AHA sieht mit Sorge die schonungslose Nutzung der halleschen Ziegelwiese als Partymeile

Bekanntlich gehören Auenlandschaften zu den arten- und strukturreichsten Natur- und Landschaftsräumen der gemäßigten Zonen. Sie bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebens- und Rückzugsräume, Hochwasser der Flüsse und Bäche den notwendigen Ausbreitungsraum, tragen zur Steuerung des Wasserhaushaltes bei sowie ermöglichen den Menschen Erholung und Entspannung.

Diese vielfältigen Funktionen von Auen entlang von Flüssen und Bächen bedürfen nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) besonderer und umfassender Maßnahmen zum Schutz und Erhalt sowie zur Betreuung und Entwicklung. Dafür sich einsetzen sieht der ehrenamtliche und gemeinnützige AHA als seine vorrangige Aufgabe an.

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Aus dem Grund verfolgt der AHA mit großer Sorge, wie sich das einstige Erholungsgebiet Ziegelwiese in Halles Saaleaue immer mehr in eine Partymeile mit Grill, Alkohol und Unmengen Müll verwandelt. Diese Nutzung ist offensichtlich Teil des gewässertouristischen Konzeptes der Stadt Halle (Saale). Anders kann sich der AHA nicht erklären, warum die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) ihrer Verantwortung für Umwelt, Natur und Landschaft nicht nachkommt und diesem Treiben ein Ende setzt.

In diesem Blickwinkel betrachtet, kritisiert der AHA den von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im halleschen Stadtrat im Oktober 2016 gestellten „Antrag zur Realisierung weiterer Strandbereiche an der Saale“. Dieser Antrag beinhaltet das Anliegen, dass die hallesche Stadtverwaltung prüft, „ob und unter welchen Voraussetzungen weitere Uferbereiche der Saale im Stadtgebiet als Strandbereiche für die Badesaison 2017 eingerichtet werden können.“ Ferner beinhaltet dieser Antrag das Anliegen, „ob ggf. Steganlagen in die Strandbereiche integriert werden können.“

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Offenbar haben die grünen Stadträtinnen und Stadträte in Halle (Saale) bedauerlicherweise nicht erkannt, dass diese gegenwärtige Entwicklung, hauptsächlich von jüngeren Leuten verantwortet, bei vermuteter Verschärfung dieser Nutzungsformen, unweigerlich zu massiven weiteren Schäden an Umwelt, Natur und Landschaft führt. Dieses Treiben hat nichts mit feiern und erholen, sondern eher mit um sich greifender Verantwortungslosigkeit und voranschreitendem Egoismus zu tun. In dem Zusammenhang eine Forcierung dieser Zustände und einen weiteren Verbau von Saaleabschnitten in Halle (Saale) zu fordern, hält der AHA für unverantwortlich, da neben der bisherigen Vermüllung und Verlärmung sowie Schädigung von Grün, eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes mit weiteren Steganlagen dazu käme. Wenn die grünen Politikerinnen und Politiker Anleger für Boote meinen, dann sei u.a. auf bestehende Anlagen an der Peißnitzbrücke und am Riveufer verwiesen.

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Der AHA fordert daher erneut und mit Nachdruck die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) auf, den Schutz von Umwelt, Natur und Landschaft endlich ernst zu nehmen, ihren gesetzlichen Verpflichtungen und Aufgaben nachzukommen sowie unverzüglich diese Zustände zu beenden.

Ferner gilt es mehr für die Umweltbildung zu tun. So wäre es sinnvoll zu prüfen, inwieweit die Möglichkeit besteht Umweltsünder, zu Umweltschulungen zu verpflichten.

Darüber hinaus ruft der AHA die Bevölkerung auf, mehr auf den Schutz von Umwelt, Natur und Landschaft zu achten.

Initiative „Pro Baum“ und AHA fordert strengen Schutz des Naturschutzgebietes „Nordspitze Peißnitz“

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ sehen es für dringend erforderlich an, die hallesche Saaleaue zwischen den Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“ wieder verstärkt naturnaher entwickeln zu lassen. Dieser Teil der Saaleaue, welches einst weitgehend unverbaut geblieben war sowie in enger Korrelation mit dem Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“, welche zusammen das FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ ergeben, dem geschützten Landschaftsbestandteil Amselgrund und Kreuzer Teichen, dem geschützten Landschaftsbestandteil Amtsgarten und dem flächenhaften Naturdenkmal Klausberge steht, gehört zu den wichtigsten Biotop- und Grünverbundräumen im halleschen Saaletal. Ferner bilden diese Saaleauenlandschaften ein zentrales Element des 2.314 ha großen Landschaftsschutzgebiets „Saaletal in der kreisfreien Stadt Halle (Saale)“.

