AHA begrüßt Prüfung zur Wiederbelebung der S-Bahn-Verbindung bis Halle-Dölau

Mit einer Presserklärung vom 12.07.2002 hatte der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) mit Empörung und Unverständnis die Entscheidung der Landesregierung Sachsen-Anhalts aufgenommen die S-Bahnstrecke Nietleben-Dölau ab 01.10.2002 stillzulegen. Diese Entscheidung, welche offenbar ohne Absprache mit der Stadt Halle (Saale) und schon gar nicht mit den betroffenen Anwohnern erfolgte, war und ist, nach Auffassung des AHA, ein weiterer Schlag gegen den Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV) und ein weiterer Schritt in Richtung Bevorzugung des Motorisierten Individualverkehrs (MIV) gewesen. Das Abkoppeln von Halle-Dölau vom SPNV widersprach und widerspricht eindeutig auch dem damals begonnenen, richtigen Weg zum Aufbau einer S-Bahn-Verbindung zwischen Halle und Leipzig sowie des Grundan-liegens des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes. Anstatt mit weiteren Verknüpfungen des S-Bahnnetzes zum Beispiel mit Angersdorf, Holleben, Hohenweiden, Korbetha, Merseburg und Bad Lauchstädt die Attraktivität zu erhöhen und somit dem MIV entgegenzuwirken, griff die damalige Landesregierung auf rückwärtsgewandte Streckenstilllegungen im Bahnnetz zurück, um wieder an der falschen Stelle Scheineinsparungen vorzunehmen.

Der AHA bekräftigte damals, dass es gilt die S-Bahn im Raum der Dölauer Heide eher verstärkt als Rückgrat für die verkehrliche Anbindung im Berufs- und Einkaufsverkehr sowie für Naherholung und Tourismus zu gestalten und zu profilieren. Dazu gehören erschwingliche Preise ebenso wie kundenfreundliche Fahrzeiten sowie eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.

Der AHA begrüßt daher die nunmehrigen Überlegungen der Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt (Nasa) die S-Bahn-Strecke nach Halle-Dölau mit Anschluss an Leipzig zu reaktivieren. In dem Kontext erscheint es überlegenswert die damaligen Überlegungen der Anwohnerinitiative Dölau wieder aufzugreifen, die S-Bahn-Verbindung gar bis Lieskau zu erweitern. Dafür könnte die stillgelegte Bahnstrecke, welche bis ins Mansfelder Land führte, dienen. Perspektivisch wäre ggf. eine Anbindung auch über Leipzig hinaus bis Dresden möglich, was zu einer weiteren Verbesserung des Mitteldeutschen Regionalverbundes beitragen kann.

Nunmehr gilt es im offenen und fundierten Dialog zwischen Nasa, politischen Entscheidungsträgern, Behörden sowie der Bevölkerung und ihrer Vereine, Verbände und Initiativen das Thema aufzugreifen, zu planen, zu beraten und zu diskutieren.

Der AHA ist bereit im Rahmen seiner ehrenamtlichen und gemeinnützigen Arbeit und Möglichkeiten daran mitzuwirken. Ferner beabsichtigt der AHA im Rahmen seiner am Samstag, den 20.09.2014 geplanten, ca. vierstündigen Exkursion durch das Landschaftsschutzgebiet Dölauer Heide zum Thema: „Erkenntnispfad durch die Dölauer Heide“ seine Positionen zu einer reaktivierten S-Bahnverbindung nach Halle-Dölau mit Direktverbindung nach Leipzig darzulegen.

Die Exkursion beginnt um 10.00 Uhr an der Gaststätte Waldkater und endet am Hei-debahnhof.
Wer sich zu dem Thema beim AHA ehrenamtlich einbringen möchte, kann sich an fol-gende zentrale Anschrift wenden:
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de

AHA fordert Fortsetzung des Verbots der Jagd auf Kormorane

Bestände des Kormorans zu. Ein vollkommen normaler Prozess in einem sehr wünschenswertem Naturkreislauf und Zeichen für gute bis sehr gute Fischbestände. Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) ist das eine wünschenswerte Entwicklung, welche es fortzusetzen gilt.

