gewässer wie z.B. Spree, Havel, Panke und Wuhle zu unterbinden. Eine andere Herangehensweise beendet nicht die Verschmutzung der Berliner Gewässer und entspricht zudem nicht der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) aus dem Jahr 2000.

Jedoch hält der AHA den Weg der Umsetzung des Anliegens für nicht zielführend.

Bereits der Ansatz des Vorhabens ist nach Auffassung des AHA zu kurz gegriffen und zeugt von keiner ordnungsgemäßen grundsätzlichen Analyse der momentanen Ausgangssituation der vielfältigen Ursachen der Probleme.

Nach Auskunft der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz liegt die jährliche Neuversiegelung bei 120 ha, was einem täglichen Wert von gerundet 0,33 ha entspricht. Ferner ist eine Übersicht interessant, welche der Senat von Berlin der Antwort auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Danny Freymark (CDU) vom 06. Februar 2013, Drucksache 17 / 11 529 anfügte, Zitat:

„Anlage 1 : Versiegelungsgrad der Bezirke auf Basis der
Versiegelungskartierung des Umweltatlas Berlin ( Stand:2011)

Gesamtfläche [ha]Gesamtversiegelung [ha]Gesamtversiegelung [%]
Mitte3.9452.38960,6
Friedrichshain-Kreuzberg2.0331.30964,4
Pankow10.3123.04629,5
Charlottenburg-Wilmersdorf6.4722.52339,0
Spandau9.1852.39426,1
Steglitz-Zehlendorf10.2532.72626,6
Tempelhof-Schöneberg5.3092.69050,7
Neukölln4.4972.07546,1
Treptow-Köpenick16.7643.15418,8
Marzahn-Hellersdorf6.1812.28036,9
Lichtenberg5.2152.17141,6
Reinickendorf8.9302.43427,3
Berlin89.09529.19032,8

Gleisschotter ging in die Berechnung zu 100 % versiegelt ein.“, Zitat Ende

Der Arbeitskreis Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder hat mit Stand vom 20.10.2016 folgende statistische Angaben zur Flächenversiegelung in Berlin für den Zeitraum für die Jahre 2000 bis 2015 in km² festgehalten:

2000: 305
2004: 308
2008: 312
2011: 311
2012: 311
2013: 311
2014: 311
2015: 311

Lässt man mal die Abweichung zu den Angaben des Senats im Jahr 2011 im Umfang von 20 km² unberücksichtigt, gilt es festzustellen, dass die Versiegelungsfläche seit 2011 stagniert, aber somit auch nicht abnimmt. Dazu sei folgendes aus der obengenannten Anfrage im Abgeordnetenhaus vom 06. Februar 2013 und einem Teil aus der Antwort des damaligen Senats zitiert:

„Frage 4:
Gibt es beim Senat entsprechende Konzepte und Pläne, die sich aktiv mit dem Ziel der Entsiegelung von Flächen auseinandersetzen bzw. wie kommt der Senat der politischen Vorgabe, mehr Flächen zu Entsiegeln, nach?

Antwort zu 4:
…Mit dem Projekt „Entsiegelungspotenziale in Berlin“ wurde in 2010 – 2012 eine zentral verwaltete Datenbank zur gesamtstädtischen Erfassung von Flächen mit Entsiegelungspotenzial angelegt. Hier sind mittlerweile über 200 Flächen erfasst worden, die in absehbarer Zukunft dauerhaft entsiegelt werden können. Die erfassten Flächen mit Entsiegelungspotenzial werden in der Umweltatlaskarte 01.16 „Entsiegelungspotenziale“ dargestellt und regelmäßig aktualisiert. Auf diese Flächen soll insbesondere im Rahmen der Eingriffsregelung für bodenschutzfachliche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen (nach Baurecht und Naturschutzrecht) zurückgegriffen werden
(http://stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/i116.htm), Zitat Ende

Die Ausführungen „01.16 Entsiegelungspotenziale (Ausgabe 2016) der damaligen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt weisen nunmehr sogar „254 Flächen in dem Kataster der potenziellen Entsiegelungsflächen“ aus. Konkretere Angaben zu den tatsächlichen Flächen lassen sich jedoch nicht entnehmen. Zudem sei darauf verwiesen, dass laut Angaben des Arbeitskreises Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder hat mit Stand vom 20.10.2016 der Flächenversiegelungsgrad in Berlin seit dem Jahr 2011 unverändert bei 311 km² liegt.

Eine Betrachtung der Niederschlagsmengen in Berlin sind vollständigkeitshalber ebenfalls zu erwähnen. Hier führt die damalige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie unter „04.08 Langjährige Niederschlagsverteilung und Abflußbildung durch Niederschläge (Ausgabe 1998)“ unter „Langjährige Niederschlagsverteilung“ aus, Zitat:

„Regionale Einordnung der Niederschlagsverhältnisse Berlins

Im regionalen Maßstab werden die Niederschlagsverhältnisse Berlins durch die Lage im Übergangsbereich zwischen kontinental und mehr ozeanisch geprägtem Klima bestimmt. Berlin gehört im deutschen Vergleich eher zu den trockenen Gebieten. So liegt hier die jährliche Durchschnittsniederschlagsmenge bei 568 mm pro Quadratmeter, während im gleichen Zeitraum auf dem Brocken ca. 1.400 mm niedergehen.., Zitat Ende