Seit mehreren Jahren müssen AHA und die Initiative „Pro Baum“ vermehrt feststellen, dass immer wieder massive Fällungen von Gehölzen u.a. auf der ca. 60 ha großen Peißnitzinsel stattfinden.

Alle seitens des AHA gegebenen zahlreichen Bedenken und Hinweise blieben bisher unbeantwortet und unberücksichtigt. Stattdessen mussten AHA-Mitglieder am Freitag, den 04.03.2016 beobachten, dass umfassende Wegebauarbeiten bis an das Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ heran erfolgen. Diese aus dem Fluthilfefond vom Steuerzahler finanzierten und der Querfurter Bauhütte GmbH ausgeführten Bauarbeiten haben zu massiven Eingriffen in Umwelt, Landschaft und Natur geführt. Ungehindert der Tatsache, dass im März die Brutzeit voranschreitet, Säugetierarten -wie Igel- sich noch im Winterschlaf befinden, realisierte man erhebliche Boden-, Fäll- und Ausholzungsarbeiten.

Die gegenwärtigen massiven zerstörerischen Eingriffe im Überflutungsgebiet der Saale, als „Hochwasserschadensbeseitigung“ deklarierten Arbeiten sind nach Auffassung des AHA und der Initiative „Pro Baum“ vollkommen inakzeptabel, zeugen erneut deutlich und unübersehbar von einem weiteren Beispiel schwerster Missachtungen naturschutzfachlicher und –rechtlicher Mindestnormen durch die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale).

Nunmehr möchte die Stadt Halle (Saale) Pläne umsetzen, den Weg im Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ komplett neu auszubauen und zu schottern. Abgesehen davon, dass das unzulässige und unnötige bauliche Eingriffe darstellen, ist mit massiven Schädigungen der Wurzelbereiche der Altbäume zu rechnen. Bereits Probegrabungen können nachhaltige Schädigungen z.B. an den ca. 200 bis 300 Jahre alten Stieleichen und Platanen hervorrufen. Neben der Beschädigung der Wurzeln, welche dann Pilzen als Eintrittspforten dienen, ist mit Einschränkungen in der Nahrungsaufnahme und der Standfestigkeit zu rechnen.

Zu keinem bisher durchgeführten bzw. geplanten Eingriff am bzw. im Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ sowie FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ fand eine ordnungsgemäße Beteiligung gemäß § 29 des Naturschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (NatSchG LSA) statt.

Der AHA und die Initiative „Pro Baum“ forderten bzw. fordern daher immer wieder mit Nachdruck die Stadt Halle (Saale) als zuständige untere Naturschutzbehörde auf, die Arbeiten unverzüglich zu stoppen. An die Verantwortlichen im Bund und im Land Sachsen-Anhalt appellierten bzw. appellieren beide Organisationen die zur Zerstörung von Umwelt, Natur und Landschaft missbrauchten Steuergelder zurückzufordern.

Derartige Vorkommnisse und Ereignisse führen nach Auffassung des AHA dazu, dass sein seit dem Jahr 1980 bestehendes Engagement zum Schutz, Erhalt, Betreuung und Entwicklung der Saaleaue zwischen den Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“ dringend geboten ist und sogar eher einer umfassenden Verstärkung bedarf.

Auf Grund der fortgesetzten und geplanten Störungen und Zerstörungen am bzw. im Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ sowie FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ hatten Initiative „Pro Baum“ und AHA Vertreter/-innen von Politik und Verwaltung des Landes Sachsen-Anhalt und der Stadt Halle (Saale) am 06.09.2016 und 07.10.2016 zu öffentlichen Begehungen eingeladen.

Offenbar haben diese Begehungen nicht dazu geführt, dass bei den politisch Verantwortlichen im Land Sachsen-Anhalt und in der Stadt Halle (Saale) wenigstens im Ansatz ein Umdenken im Umgang mit dem Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ sowie FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ eingesetzt hat.