Jedoch haben Fischerei- und Anglerorganisationen massiv ihren Kreuzzug gegen den Kormoran erhöht bzw. ausgeweitet. Insbesondere die täglichen Nahrungsbedarfe von schätzungsweise 400 bis 500 Gramm am Tag sowie die Brutkoloniebildung und das Vermögen gemeinschaftlich jagen zu können, bilden dabei die Grundlage der ausgeprägten und vollkommen unwissenschaftlichen Hass- und Hetzkampagnen von Organisationen, welche zum Teil –z.B. in Sachsen-Anhalt den Status eines anerkannten Naturschutzverbandes besitzen.

Dabei vernachlässigen diese Damen und Herren, dass Teiche mit unnatürlich hohen Fischbeständen, isolierte Fischbestände in nicht durchgängigen Gewässersystemen so wie fehlende Versteckmöglichkeiten in strukturell verarmten Gewässern das eigentliche Problem für die Fische und ihren Fischbestand darstellen.

Ebenfalls dürfte allgemein bekannt sein, dass ferner unnatürlich begradigte, ausgebaute und versiegelte Fließgewässer ohne Gewässerschonstreifen und vielfältigen Sohlbereiche und Uferzonen mit Versteckmöglichkeiten für Fische sowie fehlender oder eingeschränkter Durchlässigkeit die Hauptbedrohung u.a. für die Fischfauna darstellen. Deswegen fordern Umwelt- und Naturschutzverbände –so auch der AHA immer wieder mit Nachdruck, dass wir dringend naturnahe, strukturreiche, durchlässige, ökologisch vernetzte und unverbaute Gewässer benötigen.
Darüber hinaus weist der AHA darauf hin, dass mit der Schaffung idealer Brut und Lebensraumbedingungen z.B. für Seeadler, Steinadler, Uhu und Habicht, u.a. natürliche Feinde des Kormorans noch mehr Bedeutung erlangen können. Im Übrigen zählen auch Silbermöwe und Nebelkrähen sowie bei Bodennestern und Nestern in niedrigen Büschen der Fuchs zu den natürliche Feinden. Somit haben Kormorane ebenfalls als unverzichtbarer Teil der Nahrungskette, einen sehr wichtigen Platz in der Natur.

Die künstlich und massiv geschürte Angst- und Hasskampagne von Fischerei- und Anglerverbänden, zeugt von einer einst überwunden geglaubten Umgangsweise mit Tieren, welche ohne Logik und entgegen jeglicher Fachlichkeit, unverdienterweise für gravierende und unverantwortliche Fehler der Menschen herhalten soll. Dieses Handeln und Vorgehen hat z.B. zu einem Exzess Anfang August am bayerischen Chiemsee geführt, wo die brutale Kreuzigung eines Kormorans erfolgte und das im 21. Jahrhundert!

Nunmehr hat die sachsen-anhaltische Landesregierung, in ihrer immer wieder deutlich erkennbaren Inkompetenz, Interessen- und Lustlosigkeit in Sachen Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz, eine Verordnung zur Jagdfreigabe auf den Kormoran verabschiedet. Was soll man aber auch von einer Landesregierung erwarten, welche sich dogmatisch, unbelehrbar und wider besseren Wissens gebetsmühlenartig für den Ausbau der Elbe, die Errichtung nutz- und sinnloser Kanäle wie den Saaleseitenkanal und den Saale-Elster-Kanal sowie die brachiale Forstsetzung der Bundesautobahnen 14 und 143 einsetzt. Dagegen tritt sie u.a. bei der Rückgabe von Auen an Fließgewässer, Renaturierung von Gewässern u.a. in Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie-, Entwicklung alternativer umweltfreundlicher Verkehrskonzepte, der Beförderung einer umwelt- und naturverträglichen Forst- und Landwirtschaft sowie der Schaffung und Entwicklung von Biotop- und Grünverbünden ganz massiv auf die Bremse.