Für den AHA ergibt sich aus den obengenannten Daten die zwingende Notwendigkeit die Versiegelungsgrade stark zu reduzieren, die Einrichtung von Dach- und Fassadenbegrünungen zu erhöhen, die Einrichtung von unversiegelten Mulden bzw. Weiher als temporäre Regenwasserrückhaltebecken zu forcieren sowie nun endlich die Umrüstung von Mischwassersystemen in Trennsystemen anzugehen. Neben der Tatsache, dass es Ziel sein muss in niederschlagsärmeren Gebieten Niederschlagswasser im Boden versickern zu lassen, gilt es auch durch o.g. Mulden bzw. Weiher ggf. Rückzugsräume für entsprechend angepasste Tier- und Pflanzenarten zu schaffen sowie Möglichkeiten zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit einzurichten.

Die gegenwärtigen Pläne und Vorhaben zur Errichtung von Stauraumkanälen tragen nicht zur Lösung der grundsätzlichen Probleme wie Flächenversiegelung und ordnungsgemäßer Trennung von Niederschlags- und Abwasser bei. Eine ungefilterte Ableitung von Niederschlagswasser birgt übrigens auch die Gefahr der Einspülung von Abriebresten von Reifen und Bremsbelägen sowie von Ölen, Treib- und Gefahrstoffen.

Daran ändern auch diese Stauraumkanäle nichts. Im konkreten Fall des Mauerparks ist eher noch mit baulichen Beeinträchtigungen eines sehr wichtigen Natur- und Landschaftsbestandteils zu rechnen, welcher als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, als Teil eines umfassenden Biotop- und Grünverbundes, Ort der Naherholung sowie Standort der Verbesserung des Klimas fungiert. Der Bau des Stauraumkanals im Mauerpark ist ein weiterer Baustein zur Erhöhung der Flächenversiegelung mit den denn allzu gut bekannten Folgen.

Von daher hält der AHA einen sofortigen Stopp des Vorhabens zur Errichtung eines Stauraumkanals im Mauerpark und alternativ den Erhalt, den Schutz, die Weiterentwicklung und die räumliche Ausdehnung des Mauerparks in Berlin-Pankow für dringend geboten. Dies wäre zudem auch ein sehr wichtiger deutscher Beitrag bei der Umsetzung der im Ergebnis der Klimakonferenz vom 30.11-11.12.2015 in Paris von 195 Staaten der Erde getroffenen Klimaschutzvereinbarung.
Der AHA ist bereit im Rahmen seiner ehrenamtlichen und fachlichen Möglichkeiten bereit daran mitzuwirken.

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

AHA hält Schutz der Auen zwischen den Städten Weißenfels, Bad Dürrenberg, Leuna, Merseburg und Halle (Saale) für dringend geboten

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) kann es nicht oft genug erklären, dass der Schutz, der Erhalt, die Betreuung und die Entwicklung von Auenlandschaften eine sehr bedeutsame Erkenntnis beim Planen und Handeln sein muss. Dass die Realität leider oft anders aussieht, muss der AHA oft genug und immer wieder feststellen.

Um sich ein aktuelles Bild der Auenlandschaften zwischen den Städten Weißenfels, Bad Dürrenberg, Leuna, Merseburg und Halle (Saale) verschaffen zu können, soll eine am Samstag. den 18.03.2017 geplante, ca. fünfstündige Fahrradexkursion in diesem Landschaftsraum dienen.
Die Fahrradexkursion führt durch die Saaleaue zwischen den Städten Weißenfels, Bad Dürrenberg, Leuna und Merseburg sowie der Saale-Elster-Luppe-Aue zwischen den Städten Merseburg und Halle (Saale) mit Blick zur Mündung der Rippach in die Saale, Aufenthalt am Saalealtarm bei Großkorbetha, in der Saaleaue bei Bad Dürrenberg, im Mündungsbereich des Ellerbaches in die Saale, im Kreypauer(Göhlitzscher) Holz, die Saalealtarme bei Leuna, in der Fasanerie in Merseburg, im Mündungsbereich der Laucha in die Saale und an der Weißen Elster in Halle – Ammendorf.
Im Rahmen der Fahrradexkursion beabsichtigt der AHA die Bedeutung und Schutzwürdigkeit dieses arten- und strukturreichen Natur- und Landschaftsraumes sowie Möglichkeiten zur Entwicklung, zum Schutz und Erhalt darzulegen.

In dem Zusammenhang möchte der AHA aufzeigen, wie jeder Interessent daran aktiv mitwirken kann.

Die Fahrradexkursion beginnt 10:00 Uhr ab Vorplatz des Bahnhofes Weißenfels und endet in Halle (Saale) an der Straßenbahnendhaltestelle Halle-Ammendorf, Regensburger Straße

Der AHA bittet um wetterfeste Kleidung und Mitnahme von Rucksackverflegung.

Wer Interesse hat sich noch mehr über die Aktivitäten der ehrenamtlichen AHA- Regionalgruppe Merseburg-Leuna-Bad Dürrenberg/Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen Bernt-Bärtl“ (UBM) zu informieren, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Merseburg-Leuna-Bad Dürrenberg/Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen Bernt-Bärtl“ (UBM)

Weiße Mauer 33
06217 Merseburg
Tel.: 0176 – 52562945
Fax.: 0180-5684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de