Neben der bereits umgesetzten Asphaltierung von Wegen im Nordteil der Peißnitzinsel und dabei auch am Südrand des Naturschutzgebietes „Nordspitze Peißnitz“ sowie FFH-Gebietes „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ sowie der geplanten Fortsetzung von baulichen Eingriffen im Auenwald selbst, beabsichtigt die Stadt Halle (Saale) auf der Basis einer sogenannten Machbarkeitsstudie die ca. 2,3 km langen Wilde Saale für den Paddelbootverkehr zu öffnen.

Die in den Medien veröffentlichten Angaben zur Unbedenklichkeit sind schon dahingehend ungeheuerlich, weil bisher offenbar nur ein kleiner ausgewählter Kreis den Autor und den Inhalt dieser Machbarkeitsstudie kennt. Hier fordern Initiative „Pro Baum“ und AHA die sofortige Veröffentlichung bzw. Offenlegung des steuerfinanzierten Dokumentes.

Des weiteren weisen Initiative „Pro Baum“ und AHA erneut mit Nachdruck darauf hin, dass ohne massive Umbaumaßnahmen eine wassertouristische Nutzung für Paddelboote nicht möglich ist. Dazu zählen die Beseitigung einer Kies- und Schotterinsel in der Höhe des Gimritzer Parks sowie umfassende Beseitigungen von Gehölzen im Ufer- und Wasserbereich. Dabei bilden gerade diese Gehölzbestände sehr wichtige Lebensräume für zahlreiche Tierarten wie den Biber, den Eisvogel und den Eremiten. Ebenso bieten sich die überhängenden Gehölze als Nistmöglichkeit für die Beutelmeise an. Das auf Betreiben des damaligen Arbeitskreis Umweltschutz Halle im Kulturbund der DDR im Jahr 1983 verhängte Befahrverbot hat nämlich zu einer naturnaheren Entwicklung des Teils der Saale beigetragen. Dazu zählt auch die Entwicklung einer ausgedehnten Weichholzaue im Bereich des Naturschutzgebietes „Nordspitze Peißnitz“ sowie FFH-Gebietes „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“. Wenn die Vertreter der Stadt Halle (Saale) behaupten, dass der Eisvogel hier nicht brütet, dann ist das nicht korrekt. Es gab immer wieder erfolgreiche Bruten, was es eher gilt zu befördern, als durch Störungen zu verhindern.

Eine Zulassung des Paddelbootsverkehrs lässt wieder die Gefahr steigen, dass ein vermehrtes Betreten der Uferzonen erfolgt, was zur Störung bzw. Zerstörung der Fauna und Flora beiträgt.

Die Initiative „Pro Baum“ und der AHA sehen sich nunmehr gefordert das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Halle (Saale) bei der EU-Kommission anzuzeigen, da hier vorsätzlich gegen europäisches Naturschutzrecht verstoßen wird, diese Verstöße zu stoppen und zu ahnden sind. Ferner möchten beide Organisationen erreichen, dass keine weitere Bewilligung von weiteren Fördermitteln erfolgt und bisher ausgezahlte Zuwendungen wieder zurückzuzahlen sind.

Die Stadt Halle (Saale) zeigt seit zahlreichen Jahren eine deutliche Tendenz dahingehend, aus Steuermitteln finanziert, umfassend Umwelt, Natur und Landschaft flächendeckend bzw. punktuell zu stören bzw. zu zerstören. Alle bisher an das Land Sachsen-Anhalt gegebenen Hinweise bleiben unberücksichtigt und führten somit nicht zur Verbesserung dieser katastrophalen Zustände. Im Gegenteil, die gegenwärtig amtierende Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie und 2. stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Claudia Dalbert, unterstützt offen diese Vorgehensweisen.

Auf Grund der sehr besorgniserregenden Entwicklung in Sachen Umwelt-, Natur und Landschaftsschutz in der Stadt Halle (Saale) sind sich die Initiative „Pro Baum“ und der AHA einig, dass das bürgerschaftliche Engagement im Interesse von Schutz, Erhalt, Betreuung und Entwicklung Verstärkung erfahren muss. Ferner sehen sie die dringende Notwendigkeit grundlegender diesbezüglicher politischer, rechtlicher und gesellschaftlicher Veränderungen. Daher erfolgt der Aufruf zur Mitwirkung in der ehrenamtlichen AHA-Arbeitsgruppe Peißnitz.