Alles im Allen fordert der AHA, im klaren, eindeutigen, konsequenten und massiven Widerspruch zu den Hetz- und Hasskampagnen von Fischerei- und Anglerverbänden, den Kormoran endlich als schützenswerten Bestandteil in unserer Natur und Landschaft zu akzeptieren und unverzüglich die Erlaubnis zur Bejagung des Kormorans zurückzunehmen! In dem Blickwinkel betrachtet, gilt es zudem deren Status als anerkannten Naturschutzverband auf den Prüfstand zu stellen.

Herr Dombrowski und die Biber

Wie der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) mit Entsetzen und Unverständnis Medienmeldungen entnehmen musste, fordert Dieter Dombrowski, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Brandenburg im Namen seiner Fraktion, in Deutschland den strengen Schutz des Bibers zu lockern. Wieder einmal muss der Schutz von Deichen herhalten, um dem Biber wieder an das Fell gehen zu können. Ferner führt er weniger strengere Schutzmaßnahmen für den Biber im EU-Nachbarland Polen an.
Herr Dombrowski hat sich offenbar nicht gründlich genug mit dem Thema Biber, dessen Schutz und der Gründe der dringend notwendigen Beibehaltung des Schutzes beschäftigt.
Bereits seit dem frühesten Mittelalter verfolgte der Mensch den Biber. Zum einen diente das Fleisch, des irrtümlicherweise zum Fisch erklärten Säugetiers, sowie das Fell als Grund der massiven Bejagung. Das führte dazu, dass der Biber bereits im 12. Jahrhundert in England und im 16. Jahrhundert in Italien vollständig sowie zum Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland nahezu ausgerottet war. Nur eine Restpopulation Elbebiber hatte zum Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland überlebt. Zurzeit leben in der Bundesrepublik Deutschland etwa 6.000 Tiere, welche sich auf Grund massiver Schutzmaßnahmen selbstständig wieder ausbreiten konnten bzw. durch Umsiedlungen einst verlorengegangene Räume erneut bevölkern.
Die Lebensweise des Bibers, wozu der markante Biberdamm für seine Biberburgen gehört, hat eine sehr wichtige ökologische und hydrologische Bedeutung in den Fluss- und Bachlandschaften mit ihren Auen. Mit dem Anstauen von Wasser entstehen neue Landschafts- und Naturräume, verbunden mit sehr günstigen Nahrungs- und Lebensbedingungen für Säugetiere, Wasservögel, Amphibien, Fischen und Insekten sowie wassergebundenen Pflanzen. Darüber hinaus trägt der Biber durch seine Fällungen von Bäumen zur Verjüngung von Auenwäldern sowie den Transport und Verbau von Weidenästen und –zweigen zur Vermehrung der Weide bei. Somit erfahren Fluss- und Bachlandschaften mit ihren Auen eine umfassende Ausweitung ihrer ohnehin schon hohen Arten- und Strukturvielfalt.
Zudem sorgen derartige Anstauungen für ein geregeltes Grund- und Schichtwassersystem, wovon auch angrenzende Flächen profitieren. Somit zählen durchaus Land- und Forstwirtschaft auch zu den Profiteuren des Bibers.
Nur nehmen die Bedrohungen des Bibers durch die zunehmende Zerschneidung und Versiegelung der Landschaft -u.a. durch Verkehrs- und Versorgungstrassen- sowie die Zerstörung von Feuchtgebieten, Gewässerausbau und intensive Gewässerunterhaltung stark zu. Etwa die Hälfte der aufgefundenen Biber im Land Brandenburg, sind laut Auskunft des hiesigen Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz, dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen.
