AHA hält eine umfassende Nutzungs-, Schutz-, Entwicklungs- und Finanzierungskonzeption für Leipzigs Schlobachshof für dringend geboten

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hält es für dringend nötig sich verstärkt für den Schutz und Erhalt von Auenlandschaften einzusetzen. In dem Zusammenhang möchte der AHA seine diesbezüglichen Aktivitäten auch in den Auenlandschaften von Leipzig und Umgebung verstärken. In dem Zusammenhang hat daher der AHA mit großem Interesse aufgenommen den Schlobachshof in der Gemarkung Gundorf, Stadt Leipzig gelegen zwangszuversteigern. Dabei geht man von einem Verkehrswert von ca. einer Millionen Euro aus. Das insgesamt ca. 13,64 ha große Grundstück teilt sich in drei Teilgrundstücke auf, wovon ca. 13,19 ha landwirtschaftlicher Nutzung unterliegen und mit verschiedenen Gebäuden bebaut sind sowie sich auf ca. 0,45 ha Wald befindet. Bezeichnend ist dabei auch der Bestand von vier Streuobstwiesen, welche sich weitgehend in einem guten Zustand befinden. Das Gesamtgebiet ist Bestandteil der Elster-Luppe-Aue, gehört zum ca. 3.800 ha großen Landschaftsschutzgebiet „Leipziger Auwaldes“ sowie zum Europäischen Vogelschutzgebiet „Leipziger Auwald“, ist Teil des Flora-Fauna-Habitat-Gebietes „Leipziger Auensystem“ und grenzt mit dem Verlauf der Luppe im Nordwesten an die Stadt Schkeuditz. Nördlich und Nordöstlich schließt sich das insgesamt 589 ha große Naturschutzgebiet „Luppeaue“ an, wovon der Teil im Stadtgebiet von Leipzig ca. 32 ha umfasst. Ferner folgt in östlicher Richtung das zweiteilige, 270 ha große Naturschutzgebiet „Burgaue“. In südöstlicher Richtung ist zudem als bedeutsames Schutzgebiet das Flächennaturdenkmal „Gundorfer Lache“ zu nennen.

Die letzten Hochwasser in den Jahren 2011 und 2013 haben das Gesamtgebiet nachhaltig beeinflusst und verdeutlicht, dass ein anderer Umgang mit Hochwasser dringend erforderlich ist. Dazu zählen Deichrückverlegungen, um so Altauen dem Flusssystem von Weißer Elster und Luppe wieder zur Verfügung zu stellen. Somit bestehen wieder die dringenden Möglichkeiten alle Natur- und Landschaftsbestandteile der Aue der gesamten Wasserdynamik des Fluss- und Grundwassersystems wieder anzuschließen. Als Ausgangspunkt sei sich in dem Zusammenhang folgende Situation vor Augen geführt, welche u.a. Dr. Hans-Dieter Kasparidus vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung im Rahmen des 5. Leipziger Auensymposiums am 16.04.2011 darlegte. Er bezifferte die Auenfläche der Stadt Leipzig mit 4.563 ha. Weiter führte er aus, dass davon 3.934 ha Altaue sowie 524 ha rezente Aue und 105 ha Fläche Fluss umfassen. Prozentual bedeutet dies, dass 86,22 % zwar morphologisch Aue sind, aber in der Regel durch Deiche abgetrennt, keine Überflutung mehr erfahren sowie nur 13,78 % einer Überflutung zur Verfügung stehen. All diese Gesichtspunkte gilt es bei der Planung und Gestaltung der Zukunft des Schlobachshofs zu berücksichtigen.

Nunmehr liegen zum Einem die Forderung des Umweltbundes Ökolöwe Leipzig e.V. auf dem Tisch, dass die Stadt Leipzig die Fläche erwirbt, alle Bauten beräumt und somit eine sukzessive Entwicklung der Aue, einhergehend mit einer Ausweitung des Hochwasserraumes ermöglicht. Diese Variante findet offenbar Zustimmung bei der Stadt Leipzig. Zum anderen hat der Naturschutz und Kunst Auwald Leipzig e.V. (NuKLA) das Interesse die Fläche zu erwerben, um eine Stätte nachhaltiger Umweltbildung in der Elster-Luppe-Aue zu schaffen, um den Menschen Natur und Landschaft als notwenigen Lebens- und Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen nahezubringen sowie als Ort der sanften Erholung zu nutzen.

Nach Auffassung des AHA bedarf es nunmehr einer umfassenden wissenschaftlichen Nutzungs-, Schutz-, Entwicklungs- und Finanzierungskonzeption für Leipzigs Schlobachshof, um ggf. all den genannten Aspekten Rechnung tragen zu können.
Ferner sieht der AHA in einer Flächenübernahme durch NuKLA eine garantierte vielseitige, gemeinnützige Berücksichtigung der Interessen von Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes sowie der Umweltbildung und eines sanften Tourismus.
Auf Grund der nicht vorgesehene kommerziellen Nutzung sowie der stärkeren Einbeziehung in das Hochwasserregime von Weißer Elster und Luppe sowie der obengenannten gemeinnützigen Zielstellungen sieht der AHA den Verkehrswert im Umfang von ca. einer Millionen Euro für viel zu hoch angesetzt und plädiert für eine Übergabe im Umfang der symbolischen ein Euro. Insbesondere auch aus dem Blickwinkel umfassender Sanierungs- und Entwicklungskosten betrachtet, erscheint dieser Betrag für angemessen.

Der AHA ist jedenfalls bereit im Rahmen seiner ehrenamtlichen Möglichkeiten an der Erstellung einer umfassenden wissenschaftlichen Nutzungs-, Schutz-, Entwicklungs- und Finanzierungskonzeption für Leipzigs Schlobachshof sowie insgesamt an der Prüfung und Erarbeitung einer aktuellen und nachhaltigen Auenschutz-, Hoch- und Grundwasserkonzeption für die gesamte Aue in der Stadt Leipzig mitzuwirken. Darüber hinaus ruft der AHA zur aktiven Mitwirkung interessierter Bürgerinnen und Bürger in den Städten Leipzig, Markkleeberg und Schkeuditz auf, sich mit einzubringen. Interessenten können folgendermaßen zum AHA Kontakt aufnehmen:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Leipzig und Umland
Otto-Adam-Straße 14
04157 Leipzig

Tel.: 0176/84001924 (Handytarife aus allen Netzen)
Fax.:01805-684 308 363
E-Mail: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de
Dienstag: von 19.00 – 20.00 Uhr telefonisch

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