Wer noch mehr zu den Aktivitäten beider Organisationen auf der Peißnitzinsel erfahren möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de
Tel.:: 0345 – 2002746

AHA fordert sofortiges Ende der militärischen Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide

Im Ergebnis der gewaltigen politischen und gesellschaftlichen Umbrüche in Mittel- und Osteuropa in den Jahren 1989 bis 1991/92 und der damit einhergehenden Auflösung des Warschauer Vertrages als politisches und militärisches Bündnis einstiger sozialistischer Staaten in Europa und Asien, bestand die bisher letzte sehr große Chance der friedlichen Schaffung des gemeinsamen Hauses Europa, mit der einhergehenden Auflösung der NATO. Dieser Prozess hätte unweigerlich eine sehr große Auswirkung auf die ganze Welt gehabt, um langjährige Konflikte zu lösen sowie nachhaltig abzurüsten sowie flächendeckend eine ABC-Waffenfreie Erde zu schaffen.

Diesen Prozess der friedlichen Koexistenz gilt es jedoch verstärkt anzugehen, da die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt –z.B. in der Ukraine, im Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika und am bzw. im Kaukasus- bedrohliche Ausmaße angenommen haben und nehmen. Der wieder voranschreitenden Aufrüstung gilt es nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) mit massiver Vertrauensbildung, Völkerverständigung und letztendlich massiver Abrüstung zu begegnen.

Daher nimmt der AHA mit fortgesetzten Unverständnis zur Kenntnis, dass in der insgesamt ca. 8,5 km² großen Colbitz-Letzlinger Heide noch immer Militärs aus zahlreichen Mitglieds- und Freundesstaaten der NATO massiv und intensiv Krieg üben. Nach dem Beginn der militärischen Nutzung im Jahr 1934, bestand nach der Nutzung der Streitkräfte der UdSSR bzw. GUS in den Jahren 1945 und 1994, die sehr große Chance, dass das größte unbewohnte Gebiet Deutschlands zwischen den Städten Gardelegen, Haldensleben, Wolmirstedt und Tangermünde gelegen, eine friedliche Nutzung erfährt. Insbesondere als der Landtag Sachsen-Anhalts im Jahre 1991 die zivile Nutzung der größten nicht landwirtschaftlich genutzten Freifläche Deutschlands mit seinem Reservoir von ca. 3,5 Mrd. Kubikmeter Trinkwasser beschloss, was in etwa das 30-fache Fassungsvermögen der Rappbodetalsperre ausmacht und allein 700.000 Menschen –einschließlich der Landeshauptstadt Magdeburg- mit Trinkwasser bester Qualität versorgt.

Die Colbitz-Letzlinger Heide bildet mit seinem Bestand an Alt-Eichen und Kiefernforsten sowie Flächen an Heiden- und Ginsterflächen einen sehr wichtigen Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche u.a. vom Aussterben bedrohte wildlebende Tier- und Pflanzenarten, wie z. B. Schwarzstorch, Wiedehopf, Birkwild, Baumfalke, Gold- und Hirschkäfer, Glattnatter und Kreuzotter. Ferner gehört zur Colbitz-Letzlinger Heide mit ca. 185 ha der größte geschlossene Lindenwaldbestand Europas.

Alle diese Fakten bestärken den nunmehr seit mehr als zwei Jahrzehnten geforderten Abzug der Bundeswehr und ihrer Verbündeten sowie der damit verbundenen Forderung einer friedlichen Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide.

Der Aufbau des mit 6 km² Europas größtem „Übungszentrum für Aufruhrbekämpfung“ seit dem Jahr 2012, welches den Namen Schnöggersburg trägt, bringen Bundesregierung und Bundeswehr klar zum Ausdruck, dass ihnen der mehrheitliche Drang der Bevölkerung nach Frieden und gegen Gewalt offenbar egal erscheint. Darüber hinaus setzt man 140 Millionen Euro ein, um anstatt Frieden zu stärken, die Gefahr einer Forcierung einer neuen Weltkriegsgefahr voranzutreiben. Das Geld wäre zur Verbesserung von Bildung, sozialen und ökologischen Belangen sowie Kultur wesentlich besser aufgehoben. Dabei verletzt man nach Auffassung des AHA auch noch geltendes Völkerrecht. Nach allgemeinem Kenntnisstand haben am 12.09.1990 die Außenminister der UdSSR, der USA, Großbritanniens und Frankreichs sowie der BRD und der DDR den „Vertrag über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland (2 + 4 Vertrag) unterzeichnet, welcher im Artikel 2 besagt

(Zitat): „Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik bekräftigen ihre Erklärungen, dass von deutschem Boden nur Frieden ausgehen wird. Nach der Verfassung des vereinten Deutschlands sind Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, verfassungswidrig und strafbar“ (Zitat Ende).