Diese besorgniserregenden Entwicklungen bedürfen nach Auffassung des AHA nicht nur eines umfassenden Einhalts, sondern einer umfassenden, unverzüglichen Gegensteuerung. Dazu gehört der Stopp weiterer Landschaftszerschneidungen aller Art, Rückbau nicht benötigter Versiegelungen auf dem Lande und in den Gewässern, Zulassung von eigenständigen Renaturierungen in Fließ- und Standgewässern, Beseitigung von baulichen Hindernissen und damit Wiederherstellung der Durchlässigkeit der Fließgewässer, Schaffung von mindestens 10 m breiten Gewässerschonstreifen beidseitig der Gewässeroberkante, Rückkehr zu einer größeren Arten- und Sortenvielfalt in der Landwirtschaft mit einhergehender wissenschaftlich fundierter Fruchtfolge, Anbaukultur und Wiedererhöhung eines miteinander verknüpftem Flurholzsystems bestehend aus Achsen und Inseln im Grün- und Biotopverbund, Schaffung ausreichender Möglichkeiten zur Renaturierung einer brutal ausgekohlten Landschaft, Beförderung und Umsetzung der wissenschaftlicher fundierter Maßnahmen im Kampf gegen die fortschreitende Verockerung der Fließgewässer in Folge jahrhundertlanger brachialer Bergbaumaßnahmen sowie einer eng damit verknüpften vielfältigen, wissenschaftlich fundierten Umweltbildungsarbeit.
Darüber hinaus gilt es auch an der Stelle auf die enge Verknüpfung zum nachhaltigen Umgang mit dem Hochwasser hinzuweisen. So dürfte auch Herrn Dombrowski die Forderungen zahlreicher Wissenschaftler und Organisationen nicht entgangen sein, dass flächendeckend und länderübergreifend bzw. bundesweit den Flüssen und Bächen verstärkt ihre Auen zurückzugeben sind, um zum einen wieder Hochwasserräume zurückzuerhalten und zum anderen Auenlandschaften wieder mehr Entwicklungsraum zu ermöglichen. Hierzu gehört unabdingbar der Biber als ein grundlegender natürlicher „Landschaftsgestalter“ mit dazu. Nicht der Biber ist das Problem, sondern das mehr oder minder weit vorgerückte Eindringen des Menschen in die Fluss-, Bach- und Auenlandschaften, um sie zu nutzen, zu „regulieren“ und nicht selten umfassend zu verbauen.
Daher darf es aus Sicht des AHA weder in Europa, noch in der Bundesrepublik und ihren Bundesländern, keinen einzigen Abstrich am strengen Schutz des Bibers geben !
Allein im Land Brandenburg bedarf es entsprechender, länderübergreifend bzw. bundesweit abgestimmter und koordinierter Maßnahmen in Sachen Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes, der Umsetzung eines gemeinsam erstellten Konzeptes zum nachhaltigen Umgang mit Hochwasser sowie einer arten- und strukturreicheren, ökologisch orientierten Land- und Forstwirtschaft . Insbesondere zu nennen sind dabei in Brandenburg u.a. die Elbe, Oder, Neiße, Havel, Spree und Schwarze Elster sowie deren Nebengewässer.
Von daher ergeht seitens des AHA die dringende Aufforderung an den umweltpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Dieter Dombrowski sich in seiner Fraktion dahingehend stark einzusetzen, dass die obengenannten Maßnahmen zur Umsetzung kommen und zudem auch im EU-Mitgliedsland Polen die alternativlosen strengen Schutzmaßnahmen Einzug halten. Es ist ja nicht neu, dass die CDU sich häufig an niedrigere Standards orientieren möchte. Das betrifft nicht nur Umwelt-, Natur-, Landschafts- und Klimaschutz, sondern auch die zahlreichen und bisher weitgehend ungelösten sozialen und kulturellen Fragen und Probleme. Leider steht sie hierbei mehr oder minder nicht alleine im europa-, bundes- und landespolitischen Raum da.

