Das ist das Motto unter dem die Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) zum dreizehnten Mal auch am Karfreitag, den 15.04.2022 aufgerufen hatte, um Bäume auf die Ziegelwiese in Halle (Saale) zu pflanzen. Der Treff war 10.00 Uhr an der Ochsenbrücke zwischen Riveufer und Ziegelwiese in Halle (Saale).
Mit der Aktion möchten beide Organisationen immer wieder ein deutliches Zeichen für ein umfassendes mehr, statt weniger Gehölze setzen, welche eine große ökologische und landschaftsgestaltende Funktion besitzen.
Bäume und Sträucher dienen als Sauerstoffspender, verbessern den Gehalt an Luftfeuchtigkeit, bieten zahlreichen Tieren Lebensraum und Nahrung, filtern Kohlendioxid, Feinstaub, Ruß und Ozonsmog aus der Luft sowie spenden Schatten. Sie tragen somit entscheidend zur Verbesserung des Klimas bei.
Jedoch die Stadt Halle (Saale) geht rechtlich und praktisch einen anderen Weg. Die nunmehrige hallesche Baumschutzsatzung trägt keinesfalls zum angemessenen Schutz und Erhalt von Bäumen und Sträuchern bei. In der Praxis zeigt sich das mangelnde Schutzverständnis u.a. in den Massenfällungen auf der Rabeninsel, am Saaleufer am Holzplatz/Pulverweiden, zwischen Genzmerbrücke und Karl-Meseberg-Straße, in der Beesener Straße, im und am Gelände des früheren Gesundbrunnenbades, in der Delitzscher Straße, im Gelände des Sitzes der Leopoldina, in der Berliner Straße, in der Otto-Stomps-Straße, Fiete-Schulze-Straße, am Steintor, auf der Peißnitzinsel sowie nicht zuletzt auch auf der Ziegelwiese. Nunmehr sind z.B. weitere Baumbestände in Teilen der Heideallee und des Gimritzer Damms massiv bedroht.
Erst jüngst holzte man u.a. massiv entlang des Gimritzer Dammes bis zur Heideallee ab, um somit ein Festhalten an einer falschen Umwelt- und Verkehrspolitik der Stadt Halle (Saale) zu manifestieren. Gleiches ist hinsichtlich der Massenabholzungen in der Dölauer Heide und der angedachten Abholzungen auf der Rabeninsel anzumerken.
Dieser inakzeptablen und katastrophalen Gehölzschutzpolitik Halles gegenüber Alternativen aufzuzeigen, dient die Aktion „Bäume pflanzen statt abholzen“.
Ferner zerstörten Uferschotterungen im Stadtgebiet von Halle (Saale) nicht nur Brut- und Rückzugsorte von zahlreichen Tierarten wie dem Eisvogel, sondern auch eng damit verbundene ufernahe Gehölzstandorte. Daher fordern Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) nicht nur einen Stopp dieser katastrophalen und skandalösen Aktionen, sondern ein vollständigen Rückbau der Verschotterungen.
Jedoch führte die wiederholte katastrophale Aufstellung von Buden zwischen den über mehreren Jahren gepflanzten Gehölzen sowie deren Ab- und Aufbau zu umfassenden Schädigungen an einzelnen Gehölzen und Stützpfählen. Entsprechende Anzeigen und Aufforderungen zur Behebung der Schäden an den Veranstalter Stadt Halle (Saale) haben bisher nicht zum Erfolg geführt. Die Initiative „Pro Baum“ (IPB) und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) halten ein derartiges Verhalten für skandalös und fordern endlich Konsequenzen.
Die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer pflanzten bei diesem Arbeitseinsatz eine Stieleiche und eine Schwarzerle.
Sie bekräftigten die Notwendigkeit eines verbesserten Umwelt-, Landschafts- und Naturschutz in der Stadt Halle (Saale), welcher einen besseren Gehölzschutz einbezieht.
Ferner forderten sie die Wilde Saale von jeglicher Bootsbefahrung freizuhalten und alle Beeinträchtigungen dieses bedeutsamen Flussteiles zu unterlassen. Dazu zählen u.a. Abholzungen in den Uferbereichen, Ausbaggerungen von Schlamm, Kies und Sand sowie die Schaffung von Zugangsstellen für Boote.
Ferner fordern sie ein Ende der von Ignoranz geprägten Herangehensweise der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Stadt Halle (Saale) und Wahrnehmung eines demokratisch fundierten Umgangs mit der Bevölkerung sowie ihrer Vereine und Initiativen.
Auf jeden Fall waren sich die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, dass es ganz bestimmt zum Karfreitag, dem 07.04.2023, zum vierzehnten Mal eine Aktion „Bäume pflanzen statt abholzen!“ geben wird.

Wer mehr zu Aktivitäten von Initiative „Pro Baum“ und AHA erfahren möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – AHA

Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345 200 27 46
E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 15.04.2022

Kleiner Nachtrag

Als am Karfreitag die Pflanzaktion 2022 auf die Peißnitz beendet war und wir uns auf dem Rückweg nochmal die Bäume der vorhergegangenen Pflanzungen betrachteten, stellten wir fest, daß an einer Esche ein Pfosten komplett samt 2 Querhölzern fehlten. Das eigentlich sichtbar bleibende Pfostenloch war sorgsam befüllt und nicht mehr zu sehen.
Der Stamm dieser Esche ist eigentlich so stark, daß er ohne Pfähle auskommen könnte, aber die Saalebadegäste stellen sehr oft ihre Räder dort ab und man muß Schäden an der Rinde durch die Pedale befürchten.
Mein Notruf an Frank, wegen der Ramme, zu einer Ausbesserung, fand sofortigen Zuspruch für den Samstagmorgen.
Pflanzpfosten und Querhölzer waren noch vorrätig und die Aktion konnte so schnellstmöglich absolviert werden.
Nochmal ein großes Dankeschön an Frank für den spontanen Einsatz.

Isabell Schneider
Geschäftsführerin/Pressesprecherin

Halle (Saale), den 17.04.2022