Ferner enthält der 2 + 4 Vertrag Artikel 5, Absatz 3 u.a. nachfolgende Festlegung

(Zitat): „Ausländische Streitkräfte und Atomwaffen oder deren Träger werden in diesem Teil Deutschlands weder stationiert noch dorthin verlegt“ (Zitat Ende).

Für den AHA ergibt sich in dieser ernstzunehmenden Lage, welche klar gegen die genannten Teile des 2 + 4 Vertrages verstoßen, die klare Forderung unbedingt und sofortig alle militärischen Aktivitäten der Colbitz-Letzlinger Heide einzustellen. Dazu gehört auch die Beendigung aller baulichen Aktivitäten an der dazugehörigen Infrastruktur.

Der AHA fordert in dem Zusammenhang die Bevölkerung auf, schriftlich beim Deutschen Bundestag, beim Bundesrat und bei der Bundesregierung, aber auch beim Landtag und der Regierung des Landes Sachsen-Anhalt für ein Ende der militärischen Nutzung des Flughafens und für eine friedliche Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide zu protestieren.

Der AHA ruft daher zur Teilnahme und Unterstützung der Demonstrationen und Aktivitäten der Bürgerinitiative OFFENe HEIDe auf.

Wer sich ebenfalls für eine ausschließlich friedliche Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide einsetzen möchte, kann sich auch an folgende zentrale Anschrift des AHA wenden:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

AHA fordert Stopp von Lärmbelastungen durch Nachflüge sowie der militärischen Nutzung des Verkehrsflughafens Leipzig/Halle

Aus der Sicht des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) führen bekanntlich Lärmsituationen insbesondere in den Nachtstunden zu einem verstärkten Gesundheitsrisiko. Dies stellte u.a. der 115. Deutscher Ärztetag Nürnberg, 22.05. – 25.05.2012 in seiner Beschlussfassung unter TOP VI Tätigkeitsbericht der Bundesärztekammer – Titel: Fluglärm auf den Seiten 353 und 355 eindeutig fest.

Tätigkeitsbericht der Bundesärztekammer – Titel: Fluglärm

Seitdem sind fast drei Jahre vergangen und man hat immer noch nicht die notwendigen Konsequenzen daraus gezogen.
Darüber hinaus sei auf das Forschungsprojekt im Auftrag des Umweltbundesamtes FuE-Vorhaben Förderkennzeichen 205 51 100 vom November 2006 „Beeinträchtigung durch Fluglärm: Arzneimittelverbrauch als Indikator für gesundheitliche Beeinträchtigungen“ verwiesen, welche weiterhin besorgniserregend auf die Gesundheitsprobleme durch Fluglärm hinweist.

http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/beeintraechtigung-durch-fluglaerm

Zu dem bestehenden Nachtflugverkehr, den zusätzlichen Belastungen mit Triebwerksprobeläufen im Freien beabsichtigt man nicht nur die Regelungen die lärmschutzfachlichen und ohnehin schon sehr weitgefassten Genehmigungen noch weiter zu lockern, sondern möchte nunmehr die Posttochter DHL die derzeitigen 65 Starts und Landungen pro Nacht weiter zu erhöhen. Dies liegt in dem Bestreben begründet, dass mit der Errichtung und Inbetriebnahme einer weiteren Sortierhalle für 230 Millionen Euro, eine Erhöhung der Sortierung von bisher 100.000 auf 150.000 Päckchen einhergehen soll. Das stellt rechnerisch gesehen eine Erhöhung um ca. 67 % Päckchen pro Nacht dar.

Somit besteht die dringende Gefahr, dass eine ebenfalls 67 %ige Erhöhung des Nachtflugaufkommens von derzeit offiziell 65 Starts- und Landungen pro Nacht auf ca. 97 Starts und Landungen in der Nacht erfolgen. Zwar reicht diese Anzahl nicht an die bisher in der Nacht am 30.09.2016 festgestellten 137 Starts und Landungen heran, aber die dringende Sorge, dass jede Nacht nunmehr mindestens ca. 97 Starts und Landungen keine Ausnahme mehr darstellt, verdeutlicht eine akute Zunahme an Lärm- und Abgasbelastung im gesamten Großraum Halle – Leipzig. Auch Änderungen der nächtlichen Abflugrouten können nicht zur Reduzierung der ständigen nächtlichen Lärmbelastung in dem Großraum Halle – Leipzig beitragen. Das betrifft Wohngebiete sowie Naturschutz- und FFH-Gebiete in dem Gesamtgebiet.