AHA führt Fahrradrundexkursion in das Untere Saaletal und das östliche Harzvorland durch

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) führt am Samstag, den 06.09.2014 eine ca. achtstündige Fahrradrundexkursion in das Untere Saaletal und das östliche Harzvorland zwischen der Stadt Halle (Saale) und der Lutherstadt Eisleben mit folgenden Schwerpunkten durch:

Geschützter Landschaftsbestandteil Amselgrund/Kreuzer Teiche, Landschaftsschutzgebiet (LSG) Dölauer Heide, Naturschutzgebiet (NSG) Lintbusch, Einmündung des Würdebaches in die Salza in Köllme, LSG Salzatal, NSG Salzabogen, Kernersee, Bindersee, LSG Süsser See, Einmündung der Bösen Sieben in den Süssen See bei Lüttchendorf, LSG Laweketal, Einmündung der Laweke in Zappendorf, Einmündung der Salza in die Saale in Salzmünde, Roitzschwerder/Die Aue und Hechtgraben.

Ein Abstecher von Wormsleben zur Lutherstadt Eisleben entlang der Bösen Sieben richtet sich nach dem Wunsch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und wird dann vor Ort entschieden.
Im Rahmen dieser großräumigen Fahrradrundexkursion beabsichtigt der AHA eine Veranschaulichung der vielfältigen ökologischen Bedeutung dieser arten- und strukturreichen Landschafts- und Naturräume. Ferner ist es Sinn dabei die Schutzwürdigkeit und Bedeutung sowie die bestehenden Gefahren für Umwelt, Natur und Landschaft in dieser Region aufzuzeigen und mit den Exkursionsteilnehmern vor Ort zu erörtern und zu diskutieren. In dem Zusammenhang beabsichtigt der AHA eigene Vorstellungen zur Entwicklung, zum Schutz und zu Betreuung dieses großräumigen Gebietes darzulegen und zu erläutern. Dabei möchte der AHA Möglichkeiten der Mitwirkung durch Interessenten darstellen und in Aufbau begriffene ehrenamtliche AHA-Gruppen vorstellen.
Treff ist 10:00 Uhr am Eingang „Bergschenke“ in Halle-Kröllwitz, wo auch die Fahrradrundexkursion dann wieder enden soll.

AHA fordert weiterhin nachhaltige Behandlung des Ostrauer Parks

Bekanntlich gehören Schloss und Park Ostrau zu den bedeutsamsten historischen Orten und Denkmalen des Landes Sachsen-Anhalt.
Der Park zählt mit seinen zahlreichen botanischen Besonderheiten und als Rückzugs-raum für zahlreiche Tierarten aber auch zu den wertvollsten Naturdenkmalen, welchen es gilt mit besonderer Sensibilität zu behandeln. Beeinflusst und durchflossen vom Fuh-nenebengewässer Rieda hat der Park auch eine wichtige Funktion als Biotop- und Grünverbundraum der Region.
In dem Zusammenhang sieht der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) mit gewisser Sorge und Skepsis, wenn solche Aktivitäten des Fördervereins Schlosspark Ostrau e.V. wie z.B. am 05.10.2013 im Rahmen von sogenannten „Ver-schönerungsarbeiten“ Schnittarbeiten an Gehölzen vorzunehmen, um u.a. Sichtachsen zu schneiden. Derartig auf eine rein denkmalpflegerische Entwicklung und Gestaltung orientierte Aktivitäten, führen zu unverantwortlichen Eingriffen in die Natur des Parks.

Die bisher getätigten Abholzungen haben zum Teil umfassend in Gehölzbestände ein-gegriffen. Eine Fortsetzung einer derartigen „Parkpflege“ ist daher nicht akzeptabel. Da-her hält es der AHA weiterhin für dringend und zwingend geboten auch dem Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz einen grundsätzlichen Raum bei der Zukunftsvision des Ostrauer Schlossparks einzuräumen. Nach der Auffassung des AHA gilt es den gesam-ten Tier- und Pflanzenbestand des Parks, seine vielfältige ökologische Funktion –u.a. als Biotopverbundraum im Rahmen der Fließgewässer Rieda und Fuhne- zu erfassen, zu werten und zu berücksichtigen.

In dem Blickfeld betrachtet, fordert der AHA mehr ökologischen Sach- und Fachver-stand bei der Zukunftskonzipierung des Parks. Dazu zählt nach Meinung des AHA die Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption, wel-che dann einer breiten öffentlichen Beratung und Diskussion zu unterziehen ist.

Der AHA sieht hier ganz besonders den Landkreis Saalekreis, als zuständige untere Na-turschutzbehörde, in der Verantwortung dafür Sorge zu tragen, dass der auch natur-schutzrechtlich geschützte Park keinen weiteren Schaden nimmt und besagte Schutz- und Entwicklungskonzeption die Richtlinie des Handelns bestimmt.