Der AHA sieht diese Entwicklung mit sehr großer Sorge. Die DHL, aber auch der Bund, der Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt, sowie ebenfalls die Verwaltungsgerichtsbarkeit, vernachlässigen unverantwortlicher Weise die eingangs genannten Gesundheitsgefahren für die Menschen der Region sowie die Belange eines nachhaltigen Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes.

Daher bleiben die berechtigten, aktuellen und zwingenden Forderungen nach sofortigem Nachtflugverbot und Beendigung der völkerrechtswidrigen militärischen Nutzung des Verkehrsflughafens Leipzig/Halle weiter bestehen.

Dazu müssen nach Auffassung des AHA, Politik und Verwaltungen in Bund, in dem Freistaat Sachsen, in dem Land Sachsen-Anhalt sowie den betreffenden Kommunen endlich ihrer Fürsorgepflicht und Verantwortung für die Bevölkerung, Umwelt, Natur und Landschaft nachkommen !

Ein sehr wichtiger Schritt, um an diese Verantwortungen zu erinnern und diese massiv einzufordern, gilt es den Wahlkampf im Vorfeld der Wahlen zum Deutschen Bundestag im Herbst 2017 und bei der Abgabe der beiden Stimmen zur Wahl selbst zu nutzen.

Der AHA möchte sich natürlich selbst verstärkt dieses Themas widmen. Wer Interesse hat sich dahingehend einzubringen, wende sich bitte an folgende Kontaktmöglichkeiten:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Merseburg-Leuna-Bad Dürrenberg
/Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen Bernt-Bärtl“

Weiße Mauer 33
06217 Merseburg
Tel.: 0176 – 52562945
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Leipzig und Umland

Otto-Adam-Straße 14
04157 Leipzig
Tel.: 0176/84001924
E-Mail: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

Initiative „Pro Baum“ unterbreitet immer wieder Vorschläge zum Schutz, Erhalt und Erweiterung des Gehölzbestandes in der Stadt Halle (Saale)

Am Wochenende 26./27.11.2016 berichteten erneut Medien von der momentan wenig erfolgreichen Baumpatenaktion der halleschen Stadtverwaltung sowie von einer Pflanzung einer Rotblühenden Rosskastanie in der Albert-Schweitzer-Straße.

Alles Aktivitäten, welche durchaus in die richtige Richtung zeigen, aber unglaubwürdig erscheinen, wenn man die Entwicklung der letzten Jahrzehnte verfolgt, wie die politisch Verantwortlichen in der Stadt Halle (Saale) mit Gehölzen im halleschen Stadtgebiet umgehen. Da seien z.B. die Massenfällungen in der Otto-Stomps-Straße/Fiete-Schulze-Straße, Delitzscher Straße, im Böllberger Weg, in der Beesener Straße sowie am Steintor erwähnt. Ferner die Bedrohungen der Gehölz- und Wiesenbestände im Zusammenhang mit den aktuellen Plänen zum Umbau des Gimritzer Dammes zwischen Rennbahnkreuz und Heideallee, des Abschnittes der Heideallee bis zur Kreuzung mit der Walter-Hülse-Straße und dem Weinbergweg sowie deren Umbau zum Kreisel. Alleine im Bereich des angedachten Kreisels sind 27 Bäume bedroht.

Fachlich fundierte Bedenken und Alternativvorschläge ignoriert immer wieder eine große Mehrheit der politisch Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) oder weist sie mit fadenscheinigen Gründen zurück. Das ist garantiert nicht die richtige Form einer echten Demokratie und eines respektvollen Umgangs mit bürgerschaftlichen Engagement in der Stadt Halle (Saale).

Diese verheerende Entwicklung war der Anlass der Gründung der Initiative „Pro Baum“ am 11.05.2005. Es war und ist die unerfreuliche Tatsache, dass immer wieder Bäume und Sträucher aus zumeist unerkennbaren bzw. nicht nachvollziehbaren Gründen aus dem Stadtbild verschwinden.
Ein Zustand, welcher einer erheblichen Gegensteuerung bedarf.

Im Zusammenhang mit der Gründung der Initiative am 11.05.2005 waren u.a. folgende Ziele verbunden:

  • Durch Herausarbeitung von Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der Bäume und Sträucher
  • Durch Einfordern eines flächendeckenden Baumkatasters
  • Durch Befördern und Aufrufen zu Baumpatenschaften
  • Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit
  • Durch Vorschläge zur Ausweisung von Flächen zur Sukzession bzw. zur Pflanzung von Bäumen und Sträuchern
  • Mit der Initiierung und Durchführung von Pflanzeinsätzen

Als einer der ersten Maßnahmen erfasste die Initiative „Pro Baum“ in den Jahren 2006 bis 2013 potenzielle Standorte, wo Erstneu- oder Nachpflanzungen von Straßenbäumen möglich sind. Dazu legte die Initiative „Pro Baum“ am 31.07.2006 „Grobkonzeptionellen Vorschläge zur Erweiterung des Straßenbaumbestandes in der Stadt Halle (Saale)“ mit Erfassungstabellen aus dem Paulusviertel, aus Giebichenstein und dem Zentrum vor.

Allein im Paulusviertel erfassten Mitglieder der Initiative „Pro Baum“ mögliche Standorte für 334 Bäume.

Mit Schreiben vom 23.09.2013 erhielt der hallesche Oberbürgermeister zudem eine Erfassung von 44 potentiellen Baumstandorten in der Landsberger Straße.

Die Initiative „Pro Baum“ möchte diese Erfassungen fortsetzen, um weitere Straßenbaumstandorte zu finden und zu erfassen. Darin sieht die Initiative „Pro Baum“ eine sehr wichtige Basis neben dem Schutz und Erhalt, die Erweiterung der Straßenbaumbestände voranzutreiben. Auf dieser Basis gilt es nun eine genauere Standortprüfung vorzunehmen, inwieweit Versorgungsleitungen etc. eine Neu- oder Nachpflanzung ausschließen könnten. Nach Ansicht der Initiative „Pro Baum“ dürfte das sehr schnell geschehen können. Besonders dann, wenn sich die Verwaltung der Stadt Halle (Saale) für Baumspenden und –patenschaften stark machen möchte.

Leider ist die hallesche Stadtverwaltung diesbezüglich noch nicht an die Initiative „Pro Baum“ herangetreten.

Nach Auffassung der Initiative „Pro Baum“ könnte die Umsetzung seiner gegengeprüften Vorschläge zum Beispiel in Form von Arbeits- bzw. Pflanzeinsätzen gemeinsam mit der Bevölkerung sowie anlässlich von Feierlichkeiten –Jugendweihe, Konfirmation, Hochzeiten etc.- stattfinden. Daher ist eine enge Zusammenarbeit mit Vereinen, Initiativen, Bildungseinrichtungen und Firmen dringend erforderlich.

Aus der Sicht der Initiative „Pro Baum“ stellt die am 31.07.2006 vorgelegte „Grobkonzeptionellen Vorschläge zur Erweiterung des Straßenbaumbestandes in der Stadt Halle (Saale)“ und die nachfolgenden Erfassungen eine wichtige Grundlage zur Erweiterung des Straßenbaumbestandes der Stadt Halle (Saale) dar. Nach eingehender Prüfung der beiliegenden Unterlagen und einer nachfolgenden Diskussion über die Machbarkeit des Vorhabens, gilt es unverzüglich die Umsetzung des Projektes anzugehen. Neben der ökologischen Bedeutung sind auch umweltbildende Aspekte zu sehen.

Die Initiative „Pro Baum“ wird die Erfassungen fortsetzen bzw. ausweiten.

Im Übrigen irrt leider Dr. Detlev Haupt hinsichtlich des Zeitpunktes der Pflanzungen der Ebereschen in der Uhlandstraße. Diese hatte der Arbeitskreis Umweltschutz Halle (AKUS) in der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund der DDR im Jahr des Baumes im Jahr 1987 angeregt und im April 1987 in einem öffentlichen Pflanzeinsatz umgesetzt. Dem waren umfassende Gespräche und Verhandlungen mit der Abteilung Umweltschutz und Wasserwirtschaft der Stadt Halle (Saale), dem Rat des Stadtbezirkes Halle-Ost und dem VEB Garten und Landschaftsgestaltung (GALA) vorausgegangen. Die GALA unterstützte sogar die Pflanzaktion mit Materialien und Werkzeugen.