Der AHA jedenfalls ist weiterhin bereit, im Rahmen seiner ehrenamtlichen Möglichkei-ten an der Erstellung einer Schutz- und Entwicklungskonzeption mitzuwirken. Dazu könnte sich der AHA vorstellen eine Arbeitsgruppe Park Ostrau zu bilden, in welcher Interessenten mitwirken können. Wer daran Interesse hat, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail: aha_halle@yahoo.de

AHA fordert nachhaltigen Umgang mit Hochwasser entlang der Selke

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hat sich dieser Tage zum wiederholtenmal ab Stiege bis Gatersleben per Fahrrad ca. 63,5 km des insgesamt ca. 70 km langen Laufes der Selke angeschaut. Bekanntlich gehört das Selketal zu den arten- und strukturreichsten Flusstälern Mitteldeutschlands, wo zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten vorkommen. Um diesen sehr bedeutsamen Lebensraum nachhaltig und umfassend zu schützen, sind sehr große Teile des Selketals als Naturschutzgebiet ausgewiesen und nach europäischer Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie zu schützen. Mit dem Status ist ein Verschlechterungsverbot unweigerlich verbunden, was auch nach nationalem Recht so zu handhaben und umzusetzen ist. Dem stehen eindeutig die Vorhaben des Landes Sachsen-Anhalt entgegen, was gedenkt oberhalb von Strassberg und Meisdorf jeweils mindestens 15 m hohe und ca. 100 m breite Hochwasserdämme zu errichten. Dabei sind nach Auffassung des AHA alle vorbeugenden und nachhaltigen Hochwasserschutzmaßnahmen bei weitem nicht ausgeschöpft. Dazu gehören der Erhalt geschlossener Waldbestände sowie die Sicherung bestehender und Schaffung weiterer umfassender Überflutungsräume. So gilt es außerdem nach Auffassung des AHA, in Abstimmung mit dem meteorologischen Dienst und in Anlehnung an die entsprechende Arbeits- und Handlungsweise großer Talsperren, ein umfassendes Hochwassermanagement für die 28 Teiche im näheren und weiteren Einzugsgebiet der Selke zu entwickeln und umzusetzen. Dazu gehören elektronisch und mechanisch gesteuerte und ablesbare Pegelsysteme, welche eng mit der Arbeit von bestehenden Regelstauwerken zum Beispiel an den Teichen bei Güntersberge bis Alexisbad funktionieren müssen. Das bedeutet, dass vor zu erwartenden starken langanhaltenden Niederschlägen bzw. eintretenden Schneemelzen die Pegel der Teiche umfassend zu senken sind, um zum u.a. ein Abpuffern plötzlich auftretender Hochwasserwellen zu ermöglichen. Dies funktioniere jedoch nur, wenn der zuständige Landesbetrieb für Hochwasserschutz verstärkt bzw. vorrangig seine Aktivitäten auf diese Formen eines nachhaltigen Hochwasserschutzes richtet und nicht seine Kapazitäten für die Planung von Hochwasserdämmen bei Strassberg und Meisdorf bindet. Ferner gehört auch zu einem nachhaltigen Umgang mit Hochwasser, dass endlich begonnen wird Pläne und Konzeptionen zu erstellen, welche Beseitigungen von Verbauungen im Hochwasserbereich beinhaltet. Dazu zählen u.a. auch längst nicht mehr genutzte und bereits vollkommen zerfallene Fabrikanlagen zwischen Silberhütte und Alexisbad. Gleiches gilt für die jüngst erst errichtete Kläranlage bei Strassberg, welche unverantwortlicherweise, rechtswidrig und gegen jegliche Vernunft in das unmittelbare Hochwassereinzugsgebiet der Selke gebaut wurde.

Wer in der im Aufbau begriffenen AHA-Arbeitsgruppe Selke mitwirken möchte, um sich ebenfalls für den Schutz von Natur und Kaltluftkorridoren sowie dem Erhalt eines bedeutsamen Naherholungsgebietes einsetzen zu können, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345/200 27 46
Fax.: 01805/684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Bilder: Andreas Liste