Die Initiative „Pro Baum“ möchte daher weiter und verstärkt für den Schutz, Erhalt, Betreuung und Erweiterung der Gehölzbestände aktiv sein. Daher sind interessierte Bürgerinnen und Bürger, Firmen, Verbände, Vereine und weitere Organisationen aufgerufen in der Initiative „Pro Baum“ mit- und zusammenzuarbeiten.

Wer Interesse hat daran mitzuwirken, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Initiative „Pro Baum“ c/o
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345/200 27 46
Fax.: 01805/684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
Internet: http://www.aha-halle.de
E-Mail: initiativeprobaum@yahoo.de

AHA führte Herbstexkursion in Leipzigs Burgaue durch

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hält es für dringend nötig sich verstärkt für den Schutz und Erhalt von Auenlandschaften einzusetzen. In dem Zusammenhang möchte der AHA seine diesbezüglichen Aktivitäten auch in den Auenlandschaften von Leipzig und Umgebung verstärken.

Auf Grund der weiterhin angedachten Abholzungen im Rahmen einer teilweisen Wiedereinführung der Mittelwaldwirtschaft und einer damit verbundenen weiteren Bedrohung der Auenwälder in Leipzig, hatte der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) zu einer Herbstexkursion am Samstag, den 26.11.2016 in die ca. 277 ha große Burgaue eingeladen. Der Nebel ließ die Natur und Landschaft schnell ein spätherbstliches Aussehen mit interessantem Charakter annehmen.

Auf dem Weg zur Burgaue diskutierten die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer über Möglichkeiten des Umgangs mit Hochwasser. Als erstes stellten sie beim Blick von der Brücke Gustav-Esche-Straße auf Neue Luppe und Möckernschen Winkel fest, dass neben dem unnatürlichen geraden Verlauf des Flusses ein Deichsystem den Auenwald von Hochwasser trennt und zwar ohne erkennbaren Zweck. Im Anschluss daran durchquerte die Gruppe den ca. 17,7 ha großen Auenwald Der Möckernsche Winkel und setzten das rätselten über den Sinn des eingedeichten Auenwaldrestes zwischen Luppe sowie Nahle fort und da ganz besonders, was und wer hier vor dem Hochwasser Schutz bedarf. Im Ergebnis dessen stellten die TeilnehmerInnen übereinstimmend fest, dass hier eine vollständige Deichrückverlegung erfolgen muss, um a) den Auenwald wieder an das Hochwasserregime der umgebenden Fließgewässer anzuschließen und b) somit u.a. eine naturnahere Entwicklung des Auenwaldes als Lebens- und Rückzugsraum und naturnaheren Hochwasserschutzraum zu ermöglichen. Im Westteil des Auenwaldes, welcher an das Mündungsgebiet der Nahle in die Neue Luppe angrenzt, stellten Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer eine Abholzungsfläche fest, wo nach eigener Zählung im vergangenen Jahr 25 Bäume der Säge und schwerer Technik zum Opfer fielen. Übereinstimmend erklärten die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer, dass auch hier die Natur den Auenwald entwickeln sollte und nicht die Säge des Menschen. Nach der Überquerung der Wahmer-Leutzscher-Brücke über die Nahle regt eine schätzungsweise 200 Jahre alte Stieleiche Gedanken an Zeiten an, als noch kein Deich dieses Flusssystem von der Aue trennte.

Einige Schritte weiter, eröffnete sich weiterhin der Blick zur Burgaue, zur Einmündung der Nahle in die Luppe, zu dem eng an beiden Fließgewässern anliegenden Deichsystemen und nicht zuletzt zu dem sehr umstrittenen Nahleauslassbauwerk, welches 2011 und 2013 geöffnet, die angrenzende Aue zu einem Polder umfunktionierte. Die Exkursionsteilnehmer nahmen nunmehr den längst abgeschlossenen und sehr umstrittenen Neubau des Nahleauslassbauwerkes in Augenschein. Jegliche Bedenken und Alternativvorschläge
schlugen die Verantwortlichen der Talsperrenverwaltung -als Vertreter des Freistaates Sachsen- und die Stadt Leipzig -als zuständige Genehmigungsbehörde- in den Wind. Dies hat nunmehr folgerichtig zu einer Beschwerde vom Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald e.V. (NuKLA) bei der EU-Kommission, wegen der fortgesetzten und unverminderten Verstöße gegen europäisches Recht, geführt.

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